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US-Banken stemmen sich gegen Goldpreisanstieg

Nach dem deutlichen Rückgang der Short-Positionen in den vergangenen zwei Monaten, haben US-Banken am Terminmarkt ihre Wetten auf einen fallenden Goldpreis nun wieder deutlich aufgestockt.

Der monatliche Bericht über die Banken-Beteiligung auf dem Warenterminmarkt zeigt bei Gold und Silber eine starke Veränderung der Handelspositionen. Aus dem von der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) gerade veröffentlichen Bank Participation Report geht hervor, dass der Open Interest am Gold-Futures-Markt Anfang Mai auf den Rekordstand von 551.616 Kontrakten anstieg (plus 10,9 Prozent gegenüber dem Vormonat). Der Open Interest (Summe aller Terminmarkt-Verträge) sagt aus, wie stark am Terminmarkt eine Ware (in diesem Fall Gold) gehandelt wird.

Wird das Termingeschäft vom Verkäufer initiiert, dann handelt es sich um einen Short-Kontrakt („Wette auf fallenden Kurs“). Wenn der Handel von einem Käufer angestoßen wird, dann spricht man am Terminmarkt von einem Long-Kontrakt („Wette auf steigenden Kurs“).

Bei Gold besteht nach wie vor eine sehr hohe Konzentration von Short-Kontrakten in den Händen weniger US-Banken. Anfang Mai waren es 126.985 Gold-Short-Futures-Kontrakte, die von (lediglich vier) US-Banken gehalten wurden. Ein Plus von 33 Prozent gegenüber dem Vormonat.

Diese Gold-Short dieser vier US-Banken repräsentieren gleichzeitig 23 Prozent des gesamten Open Interest auf Gold. Das Verhältnis von Short- zu Long-Positionen ist mit 8:1 jedoch gleichgeblieben, da die US-Banken auch ihre Long-Positionen von 11.496 Kontrakten auf 15.634 Kontrakte erhöht haben.

Abb.: Anzahl der Gold-Shorts wieder deutlich erhöht
Banken-Wetten auf fallenden Goldpreis fast wieder nahe dem Rekordhoch

Auch die Anzahl der Short-Futures auf Silber, gehalten von US-Banken, ist Anfang Mai wieder um 12,3 Prozent von 30.646 auf 34.427 Kontrakte gestiegen.

Bei Gold werden im Rahmen eines Future-Kontraktes 100 Feinunzen gehandelt. Ein Future-Kontrakt auf Silber umfasst 5.000 Feinunzen.

Hintergrund
US-Banken spielen am Warenterminmarkt eine dominante Rolle. Mit großvolumigen Vorwärtsverkäufen (Short-Futures und -Optionen) besteht für sie die Möglichkeit, Kurse an der Warenterminbörse kurzfristig stark zu drücken. Durch Arbitrage-Geschäfte zwischen Spot- und Terminmarkt korrespondieren die Kurse auf beiden Märkten eng miteinander. Terminmarktgeschäfte haben also auch entscheidenden Einfluss auf den Preis für Gold zur sofortigen Lieferung (Spot Price).

Banken betreiben mit Warentermingeschäften Eigenhandel, bauen damit aber auch Gegenpositionen zu anderen Derivate-Geschäften auf, bei denen sie als Kontrahenten ihrer Kunden auftreten. Man spricht in diesem Zusammenhang von so genannten Bullion Banken.

Die starke Short-Konzentration bei Gold und Silber, dominiert von diesen wenigen Banken, wird von Kritikern seit langem als marktbeherrschend und manipulativ angesehen. Man geht davon aus, dass weniger große US-Häuser die Vormachtstellung am Terminmarkt nutzen, um den Gold- und Silberpreis zu drücken. Derzeit finden von Seiten der US-Kartellbehörde Untersuchungen zur Rolle der Großbank JP Morgan auf dem Terminmarkt statt. Insbesondere geht es um mögliche Marktmanipulationen auf dem Silbermarkt.


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Eingetragen von am 10. Mai. 2010. gespeichert unter Banken, Gold, Hintergrund, News, USA. Sie können alle Antworten auf diesen Eintrag verfolgen über RSS 2.0. Kommentar- und Ping-Funktion derzeit deaktiviert

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