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Fed-Protokoll: Viel Wirbel um nichts?

Der Offenmarktausschuss der Fed hat zwölf stimmberechtigte Mitglieder. Nur eine Person opponierte zuletzt gegen die Beschlüsse.

Das am gestrigen Abend veröffentlichte Fed-Protokoll enthält gegenüber vorangegangenen Veröffentlichungen nichts Neues. Dennoch wird das Dokument als Argument für sinkende Edelmetallpreise und Aktienkurse vorgebracht.

Am Mittwochabend veröffentlichte die US-Notenbank ihr Protokoll der Fed-Sitzung vom 30. Januar 2013. Der Inhalt wurde von US-Marktkommentatoren mitverantwortlich für den gestrigen Rückgang der Edelmetallpreise und Aktienkurse gemacht. Dabei sanken die Kurse für Gold und Silber allerdings schon im Vorfeld der Veröffentlichung.

Gold verlor im Kassahandel bereits im Laufe des Tages rund 1,7 Prozent – ausgehend vom Höchstkurs bei 1.607 Dollar – auf Kurse um 1.580 Dollar. Silber büßte im gleichen Zeitraum 1 US-Dollar oder 3 Prozent ein. Nach 20 Uhr (Zeitpunkt der Veröffentlichung der „Fed Minutes“) gingen Gold- und Silberpreis noch einmal um etwa 1 Prozent zurück.

Gold- und Silberpreis im gestrigen Tagesverlauf (Deutsche-Bank-Indikation)

 

Die Meinung der US-Finanzpresse: Das Sitzungsprotokoll habe verdeutlicht, dass die amerikanische Zentralbank den Ankauf von Staatsanleihen früher als erwartet verlangsamen oder stoppen könnte. Zahlreiche Mitglieder des Offenmarktausschusses hätten Bedenken über die Kosten zusätzlicher Käufe von Vermögenswerten geäußert.

Viele deutsche Finanzseiten übernahmen die Interpretation ihrer englischsprachigen Kollegen. Im Grunde liefert das 16-seitige Dokument (hier abrufbar) jedoch gegenüber der Ausgabe des Vormonats keine wesentlichen Neuerungen. Schon im Vormonat hieß es, „mehrere Personen“ hielten es für angebracht, die Anleihenkäufe zuvor Ende 2013 zu verlangsamen oder zu stoppen.

Im aktuellen Protokoll heißt es nun unter anderem, dass „mehrere“ Fed-Mitglieder betont hätten, man solle sich doch darauf vorbereiten, das Tempo der Fed-Käufe an die wirtschaftlichen Erwartungen und an die zu erwartenden Kosten anzupassen. Wie viele Personen genau sich kritisch äußerten, geht aus dem Text nicht hervor.

Diese Kritiker spielten aber ohnehin keine Rolle bei der Entscheidung zur Fortführung des zunächst zeitlich unlimitierten „Quantitative Easing“, wie das Fed-Protokoll ebenfalls dokumentiert.

Am Ende des Schriftstücks werden jeweils alle Personen namentlich aufgeführt, die für, beziehungsweise gegen die am 30. Januar beschlossenen geldpolitischen Maßnahmen stimmten. Es gab lediglich eine Gegenstimme und diese stammte von Esther L. George, der Präsidentin der Federal Reserve Bank of Kansas City.

Auch ihre Argumente wurden festgehalten (Auszug/sinngemäße Übersetzung): „Ms. George war anderer Meinung, aufgrund von Bedenken, dass die Fortsetzung der ultralockeren Geldpolitik die künftigen Risiken wirtschaftlicher und finanzieller Ungleichgewichte vergrößern könnte und mit der Zeit möglicherweise eine Erhöhung der Inflationserwartungen verursacht. Aus Ihrer Sicht übersteigen die potenziellen Kosten und Risiken der vom Komitee aufgestellten Ankäufe von Vermögenswerten deren unsicheren Nutzen“.

Eine Fortsetzung der ultralockeren US-Geldpolitik wurde am 30. Januar also mit 11 zu 1 Stimmen beschlossen. Bis auf weiteres kauft die Fed damit monatlich für rund 45 Milliarden US-Dollar US-Staatsanleihen und Hypothekenpapiere  im Wert von etwa 40 Milliarden US-Dollar.

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Eingetragen von am 21. Feb. 2013. gespeichert unter Banken, Fed, Gold, News, Politik, USA. Sie können alle Antworten auf diesen Eintrag verfolgen über RSS 2.0. Kommentar- und Ping-Funktion derzeit deaktiviert

3 Kommentare für “Fed-Protokoll: Viel Wirbel um nichts?”

  1. Zeigt letztlich, wie nervös die Märkte sind. Klar, wenn alles nur auf Pump finanziert ist und werden soll. Da rauschen solide Dax Firmen um 3 und mehr Prozent runter, bloß weil das FED andeutet, es wäre zu überlegen ob das viele geborgte Geld auch den entsprechenden Nutzen bringen würde. Das muss man sich mal vorstellen, da wird einerseits Wirtschaftsoptimismus verbreitet und verkündet und dann schleichen gestandene Manger ängstlich um die Bank herum und zittern ob der Pump noch in der gewohnten Form weitergeht, weil man sonst womöglich gleich pleite geht. Ein entwürdigendes Spie, kann ich nur sagen.

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  2. der goldpreis wird in einer schamlosen weise manipuliert. goldreporter hat schon mehrmals darauf verwiesen. alle notenbanken der welt inkl fed, die groessten hedgefunds, die groessten banken der welt (nicht nur wie immer wieder erwaehnt nur die 4 groessten us banken) manipulieren gemeinsam in konzentrierter aktion. alles untereinander abgestimmt. Warum wohl? weil alle an einem tiefen goldpreis interessiert sind um ihre physichen goldbestande guenstig aufstocken zu koennen.

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    • @jonny
      Pünktlich zum G20 Gipfel wurde am Freitag, den 15. Februar, von den Kartellbanken an der US-Warenterminbörse COMEX 200 Millionen Unzen Papiersilber in einer Minute auf den Markt gekippt. Das entspricht 26 Prozent der Welt-Jahresproduktion an Silber. Bei Gold wurden sicher ähnliche Gewaltaktionen gemacht. (aus hartgeld.com).
      Das hat denen sicherlich eine Stange Geld gekostet, aber ist ja egal, kann an ja nachdrucken lassen und zahlt ohnedies später der Bürger.

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