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Ted Butler: Goldpreisabsturz war manipuliert

Der amerikanische Rohstoffanalyst Ted Butler spricht in einem Online-Interview offen von betrügerischem Verhalten auf dem Gold- und Silbermarkt seitens der großen Bullion Banken.

Am vergangenen Donnerstag sackte der Goldpreis an einem einzigen Handelstag um 50 Dollar ab. Aus charttechnischer Sicht hatte der Kurs des Edelmetalls zuvor eine mehr als aussichtsreiche Formation gebildet. Der Einbruch kam für viele Marktteilnehmer plötzlich oder zumindest mit unerwarteter Vehemenz.

Der amerikanische Marktanalyst Ted Butler äußerte sich am Wochenende in einem Interview auf KingWorldNews zur Entwicklung der Edelmetallkurse. Butler sagt, der Absturz der Gold- und Silberpreise sei eindeutig Folge von Marktmanipulation gewesen, wie man sie seit Monaten am US-Terminmarkt beobachte.

”Das war eine präzise geplante Preisdrückung. Das soll keine Erklärung dafür sein, dass der Gesamtmarkt einbrach. Doch sehen Sie sich den Kursrückgang an. 50 Dollar beim Goldpreis, 1 Dollar bei Silber, ohne Nachrichten, die einen direkten Einfluss auf das physische Angebot gehabt hätten. Das war einhundertprozentig eine Angelegenheit, die alleine auf Papier-Transaktionen an der COMEX zurückzuführen ist.“

Ted Butler erklärt wie das aus seiner Sicht abläuft. “Es werden mehrmals am Tag einige Kontrakte deutlich unterhalb des aktuellen Preises in den Markt gegeben, wenn das Handelsvolumen niedrig ist. Damit bringt man den Schneeball ins Rollen. Es finden bereits im Vorfeld Absprachen statt, dass man erst weit unter dem aktuellen Marktpreis wieder als Käufer auftritt. Dadurch, dass man damit kritische technische Marken verletzt, zwingt man durch den Kursrückgang andere Marktteilnehmer ebenfalls zum Verkauf.” Vor allem Investoren die mit großem Hebel, also geringem Kapitaleinsatz und/oder großem Kreditanteil bei ihren Wetten im Futures-Markt engagiert waren, hätten aussteigen müssen und so die Abwärtsfahrt beschleunigt.

“Danach sammelten die Jungs die Ware wieder ein, als der Preis um 50 Dollar gesunken war”. Deswegen sei es auch nicht verwunderlich gewesen, dass die kommerziellen Händler (d.h. die Bullion Banken, wie z.B. JP Morgan) am gleichen Tag zu den größten Nettokäufern zählten. “Das macht die Sache für diesen Abschaum fast zum perfekten Verbrechen, denn wenn die Regulierer die Banken auf den 50-Dollar-Absturz ansprechen, dann können die sagen `Was schauen Sie uns an, wir gehörten den ganzen Tag lang zu den Käufern’.“

Ted Butler äußerte sich ohnehin enttäuscht, was das Verhalten der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) angeht. Der Regulierungsbehörde lägen seit Jahren handfeste Beweise über Manipulation auf dem Gold- und Silbermarkt vor. Man sei offenen Ohres, höre aber nicht hin.

“Wir wissen, dass die kommerziellen Händler Gauner sind, angeführt von JP Morgan. Ich kann es nicht anders ausdrücken, diese Leute betreiben ein kriminelles Geschäft. Und man fragt sich, ob die Aufsichtsbehörde so dumm sein kann oder gar gemeinsame Sache mit den Typen macht, weil die Mitarbeiter auf eine Tasche Geld aus sind oder sie sich nach ihrer Commodity-Commission- Karriere einen Job versprechen? Ich weiß es nicht”, so Butler.

Er scheut sich nicht, seine Meinung in dieser Sache öffentlich so deutlich zu äußern. “Ich habe in der Vergangenheit erlebt, dass man sofort über dich herfällt, wenn du etwas Schlechtes über eine große Finanz-Institution sagst”, erklärt Butler. Er sei überrascht, dass er solche Dinge offen sagen könne, ohne von den Beteiligten in irgendeiner Form abgestraft zu werden. Er geht deshalb davon aus, dass also etwas an der Sache dran sein muss.

Link: Das komplette Interview auf KingWorldNews (in Englisch)


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Eingetragen von am 5. Jul. 2010. gespeichert unter Banken, Gold, News, USA. Sie können alle Antworten auf diesen Eintrag verfolgen über RSS 2.0. Kommentar- und Ping-Funktion derzeit deaktiviert

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