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Der hohe Goldpreis hat fundamentale Gründe

Der starke Kursanstieg in den vergangenen Wochen heizt in der Finanzpresse Diskussionen über die Berechtigung des aktuellen Goldpreis-Niveaus an. Ein amerikanischer Fonds-Manager aus dem Hause BlackRock stellt den Goldkurs in einen realistischen Zusammenhang. Wie ist der Goldpreis zu bewerten, wenn man nur den Rohstoff-Aspekt betrachtet?

Auf dem freien Markt bildet sich der Preis durch das Verhältnis von Angebot und Nachfrage. Und die Nachfrage nach Edelmetall ist derzeit hoch. Gründe für den gestiegenen Bedarf gibt es viele. Schwache Papierwährungen, hohe Inflationsgefahr, Systemrisiken, Spekulation …

In der aktuellen Goldpreisdiskussion spielen grundlegende fundamentale Argumente dagegen kaum eine Rolle. Sehen wir wirklich schon reine Spekulationskurse? Ist der Goldpreis im Rahmen einer Angebots- und Nachfrage-Betrachtung bereits überbewertet?

Betrachten wir einmal Gold als Rohstoff, nicht als Währung. Der amerikanische Fondsmanager Evy Hambro des Investmenthauses BlackRock Inc. sieht in den Gewinnmargen der Goldproduzenten einen wichtigen Indikator für die Bewertung von Rohstoffpreisen.

Wie er gegenüber dem Nachrichtensender Bloomberg erklärt, sind mit dem Goldpreis in den vergangenen Jahren auch die Kosten der Goldgewinnung gestiegen. Die Goldmenge, die Bergbaufirmen Jahr für Jahr zu Tage fördern, ist seiner Ansicht nach weiter der entscheidende Faktor in Sachen Goldangebot.

„Bei einem Goldpreis-Niveau von 1.300 Dollar befinden wir uns auf einem gesunden Level für etablierte Goldproduzenten, damit diese ausreichend hohe Gewinne erzielen. Die Rendite, die man auf diesem Preisniveau mit neuen Minen heute erzielen kann, bleiben jedoch verhältnismäßig gering“, so Evy.

Seine Erkenntnis: Damit man mit einer neuen Goldmine Gewinne macht, ist ein Goldpreis von 900 Dollar erforderlich. „Mit der aktuellen Kosteninflation in der Bergbauindustrie steigt dieser Preis wahrscheinlich weiter an. Ich denke, das ist ein guter Referenzwert, um zu beurteilen, ob der Goldpreis bereits zu stark angestiegen ist. Und mit einem Preis von 1.300 Dollar pro Unzen sind die Nachsteuer-Gewinne beim Betrieb einer neuen Goldmine nicht gerade außerordentlich hoch“, erklärt Evy.

Er weist außerdem darauf hin, dass das Goldangebot aus der weltweiten Minenproduktion im Jahr 2001 seinen Höhepunkt erreichte. Auf dieses Niveau sei man bis heute nicht mehr gelangt, obwohl der Goldpreis im gleichen Zeitraum von 250 Dollar auf 1.300 Dollar pro Unze gestiegen sei.

Evy: „Der Preissprung hat die Goldförderung seither nicht beflügelt. Stattdessen sind Die Kosten der Exploration enorm gestiegen und neue, ertragreiche Lagerstätten wurden kaum entdeckt“.

Die Notenbanken fielen zusätzlich als bedeutende Angebotsquelle aus, da sie sich in den vergangenen Jahren von Nettoverkäufern zu Nettokäufer entwickelt haben. Gold-ETFs hätten den Markt zusätzlich für Goldinvestoren geöffnet.

Fazit: Die aktuelle Goldrally zeigt noch keine Anzeichen einer Spekulationsblase, sondern sie ist weiterhin fundamental begründet.


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Eingetragen von am 7. Okt. 2010. gespeichert unter Gold, Hintergrund, News. Sie können alle Antworten auf diesen Eintrag verfolgen über RSS 2.0. Kommentar- und Ping-Funktion derzeit deaktiviert

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