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Samstag, 24. April 2010 - 10:21 Uhr

Griechenland-Hilfe als deutsches Konjunkturprogramm

Alles prügelt auf Griechenland ein. Dabei haben die großen EU-Länder bedeutende Mitschuld daran, dass die wirtschaftlich schwachen Länder nun den gesamten Euro-Raum gefährden. Paradoxerweise profitiert Deutschland derzeit sogar kräftig davon.

Von Jürgen Fröhlich

Griechenland ist pleite. Nun ist es offiziell. Im Grunde wussten wir es alle schon. Denn welche Institution, welches Individuum kann schon von sich behaupten, finanziell gesund zu sein, wenn man Monat für Monat neue Schulden machen muss, um alte zu begleichen. In dieser Hinsicht ist auch Deutschland nicht besser dran.

Dass die Euro-Zone nun gewaltig ins Wanken gerät, haben jedoch nicht nur die Länder mit der größten Schuldenstandsquote zu verantworten. Die Drahtzieher der Europäischen Union und des Euro, Deutschland und Frankreich, tragen eine wesentliche Mitschuld an dem Desaster.

Mit der Euro-Einführung wurden wirtschaftlich schwache Länder über niedrige Zinsen mit billigem Geld versorgt, obwohl das in keinem Verhältnis zur tatsächlichen Kreditwürdigkeit dieser Länder stand. Gleichzeitig fielen bei diesen Mitgliedern die Währungsrisiken weg. “Wir haben die schwachen Länder verführt, über ihre Verhältnisse zu leben”, sagt der Wirtschaftswissenschaftler Wilhelm Hankel.

Die Spekulationen gegen Griechenland und den Euro werden anhalten, denn wir haben es mit einem grundlegenden Systemfehler zu tun. Dieser lässt sich nicht durch den reihenweisen Staaten-Bailout beheben, der mit der Kreditzusage gegenüber Griechenland nun begonnen hat.

Ganz abgesehen davon, dass es sich um beliebig vermehrbares Papiergeld handelt, der Euro ist eine Schönwetter-Währung und zeigt in der Krise seine fundamentalen Schwächen. Diese können nur durch einen Währungsschnitt und/oder die Aufspaltung der Währungsunion korrigiert werden. Dass die deutsche Regierung das möglichst lange hinauszögern will, liegt nicht nur an der kommenden Nordrhein-Westfalen-Wahl.

Exportgigant Deutschland profitiert wie kein anderes Land von einem schwachen Euro. Deutsche Waren werden im Ausland billiger. Der Exportmotor läuft wieder. Dem Schuldenstaat Griechenland und den Anti-Euro-Spekulationen sei Dank. Da lohnt es sich selbst, Staatsbankrotteure eine Zeit lang durchzufüttern. Griechenland-Hilfe als deutsches Konjunkturprogramm.

Goldreporter

Foto: Goldreporter.de

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Freitag, 23. April 2010 - 12:41 Uhr

Griechenland-Krise schlägt auf Bankenbonität durch

Die Credit Spreads der Finanzinstitute sind in den vergangenen Tagen auf breiter Front deutlich gestiegen. Die nun erfolgte Anforderung der EU-Nothilfe durch den griechischen Premier Giorgos Papandreou, dürfte nur kurzfristig Erleichterung bringen.

Nicht nur Griechenland wurde an den Finanzmärkten zuletzt wegen des Schulden-Debakels abgestraft. Gestern erreichte die Rendite 10-jähriger Griechenland-Anleihen mit 9 Prozent ein neues Rekordhoch. Das Szenario eines griechischen Zahlungsausfalls machte sich auch in den Credit Spreads vieler Banken bemerkbar.

Im Vergleich zur Vorwoche sind die Versicherungsprämien für einen Zahlungsausfall der Finanzinstitute auf breiter Front deutlich angestiegen. Die größte Bonitätsverschlechterung haben die US-Großbank Goldman Sachs und die Schweizer UBS zu verkraften.

Wer sich gegen eine Goldman-Pleite versichern will, musste am gestrigen Donnerstag eine Prämie zahlen, die um 50 Prozent höher lag, als noch vor sieben Tagen. Dies ist sicherlich auch auf die Klage der US-Börsenaufsicht SEC gegen das Geldhaus zurückzuführen (Goldreporter berichtete), deren mögliche Folgen für den Bankensektor noch völlig offen sind.

Auch das Vertrauen der Finanzmärkte in die Zahlungsfähigkeit der Bundesrepublik Deutschland hat etwas gelitten, wenn auch auf niedrigem Niveau.

Da Griechenland am heutigen Freitag die EU-Hilfe angefordert hat, dürften sich die CDS-Werte in den nächsten Tagen wieder etwas erholen. Fragt sich nur für wie lange?

Eine Übersicht über die aktuellen Credit Spreads ausgewählter Wertpapier-Emittenten entnehmen Sie der folgenden Tabelle.



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Donnerstag, 22. April 2010 - 07:30 Uhr

Griechenland-Falle schnappt zu

Das traurige Schicksal des Euros nimmt seinen Lauf. Auch die neuen Hilfszusagen der Europäischen Union konnten nicht verhindern, dass die griechische Staatsfinanzierung über den freien Markt nun praktisch unerschwinglich ist. Das Griechenland-Notpaket steht kurz vor der Aktivierung und alte Bekannte haben dagegen bereits eine Klage auf den Weg gebracht.

Griechenland-Bonds über 8 Prozent
Im gestrigen Tagesverlauf ist die Rendite 10-jähriger Griechenland-Bonds auf den Rekordwert von 8,3 Prozent gestiegen. Diese Zinsen muss Griechenland zahlen, wenn das Land ohne Hilfe von außen Geld aufnehmen will. Das ist ein klares Misstrauensvotum gegen den Schuldenstaat vom Mittelmeer. „Der Markt will die Finanzhilfen für Griechenland sehen“, heißt es in der Wirtschaftspresse.

Verfassungsklage gegen Griechenlandhilfe
Damit passiert nun das, was die Politik vermeiden wollte und was laut Lissabon-Vertrag nicht gestattet ist: Einem EU-Mitglied wird Finanzhilfe geleistet.

Innerhalb der nächsten zwei Wochen ist mit einer Verfassungsklage durch die Herren Wilhelm Nölling, Wilhelm Hankel, Joachim Starbatty und Karl-Albrecht Schachtschneider zu rechnen. Die Staatsrechtler waren seinerzeit bereits gegen die Einführung des Euro vor Gericht gezogen. In den nächsten Tagen werden die Details zu ihrer erneuten Verfassungsklage vorgestellt.

Der Bundesfinanzminister arbeitet derweil unter Hochdruck an einem eigenen Gesetz zur Griechenland-Hilfe, das Schäuble jetzt im Schnellverfahren durch den Bundestag peitschen will.

Fass ohne Boden
Die Entwicklungen sind fatal. Nicht nur, dass Deutschland innerhalb der kommenden drei Jahre vermutlich rund 18 Milliarden Euro für Griechenland aufbringen muss. Demnächst werden mit Spanien, Portugal, Italien und weiteren Staaten die nächsten Hilfsbedürftigen Schlange stehen. „Das kann ein Fass ohne Boden werden“, zitiert der Nachrichtendienst Reuters einen Finanzexperten der HSH Nordbank.

Der Stabilitätspakt wird auf unverantwortliche Weise ausgehebelt. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass die genannten Staaten später trotzdem zahlungsunfähig werden, ist mit den EU-Maßnahmen keinesfalls gebannt. Bei den aktuellen Hilfen handelt es sich weiter lediglich um Überbrückungskredite, mit denen Griechenland fällige Zahlungen begleicht. Die Gesamtschulden des Landes steigen dagegen weiter unvermindert an.

Euro adé, Bürger zahlen
Wir bleiben dabei. Dieses Desaster wird der Euro nicht überleben. Früher oder später muss es zu einem Währungsschnitt kommen, bei dem die Staatsschulden neu bewertet (abgewertet) werden. Nur so können sich die Staaten nachhaltig entschulden.

Die Gläubiger der Staaten, und das sind vor allem wir Bürger selbst, werden damit empfindliche Abstriche bei ihren Forderungen hinnehmen müssen. Davon betroffen sind alle Geldwerte, inklusive Staatsanleihen, Renten-, Sozialleistungs- und Lebensversicherungs-Ansprüche. Richten Sie sich darauf schon einmal ein.

Goldreporter

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Mittwoch, 21. April 2010 - 09:32 Uhr

London Bullion Market: Es wird immer weniger Gold gehandelt

Im März wechselten am London Bullion Market 16,5 Millionen Unzen Gold den Besitzer. Das war der schwächste Handel seit August 2009. Auch gegenüber dem Durchschnitt der letzten vier Jahre sind die Zahlen auf unterstem Niveau. Und bei Silber weisen die März-Zahlen ebenfalls Besonderheiten auf.

16,5 Millionen Unzen, das sind 513,15 Tonnen. Diese Menge an Gold wurde im März auf dem weltweit bedeutendsten Handelsplatz für physische Edelmetalle, dem London Bullion Markt offiziell umgesetzt. Das geht aus dem Handelsbericht der London Bullion Market Associatoon (LBMA) hervor. Eine geringere Monatsmenge handelte man dort zuletzt im August 2009. Der Gegenwert der März-Geschäfte: 18,3 Milliarden US-Dollar.

Auch im historischen Vergleich ist das aktuelle Handelsvolumen sehr niedrig. In den vergangenen vier Jahren wurden monatlich im Durchschnitt 21,15 Millionen Unzen Gold (657,76 Tonnen) am London Bullion Markt gehandelt. Damit liegt der aktuelle Wert 22 Prozent unter diesem Vierjahresmittel. Auf die Anzahl der Goldtransfers pro Monat liegt 7 Prozent unter dem Durchschnitt der letzten vier Jahre.


Abb.: Goldhandel in London ist rückläufig

Mehr Silber pro Kopf gehandelt
Wie sieht es im Silberhandel aus? 94 Millionen Unzen (2.923,4 Tonnen) wurden im März in London bewegt. Der Gegenwert: 1,6 Milliarden US-Dollar.

Auch hier sind die Werte relativ schwach. Zum Vergleich: Im April 2006 wechselten in London 238,1 Millionen Unzen (7.404,91 Tonnen) den Besitzer. Im Gesamtjahr 2008 lagen die Umsätze in jedem Monat über 100 Millionen Unzen.

Auffällig an den aktuellen März-Zahlen ist jedoch, dass die Silbermenge pro Transferaktion zuletzt deutlich gestiegen ist und auch historisch über dem Durchschnitt liegt. 306.188 Unzen Silber wurden im März am London Bullion Markt pro Transaktion gehandelt. Das arithmetische Mittel der letzten vier Jahre lag bei 275.787 Unzen pro Handel. In nur zehn Monaten innerhalb den vergangenen 50 Monate wurden mehr als durchschnittlich 300.000 Unzen pro Trade übertragen.

Vieles deutet übrigens darauf hin, dass sich große Privatinvestoren mehr und mehr mit Silber eindecken. Auch von verschiedenen deutschen Einzelhändlern erreichten uns Informationen, dass sich in den letzten Wochen die Anzahl von Käufern häufte, die sehr hohe Silberbestände erwarben.

LBMA in der Kritik
Der London Bullion Market ist ein physischer Markt für Gold und Silber. Hier werden offiziell kein Papier-Gold und -Silber gehandelt, sondern echte Barren. Die London Bullion Market Association koordiniert den Warenverkehr.

Zweimal am Tag wird in London ein Goldpreis fixiert und einmal (morgens) der Preis für Silber festgelegt (Gold- und Silber-Fixing). Daran beteiligt sind die Bank of Nova Scotia-ScotiaMocatta, Barclays, Deutsche Bank, HSBC Bank USA, JP Morgan Chase & Co. und die Schweizer UBS.

Kritiker wie die Finanzanalysten Jim Rickards und Ted Butler gehen davon aus, dass viele Geschäfte auch am London Bullion Market aufgrund mangelnder Bestände mittlerweile nicht mehr durch die Transaktion physischer Edelmetalle sondern in bar abgewickelt werden. “Man sollte sich auf nichts verlassen, was die London Bullion Market Association sagt”, erklärt Ted Butler.

Da außerbörslich gehandelt wird („over the counter“) und hauptsächlich institutionelle Parteien an den Transaktionen beteiligt sind, bleibt hier vieles im Dunkeln. Die kommunizierten Zahlen beinhalten auch den so genannten "Loco London Book Transfer". Dabei bleiben die Edelmetallbarren in ihren Vaults der LBMA und werden in den Büchern nur anderen Eigentümern zugebucht. Deshalb wird spekuliert, so mancher physisch hinterlegte Barren könnte faktisch mehrere Besitzer haben.

Goldreporter

Foto: Rand Refinery

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Dienstag, 20. April 2010 - 08:52 Uhr

„In den nächsten sechs Monaten wird es eine neue Bankenkrise geben“

In Teil 2 des Interviews mit dem Nachrichten-Sender France 24 spricht Finanzanalyst Max-Keiser über die anhaltende Bankenkrise und die Rolle des Goldes als mögliche Rettung für die Weltwirtschaft.

Bereits im ersten Teil des Interviews (siehe Link auf dieser Seite) machte der unabhängige amerikanische Finanzjournalist Max Keiser provokante Aussagen über die Investmentbank Goldman Sachs ("Goldman Sachs ist Abschaum"). Im Verlauf der Talkrunde wetterte der eloquente Systemkritiker weiter über die Bankenbranche.

Hier einige seiner Aussagen:
- „Ich wette, dass es in den nächsten sechs Monaten eine neue Bankenkrise geben wird und wenn es einen erneuten Crash gibt, wird Gold das einzige sein, was Bestand hat. China weiß das, und deswegen kaufen sie es im Moment aggressiv Gold ein!“
- „Gold ist die einzige Möglichkeit eine gesunde Weltwirtschaft herzustellen, weil es einer Währung Integrität verleiht.“
- „Goldman Sachs hat 3,5 Milliarden Dollar vom Steuerzahler bekommen und nennt das Gewinn. Das ist ungefähr so, als würde ich zu einer Bank gehen, 1.000 Dollar stehlen und sagen, `Hey, ich habe 1.000 Dollar verdient.´ Das ist absurd.“
- „Die wirkliche Tragödie von 9/11 ist, dass nicht mehr dieser Goldman-Sachs-Banker mit untergangen sind.“



Informationen zu Max Keiser:
Max Keiser bei Wikipedia
Max Keisers Website


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Montag, 19. April 2010 - 10:00 Uhr

Platin und Palladium: Die heimliche Rally zweier Edelmetalle

Fast unbemerkt sind die Kurse von Platin und Palladium in den vergangenen Monaten kontinuierlich angestiegen. Mit ihrer Performance stellen die Edelmetalle Gold und Silber klar in den Schatten.

Edel und industriell
Platin und Palladium haben auf dem Rohstoffmarkt eine besondere Stellung. Die Edelmetalle eignen sich grundsätzlich zur Absicherung gegen Inflation, sind aber auch bedeutsame Industriemetalle, zum Beispiel beim Katalysatorenbau.

Und so profitierten die Kurse der beiden Metalle zuletzt in doppelter Hinsicht. Die Inflationserwartungen sind weiterhin hoch. Dazu trägt die lockere Geldpolitik der Zentralbanken maßgeblich bei. Gleichzeitig stiegen die Konjunkturaussichten in vielen Regionen der Welt zuletzt deutlich.





Das Ergebnis: Platin legte innerhalb der vergangenen 12 Monate um 58 Prozent zu. Noch eindrucksvoller ist die Performance von Palladium. Heute steht der Kurs 140 Prozent höher, als im April 2009.

Weniger Spekulation
An Platin und Palladium kann man auch erkennen, wie sich die Preise für Edelmetalle entwickeln können, wenn der Einfluss spekulativer und manipulativer Kräfte beschränkt ist.

Im Gegensatz zu Gold und Silber waren die Preisschwankungen innerhalb der vergangenen 12 Monate deutlich geringer als bei Gold und Silber. Und der Anstieg erfolgte in einem kontinuierlichen Aufwärtstrend. Zudem handeln (spekulieren) die großen US-Banken in geringerem Maße mit Platin und Palladium.

Der aktuelle Bank Participation Report der Terminmarktaufsicht CFTC zeigt, dass US-Banken mit ihren Short-Kontrakten im Platin-Segment nur 4,9 Prozent aller offenen Terminverträge (Short und Long) repräsentieren. Bei Gold sind es 19 Prozent, bei Silber sogar 25 Prozent. Bei Palladium ist die Situation prozentual in etwa wie bei Gold.

Das gesamte Handelsvolumen auf dem Terminmarkt ist bei Platin und Palladium deutlich geringer, als bei Gold und Silber.

Anfang April wurden für Gold 497.388 offene Futures-Kontrakte gemeldet (laufende Verträge am Terminmarkt). Das entspricht einem Volumen von 1.546 Tonnen (jeder Gold-Kontrakt entspricht 100 Feinunzen) und einem Marktwert von 57 Mrd. Dollar.

Der Open Interest bei Silber entsprach 118.712 Kontrakte (18.459 Tonnen; $10,9 Mrd.). Bei Palladium waren es gerade einmal 24.075 Kontrakte (74 Tonnen; Wert: $1,3 Mrd.). Für Platin wurden 37.763 offene Kontrakte ausgewiesen (58 Tonnen; Wert: $6,4 Mrd.).

Platin und Palladium als Geldanlage
Für Investoren lohnen sich beide Edelmetalle ohnehin nur als langfristige Anlage. Zum einen wird beim Kauf von Münzen und Barren in beiden Fällen der volle Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent fällig. Durch den vergleichsweise geringen Handel mit Platin und Palladium sind die Spreads (Differenz zwischen Ankaufs- und Verkaufspreis) zudem enorm.

Beispiel: Ein 20-Gramm-Platin-Barren kostet derzeit bei Münchner Händler pro aurum rund 1.100 Euro. Beim Verkauf erhält man aber gerade einmal um die 790 Euro. Das entspricht einem Spread von satten 37 Prozent. Der Preis des Edelmetalls muss also erst einmal um 37 Prozent steigen, damit man mit dem Investment im Plus liegt.

Bei Palladium ist es ganz ähnlich. Einen 100-Gramm-Barren erhält man für etwa 1.800 Euro. Im Ankauf werden aber nur zirka 1.250 Euro geboten. Spread: 46 Prozent!

Als Beimischung für ein langfristiges Vermögensschutz-Depot sind Platin und Palladium aus den oben genannten Gründen (weniger Spekulationden, Industriemetall) dennoch sehr empfehlenswert.



Abb: Platin (vorn), Palladium (links), Silber (rechts)
Optisch kaum zu unterscheiden, sehr wohl aber in Sachen Gewicht. Palladium weist eine matte Oberfläche auf.

Platin- und Palladium-Angebote
(Stand: 19.04. 10:00 Uhr)

100g Palladium für 1.695 Euro

20g Platin für 1.063 Euro

Für kühle Spekulationsrechner
Wer Palladium vor einem Jahr gekauft hat, kann trotz der hohen Spreads und Aufgelder ordentliche Buchgewinne vorweisen. Im April 2009 kostete eine Unzen-Münze im Handel 345 Euro. Heute werden 640 Euro verlangt. Angekauft wird die Palladium-Unze für 405 Euro. Verdient hätte man damit unterm Strich 17 Prozent.

Platin-Käufe haben innerhalb dieser Zeit effektiv rund 4 Prozent gebracht.

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Sonntag, 18. April 2010 - 12:16 Uhr

"Goldman Sachs ist Abschaum"

In einer Talk-Runde im französischen Fernsehen zieht der amerikanische Finanzanalyst Max Keiser schonungslos vom Leder. Lesen und sehen Sie, welche heftigen Vorwürfe der unabhängige Journalist abseits der gerade erhoben SEC-Klage gegen Goldman Sachs erhebt.

"Goldman Sachs ist Abschaum. Das erst einmal grundsätzlich. Goldman Sachs hat die US-Regierung und das Finanzministerium eingesetzt und sie bestimmen die Arbeit der Federal-Reserve. Barack Obama tanzt zur Musik von Goldman Sachs", sagt der Finanz-Journalist Max Keiser in einem Interview mit dem französischen Nachrichtensender France 24.

Keiser ist im anglo-amerikanischen Raum bekannt für seine scharfzüngigen, sarkastischen und schonungslosen Kommentare.

Der Systemkritiker spricht von einem heimlichen Staatsstreich, der in den USA stattgefunden habe. Als Resultat kontrolliere Goldman Sachs nun die Regierung der Vereinigten Staaten. Das Unternehmen manipuliere gezielt die Preise an den Finanzmärkten.

Einige von Keisers weiteren Aussagen:
- "US-Regierung wurde von Goldman Sachs veranlasst, deren ehemalige Wettbewerber Lehman Brothers und Bear Stearns loszuwerden"
- "Goldman Sachs betreibt mit ihrer Technik des Hochfrequenzhandels "Front running" bei quasi jedem Wall-Street-Handelsgeschäft"
- "Goldman Sachs stiehlt an der Wall Street buchstäblich jeden Tag 100 Millionen Dollar"
- "Goldman Sachs sollten wegen Finanzterrorismus angeklagt werden und die alle sollten ins Gefängnis wandern. Sie verursachen größeren Schaden und mehr Todesopfer als Osama Bin Laden"
- "Gegenüber Timothy Geithner und Henry Paulson ist Osama Bin Laden ein Schmusekätzchen"

Das hochemotionale Interview (in Englisch) sehen Sie im folgenden Video:



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Samstag, 17. April 2010 - 12:57 Uhr

Gebt uns die €-Mark!

Nach zehn Jahren Euro-Existenz bestätigen sich die Befürchtungen der Kritiker: Eine Gemeinschaft stark unterschiedlich leistungsfähiger Volkswirtschaften lässt sich in Krisenzeiten nicht unter einen Währungshut bringen. Es gibt bereits Vorschläge für eine Aufteilung der Gemeinschafts-währung zwischen den starken und schwachen Vertretern der Europäischen Union. Doch mit einer einfachen Namensänderung ist es bei weitem nicht getan!

Von Jürgen Fröhlich

„Es sitzen alle in der Falle“, sagt Dieter Ruloff, Professor für internationale Beziehungen an der Universität Zürich. Griechenland habe in unverantwortlicher Weise eine Ausgabenpolitik betrieben und die nun von der Gemeinschaft fälligen Zahlungen würden lediglich als Kredite getarnt, um Unruhe zu vermeiden. Sein Schweizer Kollege, der Ökonom Rolf Weder, konkretisiert: „Beim Beitritt sind die Währungen der schwachen Staaten wie Griechenland zu hoch bewertet worden“.

Zweiklassen-Union
Diese Tatsache spielt auch in der aktuellen Diskussion um die deutschen Exporterfolge eine Rolle. Einige Kritiker behaupten, Deutschland habe sich gegenüber anderen EU-Staaten durch eine jahrelange Niedriglohnpolitik Wettbewerbsvorteile erschlichen. Alles Polemik!

Worum es im Wesentlichen geht: Mit einer Abwertung der eigenen Währung hatten schwächere Staaten in der aktuellen Situation die Möglichkeit, ihre Außenwirtschaft zu stützen. Der Euro hält sie dagegen in einem festen Korsett.

Was soll man tun? Ein Euro-Austritt Griechenlands? Keine gute Idee!

„Nur schon die Aussicht auf einen Euro-Ausstieg hätte Griechenland einen Run auf die Banken und eine Kapitalflucht ins Ausland zur Folge“, meint Ruloff.

Das leuchtet ein. Presseberichten zufolge haben die griechischen Sparer ja zur Sicherheit ohnehin schon gut acht Milliarden Euro aus dem Land geschafft.

"€", wie "ehrlich"?
Einige Wirtschaftswissenschaftler schlagen deshalb einen geteilten Euro vor. Einen für die starken Länder, wie Deutschland, Frankreich und Norwegen. Ein anderer für die PIIGS-Staaten, in denen - wie das Schweizer Nachrichtenportal 20 Minuten schreibt - man weniger arbeitet, früher in Rente geht und sich mit von Deutschland geliehenen Euros deutsche Autos kauft.

Wie wäre es also mit einem Ausstieg Deutschlands und Frankreichs? Wie wäre es mit einer Euro-Mark? Kurz, €-Mark!
"E", wie "ehrlich".

Mit einer Teilung des Euro und einem schlichten Namenswechsel wäre es allerdings bei weitem nicht getan. Denn unsere Währung krankt in ihrem Innersten und stinkt vom Kopf her.

Wessen Währung?
Die Kunstwährung Euro ist nichts anderes, als ein Zweckbündnis zwischen Politik und Hochfinanz. Die Regierungen können sich zügellos verschulden und damit ihre Wahlversprechen finanzieren. Und die Banken verdienen prächtig daran. Das trifft heute auf alle deckungslosen Währungen zu.

Aus der aktuellen Krise wächst zunehmend die Erkenntnis, dass auf Staatsseite gespart werden muss. Griechenland soll seinen Haushalt mit drastischen Maßnahmen konsolidieren und auch in Deutschland wird seit der „Schuldenbremse“ wieder über eine Verringerung der Netto-Schuldenaufnahme diskutiert.

Dies alles wäre nicht von Nöten, wenn man mit dem Euro nicht auch jegliche Haushaltsdisziplin einvernehmlich über Bord geworfen hätte. Die Stabilitätskriterien von Maastricht sind nichts als ein Lippenbekenntnis. Das stellt sich nun immer stärker heraus. Sie waren für Krisenzeiten gedacht und ausgerechnet jetzt, wo wir uns in solchen Zeiten befinden, hält sich kein Land mehr daran.

Es geht auch anders
Die Kernkompetenz der Deutschen Mark war ihre zumindest teilweise Deckung mit realen Gütern. Auch wenn Gold dabei zuletzt kaum mehr eine Rolle spielte. Die Geschäftsbanken mussten vielfach noch sogenannte bundesbankfähige Handelswechsel vorlegen, um sich Geld von der Bundesbank zu leihen.

Ein Wechsel ist so etwas, wie ein Gutschein auf eine Warenlieferung, ein Lieferantenkredit. Ist zur Geldvermehrung nicht nur die Hinterlegung beliebiger Wertpapiere sondern auch die Diskontierung solcher Wechsel nötig, dann stellt die Geldpolitik damit einen direkten Bezug zur Realwirtschaft her. Den jetzigen Währungen ist das vollkommen fremd.

Heute wird von den Notenbanken neues Geld gegen bestehende Geldwerte (Anleihen nahe der Junk-Kategorie) herausgegeben. Ein Prozess ungebremster Papiergeldvermehrung, ohne jeden natürlichen Begrenzungseffekt. Die Verschuldungsorgie unserer Staaten ist somit nichts anderes, als das Ergebnis von schlechtem Geld.

Fazit
Die Einführung einer mit realen Gütern gedeckten Währung ist die Grundlage für dauerhafte Währungsstabilität, gesunde Staatsfinanzen und zufriedene Bürger. Egal wie unsere nächste Währung heißen mag, wenn wir nicht zurückkehren zu einer wirklich unabhängigen, disziplinierenden und realwirtschaftlich orientierten Geldpolitik, dann werden wir in den kommenden Jahren eine Krise nach der anderen erleben. Und noch so manches "Griechenland".

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Freitag, 16. April 2010 - 18:57 Uhr

Goldman Sachs zieht Edelmetallkurse mit nach unten

Der Goldpreis knickte am Freitagnachmittag um 2,5 Prozent ein. Silber sackt um fast 4 Prozent ab. Goldman Sachs wird angeblich von der US-Börsenaufsicht SEC verklagt. Und den Investoren fällt plötzlich ein, dass es mit der Konjunkturerholung vielleicht doch nicht so weit her sein könnte.

Eigentlich haben wir ja schon lange darauf gewartet. Nachdem die Edelmetallpreise seit Ende März wieder kontinuierlich gestiegen sind, kam am Freitag der erste herbe Einbruch seit langer Zeit.

Als wenn die Märkte nur nach dem passenden Auslöser gesucht hätten, ging es an der Wall Street am Freitagnachmittag steil bergab. Am Wochenende wird man in den Börsennachrichten vermutlich wieder von Gewinnmitnahmen sprechen.

Angeknockt
Zunächst meldete Google trotz eines Milliardenprofits keine so berauschenden Zahlen. Dieser Meinung waren zumindest "Die Analysten". Dann fielen die Daten zum amerikanischen Konsumentenvertrauen im April überraschend schlecht aus. Doch der Hammer kam gegen 17 Uhr.

Die amerikanische Börsenaufsicht SEC will dem Bankenriesen Goldman Sachs ans Bein pinkeln. Offensichtlich sieht man den Vorwurf als begründet an, Goldman Sachs habe kurz vor der Finanzkrise Schrottimmobilienpapiere an gutgläubiger Investoren verkauft, während die Investmentbank Kenntnisse über erhebliche Gegenwetten durch einen bedeutenden Hedgefonds verschwieg. Investorenverluste von einer Milliarde Dollar stehen womöglich bald vor dem Zivilrichter zur Diskussion.

Die Goldman-Aktien brachen um 10 Prozent ein und nahmen den Gesamtmarkt mit auf die Reise.

Freigeschwommen
Irgendwie scheint der Zeitpunkt für die Klage keinen Tag zu früh zu kommen. Wenn schon vor den Kadi zerren, dann doch bitteschön erst, wenn den Banken wieder Fettpölsterchen angewachsen sind.

Die Großbanken wurden mit Staatsgeld saniert und fahren mit denselben riskanten Vorkrisenspielchen erneut fette Gewinne ein. Das zeigten zuletzt die Zahlen von JP Morgan und Bank of America.

Mit der Citigroup befreit sich die letzte amerikanische Großbank gerade von der "Staatsumklammerung". Das US-Schatzamt kündigte Ende März an, sich demnächst schrittweise von den insgesamt rund 7 Milliarden Citigroup-Aktien zu trennen, die man nach der Rettung der Bank von ihr einkassiert hatte.

Am Montag legt Citigroup ihre neuen Quartalszahlen vor. Man darf gespannt sein, wie sich die Märkte an den nächsten Handelstagen entwickeln. Ein paar große US-Banken scheinen zumindest auf die nächste Krise vorbereitet zu sein.

Komme, was da wolle
Als Gold- und Silberanleger ist man in jedem Fall auf der sicheren Seite. Egal, wie sich die Lage nun entwickelt.

Steigt die Konjunktur tatsächlich kräftig an, dann können die Inflationsraten schon bald in die Höhe schnellen. Der Goldpreis wird dies frühzeitig signalisieren.

Kommt es aber erneut zum Einbruch an den Märkten, dann ist eine zweite Krisenwelle zu erwarten. Die erste Phase, die wir ab Herbst 2008 erleben mussten, wird im Vergleich dazu einem seichten Strudel in einem Handwaschbecken ähneln.

Die letzte Bankenkrise konnte mit Staats- und Steuergeldern noch aufgefangen werden. Im nächsten Sturm droht die gesamte staatliche Rettungsmannschaft inklusive ihrem deckungslosen Papiergeld mit unterzugehen.

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Freitag, 16. April 2010 - 11:17 Uhr

Warum der Goldpreis auf 10.000 Dollar steigen kann

Jim G. Rickards, langjähriger Investmentbanker, Finanzberater, Risk Manager und Chef des amerikanischen Marktforschungsunternehmens Omnis malt in einem aktuellen Online-Interview ein bedrohliches Bild der globalen Finanzmärkte. Seinen Aussagen zufolge kann es im Rahmen einer US-Staatskrise zum Run auf physisches Gold kommen. Die großen Goldhandelsplätze könnten dann aufgrund notorischer Edelmetall-Knappheit unfähig sein, Lieferversprechen einzuhalten. Eine Explosion des Goldpreises wäre die Folge.

Im Geldverkehr ist es anerkannte Praxis. Banken verleihen mehr Geld, als sie tatsächlich zu einem bestimmten Zeitpunkt in ihren Tresoren oder in Form eigener Sichtguthaben verfügbar haben. Wenn nur ein geringer Teil der Bankkunden – sagen wir 5 Prozent – gleichzeitig ihr Geld abheben wollen, dann ist jeder Bank der Welt in kürzester Zeit zahlungsunfähig.

Was weit weniger bekannt ist: Die gleiche Situation besteht auch auf dem Goldmarkt. Einige erfahrene Marktbeobachter gehen davon aus, dass das Verhältnis zwischen Gold, das auf dem Papier gehandelt wird (Forderungen/Lieferverpflichtungen) und tatsächlich vorhandenem Gold, 100 zu 1 beträgt. Jim G. Rickards, langjähriger Investmentbanker, Finanzberater, Risk Manager und Chef des amerikanischen Marktforschungsunternehmens Omnis gehört dazu.

In einem aktuellen Interview mit dem Onlineportal King World News äußert er die Vermutung, dass es früher oder später zu einem Run auf Gold kommt. Die großen Gold-Händler und Goldhandelsplätze (London Bullion Market, COMEX, ETFs) könnten dann aufgrund notorischer Knappheit an physischem Edelmetall unfähig sein, die zur Auslieferung angeforderte Menge bereitzustellen. Hiervon betroffen wären alle Formen von „Papiergold“, also Forderungen auf die Lieferung des Edelmetalls.

Schon derzeit ist es an den Terminmärkten gängige Praxis, dass fällige Lieferverträge durch den Abschluss neuer Kontrakte „gerollt“, also weiter in die Zukunft verschoben werden. Wenn die Kontrahenten jedoch zu einem bestimmten Zeitpunkt auf physische Lieferung bestünden – etwa weil der Papiergeldkollaps droht - dann werde man an den Märkten versuchen, Goldforderungen per Barzahlung auszugleichen.

Doch welchen Preis werden Investoren wohl fordern, wenn der Wert des zum Tausch angebotenen Papiergeldes gegen Null tendiert?

Rickards hat ausgerechnet, dass der Preis für die Feinunze Gold auf 5.500 Dollar ansteigen müsste, um die vorhandene US-Geldmenge M1 zu decken. Er hält einen Preis von 5.000 bis 10.000 Dollar für möglich, sollten die USA in die Lage geraten, ihre Schulden nicht mehr durch die Aufnahme neuer Kredite finanzieren zu können. In diesem Fall bleibe keine andere Wahl, als drastische Maßnahmen zu ergreifen, um eine neue Währungsdeckung zu erreichen.

These: Eine Vernichtung von Dollar-Geldwerten im gleichen Verhältnis (100:1) könnte somit im Falle eines zur Staatssanierung erforderlichen Währungsschnittes drohen. Eine Verzehnfachung des aktuellen Goldpreises wäre dann denkbar.

Weitere Rickards-Thesen:
- China benötigt zur Sicherung der eigenen Reserven etwa 4.000 Tonnen Gold, besitzt derzeit aber gerade einmal 1.000 Tonnen.
- China ist frustriert, weil das Land heute Gold zu deutlich höheren Preisen kaufen muss, als die europäischen Staaten, die ihre Goldreserven vor Jahren deutlich günstiger akkumuliert haben.

Link: Rickards-Interview mit Eric King (in englischer Sprache).

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Mittwoch, 14. April 2010 - 20:06 Uhr

Indische Goldimporte steigen um 477 Prozent

Relativ stabile Preise seit Januar und eine anziehende Schmucknachfrage stimulieren die Goldeinfuhr Indiens.

Indien hat im März 27,7 Tonnen Gold eingeführt. Im gleichen Vorjahresmonat waren es lediglich 4,8 Tonnen. Damit stiegen die Goldimporte fast um das Sechsfache. „Die Preise lagen hinter dem Allzeithoch des vergangenen Jahres zurück, deshalb kaufen die Leute jetzt“, erklärt Suresh Hundia President der Bombay Bullion Association gegenüber Reuters India. Mit einer Nachfrage von insgesamt nur 339,8 Tonnen war 2009 allerdings auch das schlechteste indische Goldjahr seit Jahren. Im Jahr 2007 konsumierte das Land noch fast dreimal so viel des kostbaren Edelmetalls.

Goldreporter

Foto: AngloGold Ashanti

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Mittwoch, 14. April 2010 - 09:47 Uhr

„Das Licht am Ende des Tunnel kann auch der entgegenkommende Zug sein“

Am vergangenen Montag diskutierte Ex-Bundesfinanzminister Peer Steinbrück in der TV-Sendung Beckmann mit der Tochter des Alt-Kanzlers Helmut Schmidt über vergessliche Banker und unzureichende deutsche Krisenpolitik.

„Die Krise war viel zu schnell vorbei“, meint Susanne Schmidt. Die Tochter von Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt war jahrelang bei Großbanken in London beschäftigt und rechnet nun in einem Buch mit der eigenen Branche ab. „Die Politik hat nicht zureichend gehandelt“, sagt der ehemalige Bundesfinanzminister Peer Steinbrück, jetzt wo Investmentbanken seit Monaten wieder die gleichen risikoreichen Geschäfte betreiben, wie vor zwei Jahren. In der In der TV-Sendung Beckmann sprachen beide mit dem Moderator über gierige Banker und tatenlose Politiker.

Einen Ausschnitt haben wir unten verlinkt. Den kompletten Beitrag gibt es auf der Webseite von Das Erste zu sehen.



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Dienstag, 13. April 2010 - 10:04 Uhr

EU-Kredite für Griechenland: „Und sie subventionieren doch“

Die Finanzminister der Europäischen Union haben sich darauf geeinigt, Griechenland im Notfall bis zu 45 Milliarden Euro in Form von Krediten zur Verfügung zu stellen. Wie kommentiert die Tagespresse dieses Übereinkommen? Goldreporter hat einige Ausschnitte gesammelt.

Financial Times Deutschland: „Und sie subventionieren doch“

„Ziel der Eurogruppe ist gerade das Verschleiern: Sie will den Griechen günstigere Kredite zur Verfügung stellen als diese auf dem Markt bekämen - ohne dass die Subvention für jeden sofort ersichtlich wäre. Denn Ärger droht sonst nicht nur aus der Bevölkerung, die vielerorts nicht einsieht, warum sie für die Überschuldung der Griechen aufkommen soll. Ärger droht auch mit den nationalen Verfassungsgerichten. Denn der Maastricht-Vertrag verbietet den Euroländern, sich gegenseitig zu helfen.“


Sueddeutsche.de: ''Jetzt hängt Deutschland drin''

„Alles gut? Mitnichten, sagt Hans-Werner Sinn, der Chef des Münchner Ifo-Instituts. Der Wirtschaftswissenschaftler hat das milliardenschwere Rettungspaket für Griechenland kritisiert. "Jetzt hängt Deutschland drin. Die EU-Länder geben Griechenland nun eben doch zinsverbilligte Kredite, bei denen man nicht weiß, ob sie jemals zurückgezahlt werden", sagte Sinn der Bild-Zeitung. Angesichts von Haushaltskrisen auch in anderen Staaten der Euro-Zone fügte er hinzu: "Und was man Griechenland gewährt hat, wird man Portugal und Spanien nicht mehr verwehren können."


Wiwo.de: „Kurze Atempause für Griechenland und die EU“

„Doch schon gegen Mittag macht sich Enttäuschung breit. Der Effekt des Rettungsplans ist verpufft, die europäischen Börsen haben ihre Kursgewinne weitgehend abgegeben. Überraschend ist das nicht. Denn auch nach dem Beschluss vom Sonntag bleiben viele offene Fragen.“ […] „Besorgniserregend an der aktuellen Situation ist in der Tat, dass die Anleihemärkte schon schnell testen könnten, ob die europäische Solidarität auch für Portugal und Spanien funktioniert. Besonders bei Spanien, der viertgrößten Euro-Wirtschaft, würde die Gemeinschaft vor einer Herausforderung stehen, die nicht mehr zu meistern ist.“


Zeit.de: „Eine Atempause für Griechenland“

„Die Griechenland-Hilfe hat eben zwei Seiten: Einerseits ist damit eine Zahlungsunfähigkeit des Mittelmeerlandes zumindest kurzzeitig gebannt, andererseits aber kippt damit der EU-Stabilitätspakt.“


Manager-Magazin: „Schmerzhafte Hilfe“

„Allzu groß dürfte die Feierlaune in Athen nicht sein, nachdem Europäische Union und Internationaler Währungsfonds bis zu 45 Milliarden Euro Hilfe zusagten. IWF-Direktor Dominique Strauss-Kahn ließ in der österreichischen Zeitschrift `Profi´ sogleich wissen, die Kreditbedingungen würden "schmerzhaft" für die Griechen: `Das einzige effektive Mittel, das bleibt, ist Deflation - sinkende Löhne und sinkende Preise.´ Griechenland müsse "genau den Weg zurückgehen, den es in den vergangenen Jahren eingeschlagen hat" - also den auf Pump erkauften Wohlstand wieder abgeben.“

Der Standard (Österreich)
„Trotz der Bereitschaft der Eurogruppe und des Währungsfonds, ein Hilfspaket für Griechenland zu schnüren, bleiben Zweifel. Noch fehlen die formalen Unterstützungen, der Euro bäumte sich nur kurz auf. Ganz so reibungslos, wie der Beschluss des Hilfspakets für Griechenland vom Sonntag vermuten ließ, scheint die Rettungsaktion doch nicht zu verlaufen. Ein kompliziertes formales Prozedere und recht undurchsichtige finanzielle Konditionen sorgten dafür, dass ein Strohfeuer an den Märkten rasch wieder gelöscht wurde.“

Wall Street Journal (Großbritannien)

“Die meisten Deutschen sind gegen umfangreiche Hilfen für Griechenland. Angela Merkel, die im nächsten Monat vor entscheidenden Regionalwahlen steht, hatte versucht Athen nicht mehr als moralische Unterstützung anzubieten. Diese Position ließ sich durch den wachsenden Marktdruck nicht mehr halten.“


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Montag, 12. April 2010 - 15:43 Uhr

Silberpreis erstürmt Allzeithoch!

Mit 13,68 Euro setzte der Kurs des weißen Edelmetalls am Montagvormittag in der europäischen Gemeinschaftswährung gerechnet eine neue Bestmarke. Der Verlauf des Euro-Silber-Charts signalisiert weiteres Kurspotenzial.

Fast unbemerkt, selbst von den meisten Fachmedien, hat der Silberpreis heute Morgen in Euro gemessen einen neuen historischen Höchststand erreicht. Die Feinunze wurde im Londoner A.M.-Fixing auf umgerechnet 13,68 Euro festgesetzt. Das bisherige Rekordhoch lag bei 13,57 Euro und stammt vom 6. März 2008.

Die folgende Chartdarstellung zeigt den Kursverlauf seit 1999.



Abb.: Silber in Euro seit 1999 (London Fix)

Trotz des Kurs-Tops ist Silber immer noch vergleichsweise günstig. Das aktuelle Gold-Silber-Ratio beträgt 62,9. Das heißt man benötigt 62,9 Unzen Silber, um eine Unze Gold zu kaufen. Der historische Mittelwert liegt bei 17.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Euro-Krise (Griechenland-Bailout in zweistelliger Milliardenhöhe; weiterer Anstieg der Staatsschulden), ist in den kommenden Wochen mit weiter stark steigenden Edelmetallkursen zu rechnen.

Silber dürfte sich dabei erneut deutlich dynamischer verhalten als Gold. Gefahr droht lediglich bei einem Einbruch des Gesamtmarktes. Im Rahmen des langfristigen Vermögensschutzes ist dieses Szenario aber ohnehin irrelevant.

Goldreporter

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Sonntag, 11. April 2010 - 11:45 Uhr

Staatskrisen: Heute Griechenland, morgen Spanien?

Derzeit reden alle über Griechenland, dabei schlummert in Spanien ein noch weit größeres Unheil für die Europäische Union. Ein ZDF-Beitrag beleuchtet die massiven finanziellen Probleme auf der Iberischen Halbinsel.

Die Arbeitslosigkeit beträgt über 20 Prozent. 1,5 Millionen Wohnungen wurde auf Pump finanziert und sind jetzt unverkäuflich. Im Süden Spaniens gibt es regelrechte Geisterstädte. Deutsche Banken haben 245 Milliarden Euro an Forderungen gegenüber dem EU-Partner. Insgesamt 325 Milliarden Euro haben spanische Immobilien-Firmen und -Investoren bei Banken geliehen. In einem aktuellen TV-Beitrag werden die massiven Probleme Spaniens nach dem verheerenden Immobilien-Crash skizziert.



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Samstag, 10. April 2010 - 13:30 Uhr

US-Banken stocken Terminkäufe drastisch auf: Geht die Gold-Party jetzt richtig los?

Die Daten des aktuellen Terminmarktberichts der CFTC weisen erstaunliche Veränderungen in den Handelspositionen der großen US-Banken auf. Bei Gold ist das Verhältnis von Short- zu Long-Futures von März auf April von 25:1 auf 8:1 gesunken. Ein gutes Umfeld für weiter steigende Edelmetallpreise.

Am 8. März 2010 titelte Goldreporter.de anlässlich der aktuellen Daten vom Warenterminmarkt: „JP Morgan reduziert erneut Verkäufe: Heben Silber- und Goldpreis nun ab?“ Seitdem ist der Goldpreis um 2,4 Prozent gestiegen. Die Feinunze Silber legte um 5,83 Prozent zu.

Im Monat zuvor lautete unsere Schlagzeile „US-Banken reduzieren ihre Short-Positionen: Steigt nun der Goldpreis?“. Das war am 9. Februar. Damals stand Gold bei 1.070 Dollar. Silber kostete 15,20 Dollar pro Feinunze. In den darauffolgenden vier Wochen stieg Gold um 6 Prozent, Silber rauschte sogar 13 Prozent nach oben.

Am Freitag veröffentlichte die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) nun die April-Daten zur Bankenbeteiligung an den Warentermingeschäften der COMEX. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die großen US-Banken (Es sind 4, nicht namentlich angegeben. Man kann das Ganze aber im Prinzip auf einen Namen reduzieren: JP Morgan) auf den Futures-Markt weiterhin mit Vorwärtsverkäufen bei Gold und Silber zurückhalten. Das sind zunächst schon einmal gute Nachrichten für Gold-Freunde.

Gold- und Silber-Shorts nur leicht erhöht
Der Bank Participation Report der CFTC zeigt, dass sich die Short-Positionen der US-Banken bei Gold nur geringfügig erhöht haben. Mit 95.157 Kontrakten (à 100 Unzen) sind es 2,7 Prozent mehr Vorwärtsverkäufe, als zu Beginn des vergangenen Monats.

Aber: Die Gold-Long-Positionen der US-Banken stiegen drastisch von 3.600 auf 11.496 Kontrakte. Ein Plus von 219 Prozent!

Das ist gleichzeitig der höchste Stand seit September 2008. Das Verhältnis von Short zu Long-Positionen ist damit von 25:1 Anfang März auf nun 8:1 gefallen.



Abb.: Banken halten still
Entwicklung Anzahl der Short-Kontrakte (Futures) an der Warenterminbörse COMEX, gehalten von US-Banken. Quelle: Bank Participation Report der CFTC vom 06.04.2010; Grafik: Goldreporter.de

Auch die Anzahl der Short-Futures auf Silber, gehalten von US-Banken, ist Anfang April nur minimal um 0,7 Prozent auf 30.646 Kontrakte gestiegen.

Fazit
In einem Artikel am 24. März informierten wir über die konzentrierte Marktmacht von JP Morgan im Handel mit Derivaten. Ende vergangenen Jahres kontrollierte der US-Bankengigant 98 Prozent aller amerikanischen Terminmarktschäfte mit Gold.

Dass die Handelsstrategie dieser Bank großen Einfluss auf die Entwicklung des Edelmetallmarktes hat, dürfte deshalb klar sein. Wenn die großen US-Banken den Markt nicht mit neuen Verkäufen belasten, sondern sogar verstärkt long gehen, dann ist dies im Rahmen des aktuellen wirtschafts- und geldpolitischen Umfeldes ein mögliches Signal für weiter steigende Edelmetallpreise.

Hintergrund
US-Banken spielen am Warenterminmarkt eine dominante Rolle. Mit großvolumigen Vorwärtsverkäufen (Short-Futures und -Optionen) besteht für sie die Möglichkeit, Kurse an der Warenterminbörse kurzfristig stark zu drücken. Durch Arbitrage-Geschäfte zwischen Spot- und Terminmarkt korrespondieren die Kurse auf beiden Märkten eng miteinander. Terminmarktgeschäfte haben also auch entscheidenden Einfluss auf den Preis für Gold zur sofortigen Lieferung (Spot Price).

Banken betreiben mit Warentermingeschäften Eigenhandel, bauen damit aber auch Gegenpositionen zu anderen Derivate-Geschäften auf, bei denen sie als Kontrahenten ihrer Kunden auftreten. Man spricht in diesem Zusammenhang von so genannten Bullion Banken.

Die starke Short-Konzentration bei Gold und Silber, dominiert von diesen wenigen Banken, wird von Kritikern seit langem als marktbeherrschend und manipulativ angesehen. Man geht davon aus, dass weniger große US-Häuser die Vormachtstellung am Terminmarkt nutzen, um den Gold- und Silberpreis zu drücken.

Im Rahmen einer öffentlichen Anhörung vor einem Gremium der CTFC im vergangenen März (Goldreporter berichtete), wurden viele dieser Fakten einem breiteren Publikum präsentiert. Möglicherweise ist die aktuelle Entwicklung am Futures-Markt zumindest teilweise eine Folge dieser Veranstaltung. Die US-Banken könnten versuchen, sich etwas aus der Schusslinie zu manövrieren.

Goldreporter

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Freitag, 9. April 2010 - 10:32 Uhr

SPDR Gold-ETF meldet Goldbestände in Rekordhöhe

Der weltweit größte Gold-ETF SPDR Gold Trust meldet einen neuen Rekord-Goldbestand. Am Donnerstag kam es zu erheblichen Mittelzuflüssen.

Der weltweit bedeutendste mit physischem Gold hinterlegte Exchange Traded Fund, SPDR Gold Trust, hat derzeit so viel Gold für eine Anleger eingelagert, wie nie zuvor. Dies geht aus den Angaben auf der Webseite des Fondsanbieters hervor.

Alleine am gestiegen Donnerstag stiegen die Goldbestände nach Angaben von SPDR um 10 Tonnen oder 0,8 Prozent. Insgesamt lagern demnach 1.140,43 Tonnen SPDR-Gold in den Vaults der Bullion-Bank HSBC in London, die die Barren für die Kunden des Fonds aufbewahrt.

Teile des Goldes sollen außerdem bei der Bank of England und der London Bullion Market Association (LBMA) liegen, die als Zwischenverwahrer fungieren. Der aktuelle Gegenwert des gesamten SPDR-Goldes: 42,085 Milliarden Dollar (32,13 Mrd. Euro).

Die Goldbestände der großen ETFs - eigentlich ETC (Exchange Traded Commodities) - werden gerne als Indikator für die Investmentnachfrage herangezogen.

Goldreporter

Bild: SPDR Gold Trust/HSBC

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Freitag, 9. April 2010 - 09:30 Uhr

Zerreißt die Krise den Euro-Raum? (Video)

Entwickelt sich die europäische Gemeinschaftswährung in der Krise nun als Fluch oder Segen? Die ZDF-Dokumentation “Ich bin der Euro” hat unsere Währung anlässlich ihres 10-jährigen Bestehens und vor dem Hintergrund der aktuellen Finanzprobleme vieler EU-Länder kritisch unter die Lupe genommen.

Der ehemalige US-Notenbank-Chef sagte einst: “Der Euro wird kommen, aber er wird keinen Bestand haben”. Während die Gründungsväter unsere Währung weiter als große Errungenschaft feiern, die noch Schlimmeres für die europäischen Volkswirtschaften verhindert habe, mehren sich in diesen Tagen die Euro-Zweifler. In der interessanten, durchaus kritischen 45-minütigen ZDF-Dokumentation “Ich bin der Euro - Währung in der Krise” kommen zahlreiche Euro-Skeptiker zu Wort.

“Dass die Euro-Einführung auf einem Etikettenschwindel beruhte, dieser Beweis ist jetzt erbracht”, sagt Wirtschaftsprofessor Wilhelm Hankel, der seinerzeit gegen die Einführung der europäischen Gemeinschaftswährung klagte. Er ist sich sicher, dass es den Deutschen heute mit der D-Mark besser ginge.

“Die Volkswirtschaften der südlichen Euro-Staaten sind eigentlich nicht zu wenig wettbewerbsfähig, wie allgemein behauptet wird. Sie haben nur riesige Defizite in ihren Handelsbilanzen und keine Möglichkeit, ihre Währung abzuwerten. Sie sind gefangen im Euro”, erklärt Gikas Hardouvelis, Wirtschaftsprofessor an der Universität Piräus.

“Die Verschuldung gegenüber dem Ausland ist nicht ohne Abwertung zurückzuführen. Nun kann ein Land wie Griechenland in der Euro-Zone nicht abwerten. Wenn diese gravierenden Ungleichgewichte in der Außenhandelssituation nicht beseitigt werden, dann wird an dem Auseinanderfallen der Euro-Zone kein Weg vorbeigehen”, sagt Heiner Flassbeck, Chefvolkswirt der UN-Handelskonferenz.

Nach der Auffassung des EZB-Präsidenten Jean-Claude Trichet ist es in Sachen Euro vor allem wichtig, Vertrauen zu schaffen. Da der Euro, wie heute alle Währungen der Welt, alleine durch Vertrauen gedeckt ist, muss man ihm wohl uneingeschränkt Recht geben.

Das Beitrags-Fazit: “Der Euro: Eine Währung auf Bewährung” .

Teil 1



Teil 2



Teil 3




Teil 4




Teil 5






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Donnerstag, 8. April 2010 - 14:55 Uhr

Staaten-Bonität im Vergleich: Griechenland jetzt sogar schlechter als Island

Die Gefahr eines griechischen Staatsbankrotts steigt von Tag zu Tag. Erstmals ist es sogar teurer, sich gegen den Zahlungsausfall Griechenlands zu versichern, als gegen eine Pleite Islands. Auch die Bonitätswerte von Portugal, Spanien und Italien haben sich deutlich verschlechtert.

Jährlich 466.690 Euro mussten am Donnerstagmittag berappt werden, um griechische Staatsanleihen im Wert von 10 Millionen Euro gegen Ausfall zu versichern. So viel, wie noch nie zuvor.

Gegenüber dem Vortag stieg der Risikoaufschlag für fünfjährige Kreditausfallderivate Griechenlands (CDS = Credit Default Swaps) damit noch einmal um 13 Prozent. Innerhalb einer Woche schossen Griechenland-CDS‘s um 123 Basispunkte oder 36 Prozent auf das Rekordhoch von 466,90 Basispunkten nach oben.

Erstmals ist es nun teurer sich gegen einen Staatsbankrott Griechenlands zu versichern, als gegen einen Zahlungsausfall des angeschlagenen Island (414,02 Basispunkte).

Obwohl die CDS-Preise für Portugal, Spanien und Italien noch vergleichsweise niedrig sind (siehe Tabelle), stiegen auch deren Risikowerte heute stark an, um jeweils rund 8 Prozent.

Aktuelle Vergleichswerte über die CDS-Preise ausgewählter Länder erhalten Sie in der folgenden Tabelle (Stand: 08.04.2010, 12:30 Uhr):



Goldreporter

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Mittwoch, 7. April 2010 - 14:28 Uhr

Griechenland: Was bei einem Euro-Ausstieg passiert (Video)

Um alte Finanzlöcher zu stopfen, muss Griechenland ständig neue aufreißen. Einige Experten sind der Meinung, nur mit einem Euro-Austritt wäre Griechenland wirklich geholfen. Ein ZDF-Beitrag erörtert dieses Szenario.

Griechenland taumelt von einem Finanzierungsloch zum nächsten. Im April und Mai muss das Land erneut insgesamt 25 Milliarden Euro am Kapitalmarkt aufnehmen, nur um fällige Anleihen zu bedienen. Der Euro-Kurs quittiert das anhaltende Budget-Drama mit einem Durchhänger.

Nun werden zunehmend Forderungen laut, Griechenland solle die Euro-Gemeinschaft verlassen und wieder zur Drachme als nationales Zahlungsmittel zurückkehren.

Der ZDF-Beitrag erörtert, welche Folgen ein Euro-Ausstieg Griechenlands auf das Land selbst und die Länder der Europäischen Union hätte.

Anmerkung: Der Bericht stammt vom 7. März 2010.



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Mittwoch, 7. April 2010 - 09:42 Uhr

Euro-Goldpreis im Höhenrausch

Am Mittwochvormittag kostete die Feinunze Gold umgerechnet mehr als 850 Euro. Damit dürfte die Abwertung der europäischen Gemeinschaftswährung gegenüber dem Edelmetall aber noch nicht abgeschlossen sein.

Während der Goldpreis am Dienstagvormittag den Ausbruch über die charttechnisch wichtige Marke 1.120 Dollar bestätigte und bereits über 1.130 Dollar notiert, nimmt nun auch der in Euro umgerechnete Kurs des Edelmetalls deutlich Fahrt auf.

Auf Basis des Londoner P.M.-Fixings kostete die Feinunze Gold gestern bereits 847,23 Euro. Gold war damit hierzulande noch nie so teuer. Am heutigen Vormittag wurden bereits mehr als 850 Euro erreicht.

Der Höhenflug des Euro-Goldpreises nimmt aber möglicherweise erst jetzt richtig Fahrt auf. Wie an der folgenden Chartdarstellung zu sehen ist (London Fix A.M. seit 2007), hat sich seit dem letzten Rekordhoch im Dezember 2009 eine Dreiecksformation gebildet. Der Euro-Gold-Chart ist im Begriff, aus dieser Formation nach oben auszubrechen.



Abb.: Gold in Euro seit 2007 (London A.M. Fix)

Für die aktuelle Aufwärtsdynamik sorgen ein steigender Goldkurs auf Dollar-Basis und ein parallel fallender Euro-Kurs. Vor allem die erneut aufflammende Sorge um die Zahlungsfähigkeit Griechenlands belastet den Euro.

Auch der Silberpreis setzt seinen dynamischen Aufwärtstrend fort. Kurse über 18 Dollar wurden in den vergangenen beiden Tagen bereits mehrfach erreicht.

Wenn der Gesamtmarkt nicht grundlegend seine Richtung ändert, dann ist in den kommenden Wochen mit weiter steigenden Edelmetallpreisen zu rechnen.

Kurzfristig Gefahr für die Edelmetallpreise droht aber erneut aus den USA. Am Mittwoch und Donnerstag stehen 10- und 30-jährige US-Bonds zum Verkauf. Um Umfeld dieser Langläufer-Auktionen kam es in der Vergangenheit wiederholt zu spontanen Kurseinbrüchen.

Goldreporter

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Dienstag, 6. April 2010 - 18:41 Uhr

Bundesbank gibt erstmals Details zum Papiergold-Anteil der Goldreserven bekannt

Eine Sprecherin der Deutschen Bundesbank machte gegenüber Goldreporter erstmals Angaben über den Anteil sogenannter Goldforderungen an den deutschen Goldbeständen. Eine wichtige Erkenntnis: Die Angaben des World Gold Council zu den weltweiten Goldreserven enthalten auch Papiergold!

In der Bilanz der Deutschen Bundesbank werden die Goldbestände der Bundesrepublik Deutschland seit Jahren in der Position „Gold und Goldforderungen“ aufgeführt. Eine Differenzierung, welcher Anteil davon echtes Gold und was Goldforderungen sind, erfolgt in der Regel nicht.

Im Rahmen des Monatsberichts März richtete Goldreporter deshalb einige Fragen an die Pressestelle der Deutschen Bundesbank. Unter anderem wollten wir wissen, ob das Institut neben echten Goldbarren-Beständen auch verbriefte Goldforderungen besitzt, die in der Position „Gold und Goldforderungen“ enthalten sind. Wir erhielten Antwort.

„Die Rechnungslegung der Deutschen Bundesbank erfolgt unter der Berücksichtigung der Bundesbank als Bestandteil des Europäischen Systems der Zentralbanken. Gemäß der Rechnungslegungsgrundsätze des Europäischen Systems der Zentralbanken werden physisches Gold als auch nicht physisches Gold wie Goldforderungen gemeinsam in der Bilanzposition Aktiva 1 ausgewiesen. Die Goldforderungen umfassen insbesondere verliehene Goldbestände sowie Sichtguthaben bei Geschäftspartnern. Der Anteil an Goldforderungen liegt hierbei höchstens im einstelligen Prozentbereich“, teilte uns Bundesbank-Kommunikations-Mitarbeiterin Susanne Mehldorn mit.

Bei einem Umfang an Goldbeständen im Wert von 84 Milliarden Euro (3.408 Tonnen), wie im März-Bericht der Bundesbank per Ende Dezember 2009 ausgewiesen, kommt man bei einem „einstelligen Prozentbereich“ für Goldforderungen immerhin auf eine Summe zwischen 840 Millionen Euro (1 Prozent) und 7,56 Milliarden Euro (9 Prozent) Euro. In Gewichtsgrößen: Zwischen 34 Tonnen (1 Prozent) und 306 Tonnen (9 Prozent).

Klar ist damit auch: Die vom World Gold Council (WGC) veröffentlichten Goldreserven beinhalten auch Papiergold (Goldforderungen). Denn für Deutschland wurde vom WGC im Dezember praktisch die gleichen Bestände ausgewiesen, wie sie die Deutsche Bundesbank in der Position „Gold und Goldforderungen“ veröffentlicht hat.

Beachten Sie dazu unseren früheren Artikel „Deutsche Goldreserven weiter schleierhaft“.

Goldreporter

Bild: Deutsche Bundesbank

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Dienstag, 6. April 2010 - 10:54 Uhr

Deutsche Goldreserven weiter schleierhaft

Einmal im Quartal veröffentlicht der World Gold Council Zahlen zu den weltweiten Goldreserven. Die Erhebung erfolgt durch den Branchendienstleister GFMS. Gemeldet werden die Goldbestände durch die Zentralbanken. Doch diese Angaben sind oft irreführend. Ein aktuelles Beispiel liefert die Deutsche Bundesbank. Und erneut stellt sich die Frage: Wie viel echtes Gold schlummert wirklich in den Zentralbank-Tresoren?

Im ihrem aktuellen Monatsbericht März hat die Deutsche Bundesbank neue Zahlen zu den deutschen Goldreserven im Rahmen ihrer Zahlungsbilanz 2009 veröffentlicht.

Im Report heißt es: „Neben den in der Zahlungsbilanz erfassten transaktionsbedingten Veränderungen kam es im Berichtsjahr bei den Währungsreserven zu weiteren Anpassungen, die gemäß den internationalen Standards nicht in der Zahlungsbilanz ausgewiesen werden. So haben die Währungsreserven der Bundesbank durch die übliche Neubewertung zu Marktpreisen deutlich an Wert gewonnen (18 Mrd.). Ausschlaggebend war hier die Höherbewertung des Goldbestandes um 15 ½ Mrd. € auf nun 84 Mrd. €.“

So, da wir jetzt seit langem einmal wieder konkrete Angaben zu den "Goldbeständen" der Bundesbank haben, rechnen wir auch gleich einmal genau nach.

Wie viele Tonnen Gold entsprechen 84 Mrd. Euro?

Am letzten Handelstag 2009 kostete die Feinunze im Londoner Vormittags-Fixing € 766,40. Es ergibt sich also folgende Rechnung:

84 Mrd. / Aktueller Marktpreis (766,40 Euro/Unze) = 109.603.340 Unzen
= 3.408.663.883 Gramm
= 3.408,66 Tonnen Gold.

Toll, das entspricht bis auf die Nachkommastellen genau der Goldmenge, die der World Gold Council per Ende September 2009 als deutsche Goldreserven meldete. Alles in Butter, oder?

Im Bundesbank-Bericht taucht das Edelmetall noch einmal auf, nämlich in „Auslandsposition der Deutschen Bundesbank in der Europäischen Währungsunion“.

Dahinter verbergen sich laut Bundesbankbericht: „Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber allen Ländern innerhalb und außerhalb der Europäischen Währungsunion. […] Ab Januar 2001 werden alle Monatsendbestände zu Marktpreisen bewertet.“

Am Jahresende 2009 wurden die unter Auslandspositionen angegebenen „Gold und Goldforderungen“ mit 83.939.000.000 Milliarden Euro ausgewiesen. Es handelt sich also mehr oder weniger um den gleichen Betrag und die gleiche Goldmenge: Rund 3.408 Tonnen.

Wenn man die Zahlen vergleicht, dann muss man zu dem Schluss kommen, dass die deutsche Position „Gold und Goldforderungen“ aus der EU-Bilanz den offiziellen Goldreserven des World Gold Council entspricht.

Welche Schlüsse kann man daraufhin ziehen?

Es gibt zwei Möglichkeiten:

1. Die von World Gold Council / GFMS für Deutschland gemeldeten Goldbestände sind gar keine reinen physischen Goldbestände, sondern entsprechen der Bilanzposition „Gold und Goldforderungen“. Damit wäre in den offiziellen „Goldreserven“ grundsätzlich also auch Papiergold enthalten (Gold-Swaps, Gold-Leasing-Geschäfte).

2. Die Deutsche Bundesbank hat gar keine „Goldforderungen“, sondern tatsächlich nur echtes Gold in ihrer Bilanz. Das hieße, man hätte nie Gold verliehen oder verleast. Aber warum heißt die Bilanzposition dann „Gold und Goldforderungen“ und nicht einfach „Gold“.

Es ist schwer zu glauben, dass sich die Bundesbank in den vergangenen Jahren nicht in Gold-Swap- oder Verleihgeschäften involviert war. Schließlich waren Geschäfte dieser Art über Jahre hinweg gängige Notenbank-Praxis.

Wir haben eine Anfrage an die Pressestelle der Deutschen Bundesbank gerichtet, um mehr zu erfahren. Bislang haben wir keine Antwort erhalten.

Die Zentralbanken halten sich bekanntermaßen äußerst bedeckt, was ihre Gold-Positionen angeht. Man muss sich immer wieder fragen, warum.

Denn Gold oder Goldforderungen, das ist ein ganz gewaltiger Unterschied. Echtes Gold kann nie Pleite gehen, deswegen handelt es sich ja um eine wichtige Währungsreserve. Wenn nichts anderes mehr als Zahlungsmittel akzeptiert wird, Gold ist immer ein gern gesehenes Tauschmittel. Goldforderungen sind dagegen nichts anderes als Schuldverschreibungen, die jederzeit ausfallen können.

Ist das offizielle Zentralbank-Gold nun echtes Gold? Oder sind doch ein paar klitzekleine, physisch nicht vorhandene Papiergoldbestände mit dabei? Solange die Zentralbanken zu diesem Thema schweigen, darf weiter spekuliert werden.

Goldreporter

Bild: Deutsche Bundesbank

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Samstag, 3. April 2010 - 17:04 Uhr

Gute Chancen für neue Gold- und Silber-Rally

Wenn sich die Signale der Charttechnik in der kommenden Woche bestätigen, dann könnte uns kurzfristig eine neue Gold- und Silber-Rally bevorstehen.

Nach wochenlangem Kampf mit der Marke von 1.120 Dollar, ist der Goldpreis am Donnerstagnachmittag steil angestiegen und hat den technischen Widerstand auf diesem Kursniveau mühelos hinter sich gelassen.

Dabei ist auch der seit dem Dezember-Hoch bestehende Abwärtstrend nach oben durchbrochen worden. Ein gutes Zeichen. Der Trendwechsel muss in der kommenden Woche allerdings noch durch weiter steigende Kurse - möglichst bis über 1.130 Dollar - bestätigt werden.



Abb.: Goldpreis in US-Dollar, 6 Monate (Deuba-Indikation)

Der Silberpreis vollzog in den vergangenen Tagen bereits einen rasanten Anstieg. Unmittelbar unterhalb des Widerstandes von 17,90 Dollar legte der Kurs des Edelmetalls dann eine Verschnaufpause ein.

Der Anstieg über das Niveau von 18 Dollar könnte - ähnlich wie bei Gold - eine wichtige Trendwende einleiten. Bevor dies geschieht, kann der Preis für die Silberunze aber noch einmal kurzzeitig bis auf das Niveau von 17,40 Dollar zurückfallen.



Abb.: Silberpreis in US-Dollar, 1 Jahr (Deuba-Indikation):

Fazit: Die zuletzt gute Stimmung an den Finanzmärkten und die positiven Signale der Charttechnik eröffnen gute Chancen für deutlich steigende Gold- und Silber-Preise in den kommenden Wochen.

Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Ausschnitt aus dem wöchentlichen Goldreporter-Newsletter.

Goldreporter

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Samstag, 3. April 2010 - 15:15 Uhr

Ist ein Maple Leaf mehr wert als ein Krügerrand?

Beim Kauf von Goldmünzen gilt es, Preise genau zu vergleichen. Wie macht man das? Goldreporter erklärt die Begriffe Feingewicht, Raugewicht, Feingoldgehalt und Aufgeld, die bei der Einschätzung über den wahren Wert einer Anlagemünze die entscheidende Rolle spielen.

Ist der Maple Leaf eigentlich mehr wert als ein Krügerrand, weil bei der kanadische Münzen 999 von 1.000 Teilen reines Gold sind, beim Krügerrand aber nur 916?

Immer wieder erreichen uns Anfragen, die sich auf die Sinnhaftigkeit verschiedener Goldmünzen als Geldanlage beziehen. Anlass genug für uns, noch einmal detailliert auf die wichtigesten Begriffe und Maßeinheiten bei der Bewertung von Goldanlagemünzen einzugehen.

Feingewicht vs. Raugewicht
Das Feingewicht gibt an, wie viel Gramm reines Gold eine Münze beinhaltet. Man spricht auch von Feingoldgehalt. Das Feingewicht unterscheidet sich deshalb immer vom Gesamtgewicht einer Goldmünze, das auch Raugewicht genannt wird.

Der Grund: 100-prozentig reines Gold lässt sich technisch nicht herstellen. Die heutigen Verfahren lassen eine Gold-Raffinierung maximal bis zu einer Feinheit von 999,9/1.000 zu. Es bleibt also immer ein kleiner Rest fremden Materials im Gold eingeschlossen.

Um die Kratzfestigkeit einer Goldmünze zu erhöhen, wird mitunter Silber oder Kupfer beigemischt. Dies ist beim Krügerrand der Fall.

Beispiele:

1 Unze Maple Leaf
Reinheit: 999/1.000 (Feingold)
(Rau-)Gewicht: 31,103 Gramm
Feingewicht: 31,10 Gramm

1 Unze Krügerrand
Reinheit: 916,6/1.000 (Kupfer-Legierung)
(Rau-)Gewicht: 33,9305 Gramm
Feingewicht: 31,10 Gramm

Wichtig: Wenn von einer 1-Unzen-Münze die Rede ist, dann enthält die Münze immer auch 1 Unze reines Gold!

Ganz genau genommen ist der Krügerrand sogar etwas mehr wert, als ein Maple Leaf, denn die Münze enthält ja zusätzlich noch 2,8275 Gramm Kupfer. Bei der Preisstellung im Handel spielt dieser Umstand natürlich keine Rolle, denn diese Menge entspricht einem verschwindenden Gegenwert von aktuell 0,015 Euro.

Die kürzlich vorgestellte Centenario-Goldmünze enthält 37,5 Gramm (1,2 Unzen) Gold und wiegt mit 41,66 Gramm (Raugewicht) deutlich mehr als Krügerrand und Maple Leaf.

Berechnung
Um die Münzen aus Anlagegesichtspunkten zu vergleichen, rechnet man aus, was der reine Goldgehalt der Münzen wert ist.

Bei unserer Betrachtung hat sich ergeben, dass man mit dem Centenario gegenüber Krügerrand und Maple Leaf - relativ betrachtet - deutlich mehr reines Gold für sein Geld erhält. Was heißt das?

Einen direkten Preisvergleich stellt man an, indem man den Preis der Münze auf eine Unze Gold hochrechnet ("Was kostet mich diese Münze pro Unze Feingold?")

Hierzu teilt man den Preis für die Münze durch ihr Feingewicht. Man erhält die Kosten pro Gramm Gold. Das wiederum multipliziert man mit 31,1 Gramm.

Beispiel Centenario (Preise von vergangener Woche):

€ 1.023,99 Euro / 37,5 Gramm * 31,10 Gramm = € 849,23

Das Ergebnis vergleicht man mit den Handelspreisen für Krügerrand (€ 863,21) und Maple Leaf (€ 871,21) und erkennt, dass der Centenario in diesem Beispiel bis zu 2,5 Prozent günstiger ist.

Absoluter Preisvorteil
Ob eine Goldmünze generell teuer oder preiswert ist, beschreibt das so genannte Aufgeld. Es gibt prozentual an, wie viel ich für eine Münze über den reinen Goldwert hinaus bezahle. Das Aufgeld wird so berechnet:

Münzpreis pro Unze (€ 849,23) / Aktueller Goldpreis (€ 819) = 1,0369 = 3,69 Prozent

Fazit
Beim Kauf von Goldanlagemünzen sollte man immer auf das Feingewicht achten. Es sagt aus, wie viel Feingold tatsächlich in der Münze enthalten ist. So lassen sich Anlage-Alternativen preislich vergleichen. Absoluter Indikator für den Preis eines Goldinvestments ist das Aufgeld. Wir haben Ihnen gezeigt, wie man es berechnet.

Goldreporter

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