Fed hält Leitzinsen stabil, verliert aber an Glaubwürdigkeit

Die Fed ließ den US-Leitzins am Mittwochabend unangetastet. Aber Anleger zweifeln an Kevin Warshs Inflationskurs. 

Fed-Chef Kevin Warsh gerät nach der jüngsten Zinsentscheidung am Mittwochabend unter Druck. Obwohl die US-Notenbank den Leitzins unverändert bei 3,50 bis 3,75 Prozent ließ, vermied Warsh klare Aussagen zu möglichen Zinserhöhungen. Dabei sind die Anleiherenditen zuletzt bereits stark gestiegen. Investoren werteten die Fed-Reaktion als mangelnde Entschlossenheit im Kampf gegen die Inflation. An den Märkten wird nun eine Zinserhöhung im September mit erhöhter Wahrscheinlickeit gehandelt. Drei Fed-Mitglieder stimmten für einen sofortigen Zinsschritt. In der Pressekonferenz ließ der Fed-Präsident dazu viele Fragen offen, insbesondere über die bestehende Opposition im US-Offenmarktausschuss. Gleichzeitig verwies er im Hinblick auf die gestiegenen Anleihenrenditen lediglich auf die Gesetze der Märkte. Analysten warnen, dass Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Fed die langfristigen Marktzinsen und Inflationserwartungen weiter erhöhen könnten.

Goldreporter-Kommentar: Vertrauen seitens der Öffentlichkeit ist das höchste Gut, das eine Zentralbank besitzen kann. Das gilt gleichzeitig für das Vertrauen in die von ihr kontrollierte Währung. Ein klarer geldpolitischer Kurs kann die Märkte auch bei unpopulären Entscheidungen beruhigen. Allerdings ist das aktuelle Umfeld kompliziert. Denn was hilft eine Zinsanhebung, wenn die Notenbank damit kaum Einfluss auf die kurzfristige Preisdynamik hat, die wesentlich vom Iran-Konflikt und von steigenden Energiepreisen geprägt ist? Hinzu kommt politischer Druck aus Washington. Schließlich erwartet US-Präsident Donald Trump von seinem Wunschkandidaten Warsh eine möglichst lockere Geldpolitik.

Mehr dazu: Geldpolitik & Zinsen und ihr Einfluss auf den Goldpreis

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2 Kommentare

  1. Der Schuldenturm wackelt. Die Trickserei Mit ihren sogenannten Futuremärkten findet ihren Höhepunkt. Rette sich wer kann in Werte die man sehen und anfassen kann

    • @Frosch
      Glaubwürdigkeit ist das Wichtigste beim Fiat Money, beim Kreditnehmer und bei Verträgen.
      Gold benötigt eben keine Glaubwürdigkeit, weder des Besitzers noch des Verkäufers.
      Es hat selbige in sich.
      Ich kann sowohl als Betrüger Gold besitzen,, verkaufen oder ankaufen, da die Echtheit des Goldes ja jederzeit überprüft werden kann. Fiatmoney ist Falschgeld, jeder weiss das und trotzdem kauft man es.
      Das ist der eigentliche Witz.
      Warum ?
      Weil man den Verkäufer für glaubwürdig hält. Noch, aber nicht mehr lange. Und dann ist Feierabend.
      Und der Betrüger muss auf Gold umsteigen.
      Etwas anderes kommt dann nicht mehr in Frage.

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