Vor der Fed-Entscheidung steigen die US-Marktzinsen. Der Goldpreis hält sich dennoch über 4.000 USD und zeigt sich bislang robust.

Zinserwartungen vor Fed-Entscheidung
Am kommenden Mittwoch wird die Fed das Ergebnis ihrer aktuellen geldpolitischen Sitzung bekannt geben. Obwohl eine Zinsanhebung am US-Terminmarkt aktuell nur mit einer Wahrscheinlichkeit von 36 Prozent gehandelt wird (FedWatch-Tool), sind die Erwartungen an steigende US-Zinsen zuletzt wieder deutlich gestiegen. Dazu trägt weiterhin der ungelöste Konflikt im Nahen Osten bei, insbesondere um den Schiffsverkehr in dieser Region.
Fed-Entscheidung im Fokus: Steigende US-Zinserwartungen treffen auf einen erstaunlich robusten Goldpreis.
US-Renditen steigen trotz Ölpreisrückgang
In diesem Umfeld sind die US-Marktzinsen weiter gestiegen. Am Dienstag rentierten 10-jährige US-Staatsanleihen mit 4,66 Prozent, nach 4,58 Prozent in der Vorwoche. Und das, obwohl der Ölpreis mit der jüngsten Pausierung der Kampfhandlungen deutlicher zurückkam. Brentöl kostete am Montag 88 USD pro Barrel (−6,7 %).
Das verdeutlicht auch, dass Händler einer nachhaltigen Waffenruhe und einem schnellen Rückgang der Energiepreise nicht trauen.
Marktzinsen in Europa
Dagegen haben sich die europäischen Anleiherenditen gegenüber der Vorwoche kaum bewegt, verharren aber auf relativ hohem Niveau. So lagen 10-jährige Bundesanleihen am Nachmittag bei 3,14 Prozent, genau wie am vergangenen Montag.

Mehr dazu: Geldpolitik & Zinsen und ihr Einfluss auf den Goldpreis
Goldpreis und Zinserwartungen
Der Goldpreis reagierte zuletzt weniger auf die veränderten Zinserwartungen als noch vor Wochen. Der Kurs hielt sich bislang über der Marke von 4.000 USD pro Unze und steuerte zu Wochenbeginn wieder auf die Schwelle von 4.100 USD zu. Investoren sahen Kurse in der Nähe dieser Unterstützung wiederholt als Kaufgelegenheit an. Überraschend starke Zinssignale vonseiten der Fed könnten aber auch bei den Edelmetallen kurzfristig für Bewegung sorgen.