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Was passiert, wenn Zentralbanken Silber kaufen?

Kilo-Barren: Silber ist immer stärker gefragt

Erstmals seit 20 Jahren sind die Zentralbanken wieder Netto-Käufer auf dem Goldmarkt. Silber spielt als Währungsreserve keinerlei Rolle. Was wäre, wenn sich das ändert?

Silber ist plötzlich in aller Munde. Mit einer beeindruckenden Kursrally sorgte das „Gold des kleinen Mannes“ zuletzt in der Finanzwelt für ordentliches Aufsehen. Seit Jahresanfang stieg der Silberpreis um 41 Prozent (+46% in Euro) und hängte Gold damit in Sachen Performance erneut deutlich ab (+22% / + 26%).

Höhenflug
Nach dem Erreichen eines neuen 30-Jahreshochs im vergangenen September, gewann Silber bei vielen Spekulanten an Attraktivität. Seit der Anhörung der amerikanischen Terminmarktaufsicht  im März scheinen die großen Banken weniger wild auf den Silberpreis einzuschlagen, allen voran JP Morgan. Dass sich das Institut nun gemeinsam mit HSBC Holdings vor Gericht wegen mutmaßlicher Silberpreis-Manipulation verantworten muss, beflügelt die Kursfantasien zusätzlich.

Marktbarrieren
Kritiker rechnen damit, dass der Silberpreis erst dann richtig explodiert, wenn sich der Kurs frei am Markt entwickeln kann. Und dass JP Morgan und Co. seit Monaten mit ungeheuren Short-Positionen an der Warenterminbörse COMEX hantieren, ist eine zweifelsfrei dokumentierte Tatsache. Goldreporter berichtet regelmäßig darüber. In wie weit die Silbermarkt-Aktivitäten der Bullion Banken strafrechtlich relevant sind, muss nun die amerikanische Justiz klären.

Bewertung
Bei der Bewertung von Silber wird gerne die Gold-Silber-Ratio und herangezogen. Am vergangenen Freitag konnte man mit einer Unze Gold 55 Unzen Silber kaufen. Am Jahresanfang waren es noch 65 Unzen. Der historische Durchschnitt der letzten paar hundert Jahre lag bei rund 17:1, genau wie auf dem Höhepunkt der letzten Goldhausse im Januar 1980. So gesehen gibt es noch einiges aufzuholen.

Remonetarisierung?
Ein anderer Aspekt wurde bei der Betrachtung der Silberpreis-Perspektiven noch kaum diskutiert. Was wäre, wenn die Zentralbanken Silber als bedeutende Währungsreserve wiederentdecken? Mehr noch als Gold war Silber in der langen Geschichte des Geldes mit einer Zahlungsfunktion verknüpft. In den vergangenen Jahrhunderten wurde Silber von den Geldmächten systematisch demonetarisiert. Was, wenn sich das ändert? Was, wenn plötzlich bekannt würde, dass eine große Zentralbank – zum Beispiel in Asien – große Mengen Silber kauft? Wann wird es wieder ein mit realen Werten gedecktes Geldsystem geben? Silber könnte darin wieder eine Rolle spielen.

Angebot und Nachfrage
Laut World Silver Survey werden derzeit rund 22.000 Tonnen jährlich (709,6 Mio. Unzen im Jahr 2009) Silber aus der Erde geholt. Wert: rund 17 Milliarden US-Dollar. Das gesamte jährliche Silberangebot betrug im vergangenen Jahr 889 Millionen Unzen. Recycling spielt hier noch eine große Rolle. Alleine die industrielle Nachfrage beträgt aber jährlich etwa 11.000 Tonnen (352,2 Mio. Unzen). Rechnet man die anderen Verwendungen hinzu (Fotografie, Solar, Silberwaren, Investment-Produkte) dann kommt man eine Nachfrage von gerundeten 23.000 Tonnen (729,8 Mio. Unzen). Angebot und Nachfrage stehen schon in einem engen Verhältnis zueinander. Unabhängig von einem möglichen Nachfragezuwachs durch neue Industrieverwendungen und den gestiegenen Investment-Bedarf: Würden große Finanzinstitute zusätzlich als Käufer auftreten, dann gäbe es für den Silberpreis vermutlich kein Halten mehr.

Fazit
Die Aussichten für einen weiter steigenden Silberpreis in den kommenden Monaten sind ausgezeichnet. Zur Diversifizierung des privaten Edelmetall-Depots ist Silber unverzichtbar. Die potenziell kurszündende Kombination aus Industrie- und Investment-Metall wird dem Silbermarkt noch deutlich größeren Zulauf verschaffen.


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Eingetragen von am 31. Okt. 2010. gespeichert unter Banken, Hintergrund, News, Silber. Sie können alle Antworten auf diesen Eintrag verfolgen über RSS 2.0. Kommentar- und Ping-Funktion derzeit deaktiviert

5 Kommentare für “Was passiert, wenn Zentralbanken Silber kaufen?”

  1. Seit Jahresanfang stieg der Silberpreis!!! um 41 Prozent (+46% in Euro) und hängte Gold damit in Sachen Performance erneut deutlich ab (+22% / + 26%).

  2. Absolut richtig ;) Danke (korrigiert)!

  3. Das neue Layout von Goldreporter gefällt!

  4. Finde Ihr neues Layout sehr gut.
    Wie Sie über Gold und Silber berichten gefällt mir.
    Macht es jetzt noch Sinn Silber bei einem Kaufpreis pro Unce von 21,60 Euro
    nachzukaufen? Sehen Sie mehr Potential bei Gold oder Silber?

  5. 1. Vielen Dank, das freut uns.
    2. Diese Frage werden Sie uns vermutlich wíeder stellen, wenn der Silberpreis bei 30 Euro steht. Wer sich noch nicht genügend oder gar nicht abgesichert ist, der kann jederzeit zuschlagen. Wer regelmäßig kauft, macht ohnehin keinen Fehler. So senkt man langfristig den Durchschnittspreis. Wer nur spekuliert, kann in jedem Markt auf die Nase fallen. Einbrüche wird es immer wieder geben.

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