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Reflektieren Gold-ETFs noch die physische Goldnachfrage?

Im Internet kursieren derzeit Spekulationen, ein möglicher Ausverkauf von ETF-Gold könnte zu einem Goldpreisrutsch führen. Dabei korreliert die physisch hinterlegte Goldmenge beim größten Gold-ETF SPDR Gold Trust seit Mitte vergangenen Jahres nicht mehr mit der Goldpreisentwicklung.

Gold-ETFs sind Fonds, deren Anteilsscheine zu einem hohen, möglichst 100%-igen Anteil mit physischem Gold hinterlegt sind. SPDR Gold Trust (Börsenkürzel: GLD) ist der weltweit größte ETF dieser Art. Derzeit lagert die Bullion Bank HSBC offiziellen Zahlen zufolge 1.116 Tonnen Gold für SPDR in ihren Vaults. Durch entsprechende Geldzuflüsse haben sich diese offiziellen Gold-Bestände des Fonds seit Mitte 2007 verdoppelt. SPDR repräsentiert somit eine Goldmenge, die den Zentralbankbeständen Chinas entspricht.

Einige Marktbeobachter befürchten, dass Mittelabflüsse bei SPDR, im Zuge eines verbesserten Weltwirtschaftsklimas und abebbenden Krisenängsten, den Goldpreis unter Druck setzen könnten, weil dann eine Menge Gold auf den freien Markt käme.
„Wir glauben, dass ein massives Problem am Horizont auftaucht, sollte die Investment-Nachfrage gedämpft bleiben oder sollte die Investment-Nachfrage in den nächsten drei oder fünf Monaten sogar wegbrechen“, zitiert die Webseite Miningmx David Cavis, Edelmetallanalyst bei der Credit Suisse, in diesem Zusammenhang.

Tatsache ist aber, dass die Goldbestände von SPDR seit April 2009 nicht mehr gestiegen, sondern tendenziell eher gefallen sind. Der Goldpreis legte dagegen seither um mehr als 20 Prozent zu. Die Korrelation zwischen beiden Größen war bis zum Jahr 2008 noch vorhanden. Im Herbst 2008 explodierten die Fonds-Zuflüsse nach der Lehman-Pleite förmlich. Die SPDR-Goldbestände stagnierten danach aber und folgten nicht der Tendenz eines weiter steigenden Goldpreises.

Die folgenden Grafiken veranschaulichen dies.

Abb. 1: Entwicklung Goldpreis und SPDR-Goldbestände seit April 2009 (indexiert)

Abb. 2.: Entwicklung Goldpreis und SPDR-Goldbestände seit 2007 (indexiert)

Die Entwicklung der Lagerbestände in Gold-ETFs wird von Analysten gerne als Indikator für die generelle Investmentnachfrage auf dem Goldmarkt herangezogen. In diesem Zusammenhang wirft die zuletzt schwache Entwicklung der SPDR-Goldbestände zumindest einige Fragen auch.

Denn neben dem Goldpreis ist auch die private Nachfrage nach Goldbarren und Goldmünzen in den USA im Zeitraum zwischen (einem bereits sehr umsatzstarken) Q4 2008 und Q4 2009 um gut 2 Prozent gestiegen. Dies geht aus dem aktuellen Marktbericht des World Gold Councils hervor.

Die amerikanische Prägeanstalt US Mint konnte die Nachfrage nach Anlagegoldmünzen zuletzt kaum mehr befriedigen. Es kam mehrfach zu Lieferstopps.

Wie passt das alles zusammen?

Kritiker vermuten, dass die amerikanischen Gold-ETFs das Anlegergeld mittlerweile gar nicht mehr in vollem Umfang in echtes Gold investieren, sondern Teile davon in alternative Investments fließen. Die Stagnation der Goldbestände werten sie als ein Zeichen für eine solche Fehlentwicklung.

US-Rohstoffanalyst Ted Butler gehört seit langem zu den Skeptikern. Er wertete die Kluft zwischen der starken Goldpreisentwicklung und den stagnierenden ETF-Beständen zuletzt als generelles Misstrauensvotum gegenüber „Papiergold“ und Befürchtungen, hier könnte bald ein riesiger Schwindel als Licht kommen.

Wie auch immer: Alles andere als Gold in den eigenen Händen, ist lediglich ein in Gold denominiertes Zahlungsversprechen. Dieses kann sich jederzeit in Luft auflösen. Daran sollte man immer denken.

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Eingetragen von am 10. Mrz. 2010. gespeichert unter Banken, Gold, Hintergrund, Silber, USA. Sie können alle Antworten auf diesen Eintrag verfolgen über RSS 2.0. Kommentar- und Ping-Funktion derzeit deaktiviert

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