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EZB mit zweifelhaften Informationen zur Kreditvergabe

EZB-Zentrale in Frankfurt

(Noch-)EZB-Zentrale in Frankfurt: Man wünscht sich eine steigende Kreditvergabe.

Angeblich ist die Kreditvergabe im Euroraum im zweiten Quartal gestiegen. Die EZB beruft sich auf Umfragedaten. Die harten Fakten sagen aber etwas ganz anderes.

Die Europäische Zentralbank teilte am heutigen Mittwoch mit, dass europäische Geschäftsbanken im zweiten Quartal mehr Kredite vergeben hätten. Insbesondere Konsum- und Hypothekenkredite seien stärker gefragt gewesen. Die EZB stützt sich dabei auf eine Umfrage unter 137 Instituten. Für das dritte Quartal rechne man mit einem weiteren Anziehen der Kreditvergabe, heißt es (mehr). Die Aussagen stehen allerdings in Konflikt mit den Daten, die die EZB am vergangenen Freitag veröffentlicht hat.

Im Bericht über die monetäre Entwicklung im Euroraum werden für die Monate April bis Juni jeweils fallende Werte zur Kreditvergabe an den privaten Sektor gemeldet. Im Durchschnitt des ersten Quartals war die Kreditvergabe demnach um 1,8 Prozent rückläufig.

Finanzmedien berichten nun praktisch ausschließlich über die angeblich steigende Kreditvergabe. B5 aktuell bringt die EZB-Aussage in direkten Zusammenhang mit den Strafzinsen auf kurzfristige Bareinlagen bei der EZB, die seit 11. Juni wirksam sind (-0,1 %) und wertet diese EZB-Maßnahme nun entsprechend als erfolgreich. Die aktuellen EZB-Daten zur Liquiditätslage der Euro-Banken zeigen aber folgendes.

EZB Liqui

Entwicklung der kurzfristigen Bareinlagen der europäischen Geschäftsbanken bei der EZB vom 01.01.14 bis 29.07.14 (Quelle: EZB / Goldreporter EXKLUSIV)

 

Die kurzfristigen Einlagen der europäischen Geschäftsbanken bei der Europäischen Zentralbank sind seit der Einführung des Negativzinses am 11. Juni (graue Linie in der Grafik oben) kaum gefallen, sie sind in den vergangenen Wochen sogar zeitweise deutlich gestiegen. Die Geldhäuser hatten am gestrigen Dienstag immer noch 215 Mrd. Euro auf den EZB-Konten geparkt. Im Rahmen von Goldreporter EXKLUSIV berichten wir regelmäßig über diese EZB-Liquiditätsdaten.

Zur Erklärung: Die EZB veröffentlicht (handels-)täglich Zahlen zur Bankenliquidität. Darin enthalten sind auch Beträge, die von Geschäftsbanken auf EZB-Konten geparkt sind. Es gibt zwei wesentliche Komponenten dieser EZB-Einlagen: Die Einlagenfazilität (Übernachtkonten) und die normalen Kontokorrentkonten der Geschäftsbanken bei der EZB („Current Account“). Beide werden seit 11. Juni 2014 negativ verzinst (-0,1 %). In der Grafik oben haben wir die Wertentwicklung der beiden Konten und die kumulierten Zahlen abgebildet. Hohe Einlagen sind tendenziell ein Zeichen von Unsicherheit im Bankensektor, da die Gelder eben nicht höherverzinslich angelegt werden.

Unsere Schlussfolgerung lautet somit: Der Negativzins hat die Kreditvergabepolitik der Geschäftsbanken nicht entscheidend verändert. In den vergangenen Monaten sind im Vergleich zum Vorjahr offensichtlich auch nicht mehr Kredite vergeben worden.

Die Tatsache, dass man bereit ist, mehr Kredite zu vergeben, bedeutet schließlich nicht, dass die Kredite auch nachgefragt werden. Ein altes Sprichwort lautet: Man kann die Pferde zur Tränke führen, saufen müssen sie schon selbst.

Fazit: Die Meldung über die steigende Kreditvergabe im Euroraum erscheint in diesem Zusammenhang eher wie eine Wunschvorstellung. Die realen Zahlen sprechen weiterhin eine andere Sprache. Und die Mainstreammedien verkünden – unwissend oder linientreu – lieber die frohe Botschaft.

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Eingetragen von am 30. Jul. 2014. gespeichert unter Banken, Euro, Europa, EZB, Marktdaten, News, Politik. Sie können alle Antworten auf diesen Eintrag verfolgen über RSS 2.0. Kommentar- und Ping-Funktion derzeit deaktiviert

4 Kommentare für “EZB mit zweifelhaften Informationen zur Kreditvergabe”

  1. Silber 5000$ / Unze !

    Silberknappheit aktuell !
    The Coming Silver Shortage- “All Hell Will Break Loose”
    In this MUST WATCH video below, Crush The Street explains why a severe physical silver shortage is brewing, as the 2013 physical demand/production shortfall was an astonishing 262 million ounces.
    With solar panel demand estimated at 100 million ounces a year by 2015, silver recycling plunging 24%, ore grades down 95%, and production falling off a cliff at nearly every primary silver producer in 2013, the stage is set for a dramatic and brutal physical shortage of silver.
    When the coming silver shortage finally arrives, the shorts will be squeezed so severely that all hell will break loose in both the paper and the physical markets.
    http://www.youtube.com/watch?v=usJtxYKk59U
    http://www.youtube.com/watch?v=-IiarVvZguY

    0
  2. Über eine Silberknappheit wird schon seit mindestens 8 Jahren gesprochen. Auch wurde schon vor etlichen Jahren eine Übersicht erstellt, wann welche Resource ausgeht. Da stand Silber ganz oben auf der Liste mit 10 Jahren. Aber irgendwie tut sich nichts. Wenn es so knapp wäre, würde niemand etwas anbieten. Außerdem würde man Artikel lesen, dass die Mints keine Ronden mehr produzieren können. Von daher sind solche Meldungen mit Vorsicht zu genießen. Wenn es Indien schafft, aus dem Stehgreif tausende Tonnen Silber aufzukaufen, weil Gold zu hoch besteuert wird, dann ist noch einiges da, bzw es wird noch genügend produziert. Wenn ich zu den Händlern schaue, dann gibt es auch noch alle Produkte. Erst wenn Silber wieder 30-40$ erreicht, wird der Run einsetzen und jeder will es wieder haben. Dann erst wird die Knappheit einsetzen.

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    • @W
      es musss wie immer erst in Hirne der Leute rein.Per Bildzeitung am besten.
      Meist haben die Investoren aber schon längst zugeschlagen.Wenn sich was tut,dann plötzlich und unerwartet, wie immer.Hätte man doch bloß Silber gekauft, könnte das Schlagwort dann lauten.

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  3. Nun, sagen wir mal, @w hatrecht, dann bedeutet es doch zwangsläufig, das Silber zum einen noch genug vorhanden ist und zweitens das es nicht genug Menschen haben möchten.

    Das bedeutet im Umkehrschluß antizyklisches Kaufen. Und genau das ist in meinen Augen sinnvoll. Darüber hinaus sinnvolles kaufen ( da Industriemetall ). Wenn man dazu die Geschichte mit Argentinien nun ansieht, und dieses mit der Situation in Europa vergleicht ( die sich im Thema Schulden und Zahlungsfähigkeit nicht alzu weit entfernen ) dann bin ich sicher, mit Silber ( und Gold ) auf der richtigen Seite zu stehen. Habe heute wieder ,, erbarmungslos“ zugeschlagen…diesmal Schwerpunkt Silber( Maple ) !

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  • Frznj: Kurzfristig wird von claus vogt vor einer korrektur gewarnt, speziell beim Silber. Schätze seine Kommentare...
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  • KuntaKinte: https://www.welt.de/regionales /hamburg/article163143081/Angr eifer-schlaegt-Radfahrer-auf-d en-Kopf.html...
  • KuntaKinte: aus: http://siggi40.de/geld/
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