Der Goldpreis stabilisiert sich, doch am Terminmarkt bleibt die Zurückhaltung groß. Die CoT-Daten zeigen mehr Aktivität, aber noch keine klare Positionierung.
Gold-Futures-Händler im Wartemodus
Die Aktivität am Gold-Terminmarkt hat zuletzt wieder etwas zugenommen. Der Open Interest stieg zuletzt weiter an, während sich die Netto-Positionen der meisten Händlergruppen nur wenig veränderten. Auffällig bleibt allerdings der erneute Aufbau von Absicherungsgeschäften bei den tatsächlichen Goldverwendern.

„Smart Money“ baut Absicherung aus
Bereits in der Feiertagswoche hatten die kommerziellen Goldverwender ihre Short-Positionen deutlich erhöht. Laut CoT-Daten vom 30. Juni 2026 stieg die Netto-Short-Position der Gruppe „Producer/Merchant/Processor/User“ innerhalb einer Woche um 83 Prozent.
Steigender Open Interest, höhere Absicherungen beim „Smart Money“, aber keine aggressive Short-Positionierung: Der Gold-Terminmarkt bleibt im Wartemodus.
In der vergangenen Woche (CoT-Daten per 7. Juli 2026) nahm sie um weitere 23 Prozent auf 20.986 Kontrakte zu. Damit erreichten die Terminverkäufe dieser auch als „Smart Money“ bezeichneten Händlergruppe den höchsten Stand seit Ende März.
Die CoT-Daten zeigen damit einen weiteren Anstieg der Absicherungsgeschäfte tatsächlicher Goldproduzenten, -händler und -verarbeiter. Bei den übrigen Händlergruppen sowie auf Ebene der Hauptkategorien gab es dagegen nur geringe Veränderungen.

Open Interest steigt weiter
Der Open Interest, also die Anzahl aller laufenden Gold-Futures-Kontrakte, ist in den vergangenen drei Wochen wieder deutlicher gestiegen. Dennoch bleibt das Engagement im historischen Vergleich auf einem niedrigen Niveau.
Von Dienstag bis Dienstag nahm der Open Interest gegenüber der Vorwoche um 0,6 Prozent auf 371.776 Kontrakte zu. Bis zum vergangenen Freitag folgte ein weiterer Anstieg um 1,7 Prozent auf 378.145 Kontrakte.
Optionshändler setzen stärker auf steigende Kurse
Im Handel mit Goldoptionen an der COMEX ist die Put/Call-Ratio weiter auf 0,413 gefallen. Damit entfielen auf 100 Put-Optionen rechnerisch 242 Call-Optionen. In der Vorwoche waren es 236 Call-Optionen gewesen.
Die Positionierung im Optionshandel hat sich damit weiter zugunsten steigender Goldpreise verschoben.
COMEX-Gold: Bestände sinken weiter
Gleichzeitig gingen die Goldbestände in den COMEX-Lagern erneut zurück. Das Gesamtinventar verringerte sich um 240.000 Unzen auf 27,12 Millionen Unzen.
Damit sank die rechnerische Deckung des US-Futures-Handels um 2 Prozentpunkte auf 72 Prozent. Historisch betrachtet bleibt dies allerdings ein hoher Wert.
Mehr dazu: COT-Daten Gold – aktuelle Daten und Einordnung
Auslieferungsanträge bleiben moderat
Die bisher vorliegenden Anträge auf physische Goldauslieferung lassen zum Monatsende auf ein vergleichsweise geringes Interesse am Metall schließen.
Derzeit liegen 9.775 Delivery Notices vor. Das sind 553 mehr als in der Vorwoche. Zum Vergleich: Im Vormonat war mit 40.841 Auslieferungsanträgen beziehungsweise rund 127 Tonnen Gold ein Jahreshöchstwert erreicht worden.
CoT-Daten Gold: Aktivität nimmt nur langsam zu
Die Entwicklung der vergangenen Wochen zeigt, dass die Aktivität am Gold-Terminmarkt allmählich zunimmt. Gleichzeitig führte der vorherige Goldpreisrückgang bei den tatsächlichen Goldverwendern zu einer stärkeren Absicherung über den Terminmarkt.
Insgesamt bleiben die COMEX-Händler jedoch im Wartemodus. Der Open Interest bewegt sich weiterhin auf historisch niedrigem Niveau, während sich die Netto-Positionen der meisten Händlergruppen nur geringfügig verändert haben. Auch eine aggressive Short-Positionierung der Spekulanten ist derzeit nicht erkennbar.
Ein steigender Open Interest bei gleichzeitig anziehendem Goldpreis wäre grundsätzlich als Hinweis auf neu entstehende Marktstärke zu werten.
Vom Goldmarkt selbst kamen zuletzt gemischte Signale. Charttechnisch bleibt das Edelmetall angeschlagen. Im Bereich von 4.000 US-Dollar zeichnete sich kurzfristig jedoch ein kleiner Boden ab. Am Freitag schloss die Feinunze Gold am CME-Spotmarkt bei 4.120 US-Dollar und damit 0,4 Prozent höher als eine Woche zuvor.