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Warum Fed-Präsidentin Yellen den Goldpreis befeuert

yellen janet Fed

Janet Yellen sieht die Probleme auf dem US-Arbeitsmarkt differenzierter als Ben Bernanke.

Die Rede von Fed-Präsidentin Janet Yellen am gestrigen Dienstag hat die Märkte freundlich gestimmt. Auch Gold und Silber stiegen. Hier sind die Gründe.

Was wird sich ändern an der US-Geldpolitik unter der Führung von Janet Yellen? Das ist eine der entscheidenden Fragen, nachdem die langjährige Fed-Ökonomin am 1. Februar den Fed-Vorsitz von Ben Bernanke übernommen hat. Erste Eindrücke über die zu erwartende geldpolitische Linie konnte man im Rahmen von Yellens öffentlichem Auftritt am gestrigen Dienstag gewinnen. Vor dem US-Kongress sprach sie über die wirtschaftliche Entwicklung in den USA und erklärte die Maßnahmen und Positionen der Federal Reserve.

Ihrer Darstellung zufolge hat die wirtschaftliche Erholung in den USA in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres an größerer Stärke gewonnen. Im Durchschnitt sei das reale Bruttoinlandsprodukt im dritten und vierten Quartal nach ersten Schätzungen um durchschnittlich 3,5 Prozent gegenüber Vorjahr gestiegen, gegenüber durchschnittlich 1,75 Prozent im ersten Halbjahr.

Die positive konjunkturelle Entwicklung habe sich auch auf dem Arbeitsmarkt niedergeschlagen. Die Arbeitslosenquote sei gegenüber Mitte vergangenen Jahres um fast einen ganzen Prozentpunkt gefallen. 3,25 Millionen neue Jobs seien seit August 2012 geschaffen worden. Die kurz danach angestoßene neue Runde an Wertpapierkäufen durch die Fed habe zur Erholung beigetragen.

Yellen rechtfertigte somit die durch Ben Bernanke vertretene QE-Politik und doch ändert sie gegenüber ihrem Vorgänger die Rahmenbedingungen, wie aus ihren weiteren Ausführungen deutlich wird.

Sie sagte folgendes: „Nichtsdestoweniger ist die Erholung auf dem Arbeitsmarkt bei weitem nicht abgeschlossen. Die Arbeitslosenquote befindet sich weiterhin auf einem Niveau, dass die Teilnehmer des Offenmarktausschusses der Fed langfristig als nicht tragbar erachten. Jene, die länger als sechs Monate keinen Job haben, repräsentieren einen ungewöhnlich hohen Anteil an den Erwerbslosen. Und die Anzahl der Menschen, die eine Teilzeitanstellung haben, aber lieber Vollzeit arbeiten würden, ist weiterhin sehr hoch. Diese Beobachtungen unterstreichen die Notwendigkeit, nicht ausschließlich die Arbeitslosenquote bei der Beurteilung des US-Arbeitsmarktes heranzuziehen.“

Damit entfernt sich Yellen in ihren Aussagen deutlich von dem einst durch Ben Bernanke gesetzten zeitlichen Rahmen für QE3, der an eine konkrete Arbeitslosenquote geknüpft war. Bernanke betonte immer wieder, dass man die Zinsen nicht erhöhen werde, solange die US-Arbeitslosenquote über 6,5 Prozent liege. Unter Yellen gibt es offensichtlich sehr viel mehr Spielraum für einen anhaltend lockere Geldpolitik, weil sie die Probleme des US-Arbeitsmarktes nicht in absoluten Zahlen ausdrückt, sondern die Lage deutlich differenzierter betrachtet.

Die Märkte quittierten diese Aussichten mit deutlichen Kursgewinnen. Die Börsen nahmen Fahrt auf. Der Goldpreis legte gegenüber Vortag um 1,2 Prozent zu und ging am Dienstag mit Kursen knapp oberhalb von 1.290 Dollar aus dem Spothandel. Silber gewann 0,8 Prozent und stieg auf 20,24 Dollar.

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Eingetragen von am 12. Feb. 2014. gespeichert unter Fed, Gold, Goldpreis, Marktkommentare, News, Silber, Silberpreis, USA. Sie können alle Antworten auf diesen Eintrag verfolgen über RSS 2.0. Kommentar- und Ping-Funktion derzeit deaktiviert

5 Kommentare für “Warum Fed-Präsidentin Yellen den Goldpreis befeuert”

  1. Nach der Einigung im US-Repräsentantenhaus, das von den Republikanern, also den Gegnern von Obama, beherrscht wird, über die fortgesetzte Verschuldung Amerikas kann man davon ausgehen, dass das Angstinvestment Gold wieder nachgeben wird. Auch, wenn Yellen um 10 Mrd. die Ankäufe reduzieren wird, wird der Goldpreis dadurch nicht gestützt: die Party geht weiter.

    Klar, die Chinesen stehen nicht mehr als Geldgeber dieser Bankrott- Volkswirtschaft zur Verfügung. Aber was heißt schon Bankrott? Sind die 100% vom BIP Bankrott? Japan macht es dem Westen vor: mit über 200% Verschuldung ist ein Zusammenbruch nicht zu sehen, im Gegenteil. Deren Mittel heißt Drücken des Währungskurses, um weltwirtschaftlich bessere Chancen zu haben.

    Zusammengenommen: ich sehe den Goldpreis wieder Richtung 1200 marschieren.

  2. @Werner
    Ich vertrete eine andere Meinung als Sie, weil ich glaube, daß J. Yellen bald das angekündigte Zurückfahren der Anleihenkäufe stoppen muß, weil die realen Wirtschaftsdaten der USA sich verschlechtern.

    1200,-€ sind heute 1641,-US-Dollar, da könnten Sie bis mit Ihrer Schätzung bis Ende April richtig liegen.

    Das Haushaltsdefizit der USA lag 2013 bei 1,179 Billionen US-Dollar, soll heißen, die USA leben wie fast alle anderen Staaten auf dieser Erdkugel „über ihre Verhältnisse“.
    http://de.statista.com/statistik/daten/studie/165796/umfrage/haushaltssaldo-der-usa/

    Im Jahre 2020 liegt der Schuldenberg der USA bei ca. 20 Billionen US-$; steigen die Zinsen auf 5%, müssen die USA allein für die Bedienung der Schuldzinsen pro Jahr ca. 1 Billionen US-Dollar aufbringen; das sind fast 40 Prozent der gesamten Staatseinnahmen der USA.

    Sobald die Schulden und die Zinsleistung schneller steigen als die
    Einnahmen, beginnt der Teufelskreis der Überschuldung.

    Das ist kein Wunschdenken, sondern mathematisch erwiesen;
    (siehe „Zinseszinseffekt“)

    Den Zusammenbruch in Japan werden Sie tagsüber nicht sehen, –
    der kommt über Nacht und schneller als manche denken.

    Zusammengefaßt: seit Dezember 2013 hat die US-Fed durch ihre
    permanente Preisdrückung bei Gold die Entkopplung des
    US-Schuldenlimits vom Goldpreis erreicht (sh. Grafik), deshalb werden sich die beiden Kurven wieder annähern, weil kein physisches Gold mehr für die Preisdückung vorhanden ist.
    http://www.strategicgold.com/insight/wp-content/uploads/2013/12/debt-vs-gold.png

    • Es ist viel einfacher. Es braucht keiner glauben, dass die Preise ewig unten bleiben. Solange die Liquiditätsfalle steht kann Geld in die Welt kommen noch und nöcher. Der FED wird keiner ein Vorwurf machen können. Wehe dem Tag an dem die Wirtschaft in Fahrt kommt.

      Bei den anderen Assets. Hohe Immobilienpreise und relativ teure Aktien. Es ist ja nicht mehr so die Frage des Angebots vs. Nachfrage. Es ist eher die Frage. In welcher Richtung kann mehr Geld verdient werden und in welcher Assetklasse. Was kann passieren. Entweder die Entlohnung zieht nach oder die Preise kommen runter … In den U.S. ist das der Immobilienmarkt.

      In Mitteleuropa ist es irgendwie akzeptiert, dass alle so wenig verdienen, dass sich keiner ein Haus kann leisten in der Breite… in den U.S. geht das nicht.

      • Die sog. „Häuser“ in den USA, die sich der Normalbürger leisten kann, sind mehr oder weniger Bretterbuden. Häuser aus Ziegel/Beton können sich auch nicht alle leisten – wie in Europa. Diese Bretterbuden kosten und kosteten im Schnitt weit weniger, als bei uns in Ö eine 3-Zi-Wohnung.

  3. Helmut Josef Weber

    Wer sich darüber informieren will, welche Daten auf einen steigenden oder fallenden Goldpreis hinweisen können, der sollte sich mal die Prognosen der „Experten“ der letzten 10 Jahre ansehen.
    Es ist wie mit den Wünschelrutengängern; wer zufällig eine Ader trifft, ist ein Experte und schreibt Bücher, die anderen 90% werden belächelt.
    Machen wir uns doch alle nichts vor, wir laufen wie der Esel der Möhre nach, die an uns selber befestigt ist.
    Ich habe zufällig 2009 (in Panik) meine gesamte Altersversorgung in Gold investiert.
    Gut- das sind bis zum heutigen Tag 72% steuerfreier Kursgewinn.
    Wenn ich diesen glücklichen Umstand der Kursgewinne, auf mein „Expertenwissen“ münzen würde, ständen einige Leute mit offenem Mund da und würden mir die nächste Prognose auch glauben.
    Das ich einfach nur Glück hatte, wird mir nach meinen dann abgegebenen Prognosen, mit der Berücksichtigung des damaligen Umfeldes, und anderen „schlauen“ Wörtern, niemand mehr abnehmen, sondern mir unterstellen, dass ich mein „Expertenwissen“ nur für mich behalten möchte.
    So bin ich „Experte“ geworden.

    Viele Grüße
    H. J. Weber

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