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Warnzeichen: Immobilien-Crash in China

Wann die chinesische Immobilienblase platzt, dürfte es auch für westliche Industrieländer ungemütlich werden.

Die chinesische Immobilienbranche wird derzeit von einer Pleitewelle erfasst. Die Häuser-Verkäufe brechen ein. Die Zentralregierung hält ihren restriktiven Kurs bei der Kreditvergabe dennoch aufrecht. Ein neues Bedrohungsszenario für die Weltwirtschaft tut sich auf.

Bereits seit geraumer Zeit wird das Platzen der chinesischen Immobilienblase von zahlreichen Ökonomen als eine der größten Bedrohungen für die Weltwirtschaft angesehen. Mit gigantischen öffentlichen Investitionen in den Bausektor und billigem Hypothekengeld wurde in den vergangenen Jahren ein Immobilienboom in China ausgelöst. Steigende Häuserpreise lockten immer mehr Investoren an. Der damit verbundene Wirtschaftsaufschwung wurde auf Pump finanziert.

Dass das Immobilienangebot die reale Wohnraumnachfrage zuletzt bei weitem überstieg, schien kaum jemanden zu kümmern. So entstanden wahre Geisterstädte, nur um das Geld gieriger Anleger einzusammeln (Bauen gegen jede Vernunft: Immobilienblase in China). Irgendwer wird später schon darin wohnen, lautet vielfach die optimistische Einschätzung der Investoren.

Nun mehren sich die Anzeichen, dass dieses Kartenhaus möglicherweise kurz vor dem Einsturz steht. Wie China Business News (CBN) berichtet, wird Chinas Immobilienbranche derzeit von einer Pleitewelle erfasst. Überall im Land machen große Maklerbüros dicht. Ein Insider gibt gegenüber der Zeitung eine Schätzung ab, nach der in diesem Jahr 3.000 Immobilienbüros dicht machen könnten, aber weiterhin 50.000 Hausvermittler um eine schrumpfende Nachfrage konkurrierten.

Die Verkäufe bestehender Häuser in Peking gingen nach den CBN-Angaben in den ersten drei Quartalen um 20 Prozent auf den tiefsten Stand seit 2009 zurück. Alleine im Oktober sei der Absatz gegenüber Vorjahr um 48,7 Prozent eingeknickt. Gegenüber dem Vormonat September wird ein Minus von 17 Prozent gemeldet. Die Preise bestehender Häuser seien seit Januar um 6,7 Prozent gefallen.

Hintergrund: Die Zentralregierung hat die Vergabe von Immobilienkrediten aus Angst vor Blasenbildung stark beschnitten. Ähnlich wie seinerzeit in den USA, könnten rasant fallende Preise den stark auf Spekulation ausgerichteten chinesischen Immobilienmarkt zu Fall bringen. Die entstehenden Verluste und Kreditausfälle für Kapitalanleger dürften die chinesische Wirtschaft, die dortigen Banken und damit auch die Weltkonjunktur erheblich belasten.

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Eingetragen von am 9. Nov. 2011. gespeichert unter China, Konjunktur, News, Welt. Sie können alle Antworten auf diesen Eintrag verfolgen über RSS 2.0. Kommentar- und Ping-Funktion derzeit deaktiviert

10 Kommentare für “Warnzeichen: Immobilien-Crash in China”

  1. Wenn nichts mehr geht werden eben amerikanische Staatsanleihen verkauft.
    ( Solange man dafür noch etwas bekomt)
    – und für alles was das Land verlässt, druckt Bernanke mal eben Neues –
    Was für ein Zufall, dass zeitgleich Pläne über einen Militärschlag gegen den Iran nachgedacht wird und auch noch Wahlen ins Haus stehen.
    Zuhause kann Barack keinen Blumentopf gewinnen. Haben wir – bei ähnlicher Beweislage im Irak – schon mal gesehen, oder?
    Diese ganze Blase ist doch nur entstanden, weil innenpolitisch Arbeitsplätze geschaffen werden mussten. Da ist der innere Frieden in Gefahr. Genau deswegen exportiert China seit Jahrzehnten Arbeitskräfte nach Afrika – Aus dem Auge, aus dem Sinn – und importiert Rohstoffe um sie mit eigener Arbeitsleistung in China zu verarbeiten/ veredeln.
    Wenn 1.45 Mrd. Menschen Amok laufen ist das was anderes als der arsabische Frühling. Zur Not sieht sich China gezwungen selber aktiv zu werden und das würde sich geopolitisch gegen den Nachbarn richten.
    Sibierien hat alles was das chinesische Herz begehrt. Halleluja

    • Die USA haben China mit ihren Dollars aufgepumpt bis zum Excess.Nun ziehen sie die Dollars ab (patriieren nennt man das in der Finanzsprache). Auch um zu Hause die Schulden zu bezahlen und die Bank-Bilanzen zu frisieren.Und nun läßt die USA die China Blase platzen und diesen Knall wird man bis Bottrop hören.Übrigens, so machen sie das immer. Billige Dollars gehen ins lukrative Ausland, dort lassen sie eine Blase entstehen und die anschließend platzen. Damit machen sie ohne viel Arbeit auf Kosten anderer (die kleine Bevölkerung) die Milliarden.Man muss das System USA verstehen. Die führen bereits den 3.Weltkrieg und wir merken es erst, wenn bei uns die Leute auf der Straße stehen.Nicht ohne Grund gibt es soviel Resentissements gegen die USA.

  2. @anaconda und Henning Pawelka – Was das angeht, sind die Russen gewarnt; die sind noch immun gegen USA + George Soros, seit letzterer im August 1998 den Rubel in die Scheiße trat. Rußland und China sind quasi verbündet. Peking braucht Sibirien gar nicht gewaltsam zu erobern, Rußland liefern gern Rohstoffe gegen Cash. (Nicht vergessen: 1969 hat die UdSSR den Chinesen eine blutige Nase verpaßt im Grenzkrieg am Ussuri.) Und die Nato-Osterweiterung tat ein übriges, Rußland vom Westen zu entfremden. Nein, diesmal hat sich die USA mitsamt ihren Denkpanzern – so würde ich think tanks übersetzen – geopolitisch verrechnet. Die haben allgemein das Problem, ihre Verschlagenheit aus Prinzip mit Klugheit zu verwechseln. Ich habe 4 Jahre lang Kung Fu trainiert, wobei ich feststellte, daß Chinesen ganz anders verschaltet sind. Ein vermiedener Kampf ist ein gewonnener Kampf, lautet die Devise. Man nutzt am Ende Ungestüm und Ignoranz + Dummheit des Gegners, um diesen auf’s Kreuz zu legen.

    • Möglich,ich befürchte aber,dass wenn die Blase in China platzt oder zum Platzen gebracht wird, es zu Unruhen in der bevölkerung kommen wird.Und Bas Buch von Gene Sharp (Von der Diktatur zur Demokratie) wir auch in China gerne gelesen.Die Revolutions-Profis um Poppovic (Belgrad) haben die Revolutionen in Tunesien, in Lybien, der Ukraine, in Ägypten usw insziniert und gesteuert.dafür gab es jeweils 1 Mio Dollars von den USA.Das erste Öster.Fernsehen hat übrigens einen klasse Report dazu gemacht:

      http://liberteque.com/categories/viewvideo/980/politics-and-corruption/die-revolutions-profis-deutsch.html

      Interessant anzusehen !!

      Es wird in China eine Revolution geben,früher oder später und die wird von den USA gesteuert sein.

      • Genau darauf warte ich. Beim WT-Kung-Fu schluckt man sozusagen den 1. Schlag. Man nimmt ihn auf, ohne daß er seine verheerende Wirkung entfaltet. Was danach abgespult wird – nun, da möchte ich kein Ami sein. Die haben keinen blassen Schimmer, wie die in Asien ticken. Und wollen es auch nicht verstehen. Die Revolutions-Rezepte, die in Tunis und Tiflis funktionierten, griffen schon in Minsk und Kiew nicht mehr. Erst recht nicht in Peking. Die haben doch schon im Vietnam-Krieg eine atemberaubende Ignoranz hingelegt. Am Ende des 2. WK bat Ho Chi Minh die Amis, daß er gern den Text von Jeffersons Unabhängigkeitserklärung seinem Volk auf Vietnamesisch im Radio verkünden möchte, und daß die USA dies bitte unterstützen sollen. Nicht den verwirkten Kolonialanspruch der Franzosen, die sich plötzlich wieder meldeten. Die Amis hatten seine Vietminh sogar bewaffnet und ausgerüstet. Berater waren auch da. Nur, daß man es in Washington besser wußte. Der junge Hüpfer J.F. Kennedy, der sich eine Zeitlang in Maos Hauptquartier aufgehalten hatte, redete sich vergeblich in Washington den Mund fusselig, als er meinte, daß Tschiang Kai Schecks Guomindang-Partei beim Volk verspielt habe, und daß man auf Mao Tse Tung setzen solle. Der sei zwar rot, mag aber die Sowjets nicht. Wieder wußte man es in Washington besser. Erst der Erzhalunke Nixon begriff, wohl angestachelt von Kissinger, daß man sich diese antisowjetischen Ressentiments der Chinesen zunutze machen kann. Das Problem ist, daß es in den USA heute keinen mehr gibt mit dem Format eines Henry Kissinger. Stattdessen haben wir gerade bei den Republikanern (inkl. Tea Party) eine solche Ansammlung von Dumpfbacken zu verzeichnen, so z.B. einen Rick Perry, der im wahrsten Sinne des Wortes nicht bis drei zählen kann. Und der ist Gouverneur von Texas, wie weiland George W. Bush. Nein, mit dieser Brzezinski-Doktrin werden sie auf die Nase fallen!

  3. @0177translator und anaconda
    Muß meine Einschätzung revidieren. Die Argumente greifen vergessene Allianzen wieder auf und die historische Aversion gegen die USA als WELTPOLIZEI habe ich auch nicht gewürdigt. Eigentlich teilen die sich Sibierien ja so schon. Entgegen Perry bin ich nicht lernresistent. Perry ja gestern eindrucksvoll bei seinem Blackout bei CNN bewiesen. Simpel 3 Behörden die er schließt, wenn sie ihn wählen sollte er nennen. Nach dem 2. befiel ihn die Sprachlosigkeit. Gute Gründe ihn zu wählen:-)
    Der III. Weltkrieg wird schon seit der Prestroika geführt. – Allerdings gegen uns. Erst recht nach der Wiedervereinigung. Wir haben ganz einfach das „Wirtschaftswunder Gen“ Das kannste nicht lernen, das sind Tugenden wie Disziplin, Ehrgeiz, wirtschaftliche und wissenschaftliche Kompetenz gezielt diversifiziert so eingesetzt, dass selbst Hohlköpfe an der Regierung nix daran ändern können. Nicht umsonst wollen die uns klein halten aber trotzdem kopieren.
    Die haben Angst, dass wir auch mal einen Krieg gewinnen und unsere Waffe ist unsere Wirtschaftskraft.
    Der IV. Krieg steht auch schon vor der Tür. Die Russen und die Chinesen werden Kredite nur noch gegen Gold geben und das wollen sie dann physisch.
    Das amerikanische gehört den Chinesen eh schon längst und nur damit sie das da lassen, dürfen die in den USA schalten und walten, wie sie wollen.
    Mir ist keine andere westliche Industrienation bekannt, bei der Du ganz offen durech die Canal Street gehen kannst und Dir eine „Rolex“ für 5 USD kaufen kannst. Bei uns werden die zertrümmert.
    Denke, die USA wollen eine neue Leitwährung und die heißt Rohöl. Die Bank die die Amis dafür übernehmen wollen heißt IRAN. Als Verhandlungsführer schicken sie die Israelis und verwaltet wird das dann später von Saudi-Arabien.
    Das geht nach hinten los.
    China und Russland wissen Bescheid und werden da – neben den arabischen Nachbarn- nicht tatenlos zusehen. Wird sowieso spannend, wenn die Ihren Flottenstützpunkt in Brunei aufgeben müssten. Was wollen sie dann tun? Eine Invasion?
    Das nächste Jahr werden wir die Welt von heute nicht wieder erkennen

    • Das ist es eben,was dieses Forum so interessant macht.
      Der Gedankenaustausch und die Planspiele und Überlegungen was kommen könnte .Überleben wird der, der das Undenkbare für möglich hält.
      Nur, und das befürchte ich, gibt es im Pentagon, in Peking oder in Moskau genau die gleichen Überlegungen. Der Krieg läuft längst, er ist über die Planspiele bereits hinaus.
      Trotzdem,es wäre gefährlich die Amis zu unterschätzen.Die haben etwas, was anderen Nationen völlig fehlt, ein untrügliches Gespür für „Reibach machen“ (= Jiddisch, Gewinn machen,indem man den anderen über den Tisch zieht.)

      • Vor allem bewegt sich dieses Forum auf einem erfrischend angenehm hohem Niveau ohne Selbstdarsteller.

  4. Ich lese mit Interesse die Beiträge meiner Vorschreiber.

    Kann zu China keinerlei wirkliche Einschätzung abgeben, obschon mich das Land und seine Geschichte seit einigen Jahren sehr interessieren.

    Ich habe aber auch den Eindruck daß, wie es ein Vorschreiber ausdrückte, „der Westen“ nicht wirklich begreift, wie die Asiaten „ticken“ und im Hinblick nicht nur auf China schweren Fehleinschätzungen unterliegen.

    Zumal was die USA betrifft, die nach 1945 in Asien tatsächlich mit ihrer imperialen Politik regelmäßig abschmierten (zuletzt in der für Washington gesichtsverletzenden Cheonan-Affäre letztes Jahr, wo die USA von den Chinesen regelrecht vorgeführt wurden) – von den erbärmlichen Politstatisten hierzulande erwartet man ohnehin nichts anderes.

    Im Hinblick auf das sino-russische (sowjetische) Verhältnis ist es aber so, daß Stalin in der zweiten Hälfte der 30er Jahre seinen politischen Kurs änderte und vor dem Hintergrund der japanischen Bedrohung in der Mandschurei auf Chiang Kai-Shek und dessen Kuomintang setzte statt auf die Kommunisten (die vom Kuomintang 1937 in Kiangsi zunächst vernichtet wurden).

    Das hat sich später jedenfalls vordergründig wieder geändert – ab 1950 trat Stalin über Rot-China an die Seite der DVRNK, wenn er auch jede aktive Einmischung der UdSSR in den Krieg peinlich vermied und seine Rolle über Waffenlieferungen und politische Unterstützung bzw. Aufwiegelung Chinas spielte (Tschou en Lai sagte später einmal, daß sich Stalin „jede Patrone“ seiner Rüstungslieferungen auf Heller und Pfennig habe bezahlen lassen und daß nicht nur deswegen diese Unterstützung für China ein schlechtes Geschäft gewesen sei).

    Die westchinesische Provinz Xinjiang war in den 30er Jahren in ihrem an die UdSSR grenzenden, westlichen Teil einmal ein sowjetischer Satellit („Sowjetrepublik Xinjiang“) mit sowjetischerrussischer Besatzung, aber Stalin zog die Truppen – wohl auf Druck der USA (F.D. Roosevelt) – schließlich zurück, vollständig aber erst 1943 (!).

    Die USA wiederum ließen, wie der frz. Publizist und Historiker Raymond Cartier in seinem lesenswerten Buch „Nach dem 2. Weltkrieg – Mächte und Männer 1945-1965“ schreibt, Chian Kai-Shek und dessen vermeintlich pro-kapitalistische Bewegung ab 1946 kalt fallen und ermöglichten, trotz entsprechender Warnungen durch amerikanische Troupiers und Berater des Regimes der Kuomintang, vor allem dadurch den endgültigen Sieg der Kommunisten.

    Ich habe hier am Wohnort (mittlere Universitätsstadt in Westdeutschland) einen Chinesen freundschaftlich kennen gelernt.

    Aber auch aus dem werde ich nicht schlau: Angeblich sei er „Student“ – erst will er über Internet für die Deutsche Bahn AG gearbeitet haben, einige Zeit später (ich kenne ihn seit einigen Jahren) schließlich hat er angeblich in Aachen, wo er noch eine weitere Wohnung haben will, im Fach Maschinenbau promoviert.

    Als ich ihn kürzlich wieder traf, meinte er, er arbeite jetzt für einen großen, deutschen Automobilhersteller und zeigte mir (wohl weil er merkte, daß ich skeptisch war) einen Werkausweis.

    Hier in der Stadt wohnt er in einem winzigen Zimmer – an und für sich wäre „hausen“ der richtige Begriff, und für die Eigentümerin des mehrheitlich von Studenten bewohnten Gebäudes scheint er eine Art Hausmeister zu sein.

    Seine Eltern sollen in B leben, wo sein Vater angeblich als Professor arbeitet – er zeigte mit einmal das Photo eines schloßähnlichen Anwesens bei Brügge, von dem er behauptet, daß dies der Besitz seiner Eltern sei.

    Auffällig ist, daß er Anlaufpunkt vieler anderer Chinesen ist, die sich auch hier an der Uni oder sonstwie aufhalten.

    Weiter ist auffällig, daß er die deutsche Sprache mit einer kaum faßbaren Perfektion beherrscht und über alle möglichen Details des Landes – sogar der Region in Einzelheiten, er war zu meiner Verblüffung selbst über den Werdegang eines während des Krieges in der Umgebung betriebenen und mittlerweile gesprengten Chemiewerkes genauestens im Bilde, das unter den Einheimischen nur noch ältere Mitbürger kennen – und der deutschen Geschichte und Tagespolitik orientiert ist, bis hin zu Anekdoten über verblichene, sog. Bundeskanzler.

    Rätselhaft, ob daß das Ergebnis einer Kaderschulung oder eines wie auch immer erklärlichen, besonderen Interesses ist.

    Als ich ihn zu einer Wahlveranstaltung einer C-Partei in Berlin einlud, sagte er erst zu, danach – offenbar mußte er sich mit Landsleuten abstimmen – war er nicht mehr zu erreichen.

    Darauf angesprochen, sah er sich sichtlich desavouiert und präsentierte eine zwar gekonnt formulierte, aber nicht sehr glaubwürdige Ausrede.

    Allgemein stört mich auch sein Renommiergehabe etwas, aber das scheint vielen Chinesen zu eigen zu sein.

    Ehrlich ist aber seine grenzenlose Verachtung für die USA.

    Befragt zum chinesischen Bankensystem antwortete er mir einmal, daß, da es sich anders als im Westen um ein wirkliches Staatsbankensystem handele, eine (wie auch immer zu bewertende) Krisis wie im „Westen“ jedenfalls „unmöglich“ sei – der Staat reguliere die Geldmenge [M 3] flexibel nach Bedarf und könne daher „auf jede Situation schnell reagieren“.

    Tatsächlich habe ich aber auch mehrfach gelesen, daß die chinesische Zentralregierung Devisenüberschüsse aus der Leistungsbilanz des Landes zentral abschöpft und in Landeswährung (Renminbi) zwangskonvertiert.

    Mglw. ist, da die chinesische Konsumgüterindustrie mindestens noch bis vor kurzem stark exportlastig war, hierin ein Grund für die „Immobilienblase“ zu sehen, die jedenfalls westliche Beobachter immer wieder voraussagen.

    Ich bin jedenfalls der Überzeugung, daß chinesische Banken anders als ihre westlichen Pendants nicht aus wie auch immer gearteten Motiven heraus durch eine immer exzessivere Aufblähung von (verzinslichem) Papierkredit an der Zerstörung der Staaten arbeiten, die sie – aus diesem Grunde ? – aktuell um „Rettungshilfen“ angehen.

    Als ich übrigens letzte Woche aus Interesse am Gründungstreffen der hiesigen „Occupy“-Bewegung teilnahm (was sich am Ende als eine gehaltlose und tendenziöse Veranstaltung herausstellte), war zu meiner nicht geringen Überraschung auch ein Chinese in der ca. 15 Personen zählenden Runde zugegen.

    Er sagte ca. 2h überhaupt gar nichts, schaute aber stets aufmerksam zu und schien alles genauestes zu registrieren.

    Ein mittlerweile schon lange im Ruhestand befindlicher Bruder meines Vaters, führte (als Chemiker) in den frühen 90er Jahren noch Verkaufsverhandlungen für die Fa. Wacker Chemie mit einem chinesische Kaufinteressenten über eine Konzernsparte in Westdeutschland, die aber am Ende scheiterten.

    Er traf auf diese Weise häufig mit Chinesen in der BRD und auch in China zusammen.

    Von mir danach befragt, ob – nach seinen Erfahrungen – der aber wohl nur scheinbar kometenhafte Aufstieg Chinas „Hand und Fuß“ habe oder, wie hierzulande ja auch oft behauptet wurde (und z.T. noch wird) letztlich nur ein Papierdrache sei, antwortete er fester Überzeugung: „Die hält keiner mehr auf.“

    Da ich meinen Onkel für einen klugen und wägenden Mann halte, zweifele ich nicht an dessen Aussage.

    • @agincourt.
      sehr interessant, Ihre Ausführungen.Ich habe mit einigen Vertretern der hiesigen Wirtschaft gesprochen,welche in China engagiert sind.Sie zeichnen einähnliches Bild.
      Ein großes Problem haben allerdings die Chinesischen Arbeiter:Sie können nicht selbsständig entscheiden,sie warten immer auf die Anordnung eines Vorgesetzten.Auch eigene Verbesserungsvorschläge trauen sie sich nie umzusetzen aus Respekt vor denVorgesetzen.
      Ein Fall wurde mir geschildert:In einer Werkhalle brannte es.Überall hingen Feuerlöscher,doch keiner wagte es diese zu bedienen,da kein Vorgesetzter eine entsprechende Anordnung gab.Die Halle brannte aus.
      Es scheint,dass den Chinesen im Gegensatz zum Westen, ein Großteil der Spontanität,der Phantasie und Kreativität fehlt. Sie unterliegen einer Vielfalt von Zwängen und wagen selten eigenmächtig zu handeln und zu entscheiden.
      Vielleicht der Grund, für die Neigung zu kopieren ?

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