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Silber-Manipulationsklage gegen JP Morgan wird neu aufgerollt

Der Vorwurf lautet unter anderem: JP Morgan habe seine Vormachtstellung am Markt für Silber-Futures genutzt, um zum eigenen Vorteil unabhängige Händler mit hohen Verlusten aus dem Markt zu drängen (Foto: Max Tactic – Fotolia.com).

Ein Berufungsgericht in New York hat das Urteil der Vorinstanz überstimmt und einer neuen Klage gegen JP Morgan wegen mutmaßlicher Silberpreis-Manipulation stattgegeben.

Und wieder muss sich die US-Investmentbank JP Morgan wegen mutmaßlicher Silberpreis-Manipulation vor Gericht verantworten.

Die Klage gegen JP Morgan und HSBC im Jahr 2010 war das erste große Gerichtsverfahren in dieser Sache. Weitere Klagen folgten. Doch bislang sahen US-Richter keinen Anlass, die Investmentbanken wegen vorsätzlichem Fehlverhalten zu bestrafen . Investoren hatten seit 2010 mindestens 43 Beschwerden eingereicht. Die Banken wurden beschuldigt, über Silberpreis-Manipulation Hunderte Millionen von US-Dollar an illegalen Profiten eingestrichen zu haben.

Im Juni 2016 wurde JP Morgan vor dem U.S. District Court in New York allerdings erneut in dieser Sache entlastet (Silberpreis-Manipulation: JP Morgan vor Gericht erneut entlastet). Damals hieß es im Urteil, die Kläger hätten keine schlüssigen Beweise vorlegen können, warum JPM wirtschaftlich unsinnige Gebote abgegeben und vorsätzlich gegen die Interessen der Gegenparteien am Silbermarkt agiert habe soll.

Schon eine Berufungsverhandlung im März 2013 war wegen Mangel an Beweisen zugunsten von JP Morgan eingestellt worden (Silberpreis-Manipulation: JP Morgan gewinnt auch Berufung). Doch nun wendet sich das Blatt möglicherweise.

Wie Law360.com berichtet, hat ein New Yorker Berufungsgericht jetzt ein Verfahren zugelassen, das von einer Vorinstanz zuvor abgewiesen worden war. Eine Gruppe von Rohstoffhändlern sowie ein Hedgefonds beschuldigen JP Morgan einmal mehr, eine Monopolstellung auf dem Silbermarkt ausgenutzt zu haben, um den Silber-Futures-Kurs nach unten zu manipulieren, um so von einem Deal mit einem Minenunternehmen zu profitieren.

Die Anwälte der Kläger argumentieren, das Bezirksgericht habe sich zuvor in seinem Urteil geirrt. Die Richter waren seinerzeit zur Überzeugung gelangt, JP Morgan habe den Monopolstatus nicht willentlich herbeigeführt. Die Kläger kritisieren außerdem, dass das Gericht ein wichtiges Detail ignoriert habe. So seien Angestellte der Commodity Exchange Inc. oder COMEX in 14 Fällen von JP-Morgan-Vertretern unter Druck gesetzt worden, falsche Preise zu veröffentlichen.

„Die Beschuldigungen lauten: JP Morgan hatte einen langfristigen Verträg mit einem Minenunternehmen und der langfristige Vertrag beinhaltete keinen konkreten Preis, dafür war der Preis an einen Richtwert angelehnt. Und bei diesem Richtwert handelte es ich um den verschobenen Future-Preis“, erklärt David E Kovel, von der Anwaltskanzlei Kirby McInerney LLP.

Das vorgelagerte Bezirksgericht hatte angeblich nicht nachvollziehen können, inwieweit der Monopolstatus in diesem Fall relevant sei.

Kovel dazu: „Wenn sie monopolistische Macht besitzen, dann können sie monopolistische Renditen abschöpfen. In diesem Fall handelt es sich um ein Monopson [nur ein Käufer], weil sie es von einem Minenunternehmen kaufen, aber es ist Macht erforderlich, um in der Lage zu sein, den Preis zu drücken.“

Der Vorwurf der Kläger lautet letztlich: JP Morgan habe seine prominente Stellung auf dem Markt für Silber-Futures genutzt, um den Wert der Futures zu manipulieren und unabhängige Händler mit schweren Verlusten aus dem Markt zu drängen.

Das Nachrichtenportal SMM stellt dazu fest, die Klage gegen JP Morgan basiere im Wesentlichen auf Handelsdaten und entsprechenden Handelsmustern. Anders als zuletzt bei dem Verfahren gegen die Deutsche Bank und Co., das mit einem Vergleich endete, lägen hier aber keine eindeutigen Beweise in Form von Chatprotokollen und Audiomitschnitten vor.

Der Fall lautet nun Thomas Wacker et al. versus JPMorgan Chase & Co. et al. Nummer 16-2482 am U.S. Court of Appeals for the Second Circuit.

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Eingetragen von am 9. Feb. 2017. gespeichert unter Banken, Marktdaten, News, Silber, Silberpreis, USA. Sie können alle Antworten auf diesen Eintrag verfolgen über RSS 2.0. Sie können zum Ende springen und eine Antwort hinterlassen. Bitte beachten Sie unsere Forenregeln. Pingen derzeit nicht möglich

17 Kommentare für “Silber-Manipulationsklage gegen JP Morgan wird neu aufgerollt”

  1. Zu jpm sag ich nur ein Bildnis:

    Steht das Schwein, auf einem Bein,
    ist der Schweinestall zu klein.

    Erratet mal was das bedeutet :-)

    4+
  2. Oh, heftiger Absturz bei den EM, gleich kommen die 666,20 Dollar Schreiber.
    Wetten ?

    5+
  3. JP Morgan muss sich aktuell auch wegen anderer Manipulationsvorwürfe vor Gericht verantworten. Im Libor-Zins-Skandal entschied das oberste Gericht der USA, der Supreme Court, das diverse anhängige Klagen diesbezüglich zulässig sind. Betroffen sind neben JP Morgen auch die UBS, die Bank of America und – o nein, schon wieder – die Deutsche Bank.

    http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken-versicherungen/libor-manipulation-oberstes-us-gericht-laesst-klagen-zu/19265772.html

    6+
  4. Aufgrund aktuellem Anlass zum Atomkraftwerkunfall in Frankreich: hier sieht man mal wieder wie wirklich brisante Themen von den Medien heruntergespielt werden. Siehe NTV. hier war die Meldung erst weit unten bei den News. Könnte ja Panik entstehen.

    6+
    • Ja, echt übel diese Schergen. Alle bringen das übliche Blödmachprogramm.
      Aber was beschwer ich mich, ich zahl den Mist ja nicht. :-)

      2+
  5. Man mag ja vom SPIEGEL halten, was man will, er erreicht jedenfalls ein Millionenpublikum (wieviel sind es eigentlich beim GR? 50, 100, 1000…? Wäre schon mal interessant, zu erfahren…).
    Jedenfalls bemerkenswert scheint mir diese Woche die Print-Ausgabe zu sein. Der Wirtschaftsteil wird komplett eingenommen von einem Artikel zum Thema EZB und Finanzmärkte. Die Headline sagt eigentlich schon alles:
    „VOR DEM CRASH“.
    Und dann werden maliziös die Folgen der Geldmengenexpansion aufgezählt. Die ganzen Blasen an den Aktien-, Anleihen- und Immobilienmärkten. Die Folgen werden benannt: Zombie-Unternehmen und Zombie-Staaten werden künstlich am Leben erhalten.
    Tenor: Das kann nicht lange mehr gut gehen. Tja.

    19+
    • Hilfe die Welt geht unter. Es sind in der Vergangenheit Staaten pleite gegangen und es werden in der Zukunft Staaten pleite gehen. Krisen beflügeln den Menschen. … wird sonst doch langweilig. Ein bisserl action für die fettleibigen Massen Europas.

      5+
      • @LosWochos
        Da irren Sie sich gewaltig. Staaten gehen nicht pleite, es waren die Bürger, welche Pleite gingen. Die Eliten Argentiniens, Boliviens oder auch Griechenlands waren niemals Pleite, deren Bürger dagegen schon.
        Der Bürger kann sich nur mit Gold oder Silber dagegen schützen, die Eliten, indem sie rechtzeitig ihr angehäuftes Vermögen ins Ausland transferriert haben und im Lande billig eingekauft und sich Pfründe gedichett haben.

        5+
  6. Man kann es nicht mehr verheimlichen.

    4+
  7. Auch die neuen JPM-Papierschnipsel-„Fjutscher“-Gold-und-Silber-Spielplätze in London waren ein großer Reinfall.

    Der ‚flapsige‘ Spruch:
    „Stell‘ Dir vor, es ist Krieg, aber keiner geht hin…“ ist ja allgemein bekannt.
    Die Abwandlung zum Thema ‚Gold‘ könnte dann lauten:
    „Stell‘ Dir vor, es gibt in London 4 neue „Future-Handelsplätze für den PAPIER-Gold-/Silber-Handel , aber keiner geht hin…“ .

    Genau das ist aber Ende Januar passiert (hier:), trotz großem Presserummel im Vorfeld dieses grotesken Derivatehandels…
    Bisher wurde noch kein einziger „Trade“ (Future-Kontrakt) abgeschlossen.

    Anscheinend hat die Shanghai Gold Exchange den Papier-Gold/Silber-Clowns in London die Show gestohlen, denn dort, wo die Ware nur physisch gehandelt wird, spielt die Musik.

    25+
  8. Was macht der Silberkurs nach der gestrigen Preisdrückerei?
    Bereits auf Jahres-Höchststand und nahe an der $18,- Marke…

    JP.Morgan wird sich die Hände reiben.

    Wenn das mal gutgeht? Die roten Telefone der Zentral-Bankster dürften langsam warm laufen.

    4+
    • @Goldminer
      Die Telefone sind nicht nur warm,die Leute dahinter in heller Panik,wie schon so oft.Mit der ganzen Drückerei gewinnt man nur etwas Zeit,doch die Zeitabstände werden immer kürzer und der Aufwand dafür immer höher.Bin gespannt,wann die Reißleine gezogen wird und gesagt wird,jetzt ist Schluss damit.Brechen dann die EM Kurse aus,muss eben eine neue Währung her.Dann sind sowohl private Guthaben als auch öffentliche Schulden weg.Nur die privaten Schulden bleiben übrig,aber das ist ja gewollt,denn nur so hält man den Bürger an der Kantare.Wer keine Schulden hat,bekommt einfach eine Zwangshypothek aufgebrummt.
      Eine sehr bewährte Methode.Von der Rente / Pension bleibt nicht viel übrig und wenn,dann für alle der gleiche Betrag.Wer Guthaben oder Vermögen verschweigt,wird einfach kriminalisiert wie ein Drogenbesitzer.
      Ja,wir besitzen die Droge Gold und Silber und sind erst Edelmetallsünder
      (Spiegelartikel:Was Edelmetallsünder jetzt ! beachten sollten ) und dann Edelmetall Kriminelle.
      Also,darauf freue ich mich schon richtig.

      4+
      • @catpaw – jo eh klar . Wer so a giftiges , verstrahltes und barbarisches Relikt hortet , der ghört bestraft . Das geht gar nicht – wo kämen wir denn da hin , wann des a jeder macht :-)

        1+
  9. Hab mir heute noch mal ein paar Oz.unter 20 Leuro gegönnt.Auf die 8 Leuro möchte ich doch lieber nicht warten.

    2+
  10. J.P.Morgan sind doch der größte private Silberbesitzer . Da muß doch mallangsam die 100$ Marke angegriffen werden !

    0

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