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Euro vs. US-Dollar: Showdown auf dem Devisenmarkt

Deutschland meldet Exporterfolge und schiebt die Euro-Zone an. Die US-Wirtschaft kommt dagegen nicht auf die Beine. In China steht der Boom auf wackligen Füßen. Wovor muss man sich als Anleger nun eigentlich mehr fürchten: Vor dem Auslaufen oder der Neuauflage der teuren Konjunkturprogramme? Gedanken zu Dollar, Euro, Aktien und Edelmetallen.

Brennpunkt Immobilienmarkt
Seit vielen Wochen erreichen uns schlechte Konjunkturdaten aus Übersee. Der US-Häusermarkt erholt sich nicht. Die Preise sinken weiter. Die Verkäufe bestehender und neuer Eigenheime kommen nicht in Gang. Die Zahl der Zwangsversteigerungen steigt. Im zweiten Quartal 2010 standen in den Vereinigten Staaten etwa 18,9 Millionen Häuser leer. Der amerikanische Immobilienfinanzierer Fannie Mae benötigt noch einmal 1,5 Milliarden an Hilfsgeldern, um zu überleben. Dabei hat man bereits mehr als 86 Milliarden Dollar Steuerzahler in das marode Finanzunternehmen gesteckt.

Warum ist der US-Immobilienmarkt so wichtig?

1) Kreditvergabe
Hauskäufer nehmen Kredite auf. Hohe Kreditvergabe ist erforderlich, damit das Schuldgeldsystem nicht kollabiert. Denn neues Geld kommt nur in Umlauf, wenn neue Schulden fabriziert werden. Der Großteil der Kredite wird über Hypotheken generiert. Ohne intakten Immobilienmarkt, keine intakte Wirtschaft.

2) Konsum
Überschuldung im Privatsektor, Zwangsversteigerungen von Wohnimmobilien, Privatinsolvenzen: Millionen von Amerikanern wurden von der lockeren Wohnungsbaupolitik („Jedem Amerikaner sein Haus“) und durch die folgende Subprime-Krise in die Armut gerissen. All das schlägt in den USA auf den Konsum. Wer nichts hat, kann nichts ausgeben. Der Anteil des Konsums am Bruttoinlandsprodukt beträgt in den USA aber rund 70%!!

Erkenntnis: Ohne eine Besserung der Lage auf dem Häusermarkt kommt die US-Wirtschaft nicht auf die Beine. Und da sieht es in jeder Hinsicht weiter düster aus. Dass in den Vereinigten Staaten seit Beginn der Krise 8 Millionen Arbeitsplätze vernichtet wurden, trägt zudem ganz entscheidend zur anhaltenden Misere bei.

US-Ausgabenpolitik
Die Federal Reserve hat sich am vergangenen Dienstag überraschend negativ über die weiteren Aussichten der US-Konjunktur geäußert. Die Fed signalisierte, man werde die Märkte deshalb weiter mit billigem Geld fluten.

Die USA denkt man nicht daran, zu sparen. Die Politik setzt weiter auf ihre Ausgabenpolitik („Deficit Spending“). Viele rechnen bereits mit einem weiteren Konjunkturprogramm. Denn Präsident Obama hat bislang nichts Wesentliches erreicht. An Wirtschaftswachstum und Arbeitslosenquoten wird aber auch die Qualität seiner Politik gemessen. Und die nächsten Wahlen (2012) kommen schneller, als ihm vielleicht lieb ist. In der Obama-Administration herrscht somit weiter konjunkturfördernder Handlungsbedarf.

EU-Sparprogramm
Die Euro-Länder haben sich dagegen harte Sparpakete auferlegt. Abbau des Staatsdefizits hat auf einmal Priorität. Die möglichen Folgen: Der zart keimende Aufschwung (gestützt durch teure Konjunkturprogramme) könnte vehement ausgebremst werden. Achtung, erneute Rezessionsgefahr. Mehrfach haben amerikanische Ökonomen, Banker und Politiker deshalb ihre europäischen Kollegen gewarnt, die Ausgaben zu sehr zurückzufahren. Und nicht nur in den USA wird das Geldsystem durch Kredite am Leben erhalten. Schulden ist der Treibstoff der Finanzmärkte in allen Teilen der Welt.

Folgen für Dollar, Euro, Edelmetalle, Aktien
Crash-Gefahr. Die Börsen befinden sich am Scheideweg. Die zuletzt fast euphorische Stimmung an den deutschen Märkten, könnte sich im Nachhinein als letztes Hochgefühl vor einer kräftigen Abwärtsbewegung herausstellen. Der Mini-Aufschwung scheint in den deutschen Aktienkursen bereits eingepreist. Aus China kommen erneut Signale, die auf eine Überhitzung der Wirtschaft hinweisen. Und die deutsche Produktivkraft ist abhängig von der Auslandsnachfrage.

Der US-Dollar profitiert derzeit wieder stärker als der Euro. Dessen Zwischenrally könnte nun endgültig gestoppt sein. Erneute, konzertierte Finanzwetten gegen die Europäische Gemeinschaftswährung sind vor dem Hintergrund der wachstumshemmenden Euro-Sparpolitik durchaus denkbar.

US-Staatsanleihen werden weiter durch die Fed subventioniert und die Preise damit für Geldanleger (relativ) attraktiv gehalten. Europa spart sich dagegen „zu Tode“. Wahrscheinliches Szenario: Der Euro wird mit den Aktienkursen nach unten gezogen, der Dollar als der (relativ) sichere Hafen angesehen.

Gold profitiert so oder so.

1) Der letzte große Kursanstieg bei Gold und Silber erfolgte im Umfeld der Griechenlandkrise. Die Europäer sind zum Schuldenabbau verdammt. Eine erneute Rezession belastet aber die privaten und öffentlichen Haushalte aufs Neue. Neue Rettungspakete für Banken und Länder? Eine Neuauflage der Schuldenkrise? Scheinbar nur eine Frage der Zeit!

2) In den USA lässt die Fed den Geldhahn dagegen weit geöffnet. Die langfristigen Inflationsgefahren steigen damit jeden Tag.

Es hat sich nichts geändert
Die Staaten haben ungeheurer Schuldenberge aufgebaut, die auf normalem politischem Weg nicht mehr abzutragen sind. Derzeit bemüht man sich lediglich, die Schulden nicht noch weiter zu vermehren. Gänzlich verschwinden werden sie nur durch (Hyper-)Inflation und/oder Währungsschnitt. Dies können die Politiker entweder aktiv einleiten oder sie warten bis zum Staatsbankrott.

Fazit
Die private Vermögenssicherung mit Edelmetall ist wichtiger denn je. Sichern Sie sich gerade in scheinbar ruhigeren Zeiten regelmäßig mit Gold und Silber ab. Denn am Ende mit der Masse in Panik zu investieren, ist nie eine gute Idee.


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Eingetragen von am 16. Aug. 2010. gespeichert unter Europa, Hintergrund, Marktkommentare, USA. Sie können alle Antworten auf diesen Eintrag verfolgen über RSS 2.0. Kommentar- und Ping-Funktion derzeit deaktiviert

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