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Euro-Krise: Die Geldwirtschaft im eigenen Überlebenskampf

EZB-Gebäude in Frankfurt/M: Mit jedem neuen Euro-Land gewinnt die Europäische Zentralbank an Einfluss und Geldschöpfungs-Potenzial. Das Ganze gilt natürlich auch umgekehrt!

Den Zentralbanken wurde die Aufgabe der Geldschöpfung übertragen. Sie hat sich dafür zur Erhaltung der Geldwertstabilität verpflichtet. Sie tut beides im eigenen Interesse. Denn vom Vertrauen der Menschen in die Zentralbanken lebt die gesamte Finanzindustrie.

In den vergangenen Wochen wurde viel über die Unabhängigkeit der Europäischen Zentralbank diskutiert. Einige behaupten, die EZB diene den Staaten und übernehme mit ihrer Geldpolitik die Rolle als Krisenbewältiger, die eigentlich den Regierungen zukäme.

Nicht wenige sehen das als Notwendigkeit. Die Staaten sind pleite, also muss uns die Zentralbank aus der Krise führen.

Richtig ist: Die EZB ist nicht unabhängig. Sie dient aber nicht etwa den Staaten, sondern der Geldwirtschaft und zuletzt vor allem sich selbst.

Mit dem Aufkauf von Staatsanleihen aus Griechenland, Portugal und zuletzt Italien und Spanien stabilisiert die EZB vor allem das Banken-System. Ihr bleibt keine andere Wahl. Alleine ein Zahlungsausfall Griechenlands wurde die Bilanzen der europäischen Geschäftsbanken und damit auch die der EZB massiv belasten. Denn sie hat „Junk“-Papiere als „Pfand“ für frisches Notenbank-Geld akzeptiert und sitzt selbst auf einem dreistelligen Milliarden-Posten an fragwürdigen europäischen Schuldscheinen.

Doch genau wie der (Netto-)Zentralbank-Gewinn an den Finanzminister überwiesen wird, haftet am Ende der Steuerzahler für Verluste die dem Institut entstehen. Zunächst müssen die nationalen Notenbanken Kapital bei der EZB aufstocken. Diese wiederum werden in letzter Konsequenz über den Bundeshaushalt refinanziert.

Am meisten befürchtet die EZB somit den eigenen Image- und Vertrauensverlust. Denn auf der Existenz und Akzeptanz der Notenbanken – durch Politik und Wahlvolk – basiert das gesamte Geschäftsmodell der Finanzindustrie. Die Banken besitzen das Monopol zur Geldschöpfung. Damit verfügt man über mehr Macht, als jede Regierung der Welt.

Die Zentralbanken erhalten Macht und Unabhängig von den Staaten nur solange ihre Politik in der Öffentlichkeit unantastbar bleibt. Die Euro-Krise ist somit auch eine Krise der Geldwirtschaft, in der es um sehr viel mehr geht, als um die Pleite einzelner  Staaten. Es geht um die Existenzgrundlage der Hochfinanz. Und die wird man versuchen, mit allen Mitteln zu verteidigen.

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Eingetragen von am 12. Sep. 2011. gespeichert unter Banken, Euro, Europa, EZB, Marktkommentare, News, Währung. Sie können alle Antworten auf diesen Eintrag verfolgen über RSS 2.0. Kommentar- und Ping-Funktion derzeit deaktiviert

5 Kommentare für “Euro-Krise: Die Geldwirtschaft im eigenen Überlebenskampf”

  1. Die Amtsträger im Parlament und die Leute der Zentralbanken spielen mit unserem Geld ! Man kann doch keinen Behälter füllen der keinen Boden hat.
    Das müsste selbst dem Dümmsten klar sein. Aber diese Erkenntnis ist in den Köfen der Intellektuellen Geisterfahrern noch nicht angekommen. Krank!
    Wahnsinnige zu sagen , ist noch geschmeichelt.
    Die Typen gehören in die Klapse aber nicht in solche Positionen.
    Hilflose in altem Denken gefangene Incompetenz.
    Diese Amtspenner Lösen absolut keine Probleme , diese Typen sind das Problem.

  2. Und da denken die Wähler immer, dass man Glaubensgemeinschaften bei den Kirchen und Religionen findet. Falsch! Die größte Glaubensgemeinschaft ist die, welche den Glauben hat, dass hinter den kleinen bedruckten Papierscheinen eine Macht dahintersteht, die es gut mit Ihnen meint. Seit der Abkoppelung der Währungen vom Goldstandard ist das eine fatale Falscheinschätzung der Situation. Die EZB, die Hüterin und Bewahrerin des Geldes ist unabhängig? Na klar, genauso, wie die Erde ein Scheibe ist und unser Bundesverfassungs-gericht unabhängig ist. Genau wie das Märchen von der Demokratie, wo alle Macht vom Volke ausgeht und die Politiker lediglich das Volk, die Wähler vertreten. Ich finde, das alles passt gut zusammen und ist ein tolles System. Zumindest solange, bis es kollabiert. Systemabstürze soll es ja bekanntlich geben. Nur schade, dass wir das jetzt persönlich miterleben müssen.

  3. „Die Banken besitzen das Monopol zur Geldschöpfung. Damit verfügt man über mehr Macht, als jede Regierung der Welt.“…..
    das ist so nicht ganz korrekt. Das meiste „Geld“ wir durch Kredit durch die Geschäftsbanken geschöpft, auf die Zentralbank entfällt hierbei der weitaus gerungere Teil. Jedoch: egal ob „staatliche“ Zentralbank oder private Geschäftsbank, über diverse Ecke wird das Geldsystem von den gleichen Menschen kontrolliert, Hochfinanz, (Zentral)Bankster und Politschauspieler ziehen an der gleichen Leine!

  4. Vielleicht sollte man es statt mit „ESMs“, „Euro-Bonds“ und immer neuen Billiarden an „Enter“-Tasten Computerspielgeld (jeder Tastenklick generiert weitere Zinsen und damit noch mehr Computerspielgeld) im Hinblick auf die „Handelnden“ zwecks Therapierung deren zweifellos pathologischer Persönlichkeitsstörung einmal mit der Gummizelle und den roten, grünen, schwarzen und blauen Pillen versuchen.

    Schließlich sperrt man ein Kleinkind ja auch nicht im Bonbonladen ein.

    Man muß die Bankster und Polit-Psychopathen ja nicht gleich arretieren und hängen lassen – was gewiß allerdings Friedrich der Große von Preußen mit solchen „Finanzberatern“ oder „Bankiers“ (damals Gesindel) getan hätte.

  5. Rettungsschirm bloß nur Sterbeverlängerung?

    Laufend wird versucht mit immer neuen Schulden nur mehr die
    Zinseszinsen der alten Schulden zu bezahlen. Das ist bloß
    Sterbeverlängerung, und keine Hilfe. Weder für die insolventen Staaten noch für den Euro. Alles läuft nach meiner Meinung unter dem Motto: Nur die involvierten
    Banken zu retten, egal wer draufzahlt.
    Abschließend könnte man sagen: Es macht absolut keinen Sinn einer Leiche Blut zu spenden!!!
    LG
    Leo
    dem Motto

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