Frankreichs Schuldenlast wächst. Steigende Zinskosten und politische Blockaden könnten eine gefährliche Schuldenspirale auslösen.
Frankreichs hohe Staatsverschuldung könnte durch steigende Zinskosten zunehmend außer Kontrolle geraten. Dieses Szenario skizziert Reuters in einem aktuellen Beitrag. Demnach erreuchten die Schulden im ersten Quartal 3,5 Billionen Euro beziehungsweise 117,5 Prozent der Wirtschaftsleistung. Laut OECD könnten sie ohne Gegenmaßnahmen bis 2050 auf 203 Prozent des BIP steigen. Gleichzeitig dürften die jährlichen Zinsausgaben von zuletzt 66 Milliarden Euro bis 2029 auf fast 100 Milliarden Euro anwachsen und damit zu einem der größten Posten im Staatshaushalt werden.
Besonders problematisch ist der sogenannte Schneeballeffekt: Übersteigen die durchschnittlichen Schuldzinsen das Wirtschaftswachstum, steigt die Schuldenquote ohne Haushaltsüberschüsse automatisch weiter. Politische Blockaden vor der Präsidentschaftswahl 2027 erschweren jedoch eine schnelle Sanierung der Staatsfinanzen. Bekommt Frankreich hier größere Probleme, so ist die Stabilität der gesamten Eurogemeinschaft bedroht.
Die Ratingagenturen Moody’s und Fitch hatte das Kreditrating von Frankreich im vergangenen Jahr bereits wegen hoher Schulden und politischer Instabilität gesenkt. Im April hatte Moody’s die Bonitätsnote bei Aa3 belassen, den Ausblick aber auf negativ gesetzt. S&P und Fitch stufen Frankreich mit A+ sogar etwas niedriger ein. Deutschland besitzt bei allen Agenturen weiterhin das Tripple-A-Rating.
Mehr dazu: Geldpolitik & Zinsen und ihr Einfluss auf den Goldpreis
Droht da was, oder ist es schon länger da (und nicht nur dort)?
Die wirkliche „Sanierung der Staatsfinanzen“ ist (zumindest in Europa) so fern wie das Himmelreich. Trotzdem wird seit Jahrzehnten geglaubt, es würde irgendwann passieren, wenn man nur an der richtigen Stelle Kreuze macht. Ohne Worte …
Die Spielleitung hat sich finanziell aber für aktive Sterbehilfe entschieden, ein gezieltes sterben auf Raten, lange hingezogen. Durch wohldosierte, lebensverlängernde Maßnahmen (Marktmanipulationen, Reservefreigaben, juristi. Erleichterungen, …) kompensiert man (vorübergehend) die dauerhaften Vergiftungen (z.B. Energie- und Ressourcen-Knappheit, massive Preissteigerungen für Transport und Verarbeitung, noch schneller als bisher ansteigende Schulden), die man dem Patienten zugefügt hat.
Keiner der Schritte der letzten Jahre deutet für mich darauf hin, dass der Patient „Fiat-Geld“ dauerhaft überleben soll, eigentlich läuft bei diesem Trauerspiel doch schon die Vorbereitung der Beerdigung. Aber der „ungedeckte“ Fiat-Dollar ist erst 55 Jahre alt. Da können „Ärzte“ bis zum Exitus noch lange Geld mit verdienen.
Unabhängig davon, ob eine neues Geld von Ressourcen „gedeckt“ ist oder nicht: Das neue System wird nicht „von unten“ entworfen, sondern „von oben“. Und zwar so, dass man möglichst viel oder die wichtigsten, mit Günstlingen besetzten, Machtpositionen halten kann.
In diesem neuen System kann ich mir problemlos „gesunde“ Staatsfinanzen vorstellen, kein Thema. Aber, dass das dann vorteilhaft oder gesund für uns alle wird, bezweifle ich stark.
Ohne Frankreich ist die EU hilflos. Sie ist too big to fail und muss deshalb von der EZB ( darinnen sitzen fast immer Franzosen ider Italiener), gerettet werden.
Natürlich zu aller erst von Germany mit dessen massiven Besitztümern. Und weil das so ist, setzt man hier problemlos Sparprogramme um, welche in Frankreich oder Italien keine Chance gehabt hätten.
Deshalb gilt ja gerade für deutsche Bürger die Maxime:
Sichern sie Ihr Vermögen, anonym. Und das geht nur mit Gold. Denn der Bitcoin ist wohlweislich „weg“ von der Anonymität gemacht worden.
Zwar kann der Goldverkauf eingeschränkt oder gar verboten werden und Bargeld abgeschafft, jedoch alle Lücken sind niemals zu schliessen. Schliesst man eine Lücke, tut sich eine andere auf. So ist das bei jeder Misswirtschaft.
Auch im Privaten.
Wo steht denn die 10-Jährige von den Franzosen?
Bei der letzten Euro-Krise war das ja alles kein Problem. Geldmengenausweitung + Nullzinsphase für ein Jahrzehnt.
Wenn man mit den Menschen ins Gerede kommt, behaupten überwiegend fast alle, die Teuerung hängt mit den Kriegen zusammen.
Die Teuerung hat aber bereits vor dem Ukrainekonflikt deutlich angezogen.
Die EZB wird doch schon stikkum französische Anleihen kaufen. Ansonsten wäre wahrscheinlich wegen der Zinsen schon Game Over
@Frosch
Ich kann jeden Zins zahlen, wenn ich vorhabe das geliehene Kapital niemals zurück zu erstatten.
Wie das ? Ganz einfach, ich leihe mir immer wieder Geld zu beliebigen Zinsen.
Leider machte da mal unsere Bank nicht mehr mit.
Ich frage mich heute noch, wieso eigentlich und fragte damals den Bankdirektor. Der wusste es allerdings auch nicht.
Er sagte mir lediglich, wer nach einer Insolvenz nicht besser da steht, als vorher, hat was falsch gemacht. Sie sollten besser dastehen und Wir standen dann besser da.
So eine GmbH hat doch auch was Gutes.
Das ist kalter Kaffee. Bereits in 2025 gabs aus Frankreich Hiobsbotschaften und ich fürchtete das Zypern-Modell und reduzierte mein Girokonto auf fast null.
Also warum nun erneut? Cui bono?
Gold gerät gerade charttechnisch in einen USD-Keil mit 4000er Boden. Der bricht entweder nach 3500 nach unten aus oder auf alte Höhen. Da ich die Charttechnik als Hokus-Pokus sehe, habe ich den Eindruck, daß man mit solchen Nachrichten den weiteren Verlauf der Charts steuern möchte um dann hinterher ein intellektuelles BlaBla über Charttechnik zu verlieren.