Samstag,17.April 2021
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Freigold wird Papiergold-Kasino vernichten

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Rom wird nicht zum ersten Mal verbrennen

Es ist immer schwer, aus einem Haufen kranker Ökonomien, den Preisträger für die kränkste Wirtschaft zu bestimmen. Italien hat mit Sicherheit gute Chancen, diesen düsteren Preis zu gewinnen. Dass Italien nie in der Lage sein wird, die eigenen Schulden jemals zurückzuzahlen, kann als Gewissheit gelten – und dies wird schon bald dazu führen, dass Rom brennt und der Rest der EU Feuer fängt.

Als nächstes: EUREXIT

Die Brexit-Story ist ein Symptom dafür, wie verzweifelt Brüssel versucht, die Europäische Union zusammenzuhalten. Theresa May wurde von der EU-Elite dazu gedrängt, ein Ausstiegsabkommen zu akzeptieren, welches für das britische Volk und auch für das britische Parlament vollkommen inakzeptabel ist. Die ganz große Furcht Brüssels ist nicht allein, dass der Ausstieg des Vereinigten Königreichs – geknüpft an gute Bedingungen – von vielen Ländern als nachahmenswertes Beispiel betrachtet wird. Ein Ausstieg würde zudem das Scheitern der Versuche Brüssels bedeuten, einen europäischen Superstaat zu schaffen, an dessen Spitze eine ungewählte und niemand Rechenschaft schuldige Elite steht. Also wird der Eurexit, oder das Zerbrechen der EU, kommen – soviel ist sicher. Es wird nicht von einem Tag auf den anderen passieren; doch das Platzen der Blasen in Verbindung mit europaweiter Wirtschaftsschwäche wird den Zusammenbruch der EU höchstwahrscheinlich beschleunigen.

Die Geschichte zeigt uns, dass die Welt – kurz vor dem Ende eines globalen ökonomischen Zyklus – super-optimistisch ist. Buchstäblich niemand kann, oder will, den kommenden Zusammenbruch sehen. Wir kennen das von Hochphasen wie 1929 oder 1973, als sich alle Marktbeobachter sicher waren, dass das Goldene Zeitalter, das gerade herrschte, ewig weitergehen würde – „Denn heute ist alles anders!“.

„Heute ist alles anders“

Klar stimme ich zu, dass es heute anders ist. Aber nicht aus einer positiven Sichtweise heraus. Leider hat sich die Weltwirtschaft einer Selbstlüge hingegeben und wird in Kürze auf schlimmstmögliche Weise davon erwachen. Auf lange Sicht werden die Naturgesetze immer gewinnen. Die in den letzten 100 Jahren betriebene Manipulation der Weltwirtschaft geht jetzt ihrem Ende zu, und die Natur wird ihre Schleusen öffnen, um all diese Falschheit, Unehrlichkeit und Scheinheiligkeit wegzuspülen. Dieser Reinigungsprozess wird recht lange für großes Leiden sorgen, doch nur so kann die Welt zu einem gesunden, stabilen System mit realem Wachstum zurückkehren, das nicht auf Geldschöpfung und Schulden basiert.

Die Grundlage eines gesunden, intakten Systems ist gut fundiertes Geld. Haben Geldsysteme aus historischer Sicht immer dann besser funktioniert, wenn die Währung durch Gold gedeckt war? Doch warum scheiterten dann alle bisherigen Währungssysteme, und warum sind alle Währungen immer wieder auf ihren intrinsischen Wert von Null gefallen?

Die Erklärung ist einfach. Gesund aufgestellte Wirtschaften mit Haushalts- und Handelsüberschüssen tragen den Keim der Zerstörung schon in sich. Sobald die Wirtschaftsaktivität ihren Höhepunkt erreicht hat, hören die Länder nicht auf, Geld auszugeben, das sie nicht haben. Auf diese Weise entstehen Defizite. Und daraus entwickelt sich ein Teufelskreis: Mehr Defizite führen zu mehr Geldschöpfung, was wiederum die Defizite steigen lässt. An diesem Punkt setzt das Land die Golddeckung der Währung aus, um mehr Geld drucken zu können – und das führt am Ende zum Zusammenbruch der Wirtschaft des Landes. Geschichtlich betrachtet, fand dieser Zyklus immer wieder statt. Ein perfektes Beispiel dafür ist die Zeit seit 1971. Die Kreditsummen der USA und der restlichen Welt sind seither exponentiell angestiegen. Allein seit Beginn dieses Jahrhunderts ist die globale Verschuldung auf sagenhafte 250 Billionen angestiegen – eine Verdreifachung!

Die USA haben das Gold nicht, China schon

Also: Ist es wahrscheinlich, dass wir eine neue goldgedeckte Reservewährung bekommen werden, sobald der laufende Zyklus zu Ende geht und seinen Tiefpunkt markiert hat? Also der Dollar wird es nicht sein, das ist sicher. Denn der Dollar wird im Atlantik und Pazifik versinken, wenn die US-Wirtschaft zusammenbricht. Ja, die USA werden sich bemühen, den Dollar auferstehen zu lassen, wie Phönix aus der Asche, doch bald darauf käme das Scheitern. Zudem müssten die USA dann auch beweisen, dass sie tatsächlich über jene 8.000 Tonnen Gold verfügen, die sie angeblich haben. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass sie, wenn überhaupt, die Hälfte dessen haben. Der Rest wurde heimlich verkauft oder an den Markt verliehen und befindet sich jetzt in China oder Indien. Folglich wird es nie mehr zurückkommen. China hingegen hat offiziell 1.800 Tonnen, die tatsächlichen Zahlen könnten aber wesentlich höher sein. Einige Marktbeobachter schätzen, dass China bis zu 20.000 Tonnen hat, doch niemand kennt die wahren Zahlen. China wird seine Goldposition erst dann bekanntgeben, wenn es die 8.000 Tonnen der USA als reinen Bluff bloßstellen will.

Ich persönlich bin nicht für eine goldgedeckte Reservewährung. Denn letztlich wird auch dieses Land misswirtschaften und über die eigenen Verhältnisse leben. Dies wird wiederum eine Aussetzung des Goldstandards erforderlich machen und den Beginn von Geldschöpfung und Währungsentwertung markieren. Besser, man lässt Giralgeld als Tauschmittel bestehen, das seinen eigenen Wert auf Grundlage des (Miss-) Managements der eigenen Ökonomie und der Kreditnutzung dieses Geldes findet.

Gold sollte nur ein Wertspeicher sein, so wie schon seit 5.000 Jahren. Das macht physisches Gold zum besten Instrument des Vermögensschutzes, basierend auf Prinzipien, die unsere Unternehmen geschaffen hat.

Einige Bedingungen müssen erfüllt sein, damit Gold als effektiver Wertspeicher funktionieren kann. Das Prinzip des Freigolds beschreibt dies am besten. Die Webseite FOFOA (friend of a friend of another) und ihre Vorgänger waren wegweisend bei der Definition von Freigold. Dort heißt es:

FREIGOLD

Es gibt drei grundlegende Prinzipen. Das gesamte physische Gold muss folgendes sein:

  • FREI von offiziellen Geldsystemen
  • eigentumsfähig und FREI von allen anderen Ansprüchen
  • FREI handelbar

Sind die oben genannten Bedingungen erfüllt, gäbe es keine goldgedeckten Währungen, keine Möglichkeit, Währung gegen Gold zu einem festen Umrechnungskurs bei der Zentralbank zu tauschen und es gäbe vor allem KEIN PAPIERGOLD ODER ANDERE GOLDDERIVATE.

Auch würde Gold nicht verliehen oder gehebelt werden.

Der Goldpreis wird in einem gigantischen Kasino bestimmt

Viele von uns sind vertraut mit dem falschen Goldmarkt von heute, wo Papiergold in Billionenhöhe gehandelt wird. Dem Word Gold Council zufolge liegt der geschätzte, angenommene tägliche Bruttohandel der Londoner LMBA-Banken bei bis zu 2 Billionen $ pro Tag. Das wären 43 Billionen $ pro Monat oder 500 Billionen $ pro Jahr. Das gesamte in der Menschheitsgeschichte produzierte Gold liegt bei ca. 7 Billionen $. Das heißt also, dass der monatliche Bruttohandel bis zum 6-fachen des weltweit existierenden Gold ausmacht – der Jahreshandel läge somit beim 70-fachen der Goldgesamtbestände! Wenn wir den LMBA-Goldhandel zur Bergbauproduktion ins Verhältnis setzen, so kommt der tägliche Brutto-Goldhandel auf das 16-fache der Jahresproduktion.

Kein Wunder also, dass der Papiergoldmarkt ein Kasino ist, das nichts mit dem realen Preis von Gold oder FREIGOLD zu tun hat. Er erfüllt jedenfalls keines der oben beschriebenen Kriterien von Freigold. Wie kann man also jemals zu dem Punkt gelangen, wo ehrliches Gold oder Freigold tatsächlich existiert? Nun gut, es kann als vollkommen sicher gelten, dass keine Regierung, keine Zentralbank, die LBMA oder die BIZ (Bank für Internationalen Zahlungsausgleich) irgendwelche Versuche zu Schaffung eines ehrlichen Goldmarktes unternehmen wird. Es kann nur dann passieren, wenn es zu einem partiellen oder kompletten Zusammenbruch das aktuellen falschen Finanzsystems kommt.

Ob es uns gefällt oder nicht, dieser Zusammenbruch wird wahrscheinlich in den nächsten Jahren stattfinden, und zum ersten Mal wird der Goldpreis durch tatsächliches Angebot/ Nachfrage am physischen Markt bestimmt werden – ganz ohne Verbindung zu irgendeinem Papiermarkt.

An diesem Punkt wird der Goldpreis wahrscheinlich bei einem Vielfachen des heutigen Preises stehen.

Alle, die an langfristigem Vermögensschutz interessiert sind, sollten heute physisches Gold und etwas Silber in ihrem Eigentum haben – und sich nicht über Preisschwankungen Gedanken machen. Edelmetalle sollten das Fundament der Vermögenspyramide bilden und dort auch verbleiben.

Und so machen es die Chinesen:

China hat weitere 179 Tonnen Gold im November gekauft, womit die Gesamtkaufmenge seit 2008 auf 17.000 Tonnen steigt. China kauft somit weiterhin einen Großteil der Bergbau-Jahresproduktion auf.

2019 – Ein turbulentes Jahr

Kurzfristiger betrachtet, wird 2019 das Jahr werden, in dem die meisten Märkte ihre Richtung ändern. Die Aktienmärkte werden wahrscheinlich deutlich fallen und möglicherweise einbrechen. Der Dollar wird seinen langfristigen Fall auf die NULLmarke fortsetzen, und Gold & Silber werden ihren Aufwärtstrend zu neuen Hochs wiederaufnehmen.

Egon von Greyerz ist Gründer und Managing Partner der Matterhorn Asset Management AG (www.goldswitzerland.com).

Hinweis: Meinungen oder Empfehlungen im Rahmen von Gastbeiträgen geben die Einschätzung des jeweiligen Verfassers wieder und stellen nicht notwendigerweise die Meinung von Goldreporter dar.

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4 KOMMENTARE

    • 2018 ist seit 1901 das schlechteste Jahr bei Anteilen der Vermögenswerte mit negativer Gesamtrendite in den USA: 93% der „Assets“ sind im Verlustbereich…(siehe hier:)
      (zum Vergleich: 2017 waren es nur 1% !)

      Shitcoin: bye bye…
      (@eX: can you read me ?)

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  2. Der Autor unterschägt die Frage, warum der Nixon das damals machen musste – machen musste und mitnichten machen wollte – und begeht den Fehler ein stetiges Wachstum auf immer höherem Niveau unterhinterfragt zwingend vorrauszusetzen, als wäre der Wachstumszwang der Marktwirtschaft ein Naturgesetz dem man nicht entgehen könnte.

    Bei dieser dogmatischen Betrachtung, muss er zwingend auch die falschen Schlussfolgerungen ziehen. Die Schulden sind – entgegen den Vermutungen des Autors – keineswegs das Werk unfähiger Politiker, inkompetenter Manager, amoralischer Bankster oder sonstiger böser Buben, sondern zwingende Vorraussetzung um die kapitalistische Leiche so lange es noch irgendwie geht zwangsbeatment am Leben zu halten.

    Ohne die gemachten Schulden wäre uns das System bereits 1971 um die Ohren gefolgen. Der längst überfällige BIG-BANG wurde und wird insofern lediglich in die Zukunft verschoben. Aber kommen wird er, das steht fest, auch wenn Niemand weiß wann. Womit wird es seit vielen JKahren allerdings bereits spürbar zu tun haben, ist ein schleichender Niedergang.

    • @Krösus
      Das Gefühl hatten wir im Osten doch schon. Die DDR hatte, wenn’s hochkommt, 18 Mia. DM Schulden und war weitgehend autark. Ich stelle mir manchmal selber boshaft die Frage was sein wird, wenn der Peter Zwegat bei den Finanzministerien der arroganter West-Staaten wie ein Sensenmann an die Tür klopft und Bezahlung der Schulden verlangt. Was wird dann von der Arroganz noch übrig sein? Rein für sich genommen, könnte Deutschland 40% Abschlag den Sparern und Anlegern aufs Auge drücken und von den 5,7 Bio. Guthaben die 2,3 Bio. € Schulden der öffentlichen Hand eintreiben. Aber damit wäre es nicht getan, denn es würde ja alles wieder von vorn losgehen, und der nächste Schnitt wäre nur eine Frage der Zeit. Die Regierung wird das sogar durchziehen und dem Volk verkünden, das sei zum Gemeinwohl, aber die verdummte Masse, der man die Goldbugs vielleicht noch als die Kulaken der neuen Zeit verkauft, wird nicht raffen, daß das nicht das Ende ist sondern ein trauriger Neuanfang des alten Zyklus. Die ewige Wiederkunft des Gleichen nach Friedrich Nietzsche. Ergänzt nur noch um den EU-Wahnsinn mit Haftungs-Union und Macrons Gier nach dem Vermögen der deutschen Sozialkassen, was für zukünftigen Haß und Streit der Völker sorgen wird, die man erneut aufeinander hetzt.

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