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Wechselkurs-Prognose für Goldanleger: Wann knickt der Euro wieder ein?

Spätestens seit der Goldpreis Anfang Juni ein neues Euro-Allzeithoch erzielte, richtet sich der Blick der Goldanleger zunehmend auf die Kursentwicklung der Europäischen Gemeinschaftswährung. Analysten rechnen nach der Zwischenrally im Juli nun mit einer erneuten Talfahrt des Euro. Für Anleger würde Gold hierzulande wieder deutlich teurer.

Wenn der Euro gegenüber dem US-Dollar an Wert verliert, dann verteuern sich hierzulande die Preise für Goldmünzen und Goldbarren. Am 8. Juni 2010 waren Anlageprodukte in Deutschland nominell so teuer wie noch nie zuvor. Der Goldpreis notierte in London bei 1.248 Dollar. Umgerechnet in die Europäische Gemeinschaftswährung waren das 1.048 Euro. Für einen Euro waren im Devisenhandel nur noch 1,19 US-Dollar zu zahlen, so wenig wie seit 2006 nicht mehr. Es hieß, Spekulanten hätten sich auf den Euro und die Euro-Schuldenkrise eingeschossen.

In den folgenden Wochen drehte dann der Wind. Der EU-Schuldenschirm mit einer Spannweite von 750-Milliarden Euro war aufgestellt, der Euro/USD-Kurs bildete charttechnisch einen Boden aus und schnellte in die Gegenrichtung zurück. Mittlerweile kostet der Euro wieder 1,32 Dollar. Innerhalb von sieben Wochen gab der Greenback damit gut 11 Prozent seiner Gewinne gegenüber dem Euro wieder ab.

Günstiger Goldkauf
Eine entsprechend Entwicklung nahm der Goldpreis. Für eine Krügerrand-Münze verlangten deutsche Händler am 4. Juni durchschnittlich noch 1.056 Euro. In dieser Woche ist die beliebteste Goldanlagemünze der Welt für 100 Euro weniger zu haben.

Wie der Euro sich im Vergleich mit dem Dollar schlägt, ist somit für Goldanleger hierzulande von Interesse. Weniger für langfristige Anleger, die ohnehin regelmäßig Gold kaufen, um ihre Durchschnittskosten zu reduzieren. Hochinteressant jedoch für Anleger, die gerne nach günstigen Gelegenheiten für Zukäufe suchen oder Spekulanten, die einfach günstig ein- und teuer verkaufen wollen.

Wie sind also die Aussichten für den Euro in den kommenden Wochen?

Charttechnik
Der 1-Jahres-Chart zeigt den steilen Aufstieg des Euro gegenüber dem US-Dollar seit seinem Tief Anfang Juni. Oberhalb von 1,32 Dollar stößt er nun auf eine breite Widerstandszone. Ein Aufstieg bis auf 1,38 Dollar liegt im Bereich des Möglichen. Spätestens dieses Kurs-Niveau könnte dann den charttechnischen Wendepunkt darstellen.
Diese Betrachtung ist von Bedeutung. Denn man muss davon ausgehen, dass Spekulanten ihre Trades auch stark nach technischen Indikatoren ausrichten.

Fundamental
Zahlreiche Analysten sind der Meinung, dass uns die Euro-Krise demnächst wieder einholen wird. Als Grund werden vor allem die rigiden Sparmaßnahmen genannt, die den Schuldenländern in Europa auferlegt wurden. „Sparsamkeit ist ziemlich schlecht für Wachstum“, bringt es Jonathan Clark auf den Punkt. Er ist Vizepräsident des Hedge-Fonds FX Concepts LLC. Seiner Meinung nach ist es nun langsam Zeit, sich wieder aus Euro-Anlagen zu verabschieden, wie er gegenüber dem Nachrichtendienst Bloomberg erklärt.

Eine Umfrage des Marktforschers Ried Thunberg ICAP unter 21 Vermögensverwaltern, die insgesamt 1,29 Billionen US-Dollar an Kundengeldern betreuen, hat folgendes ergeben: 75 Prozent der Befragten gehen nicht davon aus, dass der Euro in den nächsten drei Monaten an Stärke gewinnt.

Dollar vs. Euro
Warum sollte der Euro besser laufen als der US-Dollar? Die Vereinigten Staaten haben kaum geringere Schuldenprobleme als die Europäische Union. Jonathan Clark: „In den USA beschränkt sich die Enthaltsamkeit vor allem auf die Ebene der Bundesstaaten, in Europa beschneidet man die Ausgaben auf breiter Front, um das Defizit zu senken. Im Rahmen eines pessimistischen Szenarios sind die europäischen Währungen in großen Schwierigkeiten.“ Clark ist der Auffassung, dass sich der Euro streng mit der Entwicklung der Aktienkursen korrelieren wird. Schließlich habe der MSCI World Index im Umfeld der aktuellen Euro-Kursrally ebenfalls 8,9 Prozent zugelegt. Und an Börsen sieht Clark mindestens bis ins zweite Quartal 2011 hinein sinkende Kurse.

Ruhe vor dem Sturm
Ähnlicher Meinung ist auch der globale Chefstratege in der Devisenabteilung der Schweizer Großbank UBS in Singapur, Mansoor Mohi-uddin. „Wir stellen die Nachhaltigkeit der kürzlichen Euro-Erholung weiter in Frage, wenn man den Eifer sieht, mit dem die Offiziellen in Europa die finanzielle Konsolidierung vorantreiben.“ Seiner Einschätzung nach wird der Euro am Ende des Jahres bei 1,15 Dollar stehen. Laut einer Bloomberg-Umfrage sehen 39 Währungs-Strategen den Euro am Jahresende im Mittel (Median) bei 1,21 Dollar.

„Das ist in Europa eindeutig nur eine Flaute zwischen zwei Stürmen“, sagt Gary Shilling, Chef des Wirtschaftsforschungsinstituts A. Gary Shilling & Co. „Wir befinden uns immer noch in einer Situation, in der die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist, dass Griechenland, und möglicherweise Portugal und Spanien, zahlungsunfähig werden und Schiffbruch erleiden. Das heißt nicht, dass man sie nicht raushaut, aber die Unruhe die daraus resultiert, wird den Euro nach unten treiben.“ Shillings Prognose: Wechselkurs-Parität zwischen US-Dollar und Euro. Für Anleger würde dies bedeuten, dass eine Unze Gold in den USA genauso viel kostet wie hierzulande. Eine ganz neue Erfahrung.

EUR/USD-Kurs, 1 Jahr


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Eingetragen von am 3. Aug. 2010. gespeichert unter Charttechnik, Euro, USA. Sie können alle Antworten auf diesen Eintrag verfolgen über RSS 2.0. Kommentar- und Ping-Funktion derzeit deaktiviert

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