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Indiens Behörden kämpfen verzweifelt gegen Goldnachfrage

Indien Weberei (Foto: Goldreporter)

Wie weit gehen die indischen Behörden noch in ihrem Bestreben den Goldhunger der Bevölkerung zu mäßigen? Kann man einem Volk das Gold verbieten?

Wie weit gehen die indischen Behörden noch in ihrem Bestreben, den Goldhunger der Bevölkerung zu mäßigen? Kann man einem Volk das Gold verbieten?

Im vergangenen Jahr wurden in Indien 864 Tonnen Gold im Wert von 46,5 Milliarden US-Dollar nachgefragt. 552 Tonnen (29,6 Mrd. US-Dollar) entfielen alleine auf Goldschmuck.

Da Indien selbst über keine bemerkens-werten Goldvorkommen verfügt, ist man gezwungen, jedes Jahr erhebliche Mengen an Gold zu importieren, um die große Inlandsnachfrage zu befriedigen. Händler, die im Ausland Gold kaufen, benötigen US-Dollar. Das verschlechtert die Handelsbilanz und drückt die Indische Rupie. Die enormen Goldimportzahlen sind den Behörden deshalb seit geraumer Zeit ein Dorn im Auge. Regierung und Zentralbank versuchen, die heimische Goldnachfrage mit aller Gewalt zu bändigen.

Es begann mit der wiederholten Erhöhung der Goldimportsteuer in drei Schritten von 2 auf mittlerweile 8 Prozent. Die Reserve Bank of India hat die Goldimporte durch Geschäftsbanken eingeschränkt und die Institute angewiesen, Gold nicht mehr als Sicherheit für Kredite zuzulassen. Auch der Verkauf von Anlagegold durch Geldhäuser wurde untersagt. Und nun beugen sich sogar die indischen Schmuckhändler dem enormen staatlichen Druck.

Die All India Gems & Jewellery Trade Federation (GJF) hat ihre Mitglieder laut Economic Times gebeten, keine Goldbarren und Goldmünzen mehr an ihre Kunden abzugeben. Zudem macht die GJF Vorschläge, wie man die indische Goldnachfrage mit weniger Importen bedienen könne. Privat gehortetes Gold solle über das Angebot von Goldkonten verfügbar gemacht werden.

Kunden brächten ihr Gold zur Bank, so der Vorschlag. Sie erhielten dafür einen Zins, das eingelieferte Edelmetall könne von der Schmuckindustrie genutzt und später wieder an die Quelle zurückgegeben werden. Man rechnet vor, dass mit einem generierten Anteil von nur 5 bis 10 Prozent der geschätzten 25.000 Tonnen an indischem Privatgold das Problem des Staates lösen könne.

Mit dem gleichen Schema versucht die Türkei bereits seit einigen Jahren an das heimisch gelagerte Gold ihrer Bürger zu kommen (Großbank plant: Türken sollen Milliarde an Privatgold abliefern). Mit mäßigem Erfolg. Misstrauen gegenüber Staat und Bankensystem sowie die traditionell erhöhte Inflation des Landes machen Gold als Sparinstrument für die Menschen attraktiv.

In Indien ist Gold auch deshalb so populär, weil die Landbevölkerung eben keinen oder kaum Zugang zu Banken und Sparkonten hat. Wer einmal in Indien gastierte, bemerkt schnell, dass selbst die einfachen Leute stehts etwas Gold in Schmuckform tragen. Selbst während der Arbeit. Man trägt sein Vermögen einfach mit sich herum.

Schlechte Karten also für staatliche Goldbändiger. Sollte man versuchen, den Goldbesitz in Indien noch stärker zu behindern, so riskiert man einen Volksaufstand. In Brasilien ist die Bevölkerung zuletzt wegen einer moderaten Fahrpreiserhöhung auf die Straße gegangen. Schon an kleinen Dingen entzündete sich heute immer öfter die Bürgerwut.

Goldreporter

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Eingetragen von am 9. Jul. 2013. gespeichert unter Gold, Hintergrund, Indien, News. Sie können alle Antworten auf diesen Eintrag verfolgen über RSS 2.0. Kommentar- und Ping-Funktion derzeit deaktiviert

3 Kommentare für “Indiens Behörden kämpfen verzweifelt gegen Goldnachfrage”

  1. Youtube_weltenhuepfer

    In seinem aktuellsten Beitrag vom 08.07.2013 mit dem Titel „Silver Update 7/8/13 Indian Idiocy“ widerlegt der offensichtlich umfassend informierte Youtube-User „BrotherJohnF“ auf seinem Kanal, aus meiner Sicht einleuchtend und nachvollziehbar, die Mär, dass die Goldimporte verantwortlich seien für einen Anstieg des Leistungsbilanzdefizits (current account deficit) Indiens.

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  2. Lösung!Das Bauernpack ausrotten!Ach ne ,geht nicht,die „Elite“kann sich ja selbst nicht am Fressen halten!Lagan2013!

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  3. Hallo,

    uch habe heute schon einen ähnlichen Artikel gelesen. Anscheinend wird jetzt doch erfolgreich „interveniert“, denn die Bevökerung ist anscheinend auf Silber umgeschwenkt, zumindest, wenn man sich https://www.goldpreis.de/News/Hohe+Silberimporte+in+Indien ansieht.

    Ich persönlich halte es dennoch für fragwürdig, auch wenn ich Heikos Aussage etwas „überzogen“ finde…

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