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„Angstkassen“ der europäischen Geschäftsbanken weiter prall gefüllt

Die Sichteinlagen der Geschäftsbanken des Euro-Raumes bei der Europäischen Zentralbanken belaufen sich auf mehr als 700 Milliarden Euro. Weiterhin ein Zeichen von Unsicherheit im Bankensektor.

Die EZB veröffentlicht regelmäßig Zahlen zur Bankenliquidität. Darin enthalten sind auch Beträge, die von Geschäftsbanken auf EZB-Konten geparkt sind.

Es gibt zwei wesentliche Komponenten dieser EZB-Einlagen: Die Einlagenfazilität (Übernachtkonten) und die normalen Kontokorrentkonten der Geschäftsbanken bei der EZB („Current Accounts“). Beide werden derzeit nicht verzinst (0 %).

Vor dem 12. Juli 2012 erhielten die europäischen Banken auf ihre Übernacheinlagen noch 0,25 Prozent Zinsen. Mit der EZB-Entscheidung diesen Satz auf null zu senken, transferierten viele Institute ihr Geld von der Übernachteinlage auf die normalen Girokonten. Die Übernachteinlagen waren in dieser Zeit ein Maß für die Unsicherheit im Bankensektor, da die Geldhäuser dieses Geld nicht investierten (z.B. in Kreditvergabe), sondern zu sehr niedrigen Zinsen bei der EZB bunkerten.

In der oben gezeigten Grafik haben wir die Wertentwicklung der beiden Konten seit 2011 abgebildet. Sie zeigt, dass die Sichteinlagen der Geschäftsbanken bei der EZB (kumuliert; grün) seit dem Höhepunkt Anfang 2012 um gut 200 Milliarden Euro gesunken sind. Ein Zeichen, dass die Unsicherheiten im Finanzsektor abgenommen haben. Mit insgesamt mehr als 700 Milliarden Euro liegt aber weiterhin eine enorme Geldmenge ungenutzt und vor allem unproduktiv und damit auch nicht inflationstreibend auf den EZB-Konten.

Zu beachten gilt, dass die EZB Ende 2011 und Anfang 2012 unbegrenzte Liquidität für einen Zeitraum von 3 Jahren zur Verfügung stellte (LTRO-Kredite), von der die Banken im Umfang von insgesamt rund 1 Billion Euro Gebrauch machten. Daher rührt die starke Zunahme der Sichteinlagen zu diesem Zeitpunkt. Große Teile dieses billigen Geldes wurden seinerzeit von den Instituten zusätzlich auf den EZB-Konten geparkt.

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Eingetragen von am 19. Jan. 2013. gespeichert unter Banken, Euro, Europa, EZB, News. Sie können alle Antworten auf diesen Eintrag verfolgen über RSS 2.0. Kommentar- und Ping-Funktion derzeit deaktiviert

13 Kommentare für “„Angstkassen“ der europäischen Geschäftsbanken weiter prall gefüllt”

  1. Mit insgesamt 700 Milliarden Euro liegt aber weiterhin…

    das ist einigermaßen verwirrend für den leser, denn heute sind es nur noch
    179 milliarden

    http://www.ecb.int/mopo/implement/sf/html/index.en.html

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    • Nicht ganz. Sorry, vergessen zu erwähnen. Die aktuellsten Zahlen sind vom 16.01.13 mit insgesamt 733,67 Mrd. Euro. Wird hiermit nachgeliefert.

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  2. macht mich schlau, ich konnte das nicht finden.
    gibts auch’n link dafür.
    würde gerne regelmäßig selber nach gucken

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  3. Irgrendwie kann ich die Geschäftsbanken verstehn.Wo zum Teufel hin mit dem ganzen Geld,nicht etwa dem eigenern,nein, dem Kreditgeld.Angenommen,ich würde einen Kredit von 10 Millionen bekommen,zu 1% Zinsen.Und ich brauche diesen nur für Eventualitäten in meiner Firma.Ja,dann rufe ich doch den nicht ab,sondern deponiere ihn bei der Bank und wenn ich da 0,8% Zinsen erhalte, bezahle ich letztlich nur 0.2% Bereitstellungszinsen und könnte jederzeit auf den Millionenkredit zurückgreifen.Schöner Traum,ich bekomme leider keinen 10 Mio Kredit zu 1 % bei meiner Hausbank.
    Und bekäme ich gar 100 Mio und mehr,dann würde ich selbst eine Privatbank gründen……………….und am Spiel der Banken teilhaben.OK,ich habe zuviel vom Roten getrunken.

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    • Die LTRO Billion dürfte noch eine Weile reichen. Das Geld wird einfach vorübergehend auf EZB Konten geparkt sowie nach und nach in Staatsanleihen umgesetzt, die höher verzinst sind. Mit der Zinsdifferenz können sich die Pleitebanken (wie Commerzbank, Deutsche Bank oder UBS) auf Steuerzahlerkosten gesundstoßen und ihre Bilanzen sanieren.

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      • @Dreamer meint „Die LTRO Billion dürfte noch eine Weile reichen. Das Geld wird einfach vorübergehend auf EZB Konten geparkt sowie nach und nach in Staatsanleihen umgesetzt, die höher verzinst sind“
        Die LTRO der EZB von Anfang letzten Jahres war dazu gedacht den Banken Liquidität zu geben, damit sie die REALWIRTSCHAFT nicht wieder abwürgten wie 2008.
        Dabei ist aber klar: Bei den Südländern ist das kein Liquiditäts -sondern ein Insolvenzproblem und eine Bank wäre blöd da Kredite zu vergeben, die nie zurückgezahlt werden, währendessen DAS SPEKULIEREN MIT DEREN SCHULDEN ist schon einträglich, wegen den inzwischen beschlossenen Rettungspläne von der EU und EZB

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        • Ergänzung: So gesehen sind die Rettungspläne von EU/EZB für die Südländer eigentlich nur Förderprogramme für „systemrelevante“ Banken

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  4. den Banken wird der Hals bis zum Abwinken verfüllt, programme wie Repo, OMT,ELA,EFSF,Soffin,LTRO,STEP, Artikel 52,122+125 sorgen dafür, dass sie unbegrenzte Billionen ohne Auflagen, Sicherheiten und Regeln erhalten. das gilt besonders für Länder und Banken bei extremen Szenarien. und weil die Krise beendet wurde, soll der ESM genauso weitermachen weil es der IWF und viele Politiker fordern. es müssen ja 36 Systemrelevante Banken die ihr Testament gemacht haben, schließlich vor der pleite bewahrt werden. und der Draghi sagte, dass der Ausstieg aus der Krisenpolitik noch nicht gekommen sei, und über den EXIT wird jetzt noch nicht nachgedacht. nach der Wahl? haha.

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