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Der Goldpreis in geopolitischen Krisen

Von geopolitischen Spannungen getriebene Gold-Rallys haben meist kurze Beine (Foto:Argus - Fotolia.com)

Regierungsumsturz in Tunesien, Revolution in Ägypten, Angst vor einem Flächenbrand in Nordafrika. Gerne wird in diesen Tagen der Einfluss geopolitischer Spannungen auf den Goldpreis hervorgehoben. Dabei weisen Beispiele der vergangenen Jahrzehnte nur auf eine schwache Korrelation hin.

Vor nicht allzu langer Zeit rechneten viele Beobachter mit einer baldigen Verschärfung des Iran-Konflikts. Nun sind die Augen plötzlich auf Nordafrika gerichtet. Aufstände, Revolutionen und mögliche politische Umwälzungen fördern in der Regel auch die Unsicherheit an den Finanzmärkten. Der Goldpreis ist häufig Ausdruck vorsichtigeren Anlegerverhaltens. Schnell wird deshalb von Analysten auf steigende Edelmetall-Preise geschlossen, wenn sich geopolitische Spannungen ergeben. Aber ist das berechtigt?

Goldreporter hat diesen möglichen Zusammenhang anhand der letzten militärischen Konflikte im persischen Golf untersucht. Die Auswirkungen auf den Goldpreis waren relativ begrenzt. Das Überraschungsmoment als Grad der potenziellen Verunsicherung der Finanzmärkte spielt aber ganz offensichtlich eine signifikante Rolle.

  • Anfang August 1990, als der Irak nach Kuwait einmarschierte und US-Präsident Bush die Operation „Desert Shield“ begann, zog der Goldpreis innerhalb von 14 Tagen um 10 Prozent an. In den folgenden Wochen pendelte sich der Kurs jedoch wieder auf das Ausgangsniveau um 370 Dollar ein.
  • Am Tag des Beginns von Operation „Desert Storm“, am 17. Januar 1991, als die USA und deren Verbündete den Irak einem massiven Luftkrieg aussetzten, brach der Goldpreis sogar um 5 Prozent ein. In den Wochen zuvor waren keine bedeutenden Goldpreisausschläge zu erkennen.
  • Die Militär-Aktion „Iraqi Freedom“ begann am 20. März 2003. In diesem Umfeld kam es zu keiner signifikanten Veränderung des Goldpreises.

Einschätzung: Eine überraschende Zuspitzung der aktuellen Krise zu einem Flächenbrand in Nordafrika – und möglicherweise in Nahost – könnte zu weiterer Verunsicherung an den Finanzmärkten beitragen. Der Effekt auf den Goldpreis im direkten Zusammenhang mit diesen Entwicklungen bleibt aber vermutlich begrenzt. Möglicherweise auch vor dem Hintergrund gezielter Marktinterventionen seitens Politik und Notenbanken im Umfeld geopolitischer Krisen. Die andauernde Schuldenkrise und ihre vermeintliche Bekämpfung (andauernde Geldmengenexpansion) werden weiterhin die nachhaltigste Wirkung auf den Goldpreis ausüben.

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Eingetragen von am 1. Feb. 2011. gespeichert unter Afrika, Gold, Goldpreis, Hintergrund, News, Politik. Sie können alle Antworten auf diesen Eintrag verfolgen über RSS 2.0. Kommentar- und Ping-Funktion derzeit deaktiviert

1 Kommentar für “Der Goldpreis in geopolitischen Krisen”

  1. Tommy Rasmussen

    „Die andauernde Schuldenkrise“ bald vorbei? :

    Wenn USA Syrien angreifen sollte – („nur“ 2 Tage, wie jetzt in TV propagiert wird), werden danach sogenannte islamische Hacker (aus Iran?) die Schuld bekommen aus Rache das amerikanische Finanzsystem (Freitag Abend 30. August oder 6.Sept.?) lahmzulegen. Deutschland, Frankreich und England werden dann später durch die UN eine neue internationale Währung einrichten. Das sind gut belegte Gerüchte, die jetzt unter Internet- „Bloggern“ herumschwirren, und man kann daran glauben oder eben nicht.

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