Der Goldpreis zieht kräftig an. Neue CoT-Daten zeigen steigende Spekulation und einen deutlichen Kapitalzufluss am US-Terminmarkt.

CoT-Daten Gold
Gold befindet sich deutlich im Aufwind. Nach annähernd fünf Handelstagen in Folge mit Kursgewinnen (kleine Ausnahme am Donnerstag) kann die Bodenbildung nach der sechsmonatigen Korrektur als weitgehend abgeschlossen gelten. Die jüngsten Daten vom US-Terminmarkt zeigen: Spekulatives Kapital kehrt verstärkt in den Goldhandel zurück.
Das Wichtigste in Kürze
- Spekulatives Kapital kehrt zurück: Die Netto-Long-Position des Managed Money stieg um 9 Prozent.
- Nach dem Kursausbruch zog der Open Interest bis Freitag um 7 Prozent auf 396.701 Kontrakte an.
- Die COMEX-Goldbestände sanken auf 26,71 Millionen Unzen, während die Anträge auf physische Auslieferung zunahmen.
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Spekulanten kehren zurück
Goldreporter analysiert die aktuellen CoT-Daten mit den Positionen der größten Händlergruppen im Geschäft mit Gold-Futures per 4. August 2026. Auffällig ist zunächst, dass der Open Interest bis vergangenen Dienstag noch um 3 Prozent auf 371.551 Kontrakte zurückging.
Gleichzeitig kam es innerhalb der einzelnen Händlergruppen zu deutlichen Positionsverschiebungen. So stieg die Netto-Long-Position des Managed Money um 9 Prozent. Die Netto-Short-Position der Swap Dealers, zu denen auch Banken gehören, nahm um 8 Prozent zu.
Das deutet darauf hin, dass es vor dem großen Kursausbruch am Mittwoch zunächst vor allem zu Umschichtungen innerhalb der Händlergruppen kam. Gleichzeitig stieg der Anteil der Spekulanten am Open Interest auf hohe 61 Prozent.

Open Interest steigt kräftig
Richtig Bewegung kam in den folgenden Tagen in den Terminmarkt. Bis Freitag stieg der Open Interest um 7 Prozent auf 396.701 Kontrakte. Damit floss parallel zum steigenden Goldpreis deutlich neues Kapital in den Futures-Handel.
Im Zuge dieser Entwicklung erhöhte sich auch die Put/Call-Ratio auf 0,353. Das entspricht 100 Put-Optionen auf 283 Call-Optionen. In der Vorwoche hatte das Verhältnis noch bei 100 zu 292 gelegen. Die Zahl der Puts nahm zuletzt also etwas stärker zu als die Zahl der Calls. Dennoch bleiben Call-Optionen klar in der Überzahl.

COMEX-Goldbestände fallen erneut
Währenddessen sind die an der COMEX gemeldeten Goldbestände erneut gesunken. Das Gesamtinventar ging innerhalb einer Woche um 330.000 Unzen auf 26,71 Millionen Unzen zurück. Dabei sank die physische Deckung des Gold-Futures-Handels von 73 Prozent auf 67 Prozent. Im historischen Vergleich bleibt dies allerdings ein hoher Wert.
Mehr Anträge auf physische Auslieferung
Gleichzeitig stieg die Zahl der Anträge auf physische Goldlieferung innerhalb einer Woche um 1.452 auf 15.416 Kontrakte. Das entspricht rechnerisch rund 50 Tonnen Gold. Allein auf den Liefermonat August entfielen zuletzt 13.964 Anträge beziehungsweise rund 43 Tonnen Gold.
Fazit
Der Goldpreis-Anstieg der vergangenen Woche wurde von einem deutlichen Zufluss spekulativen Kapitals in den amerikanischen Futures-Handel begleitet. Besonders der kräftige Anstieg des Open Interest nach dem Kursausbruch zeigt, dass neue Positionen aufgebaut wurden und der Preisanstieg nicht lediglich auf der Eindeckung bestehender Short-Positionen beruhte.
Damit hat sich das Bild am Terminmarkt deutlich aufgehellt. Die Kombination aus steigendem Goldpreis, wachsendem Open Interest und einer höheren spekulativen Beteiligung spricht für neues Momentum. Allerdings erhöht der wieder größere Anteil spekulativer Marktteilnehmer auch das Rückschlagpotenzial, sollte der Goldpreis kurzfristig ins Stocken geraten.


