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Können Zentralbanken Bankrott gehen?

EZB-Zentrale in Frankfurt: Für Notenbank-Verluste steht in letzter Konsequenz der Steuerzahler ein.

Gemessen an den Eigenkapitalvorschriften für Geschäftsbanken müsste die amerikanische Federal Reserve längst Insolvenz anmelden, meint ein Ökonom des niederländischen Finanzkonzerns ING. Sorgen machten sich Notenbanker aber nicht über ihre Liquidität.

„Das Kapital der Fed beträgt nur 41,8 Milliarden Dollar, das entspricht bloß 1,8 Prozent ihres Bilanzwerts. Jede Geschäftsbank mit solch einer dünnen Kapitalausstattung müsste sofort Insolvenz anmelden und dicht machen“, erklärt Teunis Brosens, Senior Economist bei der niederländischen ING in einem Interview mit dem Nachrichten-Sender CNBC.

Die Europäische Zentralbank halte mittlerweile 110,5 Milliarden Euros an Staatsanleihen aus Griechenland, Irland, Portugal, Spanien und Italien. Eine Abschreibung griechischer Schulden sei  nach wie vor möglich. Dennoch hält er einen Bankrott von Zentralbanken für unmöglich.

Bankenpleiten in Zeiten des Goldstandards
Während der Zeit des Goldstandards habe man jederzeit eine festgelegte Goldmenge gegen die Vorlage einer Banknote erhalten. Wenn Zweifel aufkamen, dass eine Bank nicht genügend Gold vorrätig hat, um den Banknotenumlauf zu decken, dann sei ein Banken-Ansturm die Folge gewesen, erklärt Brosens. Heute würden die Zentralbanken einfach die Notenpresse anwerfen, sollten Zweifel an der Liquidität der Geschäftsbanken aufkommen.

Es sei aber lediglich der Verlust der Glaubwürdigkeit, den die Zentralbank dafür opfere, nicht den Verlust der Zahlungsfähigkeit. „Verluste können die Zentralbank dazu zwingen mehr Geld zu drucken, als ihr lieb ist. Wenn sie sich ein Inflationsziel gesetzt hat – wie im Fall der Fed und der EZB – dann gerät sie in direkten Konflikt mit ihren primären geldpolitischen Zielen”, so der Volkswirt. Bankrott gehen könne sie aber nicht.

Einnahmequelle Geldmonopol
Brosens verweist in diesem Zusammenhang auf einen „Vermögenswert“, der wenig beachtet werde und der dafür sorge, dass eine Notenbank kontinuierlich Einnahmen verzeichne: die Seigniorage. Gemeint sind  damit die Erlöse aus der Zentralbankgeldschöpfung. Kurz: Notenbanken geben Geld aus und erhalten dafür Vermögenswerte, die mit einem Zins versehen sind.

Brosens hat zwar recht, dass dies einen gewissen „Cash-Flow“ garantiert. Das schützt aber nicht vor Verlusten. So waren die nationalen Zentralbanken vor einigen Monaten erst gezwungen, ihre Einlagen bei der EZB zu verdoppeln (Kapitalerhöhung der EZB: Auch der Goldpreis spielt angeblich eine Rolle). Für alle Buchverluste, die Zentralbanken auftürmen, wird damit irgendwann der Steuerzahler aufkommen müssen. Denn genau wie der Zentralbankgewinn in der Regel auf das Finanzministerium übertragen wird, muss der Staat auch den Fehlbetrag decken, den eine Notenbank anhäuft.

Fazit: Nicht Staaten oder Zentralbanken gehen Pleite, es ist immer der Bürger, der am Ende sein Vermögen verliert.

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Eingetragen von am 29. Aug. 2011. gespeichert unter Banken, EZB, Fed, Hintergrund, News. Sie können alle Antworten auf diesen Eintrag verfolgen über RSS 2.0. Kommentar- und Ping-Funktion derzeit deaktiviert

3 Kommentare für “Können Zentralbanken Bankrott gehen?”

  1. Sicher richtig. Zentralbanken hatten auch nicht nur die Aufgabe, die sie haben sollten (Währungshüter, Geldwertstabilität und Geldversorgung), sondern dienten schon von Beginn an der Umverteilung des Volksvermögens von unten nach oben! Sozusagen eine Geldpumpe die alles abschöpft, was greifbar ist (darunter auch sämtliches Realvermögen), um es an eine Oberschicht (Rothschild lässt grüßen) zu vermitteln…
    Alleine deshalb wird es keine Ruhe im System und erst recht keine Finanzsystemgenesung geben! Der Bankrott wird den Staat ansich, also uns als Bürger betreffen, mit all seinen Folgen…
    LG,
    paddy

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    • Volle Zustimmung! Leider bedarf es einer gewissen Bildung und Intelligenz um dieses perfide System monetärer Oligarchie zu durchschauen. Und die System-Medien tun alles um die Masse unwissend zu halten. paddy, ich danke Dir für diesen wichtigen Kommentar!

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  2. Tommy Rasmussen

    „Nicht Staaten oder Zentralbanken gehen Pleite, es ist immer der Bürger, der am Ende sein Vermögen verliert.“:

    29.08.2011 – Kirsten Lühmann SPD redet im Bundestag positiv über das Lastenausgleichsgesetz, mit dem 1948 Enteignung der Hausbesitzer mittels Zwangshypotheken eingeführt wurde….was meinen Sie, warum der Zensus 2011 so akribisch auch die Immobilien erfaßt?http://derhonigmannsagt.wordpress.com:80/2011/08/29/zwangshypothek-lastenausgleich-spd-bringt-flachendeckende-enteignung-ins-gesprach/

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