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Folgen der Krise: Preiskontrollen und Verstaatlichung statt Inflation?

Prof. Schnabl (Foto: Philoro)

Prof. Dr. Gunther Schnabl arbeitete als Berater bei der Europäischen Zentralbank und ist seit 2006 Leiter des Institutes für Wirtschaftspolitik an
der Universität Leipzig.

Welche Folgen hat die ultralockere Geldpolitik der Zentralbanken? Der Leipziger Wirtschaftsprofessor Gunther Schnabl sieht die Gefahr einer zunehmenden finanziellen Repression durch den Staat.

Die Zentralbanken sind der Weltwirtschaftskrise von 2008/2009 mit einer extrem expansiven Geldpolitik begegnet. Dennoch sind die Inflationsraten trotz der extremen Geldmengenausweitung nicht dramatisch gestiegen. Das Gegenteil war zuletzt der Fall. In einem Interview mit dem Edelmetallspezialisten Philoro äußert sich Prof. Dr. Gunther Schnabl, Leiter des Instituts für Wirtschaftspolitik an der Universität Leipzig zu dem Thema.

„Mit Blick auf die Bilanzen der Zentralbanken, die immens aufgeblasen wurden, ist die Inflationsangst begründet“, so Schnabl. „Allerdings haben wir in den letzten Jahrzehnten beobachtet, dass strukturelle Zinssenkungen gegen Null nicht mit dem Anstieg von Konsumentenpreisinflation verbunden waren. Die Inflation hat mehr in den Finanz- als in den Gütermärkten stattgefunden. Das Ergebnis ist übrigens ähnlich wie das von Inflation. Verschuldung wird begünstigt“, erklärt der ehemalige EZB-Berater.

Die Inflationierung der globalen Vermögenspreise sei mit einem Rückgang des Wachstums und Umverteilungswirkungen zugunsten einiger weniger verbunden. „Mich beunruhigt die reale Entwertung von Ersparnissen durch Finanzmarktrepression, wie sie in vielen Industrieländern bereits zu beobachten ist“, sagt Schnabl.

Er befürchtet, dass neue Instabilität auf den internationalen Finanzmärkten von den Zentralbanken mit noch größer monetärer Expansion begegnet werden könnte. Dies müsse aber nicht zwingend zu Inflation führen.

„Die Versuchung könnte auch groß sein, inflationären Tendenzen auf Güter- und Finanzmärkten mit Preiskontrollen zu begegnen“, so Schnabl. Denkbar sei auch, dass es schrittweise zu einer Verstaatlichung der Finanzsektoren komme, was seiner Meinung nach einer Verstaatlichung des Wirtschaftssystems gleichkäme. Mögliche Folge: eine anhaltende Stagnation oder Deflation, ähnlich wie in Japan.

Gold sieht Schnabl im Umfeld inflationärer Tendenzen auf dem Güter – und Finanzsektor als geeignet, um einem Vermögensverlust entgegenzuwirken. Eine zentrale Roll im Weltwährungssystem traut er dem Edelmetall allerdings nicht mehr zu. „Allerdings könnte die Nachfrage nach Gold weiter steigen, wenn mit der anstehenden geldpolitischen Straffung in den USA die Instabilität in aufstrebenden Volkswirtschaften und den Finanzmärkten in den großen Industrieländern wieder zunimmt. Da die Wertaufbewahrungsfunktion des Dollars und aller anderen Währungen untergraben würde, könnte die Attraktivität des Goldes weiter steigen“, so Schnabl.

Das gesamte Interview mit Prof. Dr. Schnabl lesen Sie hier.

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Eingetragen von am 14. Feb. 2014. gespeichert unter Banken, Gold, Inflation, News, Politik. Sie können alle Antworten auf diesen Eintrag verfolgen über RSS 2.0. Kommentar- und Ping-Funktion derzeit deaktiviert

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