Der Open Interest am Gold-Terminmarkt fällt auf den tiefsten Stand seit 2009. Gleichzeitig steigt der Goldpreis – ein Hinweis auf eine laufende Marktbereinigung.

CoT-Daten Gold: Open Interest signalisiert fortgesetzte Liquidation
Die Terminmarktdaten zeigen weiterhin eine ausgeprägte Bereinigungsphase im Goldhandel. Der Open Interest an der COMEX ist per 7. April 2026 die vierte Woche in Folge gefallen – um 1,8 Prozent auf 354.877 Kontrakte. Damit markiert der Markt den niedrigsten Stand seit Mai 2009.
Bis Freitag kam es zwar zu einer leichten Gegenbewegung auf 360.799 Kontrakte. Doch strukturell bleibt das Bild eindeutig: Positionen werden abgebaut, ohne dass in größerem Umfang neues Kapital in den Markt zurückkehrt.
Der Gold-Terminmarkt bereinigt sich – genau in solchen Phasen entstehen oft neue Impulse für den Goldpreis.
Diese Entwicklung ist typisch für eine Liquidationsphase: Marktteilnehmer schließen bestehende Positionen, ohne dass in großem Umfang neue Engagements aufgebaut werden. Gleichzeitig ist der Goldpreis aber drei Wochen in Folge gestiegen auf 4.751 USD am Freitag (CME Spot).
Mehr dazu: Goldpreis aktuell – Übersicht und Live-Daten

Preisentwicklung widerspricht Terminmarkt
Die Terminmarktdaten zeigen weiterhin eine ausgeprägte Bereinigungsphase im Goldhandel. Der Open Interest an der COMEX ist per 7. April 2026 die vierte Woche in Folge gefallen – um 1,8 Prozent auf 354.877 Kontrakte. Damit markiert der Markt den niedrigsten Stand seit Mai 2009.
Bis Freitag kam es zwar zu einer leichten Gegenbewegung auf 360.799 Kontrakte. Doch strukturell bleibt das Bild eindeutig: Positionen werden abgebaut, ohne dass in größerem Umfang neues Kapital in den Markt zurückkehrt.
Optionsmarkt: Optimismus bleibt erhalten
Während der Futures-Handel von Liquidation geprägt ist, zeigt der Optionsmarkt weiterhin eine stabile Erwartungshaltung.
Die Put/Call-Ratio liegt mit 0,537 nur leicht über Vorwochenniveau. Calls dominieren damit weiterhin klar. Auf 100 Put-Optionen kommen 186 Call-Kontrakte.
Die Absicherungsneigung bleibt also moderat – ein Zeichen dafür, dass Marktteilnehmer kurzfristige Rücksetzer nicht als strukturellen Trendbruch interpretieren.
Marktstruktur: Rückzug, aber kein aggressiver Short-Aufbau
Ein Blick auf die Händlergruppen unterstreicht die laufende Konsolidierung:
- Commercials: Netto-Short-Position um 4 Prozent reduziert auf 193.751 Kontrakte
- Große Spekulanten: Netto-Long-Position ebenfalls um 4 Prozent gesunken auf 156.305 Kontrakte
Auffällig ist dabei die erste vorsichtige Short-Aufstockung im Segment Managed Money seit drei Wochen. Gleichzeitig sinkt der Anteil spekulativer Positionen am Gesamtmarkt weiter auf 54 Prozent.
Das spricht für eine abnehmende Risikobereitschaft, aber noch nicht für eine klare Trendwende auf der Short-Seite.
Zur Einordnung: CoT-Daten Gold – Wöchentliche Auswertung
COMEX-Gold-Bestände: Physische Basis bleibt stabil
Parallel dazu gehen die Lagerbestände weiter zurück:
- Gesamtbestand: 30,55 Mio. Unzen (-620.000)
- „Registered“: 16,01 Mio. Unzen (-350.000)
Die physische Deckung im Futures-Handel liegt nun bei 85 Prozent (Vorwoche: 88 %).
Trotz des Rückgangs bleibt das Niveau historisch hoch – der Terminmarkt ist weiterhin vergleichsweise solide physisch unterlegt.
Auslieferung: Nachfrage nach physischem Gold zieht an
Die physische Inanspruchnahme gewinnt weiter an Dynamik.
Mit 18.042 Delivery Notices im laufenden Monat wurde das Niveau des gesamten Vormonats (14.559) bereits deutlich übertroffen. Allein binnen einer Woche kamen 2.709 neue Anträge hinzu.
Das deutet auf eine zunehmende Verlagerung vom Papier- in den physischen Markt hin.
Fazit: Goldmarkt-Bereinigung statt Trendbruch
Die CoT-Daten zeigen eine klare Liquidationsphase im US-Terminmarkt. Sinkender Open Interest, rückläufige Netto-Positionen und fallende spekulative Marktanteile bestätigen diese Entwicklung.
Gleichzeitig sprechen steigende Preise, stabile Optionsdaten und eine hohe physische Nachfrage gegen ein bearishes Gesamtbild.
Die Kombination aus niedriger Marktpositionierung und ersten Short-Aufbauten im Managed Money kann dabei als klassischer Kontraindikator wirken.
Der Terminmarkt bewegt sich damit zunehmend in Richtung eines potenziellen Wendepunkts.
Mehr zur aktuellen Entwicklung: Goldpreis aktuell – Übersicht und Live-Daten



Steigender physischer Goldpreis bei fallenden open interest des Papierpreises ist doch ein klares Zeichen der Abkoppelung der beiden Preise oder irre ich mich da ?.
Im Prinzip kann man das auch nachvollziehen:
Papier brennt leicht, man kann es nicht essen und Verträge auf Papier werden auch nicht eingehalten.
Ein Gold Future hat prinzipiell Null wert, ganz besonder unter Trump.:) Und so bereinigt sich eben der Papiermarkt von dem unnützen Zeugs, genannt Future.
Es zählt einzig und allein der Preis der physischen Ware beim Händler vor Ort. Nicht an der Comex und auch nicht in Shanghai, wie so manche glauben mögen.
Denn das und nur das ist freier unf fairer Handel.