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Ausgabe 45-2018 vom 18.11.2018
 
Gefährlicher Mix
 
Sehr geehrter Herr Mustermann,
 
ausnahmsweise erhalten Sie unseren Exklusiv-Newsletter heute an einem Sonntag. Die verbleibenden Wochen des Jahres 2018 versprechen besondere Spannung. Zwar sind die jüngsten Marktrisiken schon seit längerem bekannt, die Mischung aus Italien-Krise, Brexit-Turbulenzen, Rückgang der wirtschaftlichen Aktivität und zunehmender Verschuldung birgt jedoch besondere Brisanz. Die Unsicherheiten steigen und das galt vergangene Woche auch für die Edelmetallkurse.
 
Ihr
Jürgen Fröhlich
Herausgeber/Chefredakteur
Goldreporter
 
 

 
Inhalt (Schnellzugriff)
 
Online-Beiträge auf Goldreporter.de 10.11. - 17.11.2018
Meistgeklickte Artikel
 
 
 
Für eine Unze Gold musste man zuletzt 86 Unzen Silber bezahlen. Das Warten auf die Trendwende bei den Edelmetallen dauert an.
 
Vergangene Woche fand in München die Internationale Edelmetall- und Rohstoffmesse 2018 statt. Pro Aurum TV hat Experten zur aktuellen Lage bei Gold befragt, darunter Ronald Stöferle, Dirk Müller, Folker Hellmeyer.
 
BlackRock Inc. ist nicht mehr der größte Anteilseigner des SPDR Gold Trust. Laut aktuellen SEC-Daten hat der Kapitalriese im dritten Quartal 89 Prozent seiner Fonds-Anteile verkauft.
 
Vergangene Woche gab es im US-Handel mit Gold-Futures fallende Kurse bei steigendem Open Interest. Das deutet auf erneute Marktschwäche hin.
 
Schwächelnde Aktienmärkte, ein „zu starker“ US-Dollar: Ein Analyst von Wells Fargo erwartet in den kommenden 12 Monaten steigende Goldpreise, aber noch keine Rückkehr zu alten Höchstständen.
 
Die Implosion der massiven Schuldenblase und der Asset-Blasen ist die einzige Chance für die Welt, wieder zu einer soliden Grundlage für anhaltenden Fortschritt zu kommen. Solange diese Schulden nicht verschwunden sind, kann es kein echtes und gesundes Wachstum geben.
 
Im vergangenen September hat sich der Förderrückgang im südafrikanischen Goldabbau weiter beschleunigt. Die Goldproduktion war so stark rückläufig wie zuletzt vor drei Jahren.
 
Der jüngste Bank Participation Report am Handel mit Gold-Futures an der US-Warenterminbörse COMEX zeigen per 6.11. einen starken Anstieg der Short-Wetten durch die Bullionbanken.
 
Indien hat im vergangenen Oktober 43 Prozent weniger Gold importiert als im Vorjahresmonat. Dafür sind die Silberimporte um 51 Prozent gestiegen.
 
Die Schweizer Regierung sieht Handlungsbedarf hinsichtlich der Transparenz und Lieferkette von Gold, das Monat für Monat in großen Mengen aus dem Ausland importiert und für andere Länder raffiniert wird. Man setzt aber auf freiwillige Lösungen.
 
Die volatile Preisbewegung bei Gold in der vergangenen Woche war erneut von einem starken Positionswechsel bei den größten Futures-Händlern am US-Terminmarkt geprägt.
 
 
 

 
 
 
 
Neues von der Gold- und Silber-Manipulation
 
Die Edelmetall-Preise sind manipuliert. Ein aktuelles Urteil vor einem US-Gericht bringt mehr Licht ins Dunkel der jahrelang als Verschwörungstheorie gehandelten Gold- und Silber-Manipulation.
 
"Flash-Crash" Die denkwürdigsten Spontan-Einbrüche bei Gold haben wir im April und Juni 2013 erlebt. Nun ist zu erahnen, wer verantwortlich war.
 
 
Wir möchten im Rahmen dieses Brennpunkts einen Vorgang genauer beleuchten, den wir auf Goldreporter.de am 7. November im Rahmen einer Nachrichtenmeldung verarbeitetet haben (Gold-Manipulation: Ex-JP-Morgan-Trader schuldig gesprochen). Er sagt einiges aus über den amerikanischen Goldmarkt, über die Macht der Großbanken und die Deckung ihrer Machenschaften durch Behörden und Regierungen. Es geht um das Thema Gold-Manipulation.
 
John Edmonds, ein ehemaliger Trader der US-Investmentbank JP Morgan, wurde Anfang November vor einem US-Gericht schuldig gesprochen, die Preise für Gold, Silber, Platin und Palladium im Zeitraum von etwa 2009 bis 2015 manipuliert zu haben.
 
Schon in der Vergangenheit wurden einzelne Mitarbeiter von Großbanken wegen ähnlicher Vergehen verurteilt. Zuletzt standen die beiden ehemaligen Deutsche-Bank-Händler James Vorley und Cedric Chanu in Chicago vor Gericht. Auch ihnen wurde sogenanntes Spoofing vorgeworfen. Dabei handelt es sich um eine illegale Handelspraktik. Dabei werden große Aufträge in das Handelssystem am Futures-Markt eingestellt, um sie kurz vor der Ausführung zurückzuziehen. Damit wird ein falscher Eindruck über Angebot und Nachfrage vorgetäuscht, wodurch andere Händler auf eine falsche Fährte gelockt werden, um kurzfristig gewünschte Marktbewegungen auszulösen. Im Rahmen des Chicago-Verfahrens standen acht weitere Personen unter Anklage. Schon diese Tatsache zeigt, dass es sich bei den Vergehen um keine Einzeltaten handelt. Es wurde konspirativ und konzertiert, teilweise über unterschiedliche Institute hinweg manipuliert.
 
 
Es gibt jedoch einige wichtige Unterschiede zwischen dem aktuellen „JP-Morgan-Fall“ und früheren Verfahren.
 
Interne Sanktionierung vs. Strafprozess
 
Im Fall der Chicago-Klage, wie in anderen früheren Fällen auch, wurden die Vorgänge von der Commodity Future Trading Commission (CFTC) vorangetrieben und auch sanktioniert. So hat die US-Aufsichtsbehörde Geldstrafen gegen die Arbeitgeber verhängt. Die Fälle wurden intern geregelt. Vielfach kam es nicht zu keinem Strafprozess. Die betroffenen Banken verpflichteten sich zu mehr Kontrolle und zahlten die „Ablassbeträge“ aus der Portokasse. Die Sache war damit erledigt.
 
Ausnahmen:
Banker haben gute Anwälte. So gelang es den Verteidigern im Fall des ehemaligen US-Traders André Flotron im April 2018 einen Freispruch vor einem Geschworenengericht zu erwirken.
 
 
Eine weitere Ausnahme bildet der frühe Manipulationsfall des seinerzeit für Barclays tätigen Händlers Daniel James Plunkett. Hier wurde 2014 im Skandal um verschobene Preise im Londoner Gold-Fixing ganz offensichtlich ein Schauprozess geführt, für den man womöglich ein Baueropfer benötigte, um von den systematischen Eingriffen abzulenken.
 
 
Im Zuge dieser Ereignisse wurde dann das Londoner Gold- und Silber-Fixing reformiert, um verlorenes Vertrauen in den jahrzehntelang umstrittenen Preisbildungsprozess (Telefonkonferenz unter einer Hand voll Banker) wiederzugewinnen.
 
Aber: Im Rahmen der aktuellen Chicago-Klage trat die CFTC überhaupt nicht in Erscheinung. US-Justizministerium und das FBI brachten den Fall voran.
 
Einzelfall vs. Institutionelles Vorgehen
 
In früheren offengelegten Manipulationsfällen wurden immer einzelne oder mehrere Täter für Verfehlungen zur Verantwortung gezogen, die längst nicht mehr bei den Banken beschäftigt waren, in denen sie ihr manipulatives Werk begangen hatten. Die früheren Arbeitsgeber wurden zur Ordnung gerufen und im Zweifel mit Geldstrafen belegt.
 
Im aktuellen Fall des ehemaligen JP-Morgan-Traders sieht es in einem entscheidenden Punkt anders aus. Zwar wurde auch hier ein Ex-Mitarbeiter angeklagt und schuldig gesprochen. Er gestand die Schuld selbst ein, erklärte aber gleichzeitig, dass er die Dinge im Wissen und mit der Genehmigung seiner unmittelbaren Vorgesetzten verrichtete.
 
In der Erklärung der Staatsanwaltschaft heißt es: „Edmonds bekannte sich schuldig und gab zu, dass er diese irreführende Handelsstrategie von älteren Händlern der Bank gelernt hatte und er setzte diese Strategie selbst Hunderte Male mit dem Wissen und der Zustimmung seiner unmittelbaren Vorgesetzten ein.“
 
Das ist ein dicker Hund! Es bestätigt also die seit Jahren von Kritikern vorgebrachten Vorwürfe gegen die Finanzinstitute selbst, Einfluss auf die Edelmetallpreise zu nehmen. Dass die US-Börsenaufsicht CFTC ein großes Interesse daran hat, solche Manipulationen möglichst unter dem Deckmantel zu halten, ist zumindest auffällig. Eine wichtige Sache muss man als Hintergrundinformation bedenken. Der Präsident der CFTC ist neben dem Chef der SEC, dem Präsidenten des Federal Reserve Systems und dem US-Finanzminister Mitglied der 1988 gegründeten Working Group on Financial Markets. Dieser elitäre Entscheidungskreis wird auch „Plunge Protection Team“ genannt. Es ist berechtigt, im Falle von Gefahren für die Finanzmarktstabilität Markteingriffe vorzunehmen. Die Edelmetallmärkte sind davon selbstverständlich nicht ausgeschlossen.
 
Hoffnung auf Besserung?
 
Ein langjähriger Kritiker der CFTC ist der amerikanische Edelmetallexperte Ted Butler. Er wies bereits vor vielen Jahren auf ungewöhnliche Handelsmuster hin und gab Hinweise auf mögliche Manipulation am Silber-Markt. Das war Ende 2010. Im Zentrum der Anschuldigungen stand JP Morgan. Die CFTC hatte den Verdacht seinerzeit aufgegriffen. Auch Gerichte beschäftigten sich schließlich mit den Vorwürfen, da der öffentliche Druck deutlich zunahm. JP Morgan wurde in dieser Sache aber wiederholt freigesprochen.
 
 
Butler erklärte nun in einem Beitrag auf Silverseek: „Interessanterweise umfasst das Schuldeingeständnis die Zeit, in der die CFTC eine angebliche formelle Untersuchung einer Silbermarkt-Manipulation durchführte - als Ergebnis der konzentrierten Short-Position von JPMorgan, die im Bank Participation Report vom August 2008 aufgedeckt wurde; eine fünfjährige Untersuchung, die zu nichts führte. Es steht für mich außer Frage, dass die CFTC JPMorgan mit Samthandschuhen handhabt, als Folge einer Art Persilschein, der von der Bear- Stearns-Übernahme vom März 2008 ausgeht. Das DOJ [US-Justizministerium], sehr zu seiner Ehre, scheint nicht Teil einer solchen Vereinbarung zu sein. Das soll nicht heißen, dass die CFTC nicht an der Verfolgung dieses Falles durch das DOJ beteiligt sein wird, nur dass es an dieser Stelle seltsam ist, dass es sich um eine exklusive DOJ-Produktion handelt.“
 
Butler knüpft an die aktuelle Klage die Hoffnung, dass das abgekartete Spiel der Großbanken noch stärker offengelegt wird. Und er sagt: „So sehr das Schuldgeständnis mit dem Finger auf JP Morgans inhärente Korruption im Edelmetallhandel zeigt, leider kratzt es nur an der Oberfläche. Spoofing und andere illegale Handelstricks sind nur Werkzeuge, die verwendet werden, um die reale Kursmanipulation zu ermöglichen, die für alle sichtbar stattfindet. Die eigentliche Manipulation ist der anhaltende Preisbetrug, der durch die Papierpositionierung an der COMEX und anderswo zwischen den von Dummköpfen verwalteten Geldhändlern und den korrupten Werbespots unter der Leitung von JPMorgan verursacht wird. Es ist einfach ärgerlich, dass die Regulierungsbehörden - und ich schließe das Justizministerium hier ein - nicht sehen können oder werden, dass Spoofing, so schlimm es auch ist, nur ein Mittel zu einem viel größeren Verbrechen darstellt.“
 
Fazit
 
Was ist nun Konsequenz und Erkenntnis für private Edelmetallanleger? Dass die Märkte manipuliert sind, ist nichts Neues. Allerdings wird den illegal handelten nur womöglich stärker auf die Finger geschaut. Wenn die Eingriffe von hoher institutioneller Stelle zumindest abgesegnet sind, dann wäre in Sachen Manipulation zumindest vorläufig etwas Zurückhaltung zu erwarten. Sicher möchte man nicht noch mehr Staub aufwirbeln. Ansonsten bleibt es dabei: Alle Märkte werden manipuliert. Die Zentralbanken tun es sogar ganz offiziell – durch die Zinspolitik sowie diverse Ankaufprogramme für Anleihen und sonstige Wertpapiere. Dieser Umstand ist für (Gold-)Spekulanten gefährlich. Denn kurzfristig können durch die Manipulationen immer wieder Verluste entstehen. Dies ändert aber nicht an den positiven Grundeigenschaften von Gold und Silber als langfristiger und bankenunabhängiger Vermögensschutz. Es ist gut, die geschilderten Rahmenbedingungen zu kennen. Man kann sie sich sogar zunutze machen. Denn in Zeiten großer Unsicherheiten und vieler Schieflagen auf den Finanzmärkten, muss jeder Goldpreis-Einbruch als Chance gesehen werden, sich noch einmal günstiger für die große Krise abzusichern.
 
 

 

Edelmetallkurse
Kursentwicklung und Wochencharts
 
 
 
 
Aktuelle Kursentwicklung
Preise für Gold und Silber pro Feinunze im Vergleich zur Vorwoche
und seit 31.12.2017.
 
 
 
Gold und Silber im Vergleich
Relative Kursentwicklung Gold (orange), Gold in Euro (gelb), Silber (blau), US-Aktien-Index S&P 500 (schwarz), Euro/US-Dollar-Kurs (grün), Brent-Öl (braun), Bund-Future (Deutsche Staatsanleihen, rosa) ab Wochenbeginn. 1-Std.-Kurse.
 
12.11.-17.11.2018 (22:00 Uhr)
 
 
Kommentar: Die Märkte schwanken immer wieder zwischen Anspannung und Erleichterung. Die Rahmenbedingungen haben sich nicht verändert. Italien liegt im Haushaltsstreit mit der EU und ruft Erinnerungen an die Eurokrise wach. Die Gefahr eines ungeregelten Brexits bleibt präsent. Es gibt Anzeichen für eine Verlangsamung der Weltwirtschaft. In Deutschland verzeichnete man im dritten Quartal den ersten Rückgang der Wirtschaftsleistung seit dem 1. Quartal 2015. Und der Ölpreis (WTI) ist auf ein 12-Monats-Tief gerutscht. Auch dies spricht für einen Rückgang der wirtschaftlichen Aktivität. Die insgesamt steigende Unsicherheit verhalf den Edelmetallen zuletzt wieder etwas nach oben.
 
Am US-Terminmarkt haben wir (gemäß der CoT-Daten vom vergangenen Dienstag, 13.11.18) wieder eine Kehrtwende gesehen. Die "Großen Spekulanten" sind erneut auf die Netto-Short-Seite gewechselt. Allerdings unterlag die Goldpreis-Entwicklung in dieser Woche erheblichen Schwankungen. Am Dienstag und Mittwoch war die Notierung im Handelsverlauf jeweils kurzfristig unter die Marke von $ 1.200 gerutscht. Per Handelsschluss am Freitag war Gold dann aber auf $ 1.221 geklettert. 
 
 
 
Die Gold-Silber-Ratio hat vergangene Woche mit Werten um 86 den höchsten Stand seit 25 Jahren erreicht. Dies verdeutlicht einmal mehr die starke Unterbewertung des Silbers gegenüber Gold. Und möglicherweise sehen wir darin auch den Hinweis auf eine anstehende Kurserholung bei den Metallen. Am 19. Dezember steht die letzte US-Zinsentscheidung des Jahres an. Dieser Termin wird die Gold- und Silber-Bilanz 2018 wohl entscheidend prägen.
 
 

 
Lagerbestände der größten Edelmetall-ETFs in Tonnen
 
 
Tabelle ETFs
 
Kommentar: Die jüngsten Berichtszahlen der SEC über die Portfolios der größten Kapitalverwalter der USA haben den ETF-Verkäufer Nummer eins im dritten Quartal offenbart. Der bis dato größte GLD-Investor BlackRock hat die Reißleine gezogen und sich von 89 Prozent seiner Anteile getrennt. Diese hatten einen Wert von knapp 1 Milliarde Euro. Umgerechnet stieß alleine dieser Kapitalriese 29 Tonnen ETF-Gold ab.
 
 
 
 

 
Grundlegende technische Analyse der Edelmetall- Charts. 
 
 
 
 
Goldchart
 
Abb.: Goldpreis in USD, 1 Jahr, Tagesschlusskurse
 
Kommentar: Die Volatilität hat zuletzt wieder deutlich zugenommen. Seit Mitte August befindet sich der Goldchart aber im Aufwärtstrend. Im Bereich zwischen $ 1.235 und $ 1.240 hat sich ein massiver Widerstand formiert. Ein Ausbruch über dieses Niveau wäre ein stark bullisches Signal. Nach unten erwies sich die Marke von $ 1.200 unlängst als zuverlässige Unterstützung. Solange keine der beiden genannten Schwellen verletzt wird, bewegt sich der Goldchart sozusagen auf neutralem Niveau. 
 
Wichtige kurzfristige Chartmarken 
Widerstände 
  $ 1.237; $ 1.241; $ 1.259
Unterstützungen
$ 1.216; $ 1.200; $ 1.187
 
Trends
 
langfristig (mehrere Jahre):fallend
mittelfristig (mehrere Wochen/Monate):steigend
kurzfristig (mehrere Tage/ggnü. Vorwoche):fallend
  
Zeitpunkt der Analyse: 16.11.18, 22:00 Uhr, Goldpreis: $ 1.223,00
 
 

 
Silberchart
 
 
Abb.: Silberpreis in USD, 1 Jahr, Tagesschlusskurse
 
Kommentar: Der Silberchart arbeitet seit September an einer nachhaltigen Bodenbildung. Die Volatilität ist groß. Der Kurs bewegt sich seither in einer Spanne von 6 Prozent bzw. knapp einem Dollar. Zuletzt brachte die Marke von $ 14 kräftige Unterstützung. Richtung Norden ist die Schwelle zwischen $ 14,80 und $ 14,90 kriegsentscheidend. An diesem Niveau ist der Silberkurs seit August mehrfach gescheitert. Die kurzfristige Marktstimmung ist mit einem RSI von knapp 49 neutral.
 
Wichtige kurzfristige Chartmarken 
Widerstände  $ 14,45; $ 14,58; $ 14,72
Unterstützungen$ 14,27; $ 14,13; $ 13,98
 
Trends
 
langfristig (mehrere Jahre):   fallend
mittelfristig (mehrere Wochen/Monate):fallend
kurzfristig (mehrere Tage/ggnü. Vorwoche):fallend
  
Zeitpunkt der Analyse: 16.11.18, 22:00 Uhr, Silberpreis: $ 14,38
 
 

 
 
Euro/US-Dollar-Chart
 
EUR-USD-Chart
Abb.: EUR/USD-Chart, 1 Jahr, Tagesschlusskurse
 
Kommentar: Der Euro-Dollar-Chart bewegt sich seit Mitte September in einem beschleunigten Abwärtstrend. Es gab jedoch kurzfristig immer wieder Erholungsphasen. Die jüngste war besonders kräftig und beförderte die Kurslinie über den Anfang Oktober initiierten Abwärtsmechanismus, der mit der unteren Kante einen fallenden Keil bildet. Aus chattechnischer Sicht könnte der Euro-Dollar-Kurs nun kurzfristig weiter bis auf 1,15 nach oben ziehen - etwa bis zum Niveau des 50-Tage-Schnitts.
 
Wichtige kurzfristige Chartmarken 
Widerstände $ 1,1436; $ 1,1533
Unterstützungen  $ 1,1344; $ 1,1221
 
 
Trends
 
langfristig (mehrere Jahre): fallend
mittelfristig (mehrere Wochen/Monate):fallend
kurzfristig (mehrere Tage/ggnü. Vorwoche):steigend
  
Zeitpunkt der Analyse: 16.11.18, 22:00 Uhr, EUR-USD-Kurs: $ 1,141
 
 
 

 
 
Münz- und Barrenpreise
Preisentwicklung ausgewählter Anlageprodukte im deutschen Edelmetallhandel
 
 
Kommentar: Die Preise in der Tabelle haben wir am Samstag erfasst. Am Wochenende senken einige Händler die (relativen) Ankaufspreise, um Preisrisiken beim Start der neuen Handelswoche abzupuffern. Bei Silber sind die Spreads etwas deutlicher gestiegen.
 

Anmerkungen: Bei den Angaben handelt es sich um Durchschnittspreise vier großer Online-Händler und deren Differenz zur Vorwoche. Der Spread bezeichnet die Differenz zwischen Verkauf- und Ankaufskurs. Der Spread gibt an, um wie viel Prozent der Kurs steigen muss, damit man beim Kauf zum aktuellen Preis im Plus ist. Ein hoher Spread deutet mitunter auf eine schwache Marktliquidität hin. Im Falle des Edelmetallmarktes heißt dies oft, dass Lieferengpässe bestehen. Auch ein steigendes Aufgeld (Mehrkosten über den reinen Edelmetallwert hinaus) kann auf diesen Umstand hinweisen.

Bei Silber sind seit 1. Januar 2014 produktübergreifend 19 Prozent Mehrwertsteuer fällig (zuvor: 19% für Barren, 7% für Münzen). Das sorgt für ein höheres Aufgeld als bei Anlagegold. Bei Silbermünzen, die nicht aus der EU stammen, können Händler die Differenzbesteuerung anwenden. Das heißt, die 19 Prozent Mehrwertsteuer entfallen nur auf die Handelsmarge der Anbieter. Übliches Aufgeld in "normalen Zeiten" (Richtwerte): 1 Uz Silber-Maple-Leaf (differenzbesteuert): 21 % bis 22 %; 1kg-Silberbarren: um 27 %; 1 Uz Krügerrand: um 4 %; 100g-Goldbarren: bis 2 %. 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
Renditen 10-jähriger Bonds ausgewählter Länder = Frühindikator für Finanzmarkt- und Haushaltskrisen 
 
 
 
 
 
 
Kommentar: In den Medien wird die Lage in Italien mit Griechenland im Jahr 2011 verglichen. Tenor: Die Eurokrise könnte zurückkommen, allerdings gewaltiger als seinerzeit.  Gleichzeitig ist eine Stimmung wahrzunehmen, nach der man in Finanzkreisen nicht wirklich an eine solche Eskalation glaubt. Die Parteien in Rom und Brüssel werden es am Ende schon richten. Keiner wolle, dass es zum großen Knall kommt, liest man in vielen Kommentaren. Und in dieser Auffassung liegt gleichzeitig die größte Gefahr. Denn große Crashs und Krisen werden immer durch große Überraschungen ausgelöst.
 
Tatsache ist: Die Eurogruppe darf Italien nicht (zu sehr) entgegenkommen. Denn jedes Zugeständnis könnten andere Euro-Staaten als indirekte Aufforderung verstehen, auch wieder mehr Geld auszugeben als erlaubt. Italiens Regierung muss dagegen ihre Wahlversprechen umsetzen. Man wird mit den Europapolitikern voll auf Konfrontationskurs gehen. Und möglicherweise entgleitet beiden Kontrahenten dabei die Kontrolle. Dann nämlich, wenn die Finanzmärkte sich erneut gegen Italien und den Euro einschießen.
 
Beispiel: (Die US-)Ratingagenturen senken das Italien-Rating, dadurch verteuert sich mit den steigenden Anleiherenditen die Staatsfinanzierung des Landes. Große Hedgefonds wetten auf einen Verfall von Italien-Anleihen oder gar den  Euro. Das kann unmittelbar Folgen für die Bonität anderer Euro-Staaten oder gar für Finanzprodukte der Gemeinschaft haben (ESM-Anleihen). Anleihen drohen auszufallen, die Zahlungsfähigkeit von Banken wird in Frage gestellt und schon ist die Eurokrise zurück - heftiger als zuvor.
 
Gegenüber Vorwoche wurden Anleihen von Ländern mit höherer Bonität deutlich stärker nachgefragt, während jene von Italien, Griechenland, Spanien, Irland und Portugal abgestoßen wurden. Das erinnert bereits an die Zeit der letzten Eurokrise.
 
 
 

 
Credit Default Swaps ausgewählter Geschäftsbanken. 
(geringer Wert = geringes Risiko; hoher Wert = hohes Risiko).
 
 
 
Kommentar: Die CDS-Prämien im Bankensektor sind in dieser Woche so stark angestiegen wie seit vielen Monaten nicht mehr. Betroffen sind vor allem britische und US-amerikanische Banken. Die Entwicklung steht unter dem Eindruck der chaotischen Verhandlungen um den Brexit im kommenden März. Am Freitag war ein Durchbruch in den Gesprächen der Verhandlungsführer bekanntgegeben worden. Als die britische Premierministerin Theresa May das Vertragswerk ihrem Kabinett vorlegte, kam es allerdings zum Eklat. Das Papier bekam zwar eine knappe Zustimmung, die Brexit-Hardliner in der Regierung gingen aber auf die Barrikaden. Brexit-Minister Dominic Raab, Arbeitsministerin Esther McVey sowie Nordirland-Staatssekretär Shailesh Vara traten zurück. Fünf weitere Minister drohen nun mit Rücktritt und es wurde ein Misstrauensvotum gegen May eingeleitet. Das ganze Theater sorgt für wachsende Unsicherheiten an den Märkten.
 
 
 
Hinweis: Die angegebenen Basispunkte stellen die Versicherungsprämie dar, die der Versicherungsnehmer zu entrichten hat, um sich gegen einen Ausfall der Schuldverschreibungen des jeweiligen Emittenten abzusichern. Beispiel: 200 Basispunkte bedeuten, dass der Versicherungsnehmer 200.000 Euro pro Jahr bezahlen muss, um sich gegen Anleihenausfälle im Umfang von 10 Millionen Euro zu versichern. Diese Prämien können noch zeitnäher und genauer als manche Ratings Aufschlüsse über die Bonität eines Emittenten geben. Auf dem Höhepunkt der Finanzmarktkrise wurden Werte von bis zu 400 bei US-Banken notiert. Quelle: Deutscher Derivate Verband / CMA DataVision
 

 
 
Wechselnde Analysen, Statistiken und Marktbetrachtungen
 
 
 
 
Goldreporter-Warenkorb
 
 
Kommentar: Neun Monate nach unserer letzten Betrachtung haben wir die Preise unseres Warenkorbs abgerufen und mit den vergangenen Daten verglichen. Unser Ziel ist es, die wahre Teuerung der Konsumentenpreise regelmäßig auf Basis realer Preise im Einzelhandel zu überprüfen. Außerdem analysieren wir die Kaufkraftentwicklung des Goldes.
 
Die Ergebnisse: Unser Warenkorb hat sich seit Februar um 18,58 Prozent verteuert. Besonders stark gestiegen sind die Energiepreise (Benzin, Heizöl) aber auch einzelne Lebensmittel haben sich deutlich verteuert (Bratwurst, Bier). Gleichzeitig ist die Kaufkraft des Goldes um knapp 20 Prozent gesunken. Genauer: Für den Kauf des Warenkorbes war 19,8 Prozent mehr Gold erforderlich. Anders sieht es über einen längeren Zeitraum aus. So musste man im Vergleich zum Jahr 2013 zuletzt 10,34 Prozent weniger Gold für den Kauf des Warenkorbes aufwenden.
 
 
Hinweis: Jeder weiß, die offiziellen Inflationsraten entsprechen nicht der gelebten Realität. Aus diesem Grund beobachten wir bereits seit Ende 2012 eine Reihe von Produktpreisen im Rahmen eines eigenen Warenkorbs. Dieses Sortiment erhebt keinerlei Anspruch auf Repräsentativität. Es erlaubt uns aber, die Kosten für wichtige Waren des täglichen Bedarfs im Zeitverlauf zu verfolgen und so einen konkreten Eindruck von der gefühlten (wahren) Inflation zu erhalten. Es handelt sich bei den ausgewählten Waren jeweils um gleichbleibende oder ähnliche Markenprodukte der gehobenen Preisklasse, deren Kosten wir der Internetseite Lebensmittel.de sowie Rewe-Online.de entnehmen. Die Preise für Benzin und Heizöl gelten für den Raum Nürnberg/Erlangen.

 
Ausgewählte Termine, die die Kurse bewegen
19.11.- 23.11.2018
. Uhrzeit jeweils MEZ/MESZ.
 
In den USA steht "Thanksgiving" an. Viele Börsenhändler nutzen das verlängerte Wochenende für eine Auszeit.
 
 MONTAG, 19.11.                        
11:00 UhrEurozoneInfo
 
 
 
 
Industrieproduktion im September
Erwartet wird ein Plus von 3,6 % gegenüber Vorjahr, nach +2,5 % im Vormonat.
 DIENSTAG, 20.11. 
14:00 UhrUSAInfo
 
 
Zahlen vom US-Immobilienmarkt
 
Baugenehmigungen und Baubeginne im Oktober
 
MITTWOCH, 21.11. 
14:30 UhrUSAInfo
 
Auftragseingang langlebige Gebrauchsgüter
 
Bedeutender Konjunkturindikator
 
14:30 UhrUSAInfo
 
Zahlen vom US-ImmobilienmarktVerkäufe bestehender Wohnimmobilien
 DONNERSTAG, 22.11. 
GanztagsUSAInfo
 
"Thanksgiving"
 
 
Feiertag in den USA. Die Börsen bleiben geschlossen
16:00 UhrEurozoneInfo
 
Verbrauchervertrauen
 
Telefonumfrage unter 23.000 Haushalten in der Eurozone über die wirtschaftliche und finanzielle Situation
 
 
 FREITAG, 23.11.                         
GanztagsUSAInfo
 
Tag nach "Thanksgiving"
 
 
Traditioneller Brückentag in den USA. Verkürzter Handelstag an den Börsen.
tbaEurozoneInfo
"ECB Accounts"
 
 
Protokoll der EZB-Sitzung vom 25. Oktober 2018.
09:30 UhrDeutschlandInfo
Markit-Einkaufsmanager-Index verarbeitendes Gewerbe
 
 
Stimmungsbarometer der deutschen Produktionswirtschaft.
 
Alle Angaben ohne Gewähr!   = Top- Events
 
 
 

 
                            
 
eQuity Media e.K.
Franz-Schubert-Str. 5
D-90513 Zirndorf
 
Handelsregister: HRA-Nr. 9408,
 Amtsgericht Fürth
 
Verantwortlich im Sinne des Presserechts:
Dipl.-Kfm. Jürgen Fröhlich
 
Gewerbe-Genehmigung laut § 34c GewO
durch das Landratsamt Fürth
 
 
Websites:
Goldreporter-Shop (Sonderpublikationen)
 
 
In eigener Sache
Wir empfehlen physische Edelmetalle als langfristiges Investment zur privaten Vermögenssicherung, nicht zur Spekulation. Wir verwenden die Charttechnik zur Einschätzung der künftigen Goldpreisentwicklung, weil deren Signale Einfluss auf Investment- bzw. Spekulations-Entscheidungen bedeutender Marktteilnehmer haben und somit kursrelevant sind.
 
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