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Schuldenkrise: Es ist doch so einfach, warum macht man alles so kompliziert?

Augen zu und durch? Die Politiker sagen uns nicht die Wahrheit (Foto: MP2 - Fotolia.com).

Die EU-Politiker tun weiter alles,  um Euro und Union zu retten. Am Ende bleibt aber keine andere Wahl, als dem Bürger ganz offiziell und besonders tief in die Tasche zu greifen. In der Zwischenzeit druckt man weiter Geld, um die Öffentlichkeit so lange wie möglich von den wahren Problemen abzulenken.

Es war sehr ungewöhnlich, was heute Vormittag passierte. Der Euro-Dollar-Kurs schoss senkrecht in die Höhe. Gleichzeitig fiel der Goldpreis auf Dollar-Basis. Resultat: Der Euro-Goldpreis knickte in kurzer Zeit so stark ein, wie lange nicht mehr. Zeitweise kostete die Feinunze am Spotmarkt umgerechnet weniger als 1.020 Euro. Am Tag zuvor waren es noch 1.050 Euro gewesen. Ein Rückgang um fast 3 Prozent.

Euro-Kurssprung
Der stark steigende Euro-Kurs (gut 4 Prozent in nur zwei Tagen) war letztlich eine Folge verschiedener Umstände. Das Portugal, Spanien und Italien erfolgreich Anleihen platzierten war die eine Sache. Man darf darauf wetten, dass die Europäische Zentralbank direkt oder indirekt als Nachfrager agierte. Hinzu kamen Gerüchte, der EU-Rettungsfonds werde im Februar auf das doppelte Volumen aufgestockt.

Dass der Euro-Kurs so extrem anzog, kann man letztlich auf einen kurzzeitigen Short-Squeeze zurückführen. Investoren, die auf einen weiter fallenden Euro gewettet hatten, wurden auf dem falschen Fuß erwischt und mussten ihre Positionen glattstellen.

Wir gehen davon aus, dass dieser Effekt nur von kurzer Dauer ist. Die steigende Schwankungsbreite von Aktienindizes und Rohstoffpreisen dokumentiert aber auch die Unsicherheit an den Märkten.

Vieles ist fraglich
Sind wir schon in einer beschleunigten Aufschwungphase? Muss man nun mit stark ansteigender Inflation rechnen? Wird die EZB demnächst den Leitzins erhöhen? Diesbezügliche Andeutungen hatte EZB-Chef Trichet diese Woche bereits gemacht. Wie ist eine mögliche Aufstockung des europäischen Rettungsfonds zu werten? Ja, sie zeigt die unendliche Entschlossenheit der EU-Politiker, den Euro mit allen Mitteln zu retten. Aber ist es wirklich positiv zu werten, wenn man sich auf noch schlimmere Zeiten vorbereitet und das aktuelle Rettungspaket offiziell nicht einmal ansatzweise ausgeschöpft ist?

Weitere Frage: Was wird mit dem Anleihenmarkt passieren, wenn die Zinsen steigen? Es dürfte die lange erwartete Flucht aus dem Rentenmarkt einsetzen. Denn der höhere Marktzins macht die bestehenden Festgeldpapiere unattraktiver. Deren Kurse werden sinken. Gleichzeitig steigen die Kosten der Verschuldung. Und das gilt nicht nur für die Staaten sondern auch für alle Unternehmen.

Das bittere Ende kommt bestimmt
Als regelmäßiger Goldreporter-Leser wissen Sie, wie wir über die gesamte Sache denken. Am Ende lässt es sich mit wenigen Worten auf den Punkt bringen. Alles was die Politik unternimmt (nun wird eine europäische Wirtschaftsregierung konkret diskutiert), ändert nichts an der Tatsache, dass die gesamten Schulden weiter steigen und steigen.

Die Politiker versuchen nichts anderes, als den Zeitpunkt des totalen Crashs auf ein Datum zu verschieben, das nicht mehr in ihre Amtsperiode fällt. Denn der Tag wird kommen, an dem die Politik durch Überschuldung komplett handlungsunfähig wird. Spätestens dann holt sich der Staat das Geld beim Bürger. Sei es durch horrende Inflation, Vermögensabgaben oder Währungsschnitt. Vermutlich genau in dieser Reihenfolge.

Einfach konsequent bleiben
Nur wer sich rechtzeitig und regelmäßig mit physischem Gold und Silber absichert, hat eine Chance, dieses Desaster finanziell einigermaßen unbeschadet zu überleben. An Tagen wie diesen kommt man für kurze Zeit wieder günstiger an Münzen und Barren heran. Dann nämlich, wenn die Währungshüter versuchen, Anleger erneut mit gezielten Eingriffen aus diesem Markt zu drängen.

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Eingetragen von am 14. Jan. 2011. gespeichert unter Banken, Deutschland, Euro, Europa, EZB, Gold, Marktkommentare, Politik, Silber. Sie können alle Antworten auf diesen Eintrag verfolgen über RSS 2.0. Kommentar- und Ping-Funktion derzeit deaktiviert

5 Kommentare für “Schuldenkrise: Es ist doch so einfach, warum macht man alles so kompliziert?”

  1. Sehr schön analysiert,
    die Enteignung der Normalbürger erfolgt automatisch über die sukzessive Erhöhung der Geldmenge, die Staatsanleihen laden früher oder später soundso bei der Zentralbank, damit erleben wir bereits eine Währungsreform…

    weiter so!

    0
  2. haben wir jetzt die wahl, ausgeraubt oder in krieg und/ oder Bürgerkrieg gestürzt zu werden?

    dann lieber ausgeraubt. vielleicht trägts ja zur persönlichkeitsentwicklung der bürger für eine friedliche gerechtere welt bei?

    0
    • Ich denke zu 100%, dass es in der Tat mittelfristig auf Ausschreitungen wie z.b. jetzt gerade in Tunesien hinauslaufen wird. Das muss nicht gleich zu nem lang anhaltenden Bürgerkrieg führen, aber irgendwann wird das Volk seinem Frust, gegenüber dem sich immer verschärfenden scheitern der Politik, ein Ventil verschaffen müssen. Spätestens wenn auch Deutschland zahlungsunfähig wird.

      Und die Einstellung von „lom“ finde ich besorgniserregend. Wenn sich alle (die noch was besitzen) friedlich ausrauben lassen, dann trägt das bestimmt nicht zur Persönlichkeitsentwicklung der Bürger bei und auch nicht zu ner gerechteren Welt, sondern es führt zu Kommunismus!

      0
  3. BLITZMELDUNG! Aufgrund eines Fehlers, wahrscheinlich im Kanzleramt, wurde Bundeskanzlerin Merkel der falsche Entwurf für ihre Neujahrsansprache gegeben. Der richtige Text ist inzwischen aufgetaucht und wird hier exklusiv veröffentlicht:
    http://bueso.de/node/9515

    0
  4. Ich würde eher darauf wetten, dass China und Japan als Nachfrager der PIS-Anleihen fungierten….Es hängen einfach zuviele Interessen dran, als dass es so einfach den Bach runter geht…..Bei 4 Billionen Sparguthaben in Deutschland allein, lässt sich das ganze jedenfalls noch ein paar Jahre spielen….

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