CoT-Daten Gold: Liquidationsphase am Goldmarkt hält an

CoT-Daten zeigen eine fortgesetzte Liquidationsphase am Goldmarkt. Open Interest fällt deutlich, während neue Short-Positionen bislang ausbleiben.

CoT-Daten Gold, Netto-Positionen Commercials und Große Spekulanten sowie Open Interest; Verlauf seit 2020. Stand: 24. März 2026.
CoT-Daten Gold, Netto-Positionen Commercials und Große Spekulanten sowie Open Interest; Verlauf seit 2020. Stand: 24. März 2026.

CoT Daten Gold: Open Interest signalisiert Liquidationsphase

Die aktuellen CoT-Daten vom US-Terminmarkt zeigen einen weiteren deutlichen Rückgang des Open Interest. Dies deutet auf eine fortgesetzte Liquidationsphase im Gold-Futures-Handel hin. Per 24. März 2026 sank die Zahl offener Kontrakte im Wochenvergleich um 1,8 Prozent auf 403.925. Bis zum Börsenschluss am Freitag fiel der Open Interest weiter um rund 8 Prozent auf 369.845 Kontrakte. Auf Wochensicht ergibt sich damit ein Rückgang von 7,6 Prozent.

Der Goldpreis fiel in der vergangenen Woche deutlich. Die Terminmarktdaten zeigen jedoch, dass dieser Rückgang bislang nicht von einem breiten Aufbau neuer Short-Positionen begleitet wurde.

Der Rückgang des Open Interest signalisiert: Der Abverkauf wird von Liquidationen getrieben, nicht von neuen Short-Positionen.

Optionen signalisieren steigenden Optimismus

Im Handel mit Gold-Optionen zeigt sich nach dem jüngsten Verfallstermin erneut ein Aufbau von Positionen. Entscheidend ist dabei die Put/Call-Ratio: Mit aktuell 0,513 entfallen auf 100 Put-Optionen rund 195 Call-Optionen (Vorwoche: 0,633 bzw. 158 Calls je 100 Puts).

Der deutliche Rückgang der Ratio signalisiert einen gestiegenen Optimismus im Optionsmarkt. Dies deutet darauf hin, dass sich die Marktteilnehmer im Optionssegment bereits auf eine Stabilisierung einstellen, während der Terminmarkt noch von Liquidationen geprägt ist. Damit entsteht eine klare Divergenz zwischen Terminmarkt und Optionssegment.

CoT-Daten Gold vom 24. März 2026 und Gold-Optionen
CoT-Daten Gold vom 24. März 2026 und Gold-Optionen

Terminmarkt zeigt keine aggressive Short-Positionierung

Wir betrachten die Positionsveränderungen der einzelnen im CoT-Report ausgewiesenen Händlergruppen gegenüber der Vorwoche (Daten per vergangenem Dienstag).  

  • Commercials: Die Netto-Short-Position stieg um 2,6 Prozent auf 203.828 Kontrakte. Auffällig ist der deutliche Ausbau der Absicherungen durch Produzenten und Verarbeiter. Diese sichern sich verstärkt gegen fallende Preise ab.
  • Große Spekulanten: Die Netto-Long-Position stieg zwar um 5,3 Prozent, gleichzeitig reduzierte das Managed Money (z.B. Hedgefonds) ihre Long-Engagements deutlich (-10 %). Dies deutet auf eine zunehmende Zurückhaltung im spekulativen Lager hin.

Weitere Erkenntnis: Die steigenden Netto-Positionen bei gleichzeitig fallendem Open Interest zeigen, dass Positionsverschiebungen vor allem innerhalb der Händlergruppen stattfanden – nicht durch frisches Kapital.

Zur Einordnung: CoT-Daten Gold – Wöchentliche Auswertung

Goldbestände an der COMEX weiter gesunken

Die in den COMEX-Tresoren gelagerten Goldbestände nahmen gegenüber der Vorwoche um 340.000 Unzen ab auf 31,71 Millionen Unzen (Vorwoche: -500.000). Aber die Bestände der Kategorie „registered“ (sofort lieferbar) stiegen um 110.000 Unzen auf 16,62 Millionen Unzen (Vorwoche: -180.000 Unzen). Dabei nahm deren Anteil an den Gesamtbeständen zu auf 52 Prozent (+1 Prozentpunkt).

Mit diesen Veränderungen stieg die physische Deckung im Gold-Futures-Handel auf 85 Prozent (Vorwoche: 80 Prozent). Aus historischer Sicht bleibt dies ein hoher Wert. Denn in den vergangenen Jahren war der Gold-Futures-Handel teilweise nur mit 30 Prozent gedeckt. Die hohe physische Deckung signalisiert weiterhin eine vergleichsweise solide Absicherung des Futures-Marktes.




Mehr Auslieferungsanträge

Für eine physische Gold-Auslieferung Ende März liegen der COMEX nun 14.559 Anträge vor – 2.027 mehr als vor einer Woche. Das heißt, derzeit müssen rund 45 Tonnen geliefert werden, was im historischen Vergleich auf einem moderaten Niveau liegt. Zum Vergleich: Im Februar wurden 40.711 Anträge gestellt (126 Tonnen). Das bisherige Rekordhoch stammt vom Februar 2025 mit 76.567 Anträgen (238 Tonnen).

Terminmarkt-Ausblick

Die aktuellen Terminmarktdaten deuten darauf hin, dass der jüngste Abverkauf bislang vor allem durch Liquidationen geprägt ist. Eine nachhaltige Abwärtsdynamik würde typischerweise mit einem deutlichen Aufbau neuer Short-Positionen einhergehen – dieser ist derzeit jedoch nicht erkennbar.

Entscheidend ist nun, ob der Terminmarkt in eine Phase erneuter Positionierung übergeht oder ob die Liquidationsdynamik weiter anhält. Maßgeblich ist dabei weniger die Preisbewegung als die Entwicklung von Open Interest und Positionierung.

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4 Kommentare

  1. Wer seine Goldmünze zum ATH gekauft hat, hat durchaus 21% zum Tiefpunkt letzter Tage hin verloren.
    Und es waren nicht wenige, wie mir berichtet wurden, die den Händlern den Krügerrand um knapp 5.000 oder soar darüber, förmlich aus den Händen riss.
    Andere beklagten sich bitter, dass sie ihre 5.000 Euro Einkäufe erst 3 Wochen später erhielten und der Preis da schon 700 Euro niedriger war. Trotzdem, die 5.000 pro Unze waren bezahlt und gekauft.
    Auch wenn der Preis langsam wieder steigt, diese 700 Euro sind weg beziehungsweise das Gold für 700 Euro.
    Immerhin auch ein paar Gramm, pro gekaufter Unze.

    • @Maruti
      Ja klar ist das so, wie bei jedem Produkt dieser Welt,
      welches du kauft und später geliefert bekommst.
      Der Mensch ärgert sich dann etwas und nimmt es
      als “ ist so“, zur Kenntnis.
      Wer z.B. Heizöl mal schlecht kauft, stürzt sich auch nicht
      gleich ins Schwert.
      Wüsste auch niemand der sich bitter beklagt und damit
      seinen Bekannte oder Verwandten die Frohe Botschaft
      über seine Finanzen mitteilt, Aber in Marutis Umfeld
      scheint es viele Plaudertaschen zu geben.

      • @Digger
        das mit dem Kaufzeitpunkt und etwaigen Verlusten oder Gewinnen muss man von drei Seiten betrachten: Was hat es gekostet, was kostet es jetzt und was wird es zukünftig kosten. Vergangenheit und Gegenwart kann man ablesen, die Zukunft ist offen, jedenfalls für uns Normalos.

        Betrachtet jemand dagegen nur Vergangenheit und Gegenwart, ist es ziemlich leicht, Verluste aus der jüngsten Vergangenheit, verglichen mit der Gegenwart, zu verkünden. Außerdem liegt er dabei immer goldrichtig ;-) Wenn aber jemand kürzlich sogar lauthals verkündet hat, dass der Goldpreis demnächst 6.000 oder sogar 10.000 Dollar die Unze erreichen wird, frage ich mich: Was hätten dann diejenigen falsch gemacht, die Ende Januar für 5.000 gekauft haben?

        Ich meine; Nichts haben die falsch gemacht, sie sind eben nur nicht so gut gestartet wie andere, die 2016 schon gekauft haben. Aber das ist normal und immer schon so gewesen. Zum Einen sind nicht alle zum gleichen Zeitpunkt auf die Welt gekommen und zweitens werden manche später klug als andere. Was auch völlig normal ist, aber lieber spät, als zu spät.

        • @Nivek
          Sehe ich nicht anders. Es gab hier über die Jahre immer
          wieder Warnungen, wie etwa bei 1700 Euro
          besser nicht kaufen, da der Preis auf 900 Euro
          fallen könnte. Sicher gut gemeint, aber die, die es
          vermutlich besser wissen, schreiben nicht in Foren.
          Meine Einstellung dazu würde ich mit der Akzeptanz
          von unvermeidlichem Auftreten von Ärgernissen oder
          Rückschlägen beschreiben ( ich weiß nicht ob der engl.
          Ausdruck hier durchgeht). Wer nicht ganz blind ist,
          sich unsere Finanz- und Sozialsysteme plus Wirtschaft
          ansieht, warum sollte Gold da crashen. Auch wenn derzeit
          in Google News kaum etwas anderes zu lesen ist.

          .

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