Samstag,24.Juli 2021
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Euro-Krise: 2012 beginnt mit harter Belastungsprobe

Auf dem Krisen-Gipfel Ende vergangener Woche haben sich die EU-Staaten – außer Großbritannien – auf stärkere Sparanstrengungen geeinigt. Doch im kommenden Jahr müssen wichtige Euro-Länder erst einmal gewaltige Milliarden-Beträge am Kapitalmarkt aufnehmen. Und auch die europäischen Banken brauchen jede Menge Geld.

Alte Schulden mit neuen bezahlen, so lautet das Prinzip der modernen Staatsfinanzierung. Das funktioniert solange es genügend Investoren gibt, die darauf vertrauen, das Geld inklusive Verzinsung zum vereinbarten Zeitpunkt wiederzubekommen.

Im Euro-Raum kommen allerdings zunehmend Zweifel über die Solvenz der Staaten auf. Das Ergebnis: Die Anleger wollen mehr Geld (Zinsen) sehen, damit sie den Regierungen Geld leihen.

Vergangene Woche auf dem Krisengipfel beschlossen: Die EU-Staaten wollen mehr sparen und sich untereinander stärker auf die Einhaltung von Bestrebungen zur Haushaltskonsolidierung festnageln. Der Wille ist da, aber gibt es auch Wege um diesen umzusetzen?

"Time Bombs"

Bereits Anfang kommenden Jahres müssen sich die größten Euro-Staaten riesige Summen am Kapitalmarkt beschaffen. In Frankreich werden gleich im Januar 52,9 Milliarden Euro an Staatsanleihen fällig, die durch die Aufnahme neuer Kredite von Paris  ausgezahlt werden müssen. Etwa der gleiche Betrag (53,1 Milliarden Euro) ist in Italien einen Monat später fällig. Vergleichen Sie dazu die verlinkte Grafik.

Welche Summen müssen die wichtigsten Euro-Staaten 2012 aufnehmen?

  • Italien: ca. 307 Mrd. Euro
  • Deutschland: ca. 267 Mrd. Euro
  • Frankreich: ca. 225 Mrd. Euro
  • Spanien: ca. 136 Mrd. Euro

Nicht zu vergessen sind die fälligen Anleihen, die durch Banken begeben wurden. Presseberichten zufolge müssen die Banken des Euro-Systems im kommenden Jahr Schuldverschreibungen im Volumen von rund 800 Milliarden Euro refinanzieren.

Trotz aller Sparanstrengungen wird der Geldregen also auch im kommenden Jahr anhalten müssen, damit das Finanzsystem nicht kollabiert. Auch wenn sie sich derzeit noch zögerlich gibt, der Europäischen Zentralbank dürfte 2012 diesbezüglich eine besondere Rolle zukommen.

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