Südkoreas Zentralbank kauft erstmals seit 13 Jahren wieder Gold

Südkoreas Zentralbank erhöht erstmals seit 13 Jahren wieder ihr Gold-Engagement. Nach ETF-Käufen ist auch der direkte Kauf heimischer Goldbarren geplant.

Bank of Korea in Seoul mit südkoreanischer Flagge
Die Bank of Korea erhöht erstmals seit 13 Jahren wieder ihr Gold-Engagement.

Koreas neue Gold-Position 

Die Bank of Korea (BOK) erhöht erstmals seit 2013 wieder ihr Gold-Engagement. Wie die südkoreanische Zentralbank laut lokalen Medien mitteilte, kaufte sie im zweiten Quartal in kleinem Umfang Anteile an im Ausland gelisteten Gold-ETFs.

Damit steigt zwar nicht unmittelbar der physische Goldbestand, die Zentralbank baut aber ihre Gold-Position aus. Gleichzeitig bereitet die BOK erstmals seit 2013 wieder direkte Goldkäufe vor.

Physische Goldkäufe geplant

Geplant ist unter anderem der Kauf von jährlich etwa 4 bis 5 Tonnen Gold aus heimischer Produktion, die bislang mangels inländischer Nachfrage exportiert werden. Die Transaktionen sollen außerbörslich und in Landeswährung erfolgen, um Auswirkungen auf den lokalen Goldmarkt zu begrenzen.

Als Gründe für den Strategiewechsel nennt die BOK anhaltende geopolitische Risiken und den im internationalen Vergleich niedrigen Goldanteil ihrer Reserven. Die 104,4 Tonnen entsprechen derzeit lediglich rund 1,1 Prozent der südkoreanischen Währungsreserven.

Bislang lagert die BOK ihr physisches Gold bei der Bank of England. Künftig soll ein Teil der Bestände auch im eigenen Land verwahrt werden. Ein konkretes Ziel für den Ausbau der Goldreserven nannte die Zentralbank nicht. Die Käufe sollen langfristig und schrittweise erfolgen.

Strategiewechsel bei Gold

Dabei markiert der Strategiewechsel eine deutliche Abkehr von der bisherigen Zurückhaltung der Bank of Korea. Nach massiver Kritik an früheren Goldkäufen zwischen 2011 und 2013 hatte die Zentralbank ihren Bestand über Jahre nicht mehr aufgestockt. Nun rücken offenbar stärker die Absicherung gegen geopolitische Risiken, die Diversifikation der Reserven und die vergleichsweise geringe Goldquote in den Vordergrund. Auch die Möglichkeit, heimisches Gold in Won statt in US-Dollar zu erwerben, dürfte für die Notenbank eine zusätzliche Rolle spielen.

Mehr dazu: Goldreserven weltweit: Aktuelle Zahlen, Länder-Ranking und Entwicklungen

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