Die Bestände der größten Gold- und Silber-ETFs sind erstmals seit Wochen wieder deutlich gestiegen. Beim Gold-ETF GLD blieb der berechnete Kapitalfluss allerdings negativ.

Edelmetall-ETFs
Die Bestände großer Edelmetall-ETFs gelten als wichtiger Stimmungsindikator für institutionelle Anleger am Goldmarkt. Nachdem Investoren über Monate hinweg Anteile abgestoßen hatten, zeigt die aktuelle Wochenbilanz nun erstmals wieder deutliche Zuflüsse bei den hinterlegten Edelmetallbeständen.
Das Wichtigste in Kürze
- Die GLD-Bestände stiegen binnen einer Woche um 5,99 Tonnen.
- Allerdings ist netto Kapital aus dem GLD abgeflossen.
- Der Silber-ETF SLV verzeichnete einen Zuwachs von 109,66 Tonnen.
Der SPDR Gold Shares (GLD), der weltweit größte Gold-ETF, stockte seine Bestände innerhalb einer Woche um 5,99 Tonnen auf 1.007,87 Tonnen auf. Das entspricht einem Anstieg von 0,60 Prozent gegenüber dem Stand vom 15. Juli 2026.
Damit wurde der vorherige Abwärtstrend zunächst unterbrochen. Denn es ist im Rahmen unserer Analyse die erste Bestandszunahmen seit vier Wochen.
Beim berechneten Kapitalfluss ergibt sich allerdings ein anderes Bild. Hier verzeichnete der Fonds in der vergangenen Woche einen Netto-Abfluss von 366,42 Millionen US-Dollar. Die Bestandsentwicklung und die Veränderung des in US-Dollar bewerteten Fondsvermögens liefen damit zuletzt auseinander.
Hintergrund: Der ETF-Mechanismus im Detail – Wie der Handel mit SPDR Gold Shares funktioniert
Seit Jahresbeginn weiterhin hohe Abflüsse
Trotz des jüngsten Bestandsaufbaus bleibt die Jahresbilanz beim größten Gold-ETF deutlich negativ. Gegenüber dem Stand vom 31. Dezember 2025 sind die GLD-Bestände um 62,69 Tonnen beziehungsweise 5,86 Prozent gesunken.
Der berechnete Netto-Kapitalabfluss seit Jahresbeginn beläuft sich auf 10,15 Milliarden US-Dollar.
Auch der Abstand zum früheren Bestandshoch bleibt groß. Das Allzeithoch des Fonds lag bei 1.351,54 Tonnen am 6. Dezember 2012. Der aktuelle Bestand liegt damit rund 344 Tonnen oder gut 25 Prozent unter diesem Rekordwert.
Silber-ETF mit kräftigem Bestandszuwachs
Auch beim iShares Silver Trust (SLV) zeigt die aktuelle Wochenbilanz nach oben. Die Bestände stiegen gegenüber der Vorwoche um 109,66 Tonnen auf 15.066,94 Tonnen. Das entspricht einem Zuwachs von 0,73 Prozent.
Gleichzeitig ergab sich beim SLV ein berechneter Kapitalzufluss von 190,70 Millionen US-Dollar.
Seit Jahresbeginn bleibt die Bilanz jedoch ebenfalls negativ. Gegenüber dem 31. Dezember 2025 sind die Silberbestände um 1.377,20 Tonnen beziehungsweise 8,38 Prozent gesunken. Der Netto-Kapitalabfluss beläuft sich in diesem Zeitraum auf 3,36 Milliarden US-Dollar.
Das bisherige Bestandshoch des SLV wurde am 4. Februar 2021 mit 20.505,85 Tonnen erreicht. Der aktuelle Silberbestand liegt damit rund 5.439 Tonnen unter dem Rekordwert.

Einordnung für den Goldmarkt
Die aktuellen ETF-Daten liefern erstmals seit mehreren Wochen ein freundlicheres Signal. Sowohl der größte Gold-ETF als auch der größte Silber-ETF haben ihre Metallbestände deutlich aufgestockt. Beim SLV wurde der Bestandsanstieg zudem von einem positiven Kapitalfluss begleitet.
Beim GLD bleibt das Bild dagegen gemischt. Dem Bestandszuwachs von knapp sechs Tonnen steht ein berechneter Kapitalabfluss gegenüber. Von einer breiten Rückkehr institutioneller Anleger an den Goldmarkt kann deshalb noch nicht gesprochen werden.
Dennoch passen die ETF-Zahlen zu den jüngsten Stabilisierungstendenzen. Die wiederholte Verteidigung der Marke von 4.000 US-Dollar, das verstärkte Kaufinteresse an der COMEX und der Bestandsaufbau beim GLD erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer kurzfristigen Bodenbildung.