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JP Morgan reduziert erneut Verkäufe: Heben Silber- und Goldpreis nun ab?

Die aktuellen Terminmarkt-Reports zeigen, dass sich die großen US-Banken dem kürzlichen Preisanstieg bei Gold und Silber nicht mit dem Aufbau neuer Short-Positionen entgegengestellt haben. Ein bullisches Zeichen!

Vor einem Monat lautete unsere Schlagzeile nach der Veröffentlichung des Bank Participation Reports der US-Terminmarktaufsicht CFTC: „US-Banken reduzieren ihre Short-Positionen: Steigt nun der Goldpreis?“. Das war am 9. Februar. Damals stand Gold bei 1.070 Dollar. Silber kostete 15,20 Dollar pro Feinunze. Seitdem ist Gold um 6 Prozent gestiegen. Silber rauschte sogar 13 Prozent nach oben. Und heute haben wir erneut gute Nachrichten für Edelmetallbesitzer.

Shorts weiter reduziert
Die neuesten Zahlen des Bank Participation Reports vom Futures-Markt zeigen, dass sich die Netto-Short-Positionen der Banken trotz des starken Aufwärtstrends in den letzten Wochen noch einmal verringert haben. Bei Gold sank die Anzahl der durch US-Banken gehaltenen Short-Futures um 7,4 Prozent. Noch deutlicher die Situation bei den Silber-Futures. Gegenüber dem Vormonat verringerte sich die Nettoposition aller durch US-Banken gehaltenen Silber-Shorts um 18,6 Prozent auf 30.431 Kontrakte.

Abb.: Banken reduzierten Gold-Vorverkäufe
Entwicklung der Short-Kontrakt-Mengen an der Warenterminbörse COMEX, gehalten von US-Banken. Quelle: Bank Participation Report der CFTC vom 02.03.2010; Grafik: Goldreporter.de

Was sagen diese Zahlen aus?
Zunächst einmal spielen US-Banken am Warenterminmarkt eine dominante Rolle. Mit großvolumigen Vorwärtsverkäufen (Short-Futures und -Optionen) besteht für sie die Möglichkeit, Kurse an der Warenterminbörse kurzfristig stark zu drücken. Durch Arbitrage-Geschäfte zwischen Spot- und Terminmarkt korrespondieren die Kurse auf beiden Märkten eng miteinander. Terminmarktgeschäfte haben also auch entscheidenden Einfluss auf den Preis für Gold zur sofortigen Lieferung (Spot Price).

Banken betreiben mit Warentermingeschäften Eigenhandel, bauen damit aber auch Gegenpositionen zu anderen Derivate-Geschäften auf, bei denen sie als Kontrahenten ihrer Kunden auftreten. Man spricht in diesem Zusammenhang von so genannten Bullion Banken.

Die starke Short-Konzentration bei Gold und Silber, dominiert von diesen wenigen Banken, wird von Kritikern seit langem als marktbeherrschend und manipulativ angesehen. Man geht davon aus, dass weniger große US-Häuser die Vormachtstellung am Terminmarkt nutzen, um den Goldpreis zu drücken. Man hätte demnach erwarten können, dass nach dem kürzlichen Preisanstieg – vor allem bei Silber – erneut eine „Intervention“ erfolgt, die im Zweifel zu erneut fallenden Edelmetallkursen führt. Dies ist nicht geschehen.

Die Rolle von JP Morgan
Die Daten zur Bankenbeteiligung am Futures-Markt werden nur einmal im Monat von der CFTC veröffentlicht. Seit Dezember 2009 wird die Anzahl der an den Termingeschäften beteiligten Banken in den Reports nur noch genannt, wenn weniger als vier Institute beteiligt sind. Anfang März wurden somit erneut keine entsprechenden Zahlen im Silber-Handel veröffentlicht.

Trotz des Verschleierungsversuches der CFTC ist klar, dass JP Morgan der größte kommerzielle Händler auf dem Terminmarkt ist. Denn entsprechende Daten lassen sich aus einem anderen Bericht entnehmen, dem „OCC’s Quarterly Report on Bank Trading and Derivatives Activities“ der Comptroller of Currency Administrator of National Banks. Er erscheint nur viermal im Jahr und weist JP Morgan jedes Mal als den mit Abstand größten Akteur im Derivatehandel mit Gold und Silber aus.

Die Prognose von Ted Butler
Ein intimer Kenner des Marktes ist der US-Rohstoffanalyst Ted Butler. In einem Interview mit KingWorldNews sagte er am vergangenen Freitag folgendes: „Die aktuellen Berichte, der Commitment of Traders Report und der Bank Participation Report bestätigen, dass JP Morgan zu diesem Zeitpunkt trotz der Rally keine zusätzlichen Kontrakt auf der Short-Seite in Silber eingeht. Das ist die bestmögliche Nachricht. Wenn diese Bank nicht einschreitet und diese Rally nicht mit zusätzlichen Short-Verkäufen kappt, dann dürfte der Silberpreis abheben.“

Auch bei Gold, wenn auch in etwas geringerem Maße, sieht Butler eine ähnliche Entwicklung: „Für den Goldpreis gibt es weiterhin viel Platz nach oben, vor allem wenn JP Morgan nicht als Verkäufer auftritt.“

Bahn frei für steigende Kurse
Klar ist also, dass JP Morgan auf dem Edelmetallmarkt das größte Rad dreht, dieses zuletzt aber sozusagen kaum mehr bewegte. Die Preise für Gold, und vor allem für Silber, könnten nun theoretisch ungehindert von größeren negativen Einflüssen des Terminmarktes weiter deutlich steigen.


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Eingetragen von am 8. Mrz. 2010. gespeichert unter Banken, Gold, Hintergrund, News, USA. Sie können alle Antworten auf diesen Eintrag verfolgen über RSS 2.0. Kommentar- und Ping-Funktion derzeit deaktiviert

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