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Gold- und Silberpreise: Was die Spreads über den Markt verraten

Insbesondere bei Silberbarren ist die Differenz zwischen Verkaufs- und Ankaufspreis hoch.

In den vergangenen Wochen sind die Spreads beim Kauf bestimmter Edelmetall-Produkte angestiegen. Goldreporter hat sich die Sache einmal genauer angesehen und erläutert die Hintergründe.

Unter dem Spread versteht man die prozentuale Differenz zwischen Verkaufs- und Ankaufspreis eines Produktes. Bei Silber sind die Spreads generell höher als bei Gold, weil beim Silberkauf Mehrwertsteuer fällig wird (7% bei Silbermünzen und Münzbarren, 19% bei Silberbarren). Beim Wiederverkauf über den Handel bekommt der Kunde diese Mehrwertsteuer natürlich nicht wieder ersetzt. Anlagegold ist dagegen mehrwertsteuerfrei.

In den vergangenen Wochen sind die Spreads für Silber-Anlageprodukte wieder stärker angestiegen. Bei Gold sind sie eher moderat. Was bedeutet das? Betrachten wir zunächst die Entwicklung anhand einiger ausgewählter Zeitpunkte.

Spreads für Anlageprodukte in Gold und Silber

Silbermünze, 1 Unze PhilharmonikerSilberbarren, 1 kgGoldmünze, 1 UnzeGoldbarren, 100 g
30.07.201016,99%34,30%5,64%3,54%
29.07.201113,56%29,78%4,84%2,56%
04.05.201214,16%31,18%4,06%2,60%
Quelle: Goldreporter-Newsletter; Durchschnittswerte, errechnet aus den Angebotspreisen vier deutscher Edelmetallhändler

Häufig sind hohe Spreads ein Zeichen für schwachen Handel mit dem entsprechenden Produkt. Händler minimieren ihr Risiko (erhöhen die Marge), indem sie den Ankaufspreis herabsetzen.

Beispiele
Wie die Beispiele zeigen, ist der Zusammenhang aber nicht immer eindeutig herzustellen. Denn die Spreads können auch steigen, wenn die Verkaufspreise aufgrund der hohen Nachfrage anziehen, während die Ankaufspreise auf Normalniveau verbleiben.

Dies war beispielsweise Mitte 2010 der Fall. Die Phase im Umfeld des ersten Rettungspakets für Griechenland sorgte für einen Ansturm auf die deutschen Edelmetall-Shops. Die von uns aufgezeichneten Spreads stiegen bei Silbermünzen auf 17 Prozent, bei Silberbarren auf über 34. Bei Goldmünzen (1 Unze Krügerrand) waren es 5,6 Prozent und bei 100-Gramm-Goldbarren 3,5 Prozent.

Auf der anderen Seite gehen die Spreads oft zurück, sobald das Handelsvolumen steigt oder sich aufgrund großer Nachfrage sogar Waren-Knappheit einstellt. In dem Fall sind die Händler bereit, mehr zu zahlen, um an Ware zu kommen.

Konsequenzen
Für langfristig orientierte Anleger ist dies eigentlich irrelevant. Unerfreulich sind die Zusammenhänge allerdings für Investoren, die  beim Kauf schon wieder an den Wiederverkauf denken.

Extrem ist die Situation bei Platin und Palladium. Einen 100-Gramm Platinbarren kauft man derzeit für rund 4.750 Euro. Will man ihn dem Händler verkaufen, dann zahlt dieser nur etwas über 3.500 Euro. Der Spread beträgt damit fast 36 Prozent. Anders ausgedrückt: Der Platinpreis müsste um 36 Prozent steigen, damit man den Barren wieder zum Kaufpreis abstoßen könnte. Platin und Palladium physisch zu kaufen, lohnt sich damit nur für Kunden mit ausgedehntem Anlagehorizont.

Goldreporter

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Eingetragen von am 7. Mai. 2012. gespeichert unter Deutschland, Gold, Goldbarren, Goldmünzen, Handel, Hintergrund, News, Silber, Silberbarren, Silbermünzen. Sie können alle Antworten auf diesen Eintrag verfolgen über RSS 2.0. Kommentar- und Ping-Funktion derzeit deaktiviert

6 Kommentare für “Gold- und Silberpreise: Was die Spreads über den Markt verraten”

  1. Hallo Forum, Pro aurum schreibt:
    „pro aurum bietet Ihnen neben der aktuellen Sonderaktion von 15 Kg Silberbarren mit einem Preisvorteil von 125 CHF, ebenso den mehrwertsteuerfreien Kauf in unserem Zollfreilager an.
    Die beiden Lagerorte Zürich und Hongkong gehören zu den sichersten, weltweit vorhandenen mehrwertsteuerfreien Sammeldepots.“

    Was haltet Ihr bez.der Sicherheit davon ? Die Metalle befinden sich nicht in direktem physischen Besitz.Was,wenn der Staat Zugriff verlangt ? Die Schweiz knickt doch ohnedies schon ein, aber Hongkong ?

    0
    • Hallo anaconda,

      Meines Erachtens ist es generell besser, Gold in eigener Zugriffsreichweite zu lagern, anstatt nur eine Forderung auf Papier gegen irgendeine Firma zu haben. Zollfreilager bergen zusätzliche Risiken, wie der mehrfache Verkauf tatsächlich gelagerter Barren oder sogar gänzlich leerer Tresore. Wer kann das schon wirklich nachprüfen, insbesondere bei streng geheim gehaltenen Tresorstandorten, ohne Besuchsrecht? Und selbst wenn man einen Blick in den Tresor werfen kann, ist es unmöglich, entsprechende Rückschlüsse zu ziehen (es könnte nur ein bisschen Alibigold drin liegen).

      Ein schlechtes Zeichen wären strenge Auslieferungsmodalitäten der physischen Ware, überzogen hohe Mindestliefermengen oder riesige Bearbeitungsgebühren bei Auslieferung. Zu Sicherheit hinsichtlich einer möglichen, staatlichen Konfiskation lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt auch nichts weiter sagen, außer daß Gesetze jederzeit von den Regierungen geändert werden können und wo heute das Eigentum noch geschützt ist, schon morgen eine Enteignung passieren kann.

      0
      • Hallo Dreamer, Danke.Ist auch meine Einschätzung gewesen.Ich habe mir die Verträge dieser Golddepos in Zürich angesehen und da steht tatsächlich im Kleingedruckten:
        „Anspruch auf Auslieferung des Goldes kann durch „behördliche Anordnungen“eingeschränkt weden.
        Somit wäre alles klar.Gold selbst verstecken und Versteck gut merken.
        So wie es schon die Nibelungen taten.Offenbar ist ein zur Zeit gültiges Recht (Vertrag) nichts weiter als ein Fetzen Papier auf dem es steht.

        0
        • Ja, um solche Angebote macht man besser einen Bogen. Eine gängige Betrugsmasche ist es, wenn Firmen (das machen mitunter auch Banken so) Lager- und Verwaltungsgebühren für Gold berechnen, das sie garnicht haben. Tritt der Ausnahmefall ein, daß ein Anleger auf physischer Auslieferung besteht, versuchen sie ihn mit dem Geldwert abzuspeisen oder kaufen das Gold einfach nachträglich schnell noch ein, falls er sich nicht umstimmen lässt. Das geht dann mit langen Lieferfristen und Hinhaltetaktiken mit irgendwelchen Ausreden einher, weil das Gold erst „besorgt“ werden muss. Oftmals halten auch unmögliche Auslieferungsmodalitäten die „Kunden“ von einer physischen Auslieferung ab.

          0
  2. Der Artikel mit der Chartanalyse ist verschwunden.

    Sobald folgender Wert um die 20 oder 30% liegt, kann man von einer Goldblase sprechen:

    http://infiniteunknown.net/wp-content/uploads/2010/10/Gold-and-Gold-Mining-Shares-As-a-Percentage-of-Global-Assets.gif

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