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Goldpreis reagiert sprunghaft auf Äußerungen des EZB-Chefs

EZB-Zentrale in Frankfurt

Die Märkte reagierten im Verlauf der heutigen EZB-Pressekonferenz mit einer wilden Achterbahnfahrt, nach dem EZB-Chef konkrete Angaben zu möglichen Staatsanleihen-Käufen vermissen ließ.

Die Europäische Zentralbank kam in dieser Woche zur turnusmäßigen Ratssitzung zusammen. Das Ergebnis: Der Euro-Leitzins verbleibt auf dem aktuellen Niveau von 0,75 Prozent. Das war erwartet worden. Die Öffentlichkeit war vielmehr gespannt darauf, was EZB-Chef Mario Draghi im Nachgang seiner kürzlichen Äußerungen bekanntgeben würde. Draghi hatte vergangene Woch erklärt, die EZB werde alles Erforderliche im Mandat der EZB unternehmen, um den Euro zu erhalten.

Im Rahmen der heutigen Pressekonferenz enttäuschte Draghi die geschürten Erwartungen, dass die EZB Staatsanleihen von Euro-Krisenländer kaufen wird. Im typisch schwammigen Zentralbank-Jargon ließ er offen, wann und in welchem Ausmaß die EZB solche Offenmarktgeschäfte aufnehmen könnte. Klar ist nur, dass das Institut wohl Staatsanleihen auf dem Sekundärmarkt erwerben wird, um die Renditen von Krisenländer-Papieren zu drücken.

Die Märkte reagierten im Umfeld des Presse-Events äußerst nervös. Der Goldpreis zog zunächst an, genau wie Euro- und Aktienkurse. Nachdem keine eindeutigen Aussagen zum Thema Bond-Käufe fielen, bewegten sich die Notierungen in die Gegenrichtung. Draghi betonte, dass er während seiner Rede in London vergangene Woche kein Wort über Bond-Käufe gesagt habe.

Der Goldpreis notierte am Ende der Pressekonferenz (15:30 Uhr) bei 1.590 Dollar (1.303 Euro.). Silber zur sofortigen Lieferung kostete 27,20 Dollar (22,29 Euro).

Nachdem auch die US-Notenbank am gestrigen Mittwoch eine abwartende Haltung an den Tag legte, muss in den kommenden Wochen weiterhin mit deutlich schwankenden Edelmetallpreisen gerechnet werden. Man wird weiterhin jedes Wort der Verantwortlichen Notenbank-Chefs analysieren. Fehlinterpretationen der Marktteilnehmer sind weiterhin möglich. An neuen substanziellen Bond-Käufen werden aber weder Fed noch EZB mittelfristig vorbei konmen.

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Eingetragen von am 2. Aug. 2012. gespeichert unter EZB, Gold, Goldpreis, News, Silberpreis. Sie können alle Antworten auf diesen Eintrag verfolgen über RSS 2.0. Kommentar- und Ping-Funktion derzeit deaktiviert

7 Kommentare für “Goldpreis reagiert sprunghaft auf Äußerungen des EZB-Chefs”

  1. Im Grunde haben weder FED noch EZB irgendwelche Änderungen verkündet. Trotzdem wurden im Vorfeld, wie immer bei solchen Gelegenheiten, die Gold- und Silberpreise nach unten manipuliert. Das typische Drückungsmuster sollte dürfte mittlerweilen jedem, der die Intraday Charts verfolgt, bekannt sein.

    Bei Silber begann die aktuelle Manipulation bzw. Drückung am 30. Juli während der COMEX Öffnungszeiten (Teil der NYMEX). Um 15:30 MEZ (Hellblaue Linie) gab es einen plötzlichen, unerwarteten Preisschub von 27,68$ auf 28,15$ (+1,7%) – eine typische Bullenfalle.

    Intraday Chart: http://i48.tinypic.com/65z85x.gif

    Solchen wasserfallartigen Steigungen folgen in der Regel am nächsten, spätestens jedoch am übernächsten Handelstag die eigentliche Drückung!

    Am 31. Juli zeigte sich eine weitestgehend normale Kursenwicklung (rote Linie). Während der COMEX Öffnungszeiten kam zu zwei kleineren Abwärtsschüben, die den negativen Tagestrend unterstützten.

    Am 1. August war es dann schließlich soweit und die Bullenfalle schnappte zu. Direkt nach der Eröffnung der COMEX um 14:25 MEZ kam es plötzlich und unerwartet zu einem wasserfallartigen Kurseinbruch (massive Leerverkäufe der Kartellbanken, wie JP Morgan, HSBC ect.), ohne daß sich fundamental irgendetwas geändert hätte. Innerhalb weniger Minuten brach dieser von 27,86$ auf bis auf 27,15$ (-2,5%) ein (grüne Linie).

    Heute (2. August) gab es dann schließlich nochmal eine kräftige Nachdrückung, erneut kurz nach Eröffnung der COMEX, von 27,68$ auf 27,20$ (-1,7%). Das ist typisch an kritischen Terminen, wie FED oder EZB Konferenzen/Sitzungen und lässt sich immer wieder beobachten.

  2. Die ganze Chartechnikgläubigkeit dient eigentlich nur der Selbsterfüllung von Prophetien und so sind die ganzen Bären -oder Bullenfallen nur psychologischen Fallen, wenn genug Trader an Unterstützungen -oder Widerstände glauben werden tatsächlich diese da gezeichneten Linien zu solchen Phänomenen, nur deswegen.
    Aber genauso ist es reine Psychologie, wenn bei irgenwelcher Äusserung von z.B. diesmal Draghi irgendwas GIERIG (psycologischer Zustand) reininterpretiert wird, an was gleich danach bei den nächsten Äusserungen dann ÄNGSTLICH (dito) sofort nicht mehr erwartet wird.
    So gesehen, sind Märkte überhaupt nicht rational und die einzige Manipulation die stattfindet ist die der Psyche der Massen -wer das alles MEHR PSYCHOLOGISCH ALS CHARTECHNISCH durchblickt, derjenige ist ein guter Spekulant.

    • Es ging weniger um Charttechnik, als vielmehr um die anormalen, wasserfallartigen Kursbewegungen, wie sie sonst nur an Zeitpunkten höchsten Hysterie oder größter Panik zustandekommen. Im Gold- und Silbermarkt herrscht eine leicht gedrückte, eher gelangweilte Stimmung, solche Bewegungen passen einfach nicht ins Bild. Ich halte auch nicht gerade viel von Charttechnik, aber wie Du schon sagst, zeigt sie die für andere Marktteilnehmer psychologisch wichtigen Marken auf. Das bei seiner Analyse völlig unberücksichtigt zu lassen wäre m.E. ein Fehler.

      Übrigens wurde eine komplette US Jahresproduktion an Gold über Short-Kontrake an einem einzigen Tag auf den Markt geworfen. Klar kriegen dann die Bullen Panik und es kommt zu einem Abverkauf und Silber marschiert gleich hinterher. Drückerbanken wie JP Morgan freut’s und sie decken fleissig ihre Shorts nahe am Tiefpunkt ein, wodurch sie wieder Pulver für kommende Drückungen haben. Dumm in die Röhre gucken nur die Long Spekulanten, die immer wieder drauf hereinfallen.

      • @dreamer
        Das Problem wird nur sein, wenn realisiert wird, dass es gar nicht soviel physisches Gold wie Kontrakte gibt.Wenn irgendjemand sein Gold abholen will und merkt, er bekommt nichts außer wieder ein Papier. War es nicht bei der Übernahmeschlacht von Porsche so, dass plötzlich gemerkt wurde, dass es gar nicht soviele Aktien gab und der Kurs explodierte ?
        Gut, Aktien kann man nachdrucken irgendwie, bei Gold ist es schon nicht mehr so einfach.Ich habe es schon mal geschrieben:
        Ein Kontrakt auf ein Rettungsboot mir nichts genützt, wenn ich auf der Titanic gesessen hätte. Gut, das ist ein Extrembeispiel, Gold nützt auch einem Verdurstenden in der Wüste nichts, aber ein Zertifikat auf Wasser auch nichts.
        Eine Frage an Dich:
        Würdest Du physische Goldbestände mit einem Put absichern oder das Geld für den Put lieber für Gold-Nachkäufe verwenden, wenn der Preis tatsächlich fallen sollte, alles auf Euro-Basis, mal angenommen ?

        • Ob eine Absicherung mit Puts überhaupt Sinn macht, hängt von der Wahrscheinlichkeit fallender Kurse ab (Chance/Risiko) – also von einer Abschätzung. Physisches Gold würde ich (sofern das dafür nötige Geld vorhanden ist) wenn überhaupt nur dann absichern, wenn kurzfristig (um die 3 Monate) mit hoher Wahrscheinlichkeit ein starker Kurseinbruch zu erwarten ist. In Zeiten großer Euphorie oder Hysterie am Gold- oder Silbermarkt kann sowas durchaus Sinn machen (so geschehen z.B. März/April letzten Jahres, als der Silberpreis wie eine Rakete hochgeschossen und anschließend brutal abgestürzt ist). Geht die Rechnung auf, kann man von dem Erlös die physischen Bestände aufstocken. Geht sie nicht auf, hat man das Geld für die Absicherung verloren. Ob es also sinnvoller ist das Geld zu sparen und auf (vermeindliche) Tiefpunkte zu warten oder seine Bestände abzusichern, hängt von der aktuellen Lage ab. Im derzeitigen Umfeld wäre eine Absicherung von Gold und erst recht von Silber – meiner Ansicht nach (also ohne Garantie!) – rausgeworfenes Geld.

          • @Dreamer
            Vielen Dank, das bestätigt mich in meiner Meinung. Ich spare zur Zeit das Geld für Puts um bei fallendem Preis physisch nachzukaufen.

      • @Dreamer
        Das mit den Manipulationen des Goldreises nach unten durch JP Morgan habe ich oft gehört, selber habe aber das Phänomen noch nicht richtig beobachtet und analysiert, vielleicht weil es doch marginal sein könnte. So konnte ich nur beobachten wie der Goldpreis seit Jahren nur nach oben ging, natürlich nicht linear, so dass diese Rücksetzer vielleicht auch u.a damit erklärt werden können, was aber dem übergeordneten Trend nichts ausmachen konnte.
        Was aber schon viel auffälliger als Erklärung für die aktuelle grosse Volatilität wurde, war gerade die parabolische Entwicklung in July/August des vergangenen Jahres, die dann „natürlich“ abstürzen musste, denn bei solchen Entwicklungen werden die Anleger mit ruhiger Hand, welche also grösseren Summen über längere Zeiträume investiert halten können, denen also kleine Schwankungen nichts ausmacht, dann durch die Masse der vielen Kleinanleger die bei einer Rally immer später einsteigen irgendwann genug „satt“ gemacht, dass sie die Gewinne mitnehmen, aber vor allem weil sie gegenseitig befürchten, wer alles andere Grössere gerade dann austeigen könnte und so tun es dann sehr viele so schnell wie möglich und daraus ergeben sich dann solche beudeutende Abstürze, nachfolgend mit einer Verunsicherung über die Anlageklasse, die sie dann volatil werden lässt, denn daraufhin befürchten dann alle bei jedem kurzfristigen steilen Anstieg dann denn genauso steilen Rücksetzer, handeln entsprechend und so passiert es tatsächlich, bis zu dann nächsten hoffnungsvollen Meldung.
        So erkläre ich das alles „einfach“ psychologisch
        Genauso war das mit Silber im März letzten Jahres passiert und bis jetzt dauert die Verunsicherung aller Anleger diese Metalles an

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