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Das Jahr 2011 – Als die Goldblase ein bisschen platzte

Anfang September erreichte der Goldpreis mit Kursen um 1.900 Dollar sein mutmaßliches Jahreshoch. Danach sackte der Kurs deutlich ab. Eine kurze Bilanz der Goldpreisentwicklung 2011.

Seit geraumer Zeit sprachen kritische Marktanalysten immer wieder von einer Goldblase. Dass heißt, man sah die Höhe des Goldpreises nicht mehr fundamental begründet sondern durch spekulative Kräfte überhöht. Die Systematik: Permanent steigende Kurse ziehen immer mehr Anleger an, die auch an der Rally teilhaben wollen. Der Kurs rauscht nach oben.

Der Preisanstieg im vergangenen August wies sicher  Elemente eines Gold-Hypes auf. Medialer Höhepunkt war die große Gewinnspiel-Aktion der Bild-Zeitung. In der Ausgabe vom 11. August bildete das Blatt 100 Goldbarren auf der Titelseite ab. Über den ganzen Tag hinweg wurden 20-Gramm-Barren verlost (Goldreporter berichtete).

Die Aktion war ohne Frage das Ergebnis eines erhöhten  öffentlichen Interesses für das Edelmetall. Die Euro-Krise rauschte über alle Fernsehkanäle. Deutsche Anleger stürmten die Edelmetallshops. Der Kurs stand an diesem Tag bei 1.790 Dollar (1.260 Euro). Und kurz darauf kam es prompt zu einem ersten größeren Kurseinbruch.

Zunächst stieg der Goldpreis allerdings noch einige Tage bis auf 1.850 Dollar (1.279 Euro). Das war am Vormittag  des 24. August. Bereits im Londoner P.M.-Fixing des gleichen Tages ging der Goldpreis dann deutlich bis auf 1.770 Dollar (1.224 Euro) zurück. Am Folgetag sackte der Kurs noch einmal auf 1.716,50 Dollar (1.191 Euro) ab.

Das hätte es eigentlich soweit sein können mit dem Kursverfall. Denn bereits am 5. September wurde mit 1.896,50 Dollar (1.341 Euro) schon wieder ein neues Jahreshoch erreicht. Aber von da an ging es erst richtig Richtung Süden.

Der Gold-Hype in den Medien ebbte ab. Negative Gold-Kommentare häuften sich. Wichtige charttechnische Unterstützungen wurden gerissen. Starke Marktkräfte (Dollar-Notstand bei den Banken; Gold-Abverkauf vermutlich durch die Mithilfe von Notenbanken) brachten den Goldpreis noch stärker unter Druck.

Goldpreis 2011 in US-Dollar

Am 15. Dezember folgte dann das vorläufige Jahrestief. Im Londoner Nachmittags-Fixing  wurde Gold auf  1.574 Dollar (1.210 Euro) festgesetzt.

Die Bilanz: Von seinem Kurshoch verlor der Goldpreis 17 Prozent. In Euro gerechnet viel die „Korrektur“ – gerechnet vom Zeitpunkt des Goldpreis-Hoch in Dollar – mit 5,4 Prozent kaum spürbar aus. Das Euro-Jahreshoch bei Gold ereignete sich allerdings erst am 9. September mit 1.359 Euro. Von dieser Marke aus verlor der Euro-Goldpreis bis zum 15. Dezember knapp 11 Prozent.

Fazit: Nach dem großen Gold-Hype in Deutschland und einem deutlichen Rückgang des Goldpreises über die vergangenen Monate hinweg, blieb der Kursrutsch dennoch überschaubar. Vor allem aufgrund des schwachen Euros hielten sich die „Verluste“ für deutsche Goldanleger in Grenzen. Mit Kursen um 1.630 Dollar (1.244 Euro) am heutigen Mittwoch steht seit Jahresbeginn ein Plus von 15 Prozent zu Buche (plus 18 % in Euro). Das große Platzen einer Goldblase haben wir nicht erlebt. Wohl aber die Auswirkungen eines kurzzeitig übersteigerten Gold-Interesses.

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Eingetragen von am 21. Dez. 2011. gespeichert unter Gold, Goldpreis, Marktdaten, News. Sie können alle Antworten auf diesen Eintrag verfolgen über RSS 2.0. Kommentar- und Ping-Funktion derzeit deaktiviert

8 Kommentare für “Das Jahr 2011 – Als die Goldblase ein bisschen platzte”

  1. Das ist kein Platzen einer Blase gewesen, sondern nur eine kurze Beruhigung.
    Für viele ist Gold eine Art Lebens und Existenzversicherung und die kauft man eben wenns brennt. Und wenn die Flammen zurückgehen kauft man eben weniger und der Preis sinkt.
    Beispiele gefällig ? Fukushima. Alles wollte den Gamma Scout (Geigerzähler) kaufen,der war ausverkauft innerhalb 2 Wochen und ging zu horrenden Preisen weg.Dito Jodtabletten.Und der Schweinegrippe-Impfstoff ? dito.Und jetzt ? der Gamma Scout ist viel billiger geworden, keiner kauft diesen momentan. Trotzdem ist Fukushima und Co noch vorhanden und die Gefahr existent. So ist eben der Mensch,kaum an der Unfallstelle vorbei, wird wieder gerast.
    Gold ist solange keine Blase wie die Gefahr existent ist. Auch wenn sie momentan für viele weniger sichtbar erscheint ,bleibt sie doch bestehen.Nichts hat sich geändert an der Krise,aber auch gar nichts.Weder in Fukushima noch an den Finanzmärkten und Schuldenstaaten.

  2. Hallo Anaconda,
    ich muß widersprechen!
    Es ist Einiges schlimmer geworden – leider verstehen viele Leute nicht, daß der
    Umkehrpunkt zur Reparatur des weltweiten Finanzsystems bereits hinter uns liegt.
    Jetzt geht alles seinen Lauf.
    Schaffung von Geld (in Papierform) aus dem Nichts und dessen Verleihung gegen Zins und Zinseszins schei.. immer auf den gleichen Haufen. Die Masse verarmt und zerstört somit das System, das auf Wachstum und Konsum aufgebaut ist.
    Deshalb gabs heute wieder ne halbe Billion für die Banken zu 1%. …und der „Crack up Boom “ hat auch bereits begonnen.
    Gold ist und bleibt die ultimative Währung zum Werterhalt.

    • @Kasimir
      Die EZB ist von allen Guten Geistern verlassen. Nach Vorbild der FED und Ben Shalom Bernanke (Helikopter Ben) wollen sie mit allen Mitteln eine (Hyper) Inflation durch Geld drucken erzeugen. Klar, Draghi kommt ja auch von Goldman-Sachs. Doch das kann nicht funktionieren, da das viele Geld auf ein massives Warenangebot stößt und nicht in Umlauf kommt.
      Bernanke wollte das Geld mit dem Helikopter abwerfen lassen (Daher der Spitzname). Doch was würde passieren ? Die Leute würden es aufsammeln und zu Hause horten. Niemand würde damit einkaufen gehen, alle würden warten bis die Preise fallen und sparen. Deshalb kommt vor einer Inflation immer eine Rezession und Depression mit einer Deflation .Erst wenn die Firmen pleite gehen, nichts mehr produziert wird und dann massiv Geld gedruckt wird, erst dann kommt es zu einer Hyperinflation (Simbawe). Mit Gelddrucken erzeugt man nur ein Strohfeuer, niemals eine echte Inflation. Das geht nur wenn man das Warenangebot verknappt. Möglich wäre das mittels einer Rezession oder viel einfacher durch einen Krieg mit Bomben. Da sind dann die Leute wenigstens abgelenkt.Und genau das ist die Gefahr ! England und USA machen es gerade vor.
      Und eines muss man auch fairerweise sagen: Gold ist per se immer deflationär, weil es niemand gerne ausgibt. Es ist eine ehernes Börsengesetz, dass das minderwertige Geld (Papier-Geld) immer das höherwertige (Gold-Geld) verdrängt. Heißt:
      Erst gibt man das Papiergeld aus und zuletzt erst das Gold-Geld, weil niemand auf minderem Papiergeld sitzen bleiben will.Gold-Geld wird bis zuletzt gehortet.

  3. Hi Anaconda,
    ich sehe in D eher 5 Bio. Ersparnisse der Oberklasse auf ein relativ geringes Warensortiment zurauschen. Die Daimlers, BMWs und Audis und Immos in Toplagen gehen doch weg wie „warmeSemmeln“. Preise dieser Güter steigen und gleichzeitig werden die Armen ärmer. Die Oberklasse spart nicht mehr und die Waren sind begrenzt und werden nur noch vorsichtig – ohne weitere große Invests der Unternehmer – produziert. Wenn die Ersparnisse aufgebraucht sind, weiß ich auch nicht, was passieren wird. Vielleicht kriegen wir /haben wir eine Stagflation?: In manchen Bereichen (Energie/Transport/Nahrungsmittel) steigen die Kosten, Löhne, vergleichbare Dienstleistungen, Einzelhandelspreise,bleiben wo sie sind , oder fallen sogar in Teilbereichen.

    • Hallo Kasimir
      Sicher ist das so, ohne Frage. Das ist eben die Folge des Zinsgeldes und der damit verbundenen Verschuldung. Doch irgendwann ist der Schuldner pleite und kann die oberen Zehntausend nicht mehr bedienen. Ein immer erwähntes Beispiel: Hast Du 50.000 Schulden bei der Bank, dann hast Du ein Problem.Hast Du aber 50 Millionen Schulden, dann hat die Bank ein Problem.
      Typisches Beispiel ist Griechenland. Die EU Banken haben jetzt das Problem.
      Mit Gold (Währung) wäre die Umverteilung aber noch schlimmer. Das wenige verfügbare Gold würde sich bald bei einigen wenigen superrreichen Gold-Besitzern anhäufen und der Rest hätte nichts.Das soll aber nicht heißen, dass ich gegen Gold wäre, ganz im Gegenteil ich horte es ausgiebig.
      Nur es ist für den Warentausch eben nicht ideal,nicht für die armen, Nicht-Goldbesitzer.Gold soll eine andere Funkion haben.Geld zum Warentausch und Gold zur Vermögenssicherung.Und beides muss eben Intelligent und klug gehandhabt werden. Leider haben wir eben nicht solche Regierungsvertreter.Doch haben wir sie gewählt, so oder so.
      Eine Stagflation wäre das schlimmste Szenario, es würde zur breiteflächigen Verarmung der Bevölkerung führen.
      Ideal eine mäßige Inflation, sagte schon Andre Kostolany:Zitat: „Am liebsten habe ich ein mäßige Inflation und gute Zinsen.Dann brummt die Wirtschaft und alle haben Arbeit.“ Und Gold schützt vor dieser Inflation als Werterhalt-Mittel.

      • „Leider haben wir eben nicht solche Regierungsvertreter. Doch haben wir sie gewählt, so oder so.“ Anaconda, ich habe den Wulff nicht gewählt. Oder hast Du etwa? Vorgestern meinte einer zu mir, der Sinn der letzten Volkszählung sei die genaue Erfassung von Immobilienbesitz gewesen, alles auf den Quadratmeter genau, und die „Auserwählten“ hatten auch kein Recht, sich gegen diese Erfassung zu wehren; Zensus-Verweigerern wurden sogar Strafen angedroht. Auf jeden Immobilienbesitz wird, wenn der Staat erst einmal pleite ist, eine Zwangshypothek eingetragen, so nach dem GEZ-Motto: „Vielen Dank für Ihre Gebühren!“ Ich überlege mir schon mal eine Ausrede, was ich den Kontrollettis erzählen werde, die meine Münzen einsammeln gekommen sind, weil GAVIA, Emporium, MDM & Co. die Kundenlisten herausrücken mußten.

        • @0177translator
          Nein, habe ich nicht.Ich darf als Einwohner mit schweizer Dialekt hier nicht wählen. (Jeder Rumäne oder Bulgare darf). Doch egal, auch nicht wählen ist wählen. Ich bin allerdings wie Du der selben Meinung, dass eine Vermögens-oder Besitzabgabe kommen wird. Zwangshypothek ist ein hässliches Wort, also wird man es anders nennen und verkaufen. Wie wäre es mit Besserverdiener-Anleihe ? Breite Schultern sollen mehr tragen oder so einen ähnlichen Schwachsinn.
          Was die Münzen betrifft, kann man jetzt schon vorsorgen. Ein Bekannter von mir hat leider die Tasche mit den Münzen am Bahnhof stehen gelassen und dann eine Verlustanzeige aufgegeben. So jedenfalls hat er es mir erzählt und er klang überaus erleichtert, dass er das böse Kapital jetzt offiziell los geworden wäre zugunsten eines sicherlich armen Finders. Die Verlustbescheinigung hängt nun in seinem Wohnzimmer eingerahmt, solange es die Frau mitmacht.Seis drum.
          Gegen die GEZ Abgabe würde nur auswandern oder sich offiziell Abmelden helfen.Was, wenn man im Wohnwagen lebt ? Es gibt tolle Dinger davon mit allem Schnick-Schnack und das Ding ist über Nacht
          irgendwohin gefahren.Polen oder Tschechien wer weiß das schon.

  4. @Kasimir: sehr schön erklärt, sehe es auch so! Irgendwann holt uns die Realität ein, es kommt zur Ent-zerrung. Dann werden wir sehen, welche Dinge/ Dienstleistungen tatsächlich knapp sind und welche im Überfluss. Es wird vermutlich das große Staunen beginnen, sofern heute selbverständliche Dinge nichtmehr im Überfluss vorhanden sind.

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