Samstag,20.Juli 2024
Anzeige

Edelmetall-ETFs: Silber plötzlich stark gefragt

Edelmetall: Während der größte Gold-ETF erneut Kapitalabflüsse verzeichnet, meldet der iShares Silver Trust erhebliche Bestandszugänge.

Edelmetall-Preise

Gold ist weiter auf Richtungssuche. Am gestrigen Mittwoch schloss der Goldpreis auf Basis der US-Futures (August-Kontrakt) mit 2.354 US-Dollar pro Unze. Das entsprach 2.177 Euro. Damit sank der Goldkurs innerhalb einer Woche um 0,9 Prozent beziehungsweise 0,3 Prozent (in Euro). Dagegen stieg der Silberpreis im gleichen Zeitraum um 0,6 beziehungsweise 1,2 Prozent auf 30,27 US-Dollar oder 27,99 Euro.

Silber, Silberbarren, Edelmetall (Bild: Goldreporter)
Der Silberpreis zeigte in den vergangenen Wochen erhebliche Volatilität. Vom April-Hoch kam der Kurs rund 10 Prozent zurück. In dieser Woche flossen 275 Millionen US-Dollar in den größten Silber-ETF (Bild: Goldreporter)

Fed-Sitzung

Das Ergebnis der Fed-Sitzung am gestrigen Mittwochabend brachte im Wesentlichen die Erkenntnis, dass der US-Offenmarktausschuss in diesem Jahr nur von einer Zinssenkung ausgeht. Allerdings gibt es keine wirklich einheitliche Auffassung in dem Gremium und letztlich werden die geldpolitischen Entscheidungen weiterhin von der Konjunkturdaten-Entwicklung abhängen. Natürlich blieb der US-Leitzins wie erwartet unverändert bei 5,25 bis 5,50 Prozent.

Größter Gold-ETFs

Währenddessen sehen wir ein uneinheitliche Entwicklung in den Beständen der großen Edelmetall-ETFs. Zunächst einmal meldet der Betreiber des SPDR Gold Shares (US-Börsenkürzel: GLD) per 12. Juni 2024 ein Inventar von 830,78 Tonnen. Damit waren es 2,87 Tonnen weniger als vor einer Woche. Diese Bestandsminderung war begleitet von einem Nettokapitalabfluss im Umfang von 365 Millionen US-Dollar.

ETF-Eigenschaften

Pro ausgegebenem Anteilsschein muss der Fondsbetreiber eine Zehntel Unze Gold physisch einlagern. Allerdings gibt es oft eine zeitliche Diskrepanz bei der Meldung von Kapitalflüssen und Fondsbeständen. Auf dem Goldmarkt gibt es üblicherweise eine 2-Tages-Frist, in der physische Bestände nach einem Vertragsabschluss geliefert werden. Der GLD wurde eigentlich aufgelegt, um Investoren mit einem physische gedeckten Wertpapierprodukte eine Teilhabe an der Goldpreis-Entwicklung anzubieten. Seit Jahresbeginn liefen die beiden Assets aber deutlich auseinander.

Größter Silber-ETF

Dagegen verzeichnet der iShares Silver Trust (SLV) im Vorwochenvergleich erhebliche Metall-Zugänge von 365,12 Tonnen. Denn der aktuelle Silberbestand wird mit 13.364,66 Tonnen angegeben. Dabei werden für diesen Zeitraum netto Kapitalzuflüsse in Höhe von 275 Millionen US-Dollar gemeldet. Pro ausgegebenem Anteilsschein ist dieser Edelmetall-Fonds offiziell mit einer Unze Silber physisch gedeckt. Seit dem April-Hoch ist der Silberpreis zuletzt um gut 10 Prozent zurückgekommen.

Gold, Silber, ETF, GLD, SLV, Bestände, Edelmetall

Einordnung Edelmetall-ETFs

Vergangene Bullenmärkte bei Silber- und Goldpreis waren regelmäßig von deutlich steigenden Beständen in den entsprechenden Edelmetall-ETFs begleitet. Das war zuletzt nicht mehr der Fall, seit der Takt auf dem internationalen Goldmarkt wesentlich von China und deren physischer Goldnachfrage vorgegeben wird.

Generell sind die Fonds-Bestände eher Nachläufer, die einem steigenden Silber- und Goldpreis mit zunehmendem Inventar folgen. Dann nämlich, wenn sich vor allem institutionelle Investoren über dieses Instrument („Papiergold“) auf dem Edelmetallmarkt positionieren. Abgesehen davon, erfreuten sich diese ETFs in den vergangenen Jahren steigender Beliebtheit unter jungen US-Anlegern, die Anteile über immer stärker verbreiteten Discount-Broker erwerben.

Anzeige

Goldreporter-Ratgeber

Genial einfach, sicher und günstig: Gold vergraben, aber richtig!

Was tun bei Goldverbot oder Goldengpass? Notfallplan für Goldanleger

Abonnieren Sie den kostenlosen Goldreporter-Newsletter und erhalten Sie den Spezial-Report "Vermögenssicherung mit Gold" (PDF) kostenlos! Weitere Informationen?

3 Kommentare

  1. Ich habe unlängst die Aktienkurse des DAX von 2010 gefunden. Bis auf Siemens, Infineon, VW gab es keine Gewinne, sondern Verluste zu heute.
    Aber auch bei den sog. Gewinnern bleibt unter dem Strich, nach Abzug der Inflation und der Gebühren, wie Steuern nichts übrig, eher ein Minus.
    (Das betrifft nur Aktien, welche 2010 dabei waren).
    Rechnet man dann noch die nachfolgenden Kröten dazu
    ( Wirecard und Co), welche sich in allen Depots befanden,
    kann man sagen, DAX Anleger hatten bisher alle dicke Verluste oder betrügen sich selbst.
    Das Jahr 2010 erwähne ich, weil ich da überlegte, in Aktien wieder einzusteigen, welche ich 2000 bis 2005 alle verkauft hatte.
    Ich tat es nicht, sondern legte alles in physisches Gold an.
    Tuto completo.
    Der Bankberater allerdings hatte die Unverschämtheit, mich erst 2018 ! zu fragen:
    Herr Dr. M, was haben Sie eigentlich mit all ihrem Vermögen gemacht ? Unser Haus ( die Coba) kann ihnen
    eine Alternative anbieten, falls Sie wechseln wollen und wieder zu uns kommen.
    Der meinte tatsächlich, ich hätte bei der DB mein Depot.
    ( Der weil mein Depot mit 3% salzlastig ist, K&S :) ).
    Vielleicht stellt sich irgendwann heraus, das war ein Fehler, aber in meinem Alter wird mich das kaum noch jucken. Dann war es eben ein Fehler.

    • So wird es bei vielen gewesen sein.

      Ich habe 2012 mit dem Kauf von Edelmetall begonnen und der Preis erschien mir damals schon recht hoch, dass schlechte Gewissen plagte mich.

      Das hinderte mich aber nicht, seitdem kontinuierlich nachzukaufen und es war eine gute Entscheidung.

      Nichtsdestotrotz wollte ich nicht alle Eier in einen Korb legen und investierte in Aktien und Immos.

      Bei letzterem hält sich angesichts der Investitionssumme die Rendite doch arg in Grenzen, aber wer weis, wozu es am Ende gut ist?

      Zurzeit gedenke ich weiter in Gold aufzustocken, da zu viel Cash auf dem Konto doch etwas Sorge bereitet, denn die Inflation wird zurückkehren, ziemlich sicher!

      In Aktien sollte ich wohl auch einen Teil investieren, aber nicht mit dem Bank – „Berater“, der nur seine Boni im Kopf hat, sondern über das eigene Brokerkonto.

      Wer weis schon genau, was die Zukunft bringt, da erscheint es mir sinnvoll, breit aufgestellt zu sein.

  2. @Hugo
    Sehr richtig, eine breite Aufstellung hat niemanden geschadet. Hat man finanziell die Möglichkeit die Immobilien auf mindestens 2 Länder zu teilen umso besser, genauso das Gold aufteilen auf 2 verschiedenen Ländern. Wenn die „ultimative“ Kontrolle der Bürger eingeführt wird, sprich CBDC, Vermögensregister, u.ä. ist es vorbei mit Gold anonym kaufen oder über die Grenze bringen. Das Gold sollte schon über die Grenze sein bevor dieses Fenster zugeht.
    Was den Aktien Kauf angeht, natürlich wird Ihnen der jeweilige Bankberater finanzprodukte der Bank anbieten wo auch die Provision für die Bank passt. Aktien Kauf ist eine persönliche Angelegenheit, mit eigener Recherche und Entscheidung zum Kauf. Da mein Portfolio über verschiedenen Segmenten aufgeteilt ist, bin ich breit investiert. Der aktuelle KI (-AI) Hype lässt mich kalt, Investitionen in Chip Herstellern sind mit Vorsicht zu genießen. Wenn doch Tech-Unternehmen dann solche die lange Präsenz am Markt haben, gute Cashflows und die KI kommt irgendwann dazu.
    In dieser Richtung habe ich mich für Alphabet, Amazon & Infosys entschieden. Für mich sind diese 3 genug Tech in Portfolio, meine Basis bilden Industriewerte.

Schreiben Sie einen Kommentar

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie Ihren Namen ein

Anzeige

Letzte Beiträge

 

Unsere Spezialreports und Ratgeber sind erhältlich im Goldreporter-Shop!

Anzeige