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Dax auf 2-Jahres-Tief, Gold steigt

Die Schwäche an den Aktienmärkten setzt sich fort. Am heutigen Dienstagmittag sank der deutsche Leitindex Dax auf 11.283 Punkte. Das war der tiefste Stand seit Dezember 2016. Auch die US-Futures gaben deutlich nach. Zuvor waren bereits die asiatischen Märkte eingeknickt. Der japanische Nikkei gab 3,3 Prozent ab. Der Hang Seng lag mit 2,9 Prozent im Minus. Der Shanghai Composite endete 2,2 Prozent tiefer. Seit Jahresbeginn ist der chinesische Börsenindex bereits um 22 Prozent zurückgekommen. Gold und Silber legten dagegen deutlich zu. Beide Metalle waren kurz vor 12 Uhr jeweils 1 Prozent gegenüber Vortag im Plus. Mehr

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Eingetragen von am 23. Okt. 2018. gespeichert unter Gold, Hot-Links, Konjunktur, Welt. Sie können alle Antworten auf diesen Eintrag verfolgen über RSS 2.0. Sie können zum Ende springen und eine Antwort hinterlassen. Bitte beachten Sie unsere Forenregeln. Pingen derzeit nicht möglich

12 Kommentare für “Dax auf 2-Jahres-Tief, Gold steigt”

  1. Der Dax zeigt einen sehr schönen Säbelzahn-Chart – mit eindeutig abfallender Tendenz!
    https://www.finanzen.net/index/DAX

    Das wird ein sich selbst verstärkender Trend.
    Die Angst nährt die Angst!

    • @Goldrush

      Das meist verwendete Wort in den Kommentaren zum AktienAusverkauf ist „düster“. Warum nicht mal variieren? Da gibt es noch

      furchterregend, kafkaesk, bedrohlich, beklemmend, finster, unheimlich, furchteinflößend, geisterhaft, gespenstig, grausig, gruselig, mysteriös, schaurig, schaudervoll, rätselvoll, dämonisch, geheimnisvoll, ungeheuer, ungeheuerlich, schauerlich, abgründig, geheimnisumwittert, geheimnisumwoben, schauervoll, unheildrohend, unheilvoll, ….

      Ich biete eine Wette an: In den nächsten zwei Wochen fallen die 10000!

      • @Goldfish

        Schon möglich, dass in 14 Tagen der Dax um weitere 1000 Punkte fällt, allerdings nicht zwingend. Auch eine kurze Verschaufpause ( die länger als 2 Wochen dauert ) wäre möglich.

        Dass der DAX allerdings mit massivsten Verlusten ins Bodenlose fällt und dass die Abwärtsbewegung spätestens mittelfristig in den freien Fall übergeht, davon bin ich genauso überzeugt wie Du. Mit einer Ausnahme freilich, – gesetzt den Fall die FED nimmt die Zinserhöhungen zurück – was ja durchaus möglich ist – würden sich die Aktienmärkte höchstwahrscheinlich wieder beruhigen. Konkrete Terminierungen – wann was geschieht – würde ich allerdings meiden, die haben ungefähr die Qualität, als wolle man die Lottozahlen vorher sagen.

        Was derzeit geschieht hat jedenfalls verdammte Ähnlichkeit mit dem schwarzen Freitag von 1929.

        …………………………………………………………………………………………

        Jahrelang wurde in den USA von ca 1921 bis 1929 mit billigen Krediten in der Hoffnung auf märchenhafte Gewinne, in Immobilien und Aktien investiert.
        Zwar konnte selbst in den USA nach wie vor nur ein Teil der Bevölkerung auf Erspartes zurückgreifen; aber das genügte, um eine allgemeine spekulative Mentalität zu erzeugen und das Zocken an der Börse zum »Volkssport« zu machen, zumal es möglich war, daran bei mangelnder eigener Liquidität mit Hilfe von Krediten teilzunehmen. Ein damaliger Börsenhändler berichtete kopfschüttelnd: »Ich habe erlebt, wie Schuhputzer Aktien im Wert von 50 000 Dollar mit nur 500 Dollar in bar kauften. Alles wurde auf gut Glück gekauft. Aber die spekulative Welle war nur ein Anzeichen dafür, daß in Wirklichkeit die realen Großinvestitionen in die unausgereiften Strukturen der Zweiten industriellen Revolution ausblieben und das Geldkapital statt dessen in die Finanzmärkte drängte.

        Um der Spekulation Einhalt zu gebieten, erhöht die Notenbank 1928 den Leitzins von 3,5 auf 5%. Gleichzeitig verkauft sie Staatsanleihen, um dem Markt Liquidität zu entziehen. Der Kauf von Aktien auf Kredit wird damit zwar spürbar teurer, doch die Hausse an der Börse geht unvermindert weiter. Anfang 1929 kommt die Börse ins Stocken, es ist von weiteren Zinsschritten die Rede.

        Doch Charles Mitchell verkündet selbstbewusst, die National City Bank werde mit massiver Liquidität auf eine restriktivere Geldpolitik des Fed reagieren. Die Börse jubilierte.

        Doch am 9. August 1929 schreitet die Fed zur Tat und erhöht den Zins von 5 auf 6%. Der Dow reagiert heftig und fällt 4%, um danach zu seiner letzten Rally vor dem Absturz anzusetzen.

        In seiner Monographie erzählt der Ökonom John Kenneth Galbraith die Dramatik des Geschehens, dessen Folgen die Welt erneut in den Abgrund reißen sollten:

        Plötzlich blieb der Ticker zurück. Die Preise fielen stärker und schneller, und der Ticker hinkte hoffnungslos nach. Etwa um elf Uhr hatte sich der Markt in ein wildes Gebalge verwandelt. Um elf Uhr dreißig war der Markt von blinder, hoffnungsloser Angst erfüllt. Die Panik war da. Draußen auf der Straße hörte man wildes Geschrei. Eine Menschenmenge sammelte sich an. Polizeikommissar Grover Whalen beorderte eine Polizeiabordnung in die Wall Street, um die Ruhe zu erhalten. Viele Leute kamen und warteten, doch offensichtlich wußte niemand worauf. Ein Arbeiter erschien auf dem Dach eines hohen Gebäudes. Er sollte dort einige Reparaturen vornehmen. Die Menge glaubte, er wolle Selbstmord begehen, und wartete ungeduldig darauf, daß er endlich springen würde Aktien wurden um ein Butterbrot verkauft. Eine Selbstmordwelle hing in der Luft. Es hieß, elf sehr bekannte Spekulanten hätten sich schon umgebracht. Für viel zu viele Beobachter bedeutete dies, daß sie erledigt waren und daß ihr kurzer Traum vom Reichtum verblaßt war, zusammen mit der Villa, den Autos, den Pelzen, den Juwelen und dem guten Ruf. Es war acht und eine halbe Minute nach sieben Uhr abends, als der Ticker endlich aufhörte, das Unglück des Tages weiterzuverbreiten. In den Börsenräumen saßen immer noch die Spekulanten, die schon seit dem Morgen ruiniert waren, und beobachteten schweigend das Papierband des Börsenschreibers.

        Der Markt hatte sich wieder durchgesetzt als eine selbstherrliche Macht, jenseits des Zugriffs irgendwelcher Personen, die ihn kontrollieren wollten. ( Es soll ja große Meister geben, die immer noch daran glauben, dass sich der Markt bis in alle Ewigkeit kontrollieren lasse )

        Zuerst dachte man noch, die Panik sei bloß eine vorübergehende »Korrektur« der überschäumenden Kursphantasie und danach werde es wieder nach oben gehen. Als aber die Kurse in den folgenden Wochen und Monaten immer dramatischer verfielen, wurde klar, daß der Zusammenbruch ein nachhaltiger war und es nichts mehr zu retten gab. Der Spekulationswelle folgte eine beispiellose Selbstmordwelle, die jahrelang anhielt. Der aus dem Fenster springende ruinierte Spekulant wurde zu einer Art mythischer Figur im Bewußtsein der Zeitzeugen und der Nachwelt

        Die einst von Adam Smith als segensreich gepriesene »unsichtbare Hand« des Marktes schlug wie ein außer Kontrolle geratener Roboter das gesellschaftliche Leben kurz und klein.

        Denn der Ruin der Spekulanten nach dem »Schwarzen Freitag« war nur der Auftakt zur bislang größten Depression der kapitalistischen Geschichte. Die vom Crash schwer getroffenen US-Banken mußten reihenweise ihre Geldanlagen aus dem Ausland zurückziehen, besonders natürlich aus Europa. Damit rissen die internationalen Kreditketten. Urplötzlich erwiesen sich immer mehr Kredite als »faul«, weil die Gläubiger, Sparer und Anleger um ihr Geld fürchteten und es schnellstmöglich einzutreiben versuchten, während umgekehrt die Schuldner ihre Kredite durch Spekulationsverluste und rasch zurückgehende reale Produktion nicht mehr bedienen konnten. usw. usw.

        zitiert nach Robert Kurz

        …………………………………………………………………………………………

        Wer jetzt noch in Aktien investiert, beweist damit nur, dass er nicht begreift, was vor unser aller Augen vor sich geht.

  2. algernon.blackwood

    oder vielleicht ein Dead-Cat-Bounce?
    EM entwickelte sich heute sehr positiv, spannend ob an der NYMEX etwas dagegen unternommen wird…

  3. Es ist wie immer, die Märkte werden wieder glatt gebügelt. Die Preisrückgänge an den Märkten laufen geordnet und kalkuliert ab. Keine Panik ist zu spüren.

    Folglich passiert bei EM auch nicht wirklich was.

  4. @stillhalter

    Also bei EM ist schon ziemlich viel passiert und das ist erst der Anfang. Der Goldpreis ist innerhalb eines Monats in Euro um 4,9% gestiegen. Der DAX hat hingegen innerhalb eines Monats 1000 Punkte verloren. Das ist noch keine Panik, aber jede Menge Bewegung, die tief blicken lässt. Es ist eine Frage der Zeit wann die Bewegungen an den Aktienmärkten von der Bewegung in den freien Fall übergehen, das war am schwarzen Freitag 1929 auch so. Gut möglich das wir an Beginn von Ähnlichem stehen. Nur wird dieser BIG-BANG an Brutalität alles in den Schatten stellen, was seit Menschengedenken bekannt ist.

    Hier ein kleiner Hinweis auf den schwarzen Freitag von 1929, heute sieht alles, absolut alles. verdammt ähnlich aus.

    ………………………………………………………………………………………………………….

    Jahrelang wurde in den USA von ca 1921 bis 1929 mit billigen Krediten in der Hoffnung auf märchenhafte Gewinne, in Immobilien und Aktien investiert.
    Zwar konnte selbst in den USA nach wie vor nur ein Teil der Bevölkerung auf Erspartes zurückgreifen; aber das genügte, um eine allgemeine spekulative Mentalität zu erzeugen und das Zocken an der Börse zum »Volkssport« zu machen, zumal es möglich war, daran bei mangelnder eigener Liquidität mit Hilfe von Krediten teilzunehmen. Ein damaliger Börsenhändler berichtete kopfschüttelnd: »Ich habe erlebt, wie Schuhputzer Aktien im Wert von 50 000 Dollar mit nur 500 Dollar in bar kauften. Alles wurde auf gut Glück gekauft. Aber die spekulative Welle war nur ein Anzeichen dafür, daß in Wirklichkeit die realen Großinvestitionen in die unausgereiften Strukturen der Zweiten industriellen Revolution ausblieben und das Geldkapital statt dessen in die Finanzmärkte drängte.

    Um der Spekulation Einhalt zu gebieten, erhöht die Notenbank 1928 den Leitzins von 3,5 auf 5%. Gleichzeitig verkauft sie Staatsanleihen, um dem Markt Liquidität zu entziehen. Der Kauf von Aktien auf Kredit wird damit zwar spürbar teurer, doch die Hausse an der Börse geht unvermindert weiter. Anfang 1929 kommt die Börse ins Stocken, es ist von weiteren Zinsschritten die Rede.

    Doch Charles Mitchell verkündet selbstbewusst, die National City Bank werde mit massiver Liquidität auf eine restriktivere Geldpolitik des Fed reagieren. Die Börse jubilierte.

    Doch am 9. August 1929 schreitet die Fed zur Tat und erhöht den Zins von 5 auf 6%. Der Dow reagiert heftig und fällt 4%, um danach zu seiner letzten Rally vor dem Absturz anzusetzen.

    In seiner Monographie erzählt der Ökonom John Kenneth Galbraith die Dramatik des Geschehens, dessen Folgen die Welt erneut in den Abgrund reißen sollten:

    Plötzlich blieb der Ticker zurück. Die Preise fielen stärker und schneller, und der Ticker hinkte hoffnungslos nach. Etwa um elf Uhr hatte sich der Markt in ein wildes Gebalge verwandelt. Um elf Uhr dreißig war der Markt von blinder, hoffnungsloser Angst erfüllt. Die Panik war da. Draußen auf der Straße hörte man wildes Geschrei. Eine Menschenmenge sammelte sich an. Polizeikommissar Grover Whalen beorderte eine Polizeiabordnung in die Wall Street, um die Ruhe zu erhalten. Viele Leute kamen und warteten, doch offensichtlich wußte niemand worauf. Ein Arbeiter erschien auf dem Dach eines hohen Gebäudes. Er sollte dort einige Reparaturen vornehmen. Die Menge glaubte, er wolle Selbstmord begehen, und wartete ungeduldig darauf, daß er endlich springen würde Aktien wurden um ein Butterbrot verkauft. Eine Selbstmordwelle hing in der Luft. Es hieß, elf sehr bekannte Spekulanten hätten sich schon umgebracht. Für viel zu viele Beobachter bedeutete dies, daß sie erledigt waren und daß ihr kurzer Traum vom Reichtum verblaßt war, zusammen mit der Villa, den Autos, den Pelzen, den Juwelen und dem guten Ruf. Es war acht und eine halbe Minute nach sieben Uhr abends, als der Ticker endlich aufhörte, das Unglück des Tages weiterzuverbreiten. In den Börsenräumen saßen immer noch die Spekulanten, die schon seit dem Morgen ruiniert waren, und beobachteten schweigend das Papierband des Börsenschreibers.

    Der Markt hatte sich wieder durchgesetzt als eine selbstherrliche Macht, jenseits des Zugriffs irgendwelcher Personen, die ihn kontrollieren wollten. ( Es soll ja große Meister geben, die immer noch daran glauben, dass sich der Markt bis in alle Ewigkeit kontrollieren lasse )

    Zuerst dachte man noch, die Panik sei bloß eine vorübergehende »Korrektur« der überschäumenden Kursphantasie und danach werde es wieder nach oben gehen. Als aber die Kurse in den folgenden Wochen und Monaten immer dramatischer verfielen, wurde klar, daß der Zusammenbruch ein nachhaltiger war und es nichts mehr zu retten gab. Der Spekulationswelle folgte eine beispiellose Selbstmordwelle, die jahrelang anhielt. Der aus dem Fenster springende ruinierte Spekulant wurde zu einer Art mythischer Figur im Bewußtsein der Zeitzeugen und der Nachwelt

    Die einst von Adam Smith als segensreich gepriesene »unsichtbare Hand« des Marktes schlug wie ein außer Kontrolle geratener Roboter das gesellschaftliche Leben kurz und klein.

    Denn der Ruin der Spekulanten nach dem »Schwarzen Freitag« war nur der Auftakt zur bislang größten Depression der kapitalistischen Geschichte. Die vom Crash schwer getroffenen US-Banken mußten reihenweise ihre Geldanlagen aus dem Ausland zurückziehen, besonders natürlich aus Europa. Damit rissen die internationalen Kreditketten. Urplötzlich erwiesen sich immer mehr Kredite als »faul«, weil die Gläubiger, Sparer und Anleger um ihr Geld fürchteten und es schnellstmöglich einzutreiben versuchten, während umgekehrt die Schuldner ihre Kredite durch Spekulationsverluste und rasch zurückgehende reale Produktion nicht mehr bedienen konnten. usw. usw.

    zitiert nach Robert Kurz

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    Wer jetzt noch in Aktien investiert, beweist damit nur, dass er nicht begreift, was vor uner aller Augen vor sich geht.

    • @krösus und andere

      ich stimme Euch natürlich zu. Jeden Tag wird irgendwas vor dem Fall gerettet. Montag zum Beispiel die italienischen Anleihen, heute der Aktienmarkt vor dem Absturz und Gold vor dem Ausbruch über 1237. Eigentlich kann das nicht dauerhaft gut gehen, es sei denn die Notenbanken kaufen einfach alles auf.

      Frage, warum sollten sie das nicht tun, wird ja schon öffentlich diskutiert. Ist eigentlich kein Problem, wenn sie genug Geld drucken und der Michel das mit sich machen lässt. Der Michel kann sich ja fast nicht dagegen wehren.

    • @ Krösus
      Man sollte hinzufügen, die Darstellung betrifft höchstens Standardaktien.
      Bei genauerem Hinsehen findet man anderes:
      Wer sich den Barron’s Gold Mining Index (BGMI) die letzten 99 Jahre anschaut, wird feststellen, das die Krise von 1929 dort keine Auswirkungen hatte. (kleines Bild) Das Goldverbot von 1933 ließ Goldbesitzer recht alt aussehen, aber man erkennt auch, das der Index während dem anschließenden Goldverbot massiv profitierte, da der Dollar zu Gold nach den Verbot angepaßt wurde. Wer also 1934 Minenaktien hielt konnte sich über mehere 100% Gewinn freuen, während andere ihr Gold für 20,67$ abgeben mußten.

      Heute steht der Minenindex in Bezug auf Dow und Dollar in einer sehr interessanten Konstellation. (BGMI: blue plot, DJIA: Dow Jones red plot, CinC: Currency in Circulation green plot)
      https://www.gold-eagle.com/sites/default/files/images/lundeen042918-7.gif

      Zudem gibt es einen grundlegenden Unterschied zu 1929. Wenn sich die nächste Krise abzeichnet wird wieder kräftig Geld gedruckt. Es ist dann gut möglich das die Geldschwemme zu einem inflationären Szenario wie 1923 führt und nicht zu einer Deflation wie 1929.

  5. Zur nächtlichen Stunde auch mal von mir einen Teaser für einen etwas längeren Text. Für alle, die nicht schlafen können.

    Zur Globalisierung des einen Prozent von Birgit Mahnkopf und Elmar Altvater

    „Make America Great Again“ lautet die Parole Donald Trumps. Und sie geht notwendigerweise zu Lasten des globalen Rests. Denn auch der US-Präsident wird die Erde nicht größer machen können. Trump kann die Grenzen der Globalisierung verändern, nicht aber aufheben.

    Damit wird eine Ironie der angeblich grenzenlosen, die Menschheit beglückenden neoliberalen Globalisierung sichtbar. Sie öffnet nicht wie behauptet die Tore zur „großen, weiten Welt“, sondern endet als Welt von Parzellen nationaler Borniertheit. Trump macht Politik, indem er einerseits möglichst undurchlässige Grenzen zieht: zwischen Nationalstaaten und Religionen, um die „eigenen Leute“ und das eigene Kapital im „Homeland“ zu schützen. Andererseits schleift er Grenzen, um die kapitalistische Expansion zu unterstützen und Sphären zu eröffnen, wo noch ordentliche Spekulationsgewinne gemacht werden können, vor allem auf den globalisierten Finanzmärkten. Die natürlichen Grenzen des Planeten Erde ignoriert er dabei. So werden auch unter Trump die neoliberalen Tendenzen des vergangenen Jahrhunderts fortgesetzt, wie es alle US-Präsidenten seit Richard Nixons Dollar-Debakel von 1971 vorgemacht haben: Die Regeln von Weltökonomie und -politik werden zugunsten der USA und ihrer Verbündeten korrigiert. Die Folge davon ist die Globalisierung der sozioökonomischen Ungleichheit wie der politischen Unsicherheit. Wenn inzwischen die acht Superreichsten dieser Welt (sechs von ihnen stammen aus den USA) über ein Vermögen verfügen, das größer ist als das von 3,6 Milliarden Armen, der Hälfte aller Erdenbürger auf den fünf Kontinenten, so haben wir es offensichtlich mit einer „Globalisierung des einen Prozent“ zu tun.
    (…)
    Der Begriff der Globalisierung kam in den 1970er Jahren auf. (…) Heute, bald 50 Jahre später, gibt es auf den Weltkarten keine weißen Flecken mehr und auch keine größere Weltregion, die nicht dem geoökonomischen Wettbewerb ausgesetzt wäre. Historische und geographische Unterschiede werden in der globalisierten Welt eingeebnet. Die neoliberale Globalisierung ist eine Einbahnstraße, auf ihr haben transnationale Bulldozer freie Fahrt. Dies ist auch eine Folge der Etablierung globaler Standards – weniger bei Umweltschutz oder Arbeitnehmerrechten als vielmehr im Bereich der technischen, organisatorischen oder intellektuellen Produktionsmethoden. Zweitrangig geworden sind nationalspezifische Regulierungen auch beim Schutz geistigen Eigentums, bei den Regeln der Buchführung und der Bewertung von Kreditausfallrisiken oder wenn es um die Streitschlichtung unter Geschäftspartnern geht. Dafür hat nicht nur das Regelwerk der WTO gesorgt: Von der Öffentlichkeit weitgehend unbeachtet, ist die „regulatorische Vereinheitlichung“ der Welt auch dem Wirken einer Handvoll US-amerikanischer law firms zu verdanken. Die USA profitieren nicht nur davon, dass Englisch die globalisierte Lingua Franca ist und der Dollar als globale Leitwährung zum „Problem des Rests der Welt“ gemacht wurde (so Larry Summers, zeitweise Bill Clintons Finanzminister und Chefökonom der Weltbank). Auch ihre „juristische Außenpolitik“ war sehr erfolgreich: Über ihr Justizministerium, die Börsenaufsicht, die Notenbank, das Finanzministerium und dessen Exportkontrollbehörde zwingen die USA anderen Ländern, respektive den Unternehmen aus anderen Ländern, ihr angelsächsisches Rechtsmodell des common law auf – und sichern damit den Mammut-Rechtskanzleien mit Sitz in den USA fette Beute rund um den Globus.

    https://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2017/mai/der-begrenzte-planet-und-die-globalisierung-des-einen-prozent

    • @Thanatos

      Nachdem die Anzahl von Kommentaren rückläufig ist, erlaube ich mir auch am frühen Morgen, einen etwas längeren Text zum Trauerspiel „Bayer & Monsanto“ zu platzieren, weil auch die Bayer-Aktie den DAX nach unten zieht.

      Deutsche Bierfreunde sollten Klägergemeinschaften bilden und Monsanto Bayer wegen nachgewiesener „Glyphosat-Anteile“ in vielen Biersorten verklagen; in den USa hatte ein Privatkläger von Monsanto bereits $289 Mill. Dollar Schadenersatz zugesprochen bekommen; die „Strafe“ wurde inzwischen auf schlappe $79 Mill. reduziert…

      Für Bayer könnte es aber noch viel „dicker“ kommen, …weil Bayer…

      … Ende August bereits von 8700 anhängigen Klagen sprach. Denn multipliziert mit der auf 78,6 Mill. Dollar verringerten Schadenersatzsumme ergeben sich 680 Mrd. Dollar. Das ist fast zehnmal so viel, wie Bayer jetzt noch auf die Waage bringt.

      Die Weltgesundheitsorganisation WHO hatte die Chemikalie „Glyphosat“ bereits 2015 als „wahrscheinlich krebserregend für den Menschen“ eingestuft.


      „Erinnert sich noch jemand an die Tricks, mit denen die EU-Kommission die Zulassung des umstrittenen Pflanzenschutzmittels Glyphosat verlängert hat – trotz Warnungen vor einem Krebsrisiko? Nun verbietet Brüssel auch noch das Verbot von Glyphosat. Die Region Brüssel-Hauptstadt (Belgien) wollte ein Verbot des umstrittenen Wirkstoffs erlassen – und berief sich dabei auf das Vorsorgeprinzip. Im Mai hatte die Region bereits Klage vor dem EU-Gericht eingelegt, um die Zulassung zu stoppen.
      Doch die EU-Kommission bleibt stur: Ein Verbot sei nicht zulässig, die Begründung aus Brüssel sei “zu abstrakt”, meldet die belgische Tageszeitung “Le Soir”.“

      Nachdem die Lobbyisten der Pharma-Industrie mit prall gefüllten Aktenkoffern in Brüssel EIN & AUS gingen, stellte die EU-Kommission überraschend fest:

      „Es gebe keinen Grund, Glyphosat als krebserregend einzustufen.“

      Was steht denn im „Beipackzettel“ zum „ Glühenden Sulfat“:
      „Zu Risiken und Nebenwirkungen fressen Sie die Packungsbeilage und schlagen Sie Ihren Arzt oder Apotheker!“

  6. Klartext Maschine

    #NWO: Task Force kündigt weltweite Regulierung von Kryptowährungen an
    https://freie-presse.net/task-force-regulierung-kryptowaehrungen/

    Die Financial Action Task Force (FATF) versteht sich als das international führende Gremium zur Bekämpfung von Geldwäsche und hat ihren Sitz bei der OECD in Paris.

    Nach Berichten von Reuters will die FATF den Kryptowährungen an den Kragen und weltweite Regulierungsstandards einführen. Kryptobörsen und Unternehmen bräuchten dann Lizenzen, die von den Staaten verwalten würden und sich an den internationalen Standards orientieren sollen. Damit will man der Geldwäschekriminalität vorbeugen und die Rechtssicherheit für Kunden und Anleger erhöhen.

    Ich schlage Goldman Sachs Mafia-Boss Mario Draghi als Regulierer vor.
    Und Juncker als Fanhder für das Ressort Geldwäsche
    (Junckers LuxLeaks-Skandal und die 800 Milliarden Euro an hinterzogenen Steuern lassen grüßen)

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