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Goldverkäufe: Die seltsame Strategie des IWF

In der vergangenen Woche kündigte der Internationale Währungsfonds (IWF) den Verkauf von 191,3 Tonnen Gold am offenen Markt an (wir berichteten). In der IWF-Erklärung hieß es, Marktstörungen zu vermeiden, sei die Top-Priorität. Eine solche Äußerung kann nicht unkommentiert bleiben, denn sie wirft wichtige Fragen auf.

Schon in der Vergangenheit wählten die großen Finanzinstitutionen (IWF, EZB) immer wieder die gleiche unsinnige „PR-Strategie“. Goldverkäufe werden im Vorfeld vollmundig angekündigt. Immer wurde dabei Wert auf die Feststellung gelegt, dass man den Goldmarkt aber schonen wolle.

Da es stets um signifikante Goldverkäufe geht, haben die angekündigten Transaktionen in der Tat das Potenzial, den Goldpreis kurzzeitig zu drücken.

Warum aber – um alles in der Welt – geht der IWF mit einer Absichtserklärung an die Öffentlichkeit?

Will er keinen vernünftigen Preis für das Gold erzielen?

Warum sucht der IWF nicht einfach still und leise einen Käufer, wenn dessen Vertreter so großen Wert darauf legen, den Goldpreis nicht zu belasten?

Haben IWF oder EZB jemals Käufe von Gold in gleicher Weise angekündigt? Vielleicht noch mit dem Hinweis, man werde das Edelmetall im mehreren Schritten marktschonend erwerben?

Warum also macht der IWF beim Absatz seiner restlichen 191,3 Tonnen aus dem „Goldverkauf-für-bedürftige-Länder-Programm“ so ein Fass auf?

Entweder sind die Leute beim IWF so dumm wie ein Stück Feldweg oder sie verfolgen eine verborgene Strategie.

Der Internationale Währungsfonds ist eine Sonderorganisation der Vereinigten Nationen. Der IWF ist eine Schwesterorganisation der Weltbank-Gruppe. Die Institution vertritt damit die Interessen der Zentralbanken und deren Geldpolitik.

Ein hoher Goldpreis weist auf die Schwäche der Währung hin, in der der Wert des Edelmetalls gemessen wird. Könnte der wahre Grund für die seltsame PR-Aktion des IWF etwa jener sein, den Goldpreis zu drücken?

Professor Anatal E. Fekete von der San Francisco School of Economics packte sein Bild über die Einstellung von Regierungen und Notenbanken gegenüber dem Edelmetall in treffende Worte: „Gold ist wie ein ungezogenes Kind, das unangenehme Wahrheiten ausplaudert. Es muss unter allen Umständen geknebelt und ruhig gestellt werden“.

Und dieser Bengel war zuletzt sehr, sehr ungezogen!


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Eingetragen von am 22. Feb. 2010. gespeichert unter Banken, Gold, Hintergrund, Marktkommentare. Sie können alle Antworten auf diesen Eintrag verfolgen über RSS 2.0. Kommentar- und Ping-Funktion derzeit deaktiviert

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