In den USA steigen wieder mehr Futures-Händler in den Goldmarkt ein. Trotz Goldpreis-Rückgang gibt es aber noch keine aggressive Short-Positionierung an der COMEX.

Open Interest zieht langsam an
Es kommt etwas mehr Bewegung in den Handel mit Gold-Futures an der COMEX. Dabei zeigt sich etwas größere Dynamik auf der Short-Seite.
Denn laut den aktuellen Terminmarktdaten stieg der Open Interest vergangene Woche deutlich an, mit dem stärksten Plus seit rund elf Wochen.
Am Goldmarkt kehren die Händler zurück – und erste größere Marktteilnehmer setzen wieder vorsichtig auf fallende Kurse.
Per 12. Mai 2026 stieg die Summe aller offenen Gold-Kontrakte zunächst um 2 Prozent auf 376.496 Kontrakte. Bis zum Börsenschluss am Freitag nahm der Open Interest um weitere 2 Prozent zu auf 384.353 Kontrakte.
Gleichzeitig gab der Goldpreis innerhalb einer Woche um 3,8 Prozent nach auf 4.543 USD pro Unze (Juni-Future).
Langsamer Positionsaufbau am Goldmarkt
Die aktuellen CoT-Daten zeigen folgende Veränderungen bei den größten Händlergruppen.
- Commercials: Netto-Short +5,7 Prozent auf 210.258 Kontrakte
- Große Spekulanten: Netto-Long +5 Prozent auf 171.622 Kontrakte
Auffällig ist, dass die Netto-Positionen aller Untergruppen recht gleichmäßig angestiegen sind.
Es ist insgesamt also eine breitere Rückkehr von Händlern zu beobachten, allerdings noch ohne aggressive Shortpositionierung.

Mehr Put-Optionen auf Gold
Dagegen zeigt sich am Gold-Optionsmarkt eine deutlichere Zunahme der Short-Wetten. Denn die Put/Call-Ratio ist auf 0,529 angestiegen.
Damit kamen zuletzt auf 100 Put-Optionen rund 189 Calls. In der Vorwoche lag das Verhältnis noch bei 203 Calls je 100 Puts.
Das heißt, es überwiegt zwar weiter ein deutlicher Goldpreis-Optimismus, in der vergangenen Woche wurden aber mehr neue Puts als Calls aufgebaut.
COMEX-Bestände erneut gesunken
Die Goldbestände an der COMEX gingen gegenüber der Vorwoche erneut zurück.
- Gesamtbestand: 28,78 Mio. Unzen (-360.000)
- Registered Gold: 15,70 Mio. Unzen (-130.000)
Die physische Deckung liegt mit 75 Prozent (-2) weiterhin auf einem hohen Niveau. Dennoch bleibt der übergeordnete Trend bestehen. Denn seit Jahresbeginn sind die gesamten COMEX-Goldbestände bereits um rund 20 Prozent oder rund 230 Tonnen gefallen.
Zur Einordnung: CoT-Daten Gold – Wöchentliche Auswertung
Physische Nachfrage weiterhin moderat
Für den laufenden Kontraktmonat liegen aktuell 4.664 Anträge auf physische Lieferung vor – 910 mehr als in der Vorwoche. Somit muss die COMEX jetzt rund 15 Tonnen Gold zur Auslieferung Ende Juni reservieren.
Zum Vergleich: Im Vormonat waren noch 22.750 Delivery Notices über rund 71 Tonnen Gold registriert worden.
Fazit: Goldmarkt bleibt in Wartestellung
Aus den aktuellen CoT-Daten lässt sich ein Anstieg der Handelsaktivitäten bei den Gold-Futures ableiten. Zwar sind nun bei fallendem Goldpreis mehr Händler in den Markt eintreten. Allerdings liegt noch keine agressive Zunahme der Short-Positionen vor.
Der Goldmarkt befindet sich weiter in einer Übergangsphase. Viele Händler warten noch an der Seitenlinie, Positionen werden kurzfristig gewechselt. Das korrespondiert mit der erhöhten Volatilität. Zu beachten ist auch die kurzfristig eingetrübte charttechnische Lage bei Gold.
Mehr zur aktuellen Entwicklung: Goldpreis aktuell – Übersicht und Live-Daten


