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US-Derivatehandel steigt auf Rekordvolumen von 212,8 Billionen Dollar

Die größten Derivate-Händler der USA

Das Volumen aller von US-amerikanischen Geschäftsbanken gehandelten Finanzderivate belief sich per 31. Dezember 2009 auf insgesamt 212,808 Billionen US-Dollar. Damit wurde ein neues Allzeithoch erreicht. Die Angaben stammen aus dem aktuellen Bericht des Comptroller of Currency Administrator of National Banks (OCC).

Gegenüber dem Vorquartal steigerten US-Banken ihr Engagement auf dem Derivatemarkt damit noch einmal um 8,5 Billionen US-Dollar oder 4,3 Prozent.

In diesem Finanzmarkt-Segment besteht weiterhin eine enorm hohe Händler-Konzentration. 97 Prozent des erfassten nominalen Derivateumsatzes entfielen alleine auf fünf große US-Institute.

Der mit Abstand größte Akteur ist nach wie vor JP Morgan Chase. Die US-Großbank betrieb im vierten Quartal Derivatgeschäfte im Volumen von 78,54 Billionen US-Dollar. Ihr folgen in der Rangliste Bank of America ($44,31 Bio.), Goldman Sachs ($41,59 Bio.) und Citibank ($37,54 Bio.). Die Amerika-Niederlassung der Deutschen Bank ist mit Derivatgeschäften im Umfang von 21,99 Milliarden US-Dollar auf Platz 25 der größten amerikanischen Derivathändler unter den Bankgesellschaften verzeichnet.

Die größte Bedeutung hat das Derivategeschäft allerdings für Goldman Sachs. Im vierten Quartal erwirtschaftete die Bank 72 Prozent des Bruttogewinns im Derivate- und Devisenhandel.

Unter Derivaten werden folgende Handelsformen verstanden: Swaps (Kauf-/ Rückkauf-Vereinbarungen) mit einem Anteil von 66,7 Prozent am gesamten Derivategeschäft, Optionen (14,2%), Futures und Forwards (12,4%) sowie Kreditderivate (6,6%).

Was wurde am meisten gehandelt? Zinspapiere machten mit einem Anteil von 84 Prozent das größte Stück am Derivatekuchen aus. Es folgten Devisen (7,8%), Kreditderivate (6,5%), Aktien (0,79%) und Rohstoffe (0,46%).

Interessant ist auch die Tatsache, dass über 90 Prozent der Derivatgeschäfte „over the counter“ (OTC), also direkt zwischen zwei Parteien und nicht über offizielle Handelsplätze abgewickelt werden. Die Transaktionen sind somit nicht ohne weiteres von den Aufsichtsbehörden zu erfassen, außer durch eigenständige Meldung der Banken. Diese erfolgt in den USA über den so genannten Call Report, den die unter der Bankenaufsicht regulierten amerikanischen Finanzinstitute einmal im Quartal einreichen müssen.

Das gesamte weltweite Derivatevolumen darf im Übrigen als noch bedeutend höher eingeschätzt werden. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich taxierte im Juni 2009 alleine den Wert aller global ausstehenden Zinsderivate auf 437 Billionen US-Dollar.

Investment-Guru Warren Buffet bezeichnete Derivate vor einigen Jahren als Massenvernichtungswaffen. Im Jahr 2002 schrieb er im Jahresbericht seiner Firma Berkshire Hathaway: „Zentralbanken und Regierungen haben bislang keinen effektiven Weg gefunden, die Risiken, die diese Kontrakte darstellen, zu kontrollieren oder zumindest zu überwachen. Aus meiner Sicht sind Derivate finanzielle Massenvernichtungswaffen, die eine – bislang noch latente – tödliche Gefahr in sich tragen“.

Kommentar: Die Raketensilos sind bis zur Kapazitätsgrenze mit Derivaten bestückt. Vielleicht sollte die US-Regierung erst im eigenen Land aufräumen, bevor sie auf der Suche nach Massenvernichtungswaffen in den Iran einrückt.


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Eingetragen von am 20. Mrz. 2010. gespeichert unter Banken, Hintergrund, Marktdaten, USA. Sie können alle Antworten auf diesen Eintrag verfolgen über RSS 2.0. Kommentar- und Ping-Funktion derzeit deaktiviert

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