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Bargeld-Feind Rogoff mit kuriosen Aussagen zum Gold

Der ehemalige Chefökonom des Internationalen Währungsfonds, Kenneth Rogoff, rät seit Jahren zur Abschaffung des Bargelds. Doch was geschieht mit Gold, wenn den Menschen die Freiheit anonymer Zahlung genommen werden soll? Der Havard-Professor macht dazu erstaunliche Aussagen. Er sieht die Bedeutung des Goldes sogar steigen. Was ist davon zu halten?

Gold, Geld (Foto: Goldreporter)

Gold ist Geld: Zentralbanken zählen es zu den Währungsreserven. Bargeld will man abschaffen, weil es Steuerhinterziehung und Terrorismus-Finanzierung fördere und es den Geldpolitikern in der Krise Zügel anlegt.  (Foto: Goldreporter)

 

Der US-Ökonom Kenneth Rogoff hat sich in den vergangenen Jahren immer wieder für eine Abschaffung des Bargeldes ausgesprochen. Als ehemaliger Chefökonom des Internationalen Währungsfonds steht er den westlichen Zentralbanken nahe. Und deren Geldpolitik ist umso effektiver, je stärker sie die Kontrolle auch über Zahlungsströme privater Haushalte erlangen. Sind Münzen und Banknoten einmal aus dem Verkehr gezogen, dann kann die Zentralbank elektronisch durchregieren – etwa über Negativzinsen, um die Konsum- und Kreditnachfrage zu stimulieren. Auch die vom Finanzsystem so gefürchteten „Bank Runs“, in denen die Menschen in Panik alles Geld vom Konto holen, blieben natürlich aus.

„Der Fluch des Bargelds“

In seinem Buch „The Curse of Cash“ („Der Fluch des Bargelds“) macht er die exzessive Nutzung von Bargeld aber auch verantwortlich für „Exzesse“ in Sachen Steuerhinterziehung und Terrorismus-Finanzierung. Der World Gold Council hat Passagen des Buches auf seiner Internetseite veröffentlicht.

Ken Rogoff spricht sich seit langem für die Abschaffung großer Banknoten aus, als ersten Schritt in eine bargeldlose Gesellschaft. Und die Zentralbanken haben damit bereits begonnen. So stellt die EZB keine 500-Euro-Scheine mehr her. Ab April 2019 wird die größte Euro-Banknote auch von Bundesbank und Österreichischer Nationalbank nicht mehr ausgegeben. Überraschenderweise äußert sich Rogoff in diesem Zusammenhang aber positiv zum Gold. Das Edelmetall könne in einer bargeldlosen Gesellschaft an Wert gewinnen.

„Wenn sie sich die Währungsgeschichte anschauen, dann hat Gold immer eine einzigartige Rolle gespielt. Ich denke, das ist kein Zufall. Einige Menschen sagen, wenn Gold früher nicht als Währung ausgewählt worden wäre, man würde es heute tun. Gold besitzt viele nützliche und einzigartige Eigenschaften und deshalb ist sein Status alles andere als Zufall. Es ist ein monetärer Vermögenswert und wenn man die Geschichte noch einmal wiederholen würde, dann käme man erneut auf das Gold“.

Gutes Gold!

Und weiter: „Auch wenn es immer weniger Papiergeld gibt, so besteht nach wie vor die Notwendigkeit, Privatsphäre zu besitzen und Transaktionen zwischen Parteien abzuwickeln, die sich gegenseitig nicht vertrauen. Gold übernimmt diese Rolle. Es ist wahrscheinlich der beste Ersatz für Papiergeld und deshalb ist es schwer vorstellbar, dass dessen Transaktionswert mit der Zeit nicht steigt.“

Für Gold gäbe es im Zuge neuer Technologien alle möglichen Verwendungsmöglichkeiten, über die man heute teilweise noch gar nicht nachdenke. Es sei unvorstellbar, dass die Rolle des Goldes abnehme. Rogoff sehe Gold auch als werthaltiges langfristiges Investment, insbesondere zur Diversifikation und Risikominderung. Er schlägt den Zentralbanken der Schwellenländer sogar vor, weniger US-Dollars und dafür mehr Gold zu halten. Einen Goldanteil von 5 Prozent an den Gesamtreserven sieht er als Minimum für eine angemessen Diversifikation an. Würde China seiner Empfehlung folgen, dann müsste dieses Land alleine seine offiziellen Goldreserven um 1.864 Tonnen noch einmal verdoppelt.

Seine Annahme: Der US-Dollar verliere wirtschaftlich an Bedeutung und man wisse nicht, was komme. Und US-Staatsanleihen seien kein risikofreier Vermögenswert. Als Absicherung besitze Gold einen enormen Wert. In jedem Portfolio solle sich auch ein gewisser Prozentsatz dieses Vermögenswertes befinden. Der reale Wert des Goldes werde in Zukunft steigen.

Einordnung

Für uns sind Rogoffs Aussagen deshalb kurios, weil Gold sich im Zweifel genauso als anonymes Zahlungs- und Wertaufbewahrungsmittel eignet wie Bargeld. Er deutet es in seinen Äußerungen ja selbst an. Deswegen könnten auch die gleichen Argumente gelten, mit der der Ökonom eine Bargeldabschaffung fordert. Von Barren und Münzen ist in Rogoffs Ausführungen nichts zu lesen. Es gibt ja auch (digitale) Goldderivate. Auf Zentralbank-Ebene werden (physisches) Gold und Goldforderungen ohnehin in gleicher Weise verbucht. Mit seinen Feststellungen bestärkt der Professor aber Annahmen, dass Gold in einem künftigen Währungssystem wieder eine bedeutende Rolle zukommen könnte. Tipp: Wir haben die zu erwartenden Entwicklungen in zwei Sonderpublikationen speziell für private Goldanleger eingeordnet: „Wenn Gold wieder Geld“ und  „Notfallplan für Goldanleger“.

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Eingetragen von am 13. Feb. 2019. gespeichert unter Banken, Gold, News, Währung. Sie können alle Antworten auf diesen Eintrag verfolgen über RSS 2.0. Sie können zum Ende springen und eine Antwort hinterlassen. Bitte beachten Sie unsere Forenregeln. Pingen derzeit nicht möglich

29 Kommentare für “Bargeld-Feind Rogoff mit kuriosen Aussagen zum Gold”

  1. Wie dumm muss man sein, Anleihen mit unendlicher Laufzeit zu kaufen.
    https://www.n-tv.de/wirtschaft/der_boersen_tag/Der-Boersen-Tag-am-13-Februar-2019-article20854973.html
    Die Santander Bank kann nicht zahlen.

  2. Wolfgang Schneider

    Lieber Kenneth Rogoff, dieses Lied sei DIR gewidmet.
    Das Internationale
    https://www.youtube.com/watch?v=UXKr4HSPHT8

    Wacht auf, Verdummte dieser Erde, die stets man noch zum Riestern zwingt.
    Das Geld der deutschen Hammelherde jede Bank zur Wall Street bringt.
    Reinen Tisch macht mit den Bedrängern, Heer der Sparer wache auf,
    null Zins zu seh’n, tragt es nicht länger, das Bargeld horten wir zuhauf.

    /Refrain:/ Sparer hört die Signale, auf zum letzten Gefecht.
    Das Schuldenkrach-Finale bekommt dem Konto schlecht.
    Sparer hört die Signale, auf zum letzten Gefecht.
    Das internationale, das Geld aus Gold ist recht.

    Es rettet uns kein höh’res Wesen, kein Gott, kein Blankfein, kein Shogun.
    Uns aus dem Elend zu erlösen können nur wir selber tun.
    Leeres Wort des Sparers Rechte, leeres Wort der Banken Pflicht.
    Verschwörer nennt man uns und Rechte, duldet die Schmach nun länger nicht.

    /Refrain:/ Sparer hört die Signale …

    In Stadt und Land wir Sparers-Leute, wir sind die stärkste der Partei’n.
    Die Goldman-Sachsen schiebt beiseite, unser Geld muß unser sein.
    Unser Geld sei nicht mehr der Raben, nicht der Wall-Street-Banken Fraß.
    Wenn sie uns erst enteignet haben, dann grinsen sie ohn‘ Unterlaß.

    /Refrain:/ Sparer hört die Signale …

  3. Im Fall des Falles werden die Staaten alles Gold konfiszieren, an das sie herankommen. Die Bedeutung des Goldes als Staatsreserven hat Rogoff vor Augen.
    Private Goldbesitzer werden in diesem Falle kriminalisiert werden und u.U. gezwungen sein, ihr Gold zum Schleuderpreis abzugeben.
    Kluge Goldanleger sollten deshalb immer auch Silber in Händen halten.

    • @adept
      Davon können Sie ausgehen.
      Doch Sie hätten schreiben sollen, der Staat wird versuchen, alles Gold zu konfiszieren. Das ist ein Unterschied.
      Ein Rowdy kann ja versuchen, den 0177translator zu vermöbeln.
      Wie gesagt, versuchen.

      • Wolfgang Schneider

        @renegade
        In Louisiana darfst Du vom Steuer Deines Wagens aus einen abknallen, der versucht, Dich aus dem Auto zu zerren, weil der Motor läuft (z.B. vor eine roten Ampel), und weil dann die Wegfahrsperre nicht aktiv ist. Zählt als Notwehr. Früher hat man Hühnerdiebe gleich aufgehängt, heute werden arabische Lümmel aus kriminellen Clan-Familien an der Police Academy in Spandau zu Polizisten ausgebildet. (Berlin is ne Wolke.) Da klingelt ein Gerichtsvollzieher früh um vier an meiner Türe, hält mir einen Gerichtsbeschluß zu Durchsuchung und Beschlagnahme vor die Nase, und damit Translator nicht auf dumme Ideen kommt, sind zwei bewaffnete Polizisten mit dabei. Sergeant Achmed Tackleberry und Officer Mustafa Hightower. So wird das im Linksstaat Deutschland ablaufen. Und die Beute wird von den Beamten zur Zwischenlagerung ins Bode-Museum nach Berlin gebracht.

        • @ws
          Da kann man nur sagen, stell dir vor, wir haben einen Rechtsstaat und keinen interessierts und keiner hält sich dran.
          Schon gar nicht der Bürger und sicher auch nicht der renegade.

          • Wolfgang Schneider

            @renegade
            Der Stärkere hat immer Recht, schon vergessen? Nichts für ungut, aber ich bevorzuge die Macht des Rechts und nicht das Recht der Macht. Zur Not sind alle Goldbugs eben braun, terroristisch und gefährlich. In den USA sollen sie sogar Todeslisten für die Prepper haben. Hab immer noch 216 5Liter-Gebinde mit Apfel- u.a. Saft im Keller. Wenn allerdings zwei süße Polizistinnen zum Konfiszieren vorbeikommen, teile ich mit denen gern so manches, auch Konserven und EM, und dann dürfen sie mir dabei nachts auch mal die Handschellen anlegen.

            • @ws
              Der Stärkere hat immer recht. Richtig.
              Und der kann auch einer sein, der umgeworfen wurde, vom vermeintlich Stärkeren.
              Der Stärkere ist immer derjenige, welcher am Ende des Tages noch oder wieder steht.
              Und mag ein verbrecherischer Staat noch so stark erscheinen, am Ende werden ich und ich hoffe auch, Sie, aufrecht stehen.
              Vielleicht mit Narben, vielleicht auch mehr, aber so Gott will, wir werden stehen.
              Vergessen Sie das nie.

    • In der ehemaligen DDR war auch die DM und der Dollar verboten! Trotzdem wurde damit schwarz gehandelt. Der mensch ist da sehr erfinderisch und wird sich Tauschmöglichkeiten suchen. Dadurch wird es noch rasanter den Bach runter gehen.

      • Wolfgang Schneider

        @asisi1
        http://www.geschichte-doku.de/deutsch-deutscher-alltag/themen/?a=genex
        Falscher Irrtum. Honecker und Mielke laufen durch Berlin und wollen sich mal die Wohnung von Otto Normalo ansehen. Ein kleiner Junge präsentiert stolz, was in der Wohnung an schönen Einrichtungs-Gegenständen vorhanden ist. „Das habt ihr alles uns zu verdanken,“ sagen Erich und Erich. Da erscheint die Mutter des Knaben. „Mama guck mal, die Leute von Genex sind da.“
        DM und Dollar waren nicht verboten. Man konnte in speziellen Läden damit einkaufen, diese hießen Intershop und in der UdSSR Berjoska. Der Staat hat so geschickt die Devisen der eigenen Bürger abgeschöpft, welche die West-Verwandtschaft den Leuten hier gegeben hatte. Lief wie geölt.

        • @WS Der asisi 1 hat auch nicht so ganz unrecht,es gab mal eine kurze zeit wo DDR Bürger offiziell keine Westwährungen besitzen durften das war die Zeit der Forum-Schecks so Anfang 70 er .Wie sagte damals der Handwerksmeister:Forum geht’s….. Hat aber keinen richtig interessiert weil nicht kontrollierbar.Mich hat es aber mal angesch… als ich an der Grenze zur Tschechei 1,20 DM bei hatte da haben sie uns fast 3h deshalb aufgehalten.

          • Wolfgang Schneider

            @materialist
            Stimmt. Das mit den Devisen-Vorschriften war in jedem Ostblockland anders geregelt. Habe mal den Bericht zu Stewardessen in der DDR gesehen. Eine war zu Hause von einem Bekannten gebeten worden, ihm aus Tokio ein schniekes Autoradio mitzubringen, der gab ihr dann auch 150 US-Dollar mit auf den Weg. Dann Zwischenstop in der UdSSR. Man holte sie heraus, nahm ihr die Dollars weg, Devisen-Vergehen. Was war passiert. Eine Fickfratze von einem neidischen Nachbarn hatte sie bei der Stasi denunziert, die Stasi leitete das an die sowjetischen Genossen weiter, und die Frau verlor am Ende ihren Job. Real existierendes Denunziantentum, @Krösus hat Recht, wir müssen uns in D-land erst einiges abgewöhnen. Einer trage des anderen Last? Nein. Einer ist des anderen Teufel.

      • Stimmt nicht ! In der DDR waren DM,Dollar,Pfund und diverse westliche Währungen niemals verboten ! Sondern von der Regierung gewollt…es gab ja die beliebten Intershops, und da konnte man mit jeder dieser Währungen einkaufen ! Wer keine Ahnung hat sollte keinen Unsinn verbreiten ….

        • Wolfgang Schneider

          @Bronki
          Wo ein Genosse ist, da ist die Partei. Und wo fünf Genossen sind, da ist ein Intershop. Wir hatten in der DDR keine klassenlose Gesellschaft; es gab die mit und die ohne Westgeld. Das wirkte wie Harry Potters Zauberstab, wenn es galt, Mangelware zu erhalten oder einen Handwerker gütig zu stimmen. Mein Vater war seit 1983 Imker, ECHTER Honig war auch so ein Zauber-Elixier. Magische Kräfte nicht nur als Aphrodisiakum hatte ein Kilo frisch gestochener Spargel. Ich würde die Tips der Prepper-Szene durchaus ernst nehmen. Wir hatten das schon; wenn das Geld nicht wirklich was wert ist, brauchst du andere Schmier- oder Tauschmittel, die jeder akzeptiert. In der UdSSR war es so, daß KEIN normaler Bürger ohne Einkaufsnetz (Awoska) herumlief. War irgendwo vor irgendeinem Laden eine Schlange, hat man sich angestellt und das gekauft, was es gerade gab, und wenn es Dachpappe war, weil der Schwippschwager vom Cousin des Nachbarn der Bekannten gerade eine Datscha baut und jammert, daß er keine Dachpappe hat, wofür der mich dann mit Gurken und Kartoffeln us seinem Garten beliefert.

        • @Bronki

          Zuerst muss festgestellt werden, dass das geschriebene Gestz in der DDR einen feuchten Dreck wert war. Das gesamte DDR Rechtssystem lässt sich auf die Feststellung reduzieren; Die Partei, die Partei, die hat immer Recht. Und der letzte Präsident der obersten Gericht, der Genosse Günter Sarge, postulierte; In der DDR brauch es nur ein Recht das Strafrecht.

          Ansonsten stimmt Deine Aussage nur teilweise. In der Tat konnte man mit ausländischen Devisen im Intershop einkaufen, aber nur bis 1976.
          Danach war für DDR Bürger der Besitz ausländischer Devisen ohne staatliche Genehmigung strafbar. DDR Bürger die über DM, Dollar usw. usw. verfügten mussten diese abgeben und erhielten im Austausch die sogenannten Forum-Schecks.

          Wer in der DDR an Mangelware heran kommen wollte – und es mangelte an fast Allem- wurde schon mal mit der Frage konfrontiert; FORUM handelt es sich ?

          Der berühmte Schriftsteller Stefan Heym wurde in der DDR wegen Devisenvergehen verurteilt, da er es gewagt hatte im Ausland seinen STASI-Rom Collin zu publizieren. Usw. Usw. Usw.

          Ich bin heute immer wieder erstant was für Mythen über dieses räuberische Drecks-Regime noch 30 Jahre später immer noch im Umlauf sind.

          Weiterführende Literatur……

          https://www.thueringer-allgemeine.de/web/zgt/kultur/detail/-/specific/Wie-ein-Thueringer-Hilfsarbeiter-zum-DDR-Millionaer-wurde-Neues-Buch-enthuellt-1414826520

          • Wolfgang Schneider

            @Krösus
            In der ersten Zeit WAREN sie in den Intershops pingelig, Du solltest als DDR-Bürger nicht mit DM, sondern NUR mit Forum-Schecks bezahlen. Das lief sich aber tot, weil allzu viele Transit-Reisende- Fernfahrer, West-Besucher etc. nicht ihr Geld in Forum-Schecks umtauschen mußten, und da nahmen sie auch wieder richtiges Westgeld von einem. Im Intershop. Das war halt ein Gummi-Paragraph mit dem Devisen-Verbot, und Stefan Heym war als Querdenker – er war übrigens Jude – verschrien, und da haben sie ihm halt eins übergebügelt. Wer einen Hund schlagen will, so sagte mein Vater, der findet stets einen Knüppel. Bei Bedarf.
            In der UdSSR war das am Schluß auch abgeschliffen und erodiert. Mit dem Besitz von Devisen. Der Staat selber war ja bis auf die Knochen verfault und korrupt geworden, so daß das auch keinen mehr wirklich interessierte. Besser noch als Westgeld war ECHTER Wodka – es war auch viel gefälschter im Umlauf, aber den konnte man beim Schütteln der Flasche schnell erkennen – nachdem Gorbatschow mit seiner Prohibition 1986 den Wodka knapp und teuer gemacht hatte. Zumeist von den Arbeitern in der Fabrik beim gestohlene Original-Flaschen. Ich war doch von September 1990 bis Juli 1991 in Moskau. Nachts trieben sich Leute auf den Straßen rum, die auf einmal wie Exhibitionisten ihre Mäntel öffneten. Da waren aber nur Wodka-Pullen rechts und links, und eine kostete 30 Rubel. (Vordem 3,62 Rubel, 1 DDR-Mark war 3,20 Rubel wert gewesen.) Die Putzfrauen in meinem Studenten-Wohnheim im Stadtbezirk Sokolniki waren alles Rentnerinnen, die aber weiterhin noch voll arbeiteten und 100 Rubel monatlich dabei verdienten. Sogar wir Studenten waren im Vergleich dazu reiche, dekadente Pappnasen. Hab denen kofferweise meine alten Jeanshosen und -jacken aus DDR-Zeiten für ihre Enkel, Neffen usw. vermacht. (Und unsere Jeans-Textilien waren verdammt gutes Zeug, muß man sagen!) Das gab es dort alles nicht zu kaufen zu der Zeit. Keine Schuhe, keine Zigaretten, keine Streichhölzer – verficht nochmal – außer Brot eigentlich gar nichts! Hab dann auch feste, solide Schuhe und Stiefel von mir mitgenommen und an die verschenkt, wo nur Kleinigkeiten zu flicken waren – und eine hat mich dafür gesegnet und über mir Halunken das Kreuz geschlagen, da schäme ich mich heute noch für. Ein Radio habe ich auch dagelassen für die Wachstube der Etagen-Aufsicht, (der Deshurnaja).
            Auf der Fahrt mit dem Taxi vom Ausländer-Flughafen Scheremetjewo-2 ins Moskauer Stadtzentrum war eine Verkehrskontrolle. Der Taxifahrer, so sah ich, gab dem Polizisten seinen Inlandspaß mit 25 Rubel drin. „Den Führerschein haben Sie aber nicht vorgelegt,“ fragte ich ihn hinterher. „Ich habe gar keinen,“ erhielt ich zur Antwort. Korruption bis nach ganz unten hin. Wenn eine Gesellschaft erst so weit ist, dann ist die Fäulnis im Endstadium.
            In den Zeitungen stand in den Spalten zur Kriminalität immer wieder was von Fällen, daß Leute von aus der Provinz in die Hauptstadt kamen und Besoffenen usw. die Jacken und Hosen auszogen und klauten und danach wieder abdüsten in ihre Provinzheimat. Gastspiel-Kriminelle hießen die stets. Mann, ihr könnt euch nicht vorstellen, was das 1990/91 für Zustände waren. Der Finanzminister teilt einfach mal kurz mit, die Goldreserven der UdSSR sind weg, kurz darauf fällt ein halbes Dutzend dafür verantwortlicher Bankdirektoren tödlich vom Balkon …

  4. Ist ja wieder voll logisch heute. Die industrieproduktion fällt wie ein Stein, aber Aktien im plus. Wovon wollen die Firmen denn demnächst Zinsen und Dividenden zahlen. Die Rezession steht vor der Tür, aber dass kann man ja mal ignorieren, wenn der Trump seine auer bekommt.

  5. Zu der Erkenntnis,dass EM Münzen (auch Silber) bei Bargeld Abschaffung die wahren Bitcoins wären , sind ich und bestimmt auch andere , schon vor Jahren drauf gekommen. Ein Studium scheint nicht immer sinnvoll zu sein :-) Mr. Rogoff !

  6. Diese Empfehlung an die Schwellenländer ist doch schon etwas älter – immerhin aus 2016. Vielelicht beherzigen es aber im Moment auch einige.. wenn auch aus politisch getriebenen Gründen

  7. „Für Gold gäbe es im Zuge neuer Technologien alle möglichen Verwendungsmöglichkeiten, über die man heute teilweise noch gar nicht nachdenke.“

    Das ist die verschlüsselte Mitteilung auf eine möglicherweise goldbasierte Kryptowährung.

    „Es sei unvorstellbar, dass die Rolle des Goldes abnehme.“

    Das ist der unverschlüsselte Hinweis auf die Substanz. Gold ist Substanz. Bis 1933 waren die Währungen goldbasiert, also mit Gold als Substanz hinterlegt. Im Gegensatz zur landläufigen Meinung, dass die heutigen Währungen ohne Substanz seien, muss gesagt werden: Das stimmt nicht, weil das garnicht gehen würde. Ohne Substanz kann es auch keine Fiktion geben. Die heutigen Währungen, und das ist der Dollar mit seinen Derivaten Euro, Yen, Pfund usw., sind über die menschliche Arbeitskraft gedeckt. Wer da mehr erfahren möchte, kann sich mal mit dem House Joint Resolution Act No. 192 von 1933 beschäftigen. In den Geschichtsbüchern wird das als „New Deal“ verkauft. Also ein „neuer Vertrag“ [in Bezug auf das Geld]. Denn 1933 wurde die Deckung des Geldes von Gold auf die menschliche Arbeitskraft umgestellt. Das war auch der einzige Grund für das Goldverbot.

    Wenn jetzt u.a. der Ökonom Rogoff das Gold wieder ins Spiel bringt kann man davon ausgehen, dass wieder umgestellt wird. Und damit ist ein künftiges, vielfach befürchtetes, Goldverbot aus meiner Sicht absolut ausgeschlossen.

    • @Christof777

      „Ohne Substanz kann es auch keine Fiktion geben“ ist mir ein wenig zu viel der Dialektik. Vielleicht kann man sagen, dass FIAT von der Erinnerung an Substanz lebt – zugegeben, das ist wiederum ein wenig zu prosaisch.

      Spätestens mit der Aufhebung des Goldstandards 1971 (der sogenannte „Nixon-Schock“) wurden die Papiergeldwährungen doch unwiederbringlich entsubstanziiert. Der Dollar and Friends als totale Mystifikation, getragen nur durch unendliches Vertrauen und die Militärmacht der Amis.

      Die menschliche Arbeitkraft scheint mir in diesem Kontext ÜBERbewertet. Denn selbige wird im Rahmen der Produktivkraftentwicklung schon seit langem als Teil der Wertschöpfung kontinuierlich ENTwertet. Die kapitalistische Revolution frisst ihre Kinder.

      Die schiere Menge des globalen fluktuierenden Kapitals zeugt doch von der totalen Abkoppelung von jeglicher realwirtschaftlichen Basis. Arbeitskraft, Produktion, Natur sind vielleicht Faktoren, die für uns als Menschen eine Rolle spielen. FIAT steht aber längst über den Dingen.

      Aber wem sage ich das.

      • Kompliziert erklärt, aber absolut richtig.
        Wenn das Fiat Geld die Arbeit repräsentieren würde, könnte man das Fiat Geld nicht inflationieren. 2 % Inflation sind von der Notenbank ständig eingeplant. Also bleibt von der erbrachten Arbeitsleistung auf die lange Sicht nichts übrig. Ich will über die Dinge gar nicht so genau nachdenken, sonst komme ich noch auf solche Dinge wie: die wollen die Arbeitskraft auf lange Sicht vernichten oder die wollen das Fiat Geld auf lange Sicht vernichten oder wollen die noch viel mehr vernichten? Was ist wirklich der Grund für die 2 %? Warum sind nicht 0% erstrebenswert und so weiter?

    • @Christoph/Thanatos

      Den Wert des Geldes mit der menschlichen Arbeitskraft abdecken, da habe ich meine Zweifel. Ich habe mal versucht etwas über den House Joint Resolution Act No. 192 von 1933 zu recherchieren, sehr viel klüger bin ich nicht geworden. Wenn ich dies richtig verstanden habe,wurden seinerzeit die Verluste aus der Deflation begonnen 1929 der Allgemeinheit aufgenötigt, dies aber war wahrlich nichts Neues. Ein gewisser Karl Marx nannte dies “ bereits 100 Jahre früher „Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren.“

      Heute wird die menschliche Arbeitskraft zunehmend entwertet, weil in der Tendenz faktisch überflüssig und durch Technik ersetzt. Maschinen, Roboter, Automaten aber schaffen keinen Mehrwert und nur um die private Abschöpfung desselben geht es. Wenn sich Mehrwert ( auch Gewinne,Profit, Zinsen, Rendite, Wachstum usw. usw. genannt ) mittels Warenproduktion nicht mehr realisieren lassen, verliert die gesamte kapitalistsiche Veranstaltung Ihren Zweck. Nichts geht mehr.

      Genau deshalb flüchtet Kapital aus der realen Produktion in allerlei substanzlose Finanzblasen, die sich früher oder später entwerten.
      Genau dies spielt sich vor unser aller Augen derzeit ab. Wie Thanatos es völlig richtig dargelegt hat, hat die schiere Menge des global valutierenden Geldkapitals Größenordnungen überschritten die durch NICHTS auf dieser Welt mehr abgedeckt werden können.

      Der amerikanische Dollar wird lediglich noch durch das gewaltige amerikanische Militärpotential am Leben erhalten, einen realen Gegenwert zum Dollar gibt es nicht. beim Euro sieht es nicht anders aus. Die Gewinne dies das deutsche Exportkapital im europäischen Binnenmarkt gemacht hat, besteht aus Schuldscheinen die nicht mehr eingelöst werden können.

      Monetäre Schulden also Kredite sind nichts anderes als die Verpfändung des in der Zukunft zu erarbeiteten Mehrwertes. Da sich heute bereits kein Mehrwert mehr realisieren lässt, ist es auch damit Essig. Mit Negativ-Zinsen, Steuererhhungen, Währungsreformen d.h. real Abwertungen der Geldansprüche, oder gar Inflation wird man versuchen zu retten, was doch nicht zu retten ist. Nicht einmal ein weltweiter Goldstandard wird Rettung bringen, da wegen der geringen globalen Goldmenge sich die globale Warenproduktion nicht mehr abbilden lässt und jegliches Wirtschaftswachstum – und nur darum geht es, wie gezeigt wurde – abgewürgt wird. Gold macht nur Sinn, für das einzelne Individuum, nicht für die Volökswirtschaften.

      Wer also mjetzt noch Bargeld hat, sollte dieses in Sachwerte investieren oder auch gleich ins Freudenhaus tragen, noch hat er etwas davon. Doch dabei wird es nicht bleiben.

      • Das ist alles absolut richtig.
        Aber Sie schreiben die globale Goldmenge kann die globale Warenproduktion nicht abdecken.Das ist mathematisch nicht möglich. Es gibt keinen festgelegten Wechselkurs Gold/Ware. Wer soll denn soetwas festlegen?
        Richtig ist: Wenn man heute eine Golddeckung wünscht, so wird Gold ganz stark aufwerten. Sollte danach die Warenproduktion ansteigen wird Gold weiter aufwerten. Aber bedenken Sie: unendliches Wachstum ist nicht möglich. Wenn man hier den Bogen überspannt, wird sich die menschliche Genetik der rasanten Umweltveränderung(Verschmutzung?) auf natürlichem Wege nicht mehr schnell genug anpassen können. Meiner Einschätzung nach ist die Population heute schon 90% zu hoch.

        • @rolandb
          Was immer Sie tun würden, Golsstandard, Golddeckung, Fiat Money, Kaurimuscheln oder Abschaffen des Kapitalismus, es wird immer Menschen geben, welche das System ausnützen, Absahnen, Bezrügen.
          Zu Lasten anderer. Und diese Signalwirkung ist wie eine Krebsgeschwulst.
          Sie breitet sich ungehemmt aus, bis zur Selbstvernichtung.

  8. Wenn eine Bank den Stresstest der EZB besteht ist es schon interessant, dass sie 3,5 Milliarden zur Rettung benötigt.

  9. Man kann in die Zukunft schauen!
    In Port-au-Prince.
    Es werden dort die Läden und Tankstellen geplündert.
    So kann es bei uns auch kommen!

  10. Kenneth Rogoff ? ? ?
    Da war doch mal was ?
    Klar, das ist die professorale Konifere, der einmal herausfand, dass eine Staatsverschuldung über 60 % des BIP nicht rückzahlbar sei.
    Diese Zahl hat Brüssel in den Maastrichtverträgen kritiklos und ungeprüft übernommen. Purer Unsinn.
    Einer von Rogoffs Studenten machte sich die Mühe, mal die Formel seines Lehrers nachzurechnen und zu prüfen: Er stellte fest dass der neunmalkluge Herr Rogoff sich ganz einfach dahin gehend vertan hatte, dass er das Komma um eine Stelle zu weit nach links versetzt hatte. Wissenschaftliche Sorgfalt nennt man Ergebnisse solcher Schwätzer ( Rogoff ). Hätte aus der Feder eine Grünen stammen können. Allah ma lache.

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