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Börsengemetzel trifft auch Gold und Silber – Ein Lagebericht

Liquiditätsengpass im Bankensystem. Das Geld verschwindet in einem dunklen Loch und reißt die Preise viele Asset-Klassen mit nach unten.

Die Weltwirtschaft gerät ins Stocken, der Bankensektor ist erneut in ernster Not, die Schuldenkrise gerät außer Kontrolle, die Notenbanken haben die Lage nur noch wage im Griff. Nun schmieren selbst die Edelmetallkurse ab. Wir befinden uns in einem deflationären Schock. Ein Statusbericht.

Das Kursmassaker an den Finanzmärkten hat in dieser Woche auch Gold und vor allem Silber erfasst. Es herrscht Liquiditätsnotstand bei den Finanzinstituten, die sich untereinander kaum mehr Geld leihen. Dies führt dazu, dass Gewinnpositionen aufgelöst oder kreditfinanzierte Investments glattgestellt werden müssen.

Edelmetall-Papier im Ausverkauf
Dass hier nicht massenhaft echtes Gold sondern in erster Linie Derivate verkauft werden, zeigt auch der Blick auf die aktuellen Goldbestände des größten ETFs. In dieser Woche gab es keine Metall-Abflüsse beim größten Gold-ETF SPDR Gold Trust. Es kamen sogar 9 Tonnen Gold hinzu. Im Silber-Bereich reduzierten sich die offiziellen Lagermengen beim SLV nur leicht um 0,8 Prozent.

Euro-Krise ungelöst
Die Märkte preisen bereits eine Griechenland-Pleite ein. Die Verhandlungen um die Bewilligung der vom Land bis Ende Oktober benötigten EU/IWF-Milliarden haben sich mehrfach verzögert. Die Regierung in Athen muss jetzt erneut harte Sparmaßnahmen versprechen, damit die „Troika“ (IWF, EU-Kommission, EZB) die Zahlungen öffentlich rechtfertigen kann. Unter anderem sollen in Griechenland kurzfristig 10.000 Staatsangestellte entlassen werden. Dass man auf diese Weise keine Volkswirtschaft gesunden kann, kümmert die Offiziellen wenig. Denn die Griechenland-Gelder sind ohnehin Teil eines großen Bankenrettungsprogramms. Vor allem französische Geldhäuser sind gefährdet, wie die Meldungen um Société Générale diese Woche gezeigt haben (Kapitalabzug ausländischer Investoren).

Flucht-Anleihen
Auf der anderen Seite fließt jede Menge Kapital in Anleihen von Ländern mit hohen Bonitätsnoten. Dass 10-jährige US-Staatsanleihen mittlerweile weniger als 2 Prozent Rendite bringen, dokumentiert die aktuelle Schieflage. Man ist wohl der Auffassung, dass der Greenback als allerletztes untergeht. Die Nachfrage nach US-Dollar ist entsprechend groß. Auch die Anleihen Deutschlands und der Schweiz notieren an der Börse auf Rekordniveau, die Renditen sind entsprechend niedrig.

Die Rating-Agenturen haben nun zahlreiche Banken in den USA, Frankreich und Griechenland herabgestuft. Verliert ein Emittent an Bonität, so steigen die Eigenkapitalanforderungen an Finanzinstitute, die Papiere dieser Häuser in ihren Büchern halten. Dies verschärft den aktuellen Liquiditätsengpass in der gesamten Finanzwirtschaft zusätzlich.

Gold und Silber
Die fallenden Edelmetallkurse werden vom schwachen Euro ein wenig aufgefangen. Der Goldpreis verlor am gestrigen Freitag zeitweise bis zu 100 Dollar. Der Einbruch bei Silber war noch stärker. 16 Prozent niedriger als am Vortag stand der Kurs des weißen Edelmetalls am späten Nachmittag. Lahmt die Konjunktur, dann wird auch weniger Silber in der Industrie nachgefragt. Das ist aber nur ein Aspekt, der aktuell in die Preisentwicklung einfließt. Derzeit wird einfach alles verkauft, was kurzfristig Geld bringt.

Erneute Margin-Erhöhung
Die Ankündigung einer erneuten Erhöhung der Sicherheitsleistungen beim Terminhandel mit Gold und Silber in den USA, brachte die Kurse zusätzlich unter Druck. Der COMEX- Betreiber CME Group will die Margins „aufgrund der hohen Kursvolatilität“ am kommenden Montag um 21 % (Gold) bzw. 16 % (Silber) erhöhen (siehe Artikel).

Schwache Fed
Beigetragen zum aktuellen Kurs-Desaster hat bereits die Ankündigung der US-Notenbank am Donnerstag. Die Fed will kurzfristige US-Anleihen gegen solche mit langfristiger Laufzeit tauschen, im Wert von 400 Milliarden Dollar. Damit sollen die langfristigen Zinsen noch tiefer gedrückt werden, um Großinvestitionen (z.B. Investitionsgüter, Immobilienfinanzierung) attraktiver zu machen.

Den Märkten hat das gar nicht gefallen, den die Maßnahme ist umstritten. Wenn man arbeitslos ist und/oder keine Güternachfrage existiert, dann kann das Zinsniveau so niedrig sein, wie es will, es werden keine Kredite aufgenommen. Auch der überaus pessimistische Konjunkturausblick der Fed schockierte die Investoren. Viele Gold-Investoren hatten am Donnerstag mit einer eindeutigeren Fed-Entscheidung gerechnet, die Liquidität zusätzlich zu erhöhen.

So wurden auch in dieser Hinsicht Erwartungen enttäuscht und im Zuge der zusätzlich eingetrübten Charttechnik Edelmetall-Papiere – zum Teil auf Kredit finanziert – verkauft. Sind die Kurse dann erst einmal im Fallen und wird er Handel am Terminmarkt auch noch verteuert (Margin_Erhöhung, siehe oben), dann entstehen immer neue Abverkaufswellen bei jeder K.O.-Schwelle und jedem unterschrittenen Widerstand. Das Ergebnis ist der Crash.

Edelmetallhandel reagiert
Die deutschen Edelmetallhändler haben unterschiedlich auf die Lage reagiert. Viele machten den Preisverfall nur teilweise mit. Aufgeld und Spreads für alle Anlageprodukte sind deshalb stark gestiegen. Andere schlossen vorübergehend ganz ihre Pforten, mit Ankündigung „aufgrund der hohen Kurs-Volatilität“ oder sie waren einfach unerreichbar. Wie von Händlern zu hören war, nutzten am Freitag tatsächlich viele Kunden die Situation, um Gold und Silber zu günstigeren Preisen  nachzukaufen.

Bewährte Strategie
Wer unserer Standard-Devise folgt und konsequent und regelmäßig Edelmetall kauft, um langfristig sein Vermögen zu schützen, der kann das Schauspiel im Grunde gelassen verfolgen. Klar, die Kursverluste tun Gold- und Silberbesitzern zunächst einmal weh. Doch wenn Gold seinen wahren Wert offenbart, ist es egal, zu welchem Preis sie es erworben haben. Dann zählt nur die Tatsache, das echte Zeug zu besitzen. Und wie bereits ähnliche Situationen in den Jahren 2006 und 2008 mit starken Korrekturphasen zeigten, die Kursverluste bei Gold und Silber sind bei unveränderten fundamentalen Rahmenbedingungen schnell wieder aufgeholt.

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Eingetragen von am 24. Sep. 2011. gespeichert unter Banken, Gold, Goldpreis, Marktkommentare, News, Politik, Silber, Silberpreis. Sie können alle Antworten auf diesen Eintrag verfolgen über RSS 2.0. Kommentar- und Ping-Funktion derzeit deaktiviert

4 Kommentare für “Börsengemetzel trifft auch Gold und Silber – Ein Lagebericht”

  1. Das ist der Double Dip an der Börse.2008 wiederholt sich.Doch diesmal gibts keine Liquiditässpritzen mehr.Es folgt die Deflation.Konsequent fällt alles materielle im Preis.aktien,Metalle usw.Nur Bargeld wird mehr wert.Und da in der Deflation Banken immer pleite machen,geht das Geld in die Staatsanleihen.Völlig richtig ! Und da danach die Inflation kommt,gewinnen alle die in der Deflation billig gekauft haben,ZB Gold zu 700 Dollar,Häuser zu 1/10 des Preises.Große Vermögen werden in der Deflation und Rezession gemacht,mit Bargeld ! wer es dann noch hat und das Pulver nicht vorher verschossen hat.

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  2. Anaconda: das kleine Problem ist… Du kaufst garantiert kein Gold mehr für 700 Dollar. Bis dato ist das was produziert war komplett WEG. Es ist jetzt schon so, daß wir keine echten Marktpreise des Goldes und des Silbers kennen. Klar Du kannst NOCH irgendwo zum Spotpreis plus Marge was kaufen, aber das wird jetzt nicht mehr bei Gold, Silber möglich sein.

    Folgerichtig werden Leute vor klammen Kassen stehen, die Infla wird sich nicht anstellen wollen, die Häuser kaufst Du zwar spottbillig, wirst sie aber nicht teurer los. Und dann kommt Infla. Und diejenigen die dann Gold kaufen werden dafür Megapreise zahlen.

    BARGELD IST MEGASCHROTT, weil es jederzeit für ungültig erklärt werden kann. Auch in der Defla. Bargeld ist eben Müll. Aber was laufen ist der Tausch Sachwerte gegen Sachwerte!

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  3. Anaconda:Ich hab mein Pulver fast komplett verschossen und fühl mich trotz des Gemetzels weit besser als mit Bargeld!Mag sein das du Richtig liegst aber am Ende wird der physische E.M-Besitzer sicher zu den Gewinnern zählen und wenn nicht ,sicher aber die Kaufkraft erhalten .Werde auf jedenfall weiter insbesondere Silber kaufen egal zu welchem Preis,aber kontinuirlich.Mit dieser Strategie fährst du am Sichersten!

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  4. @Engelpol
    Du hast schon recht mit dem Bargeld,aber sieh mal die Geschichte an.Selbst im Krieg wurde mit Bargeld bezahlt,nicht mit Gold.Solange ein Staat noch irgendwie funktioniert,ist leider Bargeld das einzige legitime Zahlungsmittel.Und um Gold in Bargeld umzutauschen,brauchsrt Du einen funktionierenden Goldmarkt.Was aber bei Goldverbot ?.Meines Erachtens ist Gold eine Versicherung für den Fall,dass die Regierung Amok läuft,ansonsten Bargeld und zwar bar ! (Auch Devisen), nicht auf dem Konto,das ist Giralgeld ! Und dass alle Währungen gleichzeitig crashen,ist eher unwahrscheinlich.
    Meine Meinung: Gold als Versicherung und Bargeld,Devisen, um in der Deflation billig einzukaufen wie Aktien,Immobilien.Pfeife auf die Zinsen fürs Festgeld in diesen Zeiten.Nur Bares ist Wahres.Dann können die Banken ruhig schließen.
    Deshalb: Bargeld und Gold !

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