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US-Staatspapiere: Wer kauft sie noch? Wann kommt der Crash?

Die USA haben einen riesen Berg an Staatsschulden angehäuft. Um die laufenden Kosten zu finanzieren und alte wie neue Verbindlichkeiten zu bedienen, muss „Uncle Sam“ Monat für Monat neue Schuldscheine ausgeben. Der direkte Wettbewerber zu Gold – als potenziell sicheres Investment in Krisenzeiten – wird zunehmend zum Ladenhüter.

Sie gelten als sicherer Hafen in turbulenten Zeiten und konkurrieren deshalb mit Gold und Silber um Investorengeld, das krisensicher angelegt werden will: US-Staatsanleihen.

Für die USA sind sie vitaler Bestandteil der Staatsfinanzierung. Alleine für das laufende Fiskaljahr wird mit einem amerikanischen Haushaltsdefizit von 1,35 Billionen Dollar gerechnet.

Sie heißen Bills, Notes und Bonds – je nachdem, wie lange man die Papiere bis zu Endfälligkeit als Investor halten kann – nur der erfolgreiche Verkauf dieser Staatsanleihen, Monat für Monat, stellt die Zahlungsfähigkeit des US-Staates dauerhaft sicher.

Schulden über Schulden
„Die Zahl der US-Schatzanleihen im allgemeinen Umlauf wird in den kommenden zehn Jahren vermutlich von sechs Billionen auf rund 17 oder 18 Billionen schnellen“, schätzt Clive Dennis vom Investmenthaus Schroders Anfang in einem aktuellen Marktkommentar. Problem: Das Vertrauen in den US-Dollar schwindet immer mehr. „Unserer Ansicht nach birgt das Ausmaß der Verschuldung in der Volkswirtschaft ernsthafte langfristige Gefahren für die Stärke dieser Währung“, so Dennis.

China verkauft US-Treasuries
Diese Problematik haben auch die Chinesen erkannt, dem größten Finanzier der Vereinigten Staaten. Die immensen Dollar-Reserven des Landes versuchte man zuletzt mit Firmenbeteiligungen im Ausland und vor allem mit Rohstoffen (Gold!) zu diversifizieren. Im November reduzierte China laut einem Bericht des US-Finanzministeriums seine Investitionen in US-Staatsanleihen um 9,3 Milliarden Dollar auf insgesamt noch 789,6 Milliarden Dollar. So viele US-Staatspapiere hat das Land seit fünf Monaten nicht mehr abgestoßen.

Große Fonds steigen aus
Brisant: Jetzt zeigen sogar große Investmentfonds Dollar-Anleihen zunehmend die kalte Schulter. Vergangene Woche wurde bekannt, dass die weltweit größte Anleihefondsgesellschaft Pacific Investment Management Co (PIMCO) – gehört zur Allianz-Gruppe – verstärkt auf Währungsanleihen von Industrienationen setzt, die nicht in Dollar denominiert sind. Der von PIMCO stammende Total Return Fund (Volumen: umgerechnet 142,1 Milliarden Euro) reduzierte den Anteil der Staatsanleihen von 51 auf 32 Prozent. „Viele Anleihemanager weltweit glauben, dass grenzüberschreitende Investments außerhalb der USA eine riesige Wette darauf sind, dass der Dollar langfristig abwärts tendiert“, zitierte die Financial Times zuletzt Chris Rupkey, Chefökonom bei der Bank of Tokyo-Mitsubishi in New York.

Die Fed – Gläubiger der letzten Instanz
Doch wer nimmt den USA die Staatspapiere ab, wenn sie am Markt zunehmend unverkäuflich werden? Die amerikanische Notenbank Federal Reserve (Fed) und Zentralbanken anderer Länder müssen zunehmend als Käufer einspringen. Beispiel: Bei der Auktion fünfjähriger US-Staatsanleihen mit einem Volumen von 42 Milliarden Dollar am vergangenen Mittwoch (27.01.2010), nahmen indirekte Bieter – hierzu zählen auch ausländische Zentralbanken – 53 Prozent des Emissionsvolumens ab.

Tritt die Fed direkt als Käufer auf, so bedeutet dies, dass Geld faktisch aus dem Nichts geschaffen wird. Dies führt zu einer Geldmengenausweitung und langfristig zu Geldentwertung (Inflation), wenn die Staatsanleihen zu einem späteren Zeitpunkt nicht wieder in gleichem Umfang von der Fed veräußert werden.

Anschwellende Fed-Bilanz
Laut den aktuellen Bilanzzahlen vom 21. Januar 2010, hält das Federal Reserve US-Staatsanleihen im Gesamtvolumen von 776,6 Milliarden US-Dollar. Zum Vergleich: Am 22. Januar 2009, standen lediglich US-Staatspapiere im Umfang von 475 Milliarden Dollar in den Fed-Büchern. Innerhalb eines Jahres stieg diese Bilanzposition somit um 63 Prozent.

Crash-Gefahr
Doch wer soll diese gigantische Menge an US-Treasuries abnehmen, wenn sie auf den Markt gelangen? Was geschieht mit den Anleihekursen, wenn es zu einer entsprechenden Angebots-Schwemme kommt? Das sind Fragen, mit denen sich die amerikanischen Währungshüter offensichtlich erst beschäftigen, wenn es soweit ist. Merken Sie sich einfach schon einmal den Begriff, der in diesem Zusammenhang früher oder später die Runde machen wird: Anleihen-Crash! Dieser droht nämlich auch bei einer Erhöhung des Zinsniveaus, weil dann die Alternativen zu den bestehenden Anleihen mehr Rendite bringen. Die Anleihenkurse sinken. Im Extremfall kommt es zu einer Fluchtbewegung auf dem Anleihenmarkt, zu einem Crash.

Gold: Auf Nummer sicher gehen!
Warum hat dies alles Goldanleger zu interessieren? Nun, wie bereits eingangs erwähnt, stehen Staatsanleihen mit Edelmetallen im direkten Wettbewerb um das Geld sicherheitsbedürftiger Anleger. Sollten Staatspapiere als sicherer Hafen irgendwann einmal bei Investoren durchfallen, dann bleibt im Krisenfall nicht mehr viel, worin man sein Geld sicher investieren kann. Dies wird die Flucht in Edelmetalle beschleunigen … wenn dann noch genügend Gold und Silber für potenzielle Käufer vorhanden ist.

Außerdem: Je stärker die amerikanische Notenbank als Käufer von Treasuries auftritt, desto größer werden die Inflationsrisiken weltweit. Und desto wichtiger ist es, sich mit Edelmetallen gegen die anhaltende Geldwertvernichtung zu versichern.


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Eingetragen von am 28. Jan. 2010. gespeichert unter Gold, Hintergrund, Marktkommentare, USA. Sie können alle Antworten auf diesen Eintrag verfolgen über RSS 2.0. Kommentar- und Ping-Funktion derzeit deaktiviert

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