China kauft noch mehr Gold – stärkster Zuwachs seit Oktober 2023

China hat seine Goldreserven im Juli erneut kräftig ausgebaut. Die Bestände stiegen um knapp 20 Tonnen – und damit stärker als bereits im Juni.

Goldbarren vor chinesischer Flagge – China baut seine Goldreserven weiter aus
China stockt seine offiziellen Goldreserven weiter auf. Im Juli erhöhte die PBoC ihre Bestände um knapp 20 Tonnen Gold (Symbolbild, KI-generiert).

China Goldreserven steigen um knapp 20 Tonnen

China hat seine offiziellen Goldreserven im Juli 2026 erneut kräftig ausgebaut. Nach den aktuellen Daten der chinesischen Devisenbehörde SAFE stiegen die Bestände auf 76,08 Millionen Unzen, nach 75,44 Millionen Unzen im Vormonat.

China stockt seine Goldreserven im Juli um knapp 20 Tonnen auf – noch stärker als im Vormonat.

Das entspricht einem Zuwachs von 640.000 Unzen oder rund 19,9 Tonnen Gold. Insgesamt verfügt die People’s Bank of China (PBoC) damit nun über umgerechnet rund 2.366,4 Tonnen Gold.

Damit meldete China den größten monatlichen Aufbau seiner Goldreserven seit Oktober 2023. Damals waren die offiziellen Bestände um rund 23 Tonnen beziehungsweise 740.000 Unzen gestiegen. Zugleich setzt sich die seit November 2022 laufende Serie regelmäßiger Goldkäufe fort.

PBoC beschleunigt Goldkäufe

Bemerkenswert ist vor allem, dass China seine Goldkäufe gegenüber dem bereits starken Vormonat nochmals ausgeweitet hat. Im Juni hatte die PBoC ihre Reserven um 480.000 Unzen beziehungsweise rund 14,9 Tonnen erhöht.

Im Mai waren es 320.000 Unzen beziehungsweise knapp 10 Tonnen gewesen. Damit zeigt sich zuletzt eine deutliche Beschleunigung:

  • Mai 2026: +9,95 Tonnen
  • Juni 2026: +14,9 Tonnen
  • Juli 2026: +19,9 Tonnen

Innerhalb von nur drei Monaten kamen damit knapp 45 Tonnen Gold hinzu.

Die PBoC bleibt somit ein bedeutender strategischer Käufer am internationalen Goldmarkt. Dabei fallen die zuletzt höheren Kaufmengen weiterhin in eine Phase, in der der Goldpreis deutlich unter seinem Rekordhoch von Ende Januar notiert.

Eine alternative Erklärung für die gestiegenen Mengen: Sollte die chinesische Zentralbank regelmäßig ähnliche Geldbeträge für ihre Goldkäufe einsetzen, erhält sie bei niedrigeren Goldkursen entsprechend mehr Metall.

Chinesische Goldreserven

Die Tabelle zeigt monatliche Goldzukäufe der chinesischen Zentralbank seit 2022. Datenquelle: SAFE / PBOC.
MonatZugang in tZugang in Uz
November 202232,031.030.000
Dezember 202230,17970.000
Gesamt 2022 62,20 2.000.000
Januar 202314,93480.000
Februar 202324,88800.000
März 202318,04580.000
April 20238,08260.000
Mai 202316,86510.000
Juni 202321,15680.000
Juli 202323,02740.000
August 202328,93930.000
September 202326,13840.000
Oktober 202323,02740.000
November 202311,82380.000
Dezember 20239,02290.000
Gesamt 2023 225,98 7.230.000
Januar 20249,95320.000
Februar 202412,13390.000
März 20244,97160.000
April 20241,8760.000
November 20244,97160.000
Dezember 202410,26330.000
Gesamt 2024 44,15 1.420.000
Januar 20254,97160.000
Februar 20254,97160.000
März 20252,8090.000
April 20252,1770.000
Mai 20251,9060.000
Juni 20252,1570.000
Juli 20251,9060.000
August 20251,9060.000
September 20251,2440.000
Oktober 20250,9030.000
November 20250,9030.000
Dezember 20250,9030.000
Gesamt 2025 25,87 860.000
Januar 20261,2440.000
Februar 20260,9330.000
März 20264,98160.000
April 20268,09230.000
Mai 20269,95320.000
Juni 202614,9480.000
Juli 202619,9640.000
Gesamt seit 2022415,85
13.370.000

Wert der Goldreserven steigt wieder

Der ausgewiesene Wert der chinesischen Goldreserven stieg Ende Juli auf 306,35 Milliarden US-Dollar. Ende Juni hatte dieser noch bei 303,72 Milliarden US-Dollar gelegen.

Damit erhöhte sich der Wert trotz der weiterhin vergleichsweise niedrigen Goldnotierungen um rund 2,6 Milliarden US-Dollar.

Auch die gesamten chinesischen Währungsreserven legten leicht zu. Sie stiegen von 3.786,32 Milliarden US-Dollar auf 3.791,60 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Zuwachs von rund 5,3 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 0,1 Prozent.

Goldanteil bei rund 8,1 Prozent

Der rechnerische Goldanteil an den gesamten chinesischen Währungsreserven lag Ende Juli bei rund 8,1 Prozent.

Damit erhöhte sich der Anteil gegenüber dem Vormonat leicht. Dazu trugen sowohl die zusätzlichen Goldkäufe als auch der gestiegene ausgewiesene Wert des chinesischen Goldbestands bei.

Strategische Diversifizierung

China baut seine Goldreserven damit weiterhin konsequent aus. Seit der Wiederaufnahme der offiziell gemeldeten Goldkäufe im November 2022 hat die Zentralbank ihre Bestände inzwischen um rund 416 Tonnen aufgestockt.

Die regelmäßigen Käufe gelten als Teil der langfristigen Strategie, die Reserven breiter zu diversifizieren und die Abhängigkeit vom US-Dollar zu reduzieren.

Auffällig ist dabei die zuletzt steigende Dynamik. Während China seine Goldreserven lange in relativ kleinen monatlichen Schritten ausbaute, wurden die Kaufmengen seit Mai deutlich erhöht.

Mit knapp 20 Tonnen erreichten die gemeldeten Käufe im Juli nun den höchsten Stand seit fast drei Jahren.

Für den Goldmarkt bleibt die PBoC damit ein wichtiger langfristiger Nachfragefaktor. Denn trotz des bereits hohen Goldbestands setzt China seine Käufe fort – und hat das Tempo zuletzt sogar deutlich erhöht.

Mehr dazu: Internationale Goldreserven – aktuelle Entwicklungen und Rangliste der Länder

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