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Marc Faber: Die Fed kann den Geldfluss nicht kontrollieren

Marc Faber setzt auf Edelmetalle. Deren Preise würden im Umfeld der expansiven Fiskal- und Geldpolitik stärker steigen, als die von Industriemetallen.

Während der LBMA-Konferenz in Hongkong warnte der Schweizer Finanzmarktkenner Marc Faber einmal mehr vor den Konsequenzen der Geld- und Fiskalpolitik in den USA.

Anhaltende Staatsinterventionen fiskal- und geldpolitischer Art, anstatt Konjunkturzyklen zu glätten, das hat laut Marc Faber zu größerer Instabilität auf den Märkten geführt.

Während der Konferenz der London Bullion Market Association (LBMA) in Hongkong hielt der Schweizer Finanzmarkt-Experte einen interessanten Vortrag. Diverse Finanzseiten zitieren daraus, zum Beispiel der australische Nachrichtendienst The Bull.

Mittlerweile sei es laut Faber egal, wer in Washington regiere. „Die Ausgaben durch Wohlfahrts- und Militär-Budgets sind außer Kontrolle geraten. Die Steuern sind niedrig und die meisten Ausgaben sind nicht zu vermeiden“, sagt er. Auch die expansive Geldpolitik der Federal Reserve sei in diesem Umfeld unvermeidlich. Faber betont aber: „Ben Bernanke kann in seinem Bereich so viele Dollarscheine abwerfen, wie er will, er weiß nicht, was wir damit tun werden.“

Es komme zu keiner gleichmäßigen Erhöhung aller Preise. Mal seien Rohstoffe betroffen, mal  Edelmetalle, Sammelobjekte, Löhne oder Finanzvermögen. „Die Türen zu seinem Bereich sind nicht verschlossen. Also fließt Geld hinaus und nimmt Einfluss in anderen Bereichen – nicht innerhalb seines Raums“, so Faber. So würden die erzeugten negativen Realzinsen viele Anleger dazu zwingen , auf  irgendwas zu spekulieren. Daraus entstehe nichts Nachhaltiges, nichts Produktives.

„Man wird nicht reich, in dem man konsumiert. Man muss Vermögensbildung betreiben“, sagt Faber. Konsumentenkredite unterschieden sich wesentlich von einer Investition in eine Fabrik, mit der man Gewinne erziele und seine Kredite abbezahle. Geld aus Konsumentenkrediten würde einmal ausgegeben, mit geringer Aussicht auf künftige Einkommensströme.  Als die Konsumentenausgaben zwischen 2007 und 2009 ausgeblieben seien, sei der Staat eingesprungen. Und Staatskredite sind laut Faber die unproduktivste Form des Kredits.

In seinem Vortrag kritisiert Faber auch die Informationspolitik und die offiziellen Inflationszahlen der USA: „Die Wahrheitsministerium, das Amt für Arbeitsmarktstatistik, ist kompletter Schwindel. […,] Nur bei der Federal Reserve scheint man nicht zu essen und nicht Auto zu fahren“.

Faber erklärte, er werde lieber auf steigende Edelmetalle als auf steigende Industrie-Rohstoffe setzen. Besondere Gelegenheiten bei der Investition in reale und produktive Vermögenswerte ergeben sich seiner Meinung nach, wenn der zu erwartende finale deflationäre Kollaps eintrete. Wann das sei, könne er allerdings nicht sagen.

Aber Faber warnt vor Goldbesitz in den USA oder sogar in der Schweiz: „Wenn Gold in Besitz einer Minderheit ist, wird der Staat es in einer Krise einkassieren“. Dennoch bewahre er selbst weiterhin 25 Prozent seines Goldes in der Schweiz auf, statt in Asien, wo er seit fast 30 Jahren lebt.

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Eingetragen von am 19. Nov. 2012. gespeichert unter Fed, Gold, Hintergrund, News, Politik, USA. Sie können alle Antworten auf diesen Eintrag verfolgen über RSS 2.0. Kommentar- und Ping-Funktion derzeit deaktiviert

2 Kommentare für “Marc Faber: Die Fed kann den Geldfluss nicht kontrollieren”

  1. @Alle
    Marc Faber Artikel lesen! (mein persönlich favorisierter finanzieller Ratgeber) -;)
    Endlich hier ein alles umfassender und vernünftiger Beitrag…
    Obwohl nichts ist absolut und so wäre seine Kritik an der Politik der FED in Hinblick wenigstens auf ALLGEMEINE Inflation (und nicht nur bezogen aufr Anlagenklassen) schon anfechtbar, denn obwohl diese (FED) die wiederholten Finanzblasen zu erzeugen mit ihrem zu lockerem Geld sicherlich BEIGETRAGEN hat (also nicht ausschliesslich der FED Schuld) -etwa die 2000er Internetblase oder die jüngste 2008 der Immobilien, aber dass sie die KONSUMENTENinflation getrieben hat, halte ich für nicht so eindeutig, ausser über die Rohstoffschiene.
    Meine Meinung insgesamt ist aber, das die Zentralbanken -auf jedem Fall aber die FED, denn sie hat im Gegensatz zur EZB auch den Mandat ARBEITSLOSIGKEIT zu bekämpfen (und nicht nur den der Geldstabilität) -doch was für die Wirtschaft zu unternehmen, wenigstens versuchen muss.

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  2. Seltsam ist doch, dass wir Paradoxa so gelassen aussprechen, ohne gleich einen Lachanfall zu bekommen: Wie liest sich doch das Mandat der FED zur Geldwert-Stabilisierung? Im genau gleichen Umfang der steigenden Schuldenlast und deren Zins und Zinseszins steigt die Geldmenge in astronomische Höhen von Milliarden, Billionen und Billiarden von € und $. Das sind unvorstellbare Mengen an Papier, für deren aufgedruckten Wert bald niemand mehr kostbare Ressourcen und gutes Knowhow her zu gebem bereit sein wird.

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