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Gold- und Silberpreis-Manipulation? Das Resümee der CFTC-Anhörung

Großbanken-Kritiker: Privathändler und Market Maker Mark Epstein

Am vergangenen Donnerstag fand in Washington ein historisches Ereignis statt. Erstmals in der Geschichte des Warentermin-marktes lud die zuständige Aufsichtsbehörde CFTC wichtige Vertreter und Marktteilnehmer des Industrie- und Edelmetallhandels zu einer öffentlichen Anhörung ein. Es ging um die mögliche Einführung von Positions-Limits und um die Marktkonzentration vor allem im Handel mit Silber-Futures. Goldreporter fasst zusammen.

Ziel des Meetings am vergangenen Donnerstag war es, die Notwendigkeit so genannter Positions-Limits beim Terminhandel mit Industrie- und Edelmetallen zu erörtern. Was heißt das?

Die Ausgangslage
Bereits im Energie-Bereich (z.B. Öl) wurden von der U.S. Commodity Futures Trading Commission (CTFC) kürzlich Grenzen über den möglichen Umfang von Terminmarktpapieren in den Händen einzelner Händler gesetzt. Ziel war es, übertriebene Spekulation einzelner, kapitalstarker Marktteilnehmer zu begrenzen und eine gerechte Marktpreisfindung zu gewährleisten.

Im vergangenen Jahr war bekannt geworden, dass einzelne Spekulanten am Terminmarkt mit sehr großen Handelspositionen wesentlich zum rasanten Anstieg des Ölpreises im Jahr 2008 beigetragen hatten.

Aufgrund zahlreicher Anfragen aus dem Metallmarkt, lud Gary Gensler, der Vorsitzende der CTFC, zu einer entsprechenden Anhörung ein, um auch diesen Sektor näher zu untersuchen

Die Interessengruppen
Zwei wesentliche Personengruppen konnten Statements zum Thema abgeben. Das war zum einen jene, die jegliche Beschränkung im Futures-Handel ablehnt. Hierzu gehörten unter anderem Repräsentanten der Handelsplätze COMEX, London Metal Exchange und NYSE Euronext sowie Bankenvertreter von Barclays Capital und HSBC.

Als Kritiker der aktuellen Marktkonzentration im Edelmetallmarkt und Befürworter von Positions-Limits waren anwesend: Bill Murphy, Vorsitzender des Gold Anti-Trust Action Committee (GATA) und Mark Epstein, ein junger aber erfahrender Privathändler und Market Maker (siehe Artikelbild).

Ebenso angehört wurden Vertreter der Metall-Industrie (Kupfer und Messing, Automobil-Sektor). Diese Repräsentanten sind typischer Weise gegen einen Preisstieg des verwendeten Rohstoffes, wollen aber stets günstig einkaufen. Sie können somit als Anhänger von Positions-Limits ausschließlich für Long-Positionen angesehen werden.

Eine detaillierte Teilnehmerliste haben wir bereits in einem früheren Artikel veröffentlicht.

Das Ergebnis
Nun zunächst einmal muss man erneut die Bedeutung des Events hervorheben. Dass sich die Aufsichtsbehörden öffentlich mit möglichen Spekulationen und der hohen Marktkonzentration auf dem Edelmetallmarkt auseinandersetzen, ist bemerkenswert.

Wie Goldreporter bereits in einem kürzlich erschienenen Artikel berichtete, kontrollierte die US-Großbank JP Morgan den amerikanischen Futures-Handel mit Gold Ende 2009 mit einem Anteil von 98 Prozent.

Kritiker gehen seit langem von einer gezielten Preismanipulation auf dem Edelmetallmarkt aus. Unzweifelhaft nachgewiesen wurde dies jedoch nie. Vieles spricht allerdings nach wie vor dafür.

Obwohl kein Vertreter von JP Morgan an der Besprechung teilnahm, machten die anderen Bankenvertreter ihrerseits deutlich, dass der Terminmarkt nicht beschränkt werden dürfe, weil mit den Positionen am Terminmarkt, Kontrakte an anderen Märkten (für eine Vielzahl von Kunden) gehedgt, also abgesichert würden. Eine Beschränkung der Position Limits am Terminmarkt sei somit höchst kontraproduktiv und schädigte die Finanzmärkte.

Großbanken-Kritiker Mark Epstein legte in detaillierten Beispielen dar, wie es vor allem auf dem Silbermarkt an bestimmten Tagen immer wieder zu dramatischen Preisstürzen innerhalb von Millisekunden kommt. Es würde dann in großen Mengen Silber konzentriert am Terminmarkt abgestoßen. Er verwies auf die große Marktmacht einzelner Trader und auf den manipulativen Effekt dieser intransparenten Trades.

GATA-Chef Bill Murphy sprach unverhohlen von Manipulation auf dem Silbermarkt, die bekannt sein müsse und gegen die einfach nichts getan werde.

Das Fazit
Entscheidungen wurden im Rahmen des Meetings nicht getroffen. Man darf aber gespannt sein, welche Schlüsse die CFTC aus dieser Anhörung zieht. Allzu große Hoffnungen sollten sich Befürworter von Handelsbeschränkugen jedoch nicht machen. Erfahrungsgemäß wird sich der Bankeneinfluss in diesem Sektor durchsetzen. Selbst wenn man strengere Positions-Limits beschließt, dürften die großen Händler im Einzelfall Sondergenehmigungen erhalten, wie es bereits vielerorts üblich ist.

Kritische Marktbeobachter, wie der Silberexperte Ted Butler, sehen die große Bedeutung des Meetings vor allem in der Tatsache, dass das Thema öffentlich diskutiert und die Kritik damit von den Kontrollinstanzen ernst genommen wurde.

Für alle diejenigen, die die Anhörung noch einmal verfolgen möchten. Der Webcast befindet sich im Online-Archiv der CFTC.

Goldreporter

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Eingetragen von am 27. Mrz. 2010. gespeichert unter Banken, Gold, Hintergrund, Silber, USA. Sie können alle Antworten auf diesen Eintrag verfolgen über RSS 2.0. Kommentar- und Ping-Funktion derzeit deaktiviert

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