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Warum die Banken den Goldpreis manipulieren müssen

Goldbarren © ACHILLE - Fotolia.com

Gold ist eine Fluchtwährung. Für Banken und Politik gilt es vor allem, die Anleger solange wie möglich im Papiergeldsystem zu halten.

Immer wieder wird die Manipulation des Goldmarktes als Verschwörungstheorie abgetan. Vor allem weil die Eingriffe im Einzelfall schwer nachzuweisen sind. Aber mehr denn je haben die großen Banken ein vitales Interesse und den politischen Spielraum für gezielte Goldpreis-Manipulation. 

Die Nachfrage nach Goldbarren und Goldmünzen ist weiterhin hoch, auch wenn die Verkaufsspitze nach dem plötzlichen Goldpreis-Einbruch im April zuletzt nicht mehr erreicht wurde. Das zeigen die unter anderem die Zahlen der Goldverkäufe der großen Prägeanstalten in Australien und den USA (siehe aktuelle Nachrichten).

Der Terminhandel
Dass die Lagerbestände der Wareterminbörse COMEX in den vergangenen Monaten kontinuierlich abgenommen haben, ist ebenso ein Zeichen für eine erhöhte Nachfrage nach dem physischen Metall. Terminkäufer lassen sich die Ware am Laufzeitende lieber ausliefern, als dafür eine finanzielle Kompensation zu erhalten.

Gold gerät immer wieder in „Backwardation“. Das heißt, Händler sind bereit für Gold zur sofortigen Lieferung einen höheren Preis zu zahlen, als für Gold zur Lieferung in Zukunft. Das war zuletzt beim August-Kontrakt der Fall, der aktuell meist gehandelte Gold-Future an der COMEX. Die umgekehrte Systematik ist aber der Normalfall.

Erkenntnis: Der durch den Papiergoldhandel geprägte Kurs scheint die Knappheit des Gutes nicht mehr adäquat abzubilden. Irgendwie läuft hier etwas schief, sollte man meinen.

Der reale Markt
Der Goldmarkt ähnelt immer mehr dem Mindestreserve-System der Banken. Es wird deutlich mehr Gold an der Börse gehandelt, als physisch vorhanden ist. Für jene, die Gold in großen Mengen bunkern (ETFs, Fonds, große Handelsplätze, Zentralbanken etc.) erscheint das Metall wie totes Kapital. Somit wird es gerne für einen geringen Zins verleast oder verliehen. Die Hoffnung: Es werden nicht alle gleichzeitig kommen, um ihre Forderungen geltend zu machen. Dabei reicht es, wenn im Bankensektor nur ein vergleichsweise kleiner Prozentsatz der Kunden seine Einlagen einfordert, um die Bank in den Bankrott zu treiben.

Diesen Umstand muss man verinnerlichen, wenn man verstehen will, warum so oft von einer Manipulation des Goldmarktes die Rede ist. Denn was liegt für die Banken und Goldhandelshäuser näher, als regulative Spielräume auszunutzen, um die Märkte in Richtung der eigenen Interessen zu lenken. Das haben die großen Geldmanager zuletzt in anderen Bereichen ausgiebig und nachweisbar getan (CDS-Handel, Libor-Skandal). Warum sollte man anders handeln, wenn die Metallbestände dahin schmelzen und die eigene Zahlungsunfähigkeit droht?

Die Manipulation
Die großen US-Banken sind in der Lage den Goldpreis zu manipulieren, das haben selbst US-Gerichte bestätigt (Silberpreis-Manipulation: JP Morgan gewinnt auch Berufung). Man konnte – oder wollte – ihnen jedoch keine Vorsätzlichkeit nachweisen.

Was liegt für die involvierten Geldhäuser also näher als den Papiergoldpreis zu drücken, Investoren zum Verkauf des Edelmetalls zu treiben und Bestände günstig einsammeln, um sich zu „rekapitalisieren“. Hier geht es um nicht weniger als um den Fortbestand großer Banken, die an den Terminbörsen viel Geld in Papiergold investieren und in hohem Maße im nicht regulierten und kaum durchschaubaren Derivate-Geschäft tätig sind (JP Morgan hält Gold-Derivate für 96 Mrd. US-Dollar).

Die großen Bullion-Banken kontrollieren den Markt, solange man sie lässt und solange nach ihren Regeln gespielt wird. Für eine freie Markt- und Kursentwicklung wird es umso schwieriger, je weniger diese in Konflikt mit den Interessen von Politik und Notenbanken gerät. Gold ist der Feind des Papiergeldsystems. Denn der (steigende) Goldpreis signalisiert die Schwäche der Währung, in der er gemessen wird. Wenn es um niedrige Edelmetallpreise geht, ist von diesen Interessensgruppen also nicht viel Widerstand zu erwarten.

Das Fazit
Der Goldmarkt unterliegt immer wieder unerklärlichen Kursschwankungen, vor allem weil der Markt kurzfristigen Interessen kapitalstarker Händler unterliegt. Den Großbanken muss man nicht einmal die Beteiligung an einer politischen Verschwörung gegen das Gold unterstellen. Sie wollen vor allem Geld verdienen. Auf den vergleichsweise winzigen Edelmetallmärkten können sie bislang fast ungehindert ihr manipulatives Spiel betreiben und vor allem bei sinkendem Goldpreis finanzielle Vorteile erzielen. Doch dieses Spiel wird für die Zocker immer mehr zum Risiko. Denn das vorherrschende und endliche Geldsystem neigt sich einmal mehr seinem Lebensabend zu. Es ist vorbei, wenn die Mehrheit sich nicht mehr mit bedruckten Papierschnitzeln abspeisen lässt, sondern konsequent reale Werte einfordert. Diesem Punkt kommen wir in der eskalierenden weltweiten Schuldenkrise jeden Tag ein Stückchen näher.

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Eingetragen von am 12. Jun. 2013. gespeichert unter Banken, Gold, Goldpreis, Hintergrund, News, Politik. Sie können alle Antworten auf diesen Eintrag verfolgen über RSS 2.0. Kommentar- und Ping-Funktion derzeit deaktiviert

22 Kommentare für “Warum die Banken den Goldpreis manipulieren müssen”

  1. Immer wieder wird gesagt, das eine Zentralbank keine Anleihen etc aufkaufen darf,weil sie pleite gehen könnte.Kann sie wirklich pleite gehen ? Ich glaube nicht, sie kann jederzeit die benötigte Liquidität nachdrucken,auch dann, wenn die Anleihen die Wupper runter gehen.Sie erzeugt bestenfalls eine Inflation, aber genau das will sie ja.
    Wer die Währungshoheit hat, also Geld drucken darf, kann machen was er will.
    Er ist Gott-gleich.
    In den USA gibt es einen Spruch der lautet: Never fight the FED.zu deutsch:
    Lege dich niemals mit Gott an.

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  2. Ok, wenn die Banken die Möglichkeit der Kursmanipulation nach unten besitzen, warum haben sie dann den Kursanstieg bis 1.900USD zugelassen? Ist es nicht eher so, dass der Kurs jahrelang nach oben manipuliert wurde und jetzt das gleiche Spiel nach unten geht, je nachdem wo gerade die Interessen liegen? Wenn sich der Preis eines Rohstoffs in 10 Jahren versechsfacht hat das mit realem Angebot und Nachfrage genauso wenig zu tun wie die Kurseinbrüche in diesem Jahr. Es ist schon klar, dass auch die Förderkosten extrem gestiegen sind aber nicht in diesem Ausmaß wie der Goldkurs.

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    • @ Christian

      Die Banken und Finanzinstitute sind nicht an langfristigen Anlagen interessiert. Sie gewinnen am meisten über die Volatilität!

      0
      • Richtig, aber wo ist diese wesentliche Volatilität im Anstieg als auch nun im Abstieg gewesen? Schleichend anwachsend und ruckartig abrutschend ist noch keine Volatilität. Dazu bedarf es noch des zeitlichen Parameters in einer Zeitspanne.

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    • Den Preis für Papiergold können sie dank Druckerpresse beliebig rauf- oder runtersetzen. Über die virtuellen Terminmärkte wollen sie den Goldpreis zähmen, gleichzeitig aber auch den Peg zum realen, physischen Markt aufrecht erhalten. Übertreiben sie es mit der Drückung, dann löst sich der Peg zum Papierphantasiemarkt, was das Ende des Goldkartells bedeutet. Wir erleben eine ähnlich extreme Drückung wie 2008 (damals sind die Aufgelder zum Papiergoldpreis auch explodiert).

      Vermutung: die Kartellbanken (Deutsche Bank, JPMorgan ect.) kaufen sich physisches Gold direkt von den Minen (Preis spielt dabei keine Rolle, das Geld kommt frisch aus der Druckerpresse der ZB), so daß es garnicht erst auf den Markt gelangt und hauen es anschließend während der Drückungsaktionen raus oder schieben es sich in London zu Tiefstpreisen gegenseitig zu.

      0
      • Nachdem das Thema „Manipulation des Goldpreises“ zur Tagesordnung gehört, habe ich einmal versucht, mehr Informationen von einem MA der Börse in Frankfurt zu erhalten.

        Obwohl an der Börse über dem Begriff „Manipulation“ ein Dickicht der Verschwiegenheit liegt (bzw. gelegt wurde…), zirkuliert in Brokerhänden ein Artikel aus den USA, wie die Notenbanken mit geeigneter Software (eSignal Software?) vollautomatisch einen gewünschten Börsenkurs steuern können.

        Die Funktionsweise hatten wir hier schon einmal kurz angedeutet: im Bankenkartell wird Papiergold im Kreis „herumgeschoben“; soll heißen – die eine Bank verkauft, die Nächste kauft, usw. usw., damit wird seit Jahren der Gold-Silberpreis „gedrückt“.

        Die Volumen der Verkaufsorder sind so ausgelegt, daß sie nicht mitteilungspflichtig werden
        (wg. Börsenaufsicht).

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  3. Geh in eine Bank und kaufe dir einige Goldbarren, der Mann hinter dem Schalter wird Dich ungläubig anschauen.
    Verkaufst du ihm aber einige Goldmünzen wird er sehr freundlich und lächelt dich an!

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    • Ja klar, so ein Goldbarren hat schon ordentlich mehr Gewicht und Wert. Da würde ich auch staunen, was so mancher an Spielgeld hat und wofür er es verplempert. Noch interessanter wird es ja, woher dann Dein Geld stammt. So mancher ist über das Geldwäschegesetz gestolpert.

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  4. Solange es der Politik und der Mainstream Presse gelingt, der Masse Sand in die Augen zu streuen, solange wird der Goldpreis volatil sein.Explodieren wird er aber, sobald eine Panik ausbricht.Nämlich wenn die Menschen um ihr Erspartes fürchten und die Spekulanten Verkaufsprofit wittern.Und das kann schneller geschehen, als einem lieb ist. Denn wir tanzen auf dem Vulkan.Und dann wird es völlig egal sein, zu welchem Preis man die EM zuletzt gekauft hat, verkaufen wird man sie dann auch bei 15.000 Dollar und mehr nicht (in Papiergeld). Man wird EM zum Tauschen verwenden müssen. Ein Haus für so und soviele Unzen Silber / Gold.Zug um Zug.Denn die Regierungen wollen eine Inflation um jeden Preis, (whatever it takes- mario Draghi)

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    • Ist volatil immer nur dann gegeben, nur weil es nicht die gewünschte Einbahnstraße nach oben ist?!

      Ich bezweifle, daß in der Panik der Goldpreis explodieren wird, denn dann hätten die Leute andere Grundprobleme und mit Goldbesitz steigt auch die Gefahr, Opfer von Raub und Mord zu werden. So mancher glaubt ja noch, daß man Gold essen kann oder mit nem Kilobarren drei Brötchen mit 980g Wechselgoldstaub kaufen kann.

      0
  5. Ist das schon der Anfang. Die Medien schießen sich ein.Vom wem wohl
    gesteuert ?
    http://www.welt.de/finanzen/article117071714/Politik-sollte-Gold-als-Parallelwaehrung-zulassen.html

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  6. Tipp: Kocht mal auf kleinerer Flamme. „Cool down“!

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  7. Dass die Banken und Notenbanken den Goldpreis manipulieren ist der beste Beweis dafür, dass Gold eben doch Geld ist.Denn wäre Gold nur ein einfaches Industriemetall wie Zink und Blei,müßte es doch nicht in dieser Form manipuliert werden.Man könnte es dann den sogenanntgen Märkten überlassen, wer auch immer das ist.Ich aber denke, durch diese offensichtliche Manipulation haben die Notenbanken schlafenede Hunde geweckt und der Demonetarisierung
    von Gold einen schlechten Dienst erwiesen.Für Goldliebhaber die beste Nachricht.

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    • Auf Industriemetalle wird genauso spekuliert und entsprechend versucht, Einfluß darauf zu nehmen. Warum ist es immer nur Manipulation, wenn der im Besitz stehend Vermögensposten ab dem Kaufdatum nicht mehr steigt?! Die dauerhafte Kurssteigerung eines Anlagegegenstandes ist nie garantiert. Angebot und Nachfrage bestimmen die Märkte. Kauf einfach selber mehr Gold als angeboten wird und Du kannst den Kaufpreis selber nach oben bewegen. Das Plus fällt bei Deinen 10000 € nur zu gering aus und Verkäufer drücken den Preis auch wieder. Käufer kaufen auch ungern mit einem zu hohen Preis ein. Psychologie trägt ihr Übliches bei.

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  8. „Denn das vorherrschende und endliche Geldsystem neigt sich einmal mehr seinem Lebensabend zu. Es ist vorbei, wenn die Mehrheit sich nicht mehr mit bedruckten Papierschnitzeln abspeisen lässt, sondern konsequent reale Werte einfordert. Diesem Punkt kommen wir in der eskalierenden weltweiten Schuldenkrise jeden Tag ein Stückchen näher.“

    Deshalb sorgt die EU schon, daß das Papiergeld abgeschafft und in virtuelles Geld mit dem „bürgerfreundlichen“ Zwangskonto umgewandelt wird. Dann geht das Spiel munter weiter.

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  • Beatminister: @Thanatos Sehe ich auch so. Manipulieren muß man sowieso vor der Wahl, nicht während oder danach. Und...
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