Montag,12.April 2021
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Chinesische Großbank will stärkeren Einfluss auf den Goldpreis nehmen

Wer Gold tonnenweise handeln will, muss dies über eine Bullion Bank tun.

Die Industrial and Commercial Bank of China plant ihr Engagement in New York und London zu verstärken. Gerne würde das Institut als Mitglied im Kreise der großen Bullion Banken eine gewichtige Rolle bei der Preisbildung auf dem Goldmarkt einnehmen.

Sie ist die weltweit größte Geschäftsbank und der bedeutendste Akteur auf dem chinesischen Goldmarkt: Die Industrial and Commercial Bank of China (ICBC). Nachdem China mittlerweile die Rolle des weltweit größten Goldproduzenten zukommt und das Land auch am meisten Gold konsumiert, klingt die Forderung verständlich. „Wir hoffen, auf dem weltweiten Edelmetallmarkt eine größere Rolle zu spielen und ein bedeutender Market Maker zu werden, wie Barclays“, erklärt ICBC-Vice-General-Manager Shen Shisheng gegenüber Reuters.

Hintergrund
Der weltweite Goldhandel wird von den großen so genannten Bullion Banken beherrscht. Einfach ausgedrückt: Wer größere Mengen an physischem Gold handeln will (Kategorie: Tonnen), muss eine dieser Banken als Vermittler einschalten.

Als Market Maker bezeichnet man Broker, die dafür sorgen, dass auf Finanzmärkten stets ein reibungsloser Handel zustande kommt. Market Maker können dabei selbst als Käufer oder Verkäufer auftreten und sind wichtige Intermediäre bei der Preisbildung. Die physische Übertragung des Goldes läuft über so genannte Clearing Banken.

Das „Gold-Kartell“
Auf dem Goldmarkt bestimmen wenige Großbanken, vornehmlich aus dem angelsächsischen Raum, das Geschäft. Der weltweit größte physische Kassamarkt für Gold ist der London Bullion Market. Der dortige Handel läuft über folgende Institute (in Klammern: Sitz der Bank): Barclays Bank PLC (GB), The Bank of Nova Scotia – ScotiaMocatta (Kanada), Deutsche Bank AG (Deutschland), HSBC Bank USA National Association (USA/GB), JP Morgan Chase (USA), UBS (Schweiz) sowie Merrill Lynch (USA), die erst im Januar als Market Maker in London zugelassen wurden.

Der wichtigste Terminmarkt für Gold ist die NYMEX in New York mit ihrer Unterabteilung COMEX. Auch an dieser Börse geben die genannten Bullion Banken – insbesondere JP Morgan und HSBC – den Takt an.

Chinesische Träume
In diesem Konzert würde die ICBC gerne mitspielen. Immerhin ist die chinesische Großbank seit Ende 2011 bereits Mitglied der London Bullion Markt Association. Damit kann die ICBC zumindest als „normaler“ Marktteilnehmer im westlichen Direkt-Handel tätig sein („over the counter“).  Man möchte aber stärkeren Einfluss auf die Preisbildung selbst nehmen.

Kritiker bezeichnen die limitierte Gemeinde der Bullion Banken gerne als Goldkartell. So gesehen ist es mehr als fraglich, ob man einer chinesischen Großbank mehr Einflussnahme auf dem westlichen Goldmarkt gewährt.

Die ICBI plant nun laut Medienberichten, über ihre Niederlassungen in London und New York eigene Goldpreise zu notieren und das Geschäftsfeld kontinuierlich auszubauen. Man beabsichtigt, die gesamte Versorgungskette auf dem Goldmarkt anzubieten, inklusive klassische Services für Minenbetreiber und Raffinerien. Dazu gehören Brokering, Gold-Leasing und Hedging.

„Wir besitzen nun Bankniederlassungen in 34 Ländern und müssen unsere Gold-Services und Gold-Produkte in andere große Märkte hin ausdehnen“, so Shen.

Goldreporter

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1 KOMMENTAR

  1. Wer das Gold hat macht die Regeln und die Kartell Banken mussten in letzter Zeit bluten. Je mehr Gold man den Chinesen für bunte Papierzettel gibt, desto mehr werden sie auch die Regeln bestimmen, das ist nur eine Frage der Zeit.

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