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Gold-Ausblick: Korrektur nach oben absehbar

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Was könnte die Stimmung in Bezug auf Gold heben?

Fassen wir die für Gold maßgeblichen geldpolitischen/ konjunkturellen Faktoren zusammen: Steigende Zinsen und ein nachlassender Inflationsdruck sollten den Goldpreis negativ beeinflussen, während ein abgewerteter US-Dollar sich entsprechend positiv auswirken sollte. Doch keine dieser Veränderungen wird bei Gold auf große Resonanz stoßen. Unseres Erachtens werden die Goldpreise den Prognosezeitraum im Plus beenden, was hauptsächlich darauf zurückzuführen sein wird, dass sich die übermäßig negative Stimmung in Bezug auf Gold auflösen wird.

Doch woher wird dieser Stimmungsumschwung kommen? Es ist schwer, sich hier im Detail festzulegen, unseres Erachtens ist eine negative spekulative Netto-Positionierung jedoch ungewöhnlich. Wir erwarten, dass es selbst bei einer geringen bis leichten Kurserholung zu einer Eindeckung vieler Shortpositionen kommen wird.

Deckungskäufe verstärken tendenziell die Kurszuwächse und könnten eine Rally in Gang setzen. Auf dem Markt gibt es einige zugrunde liegende Risiken, die die Aufmerksamkeit auf den historischen Status von Gold als sichere Anlage lenken könnten, falls es wieder zu einer risikoaversen Stimmung kommen sollte.

+ Handelskonflikte – Unserer Arbeitshypothese zufolge wird der zunehmende Protektionismus in den USA der weltweiten wirtschaftlichen Nachfrage keinen Schaden zufügen. Sollte das Tauziehen um protektionistische Maßnahmen jedoch eskalieren, könnte dies auf dem Markt zu einer risikoaversen Haltung führen.

+ Brexit-Verhandlungen – Die im März 2019 endende Frist für den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union rückt näher und es gibt noch eine große Anzahl an Details zu klären. Sollte es zu keinem Handelsabkommen zwischen Großbritannien und der EU kommen, werden beide Seite großen Schaden davontragen.

+ Finanzielle Spannungen – Es ist dieses Jahr bereits zu mehreren Volatilitätsschüben auf dem Aktienmarkt gekommen, Aktien aus finanzstarken Ländern haben sich jedoch zum Großteil als widerstandsfähig erwiesen.

Dies ist aber keine Garantie dafür, dass sie auch bei der nächsten Markterschütterung standhaft bleiben werden. Sollte eine Flucht aus Aktien in den Schwellenmärkten auf die finanzstarken Märkte überschwappen, könnte der Glaube an Gold unseres Erachtens zurückkehren. Man beachte, dass die spekulative Positionierung in
Gold zuletzt 2001 so niedrig war – das Jahr, in dem sich die argentinische Schuldenkrise abzeichnete und ein überbewerteter Technologiesektor zusammenbrach. Gold reagierte auf das Stressszenario, allerdings verspätet.

Die Goldkurse stiegen 2002 um 25 % (verglichen mit den 2 % im Jahr 2001). Wenn sich die Märkte daran erinnern, wie Stressereignisse von der Peripherie in den Kern vordringen können, könnte die Nachfrage nach Gold als Ereignisabsicherung steigen. Sollte sich ein Stressereignis im Kern der Finanzmärkte herauskristallisieren, müssten wir natürlich auch unsere geldpolitischen/konjunkturellen Prognosen deutlich anpassen. Wir möchten jedoch einfach darauf hinweisen, wie vorhandene Risiken bereits ausreichen dürften, um die Goldnachfrage zusteigern.

In unserer Prognose normalisieren wir die spekulative Positionierung in Goldfutures auf Stände, die mit den Ständen der letzten fünf Jahre vereinbar sind.

Alternative Szenarios

Wie unten zusammengefasst, haben wir auch alternative Szenarios für Gold prognostiziert. Der Großteil der Sensitivität ist auf unsere Größen für die Stimmung und die spekulative Positionierung zurückzuführen. Doch selbst in unserem pessimistischen Szenario erhöhen wir die Positionierung auf einen positiven Wert. In unserem optimistischen Szenario nehmen wir an, dass die US-Notenbank die Wirtschaft heiß laufen lässt, die Zinsen nicht so oft erhöht wie im Basisszenario, wodurch die Anleiherenditen unter einem geringeren Druck für einen Anstieg stehen, eine Abwertung des US-Dollars begünstigt und die Inflation auf dem erhöhten Niveau von 2,9 % hält.

Im Gegenzug nehmen wir im pessimistischen Szenario an, dass die US-Notenbank einen härteren Kurs verfolgt und stärkeren Einfluss auf die langfristigen Anleiherenditen nimmt. Der US-Dollar wird aufgewertet, da die USNotenbank den Markt mit ihrem härteren Kurs überrascht.

Fazit

In unserem Basisszenario erwarten wir bis zum dritten Quartal 2019 einen Anstieg der Goldpreise auf über 1320 USD/Unze. Dies ist hauptsächlich auf die Wiederherstellung der spekulativen Positionierung an den Futuresmärkten zurückzuführen. Eine solch pessimistische Positionierung ist angesichts zahlreicher zugrunde liegender Marktrisiken ungewöhnlich und wir erwarten eine Eindeckung spekulativer Shortpositionen, was einen Anstieg der Goldkurse unterstützen wird.

Nitesh Shah ist Director Research bei WisdomTree, einem in den USA ansässigen Anbieter von Exchange Traded Fons (ETF) und Exchange Traded Products (ETP). Dieses Material wird von WisdomTree und seinen verbundenen Unternehmen erstellt. Es ist nicht dazu bestimmt, als Prognose-, Research- oder Anlageberatung herangezogen zu werden, und stellt weder eine Empfehlung, ein Angebot noch eine Aufforderung zum Erwerb oder Verkauf von Wertpapieren bzw. zur Übernahme einer Anlagestrategie dar. Die zum Ausdruck gebrachten Meinungen gelten zum Erstellungsdatum und können sich entsprechend nachfolgender Bedingungen ändern. Die in diesem Material enthaltenen Informationen und Meinungen werden aus proprietären und nicht proprietären Quellen abgeleitet. Deshalb wird weder durch WisdomTree noch durch verbundene Unternehmen oder deren Vorstandsmitglieder, Mitarbeiter oder Vertreter für die Richtigkeit oder Zuverlässigkeit des Materials keine Gewähr sowie keinerlei Haftung für Fehler oder Auslassungen übernommen (einschließlich der Haftung gegenüber Personen aufgrund von Fahrlässigkeit). Das Vertrauen auf die in diesem Material enthaltenen Informationen erfolgt nach alleinigem Ermessen des Lesers. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.

Hinweis: Meinungen oder Empfehlungen im Rahmen von Gastbeiträgen geben die Einschätzung des jeweiligen Verfassers wieder und stellen nicht notwendigerweise die Meinung von Goldreporter dar.

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Eingetragen von am 10. Okt. 2018. gespeichert unter Gastartikel, Gold, Goldpreis, News. Sie können alle Antworten auf diesen Eintrag verfolgen über RSS 2.0. Kommentar- und Ping-Funktion derzeit deaktiviert

8 Kommentare für “Gold-Ausblick: Korrektur nach oben absehbar”

  1. Wie „wertvoll“ Prognosen für die zukünftigen Zinsen der 10-jährigen US-Anleihen sind, zeigt der heutige Zinssatz von 3,22% gegenüber der o.a. Grafik vom 17.9.2018. Bereits gestern kletterten die Zinsen mit 3,26% bald auf das vorhergesagte Niveau von 2019: 3,3%.

    „si tacuisses philosophus mansisses“.

    Derweil…hört man vom IWF aus „Nusa Dua (dpa)“ neue Töne:

    “Eine neue Krise in der Weltwirtschaft ist nicht auszuschließen. Die Staaten müssten dafür sorgen, dass die Rechnung nicht der kleine Mann zahlt.“

    Seit wann macht sich Chr. Lagarde Sorgen um den ‚kleinen Mann ‘?, wenn sie locker vom Hocker zusieht, wie die Notenbanken mit ihrer Nullzins-Politik die Altersvorsorge von zig-Millionen ‚kleinen Männern (und Frauen?) ‘ stiehlt und nach OBEN (dem bereits wohlhabenden 1%) umverteilt?

    https://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/wirtschaft_nt/article181825590/IWF-sorgt-sich-um-Wohlstandsverteilung-im-Krisenfall.html

    Was jetzt noch fehlt, ist eine WELT- weite Statistik, daß 98% der WELT-Bevölkerung den Notenbankchefs ein Rating AAA+ geben…würden.

    (Als Chr. Lagarde heute Morgen ihren Schminkkoffer öffnete, offenbarte sich ihr eine erschreckende Prohezeiung…(siehe hier:)).

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  3. Liebe @Machos und Kämpfer für die einzig richtige politische Linie,

    vielleicht zu Eurer Überraschung: Mal eine ordentliche Zusammenfassung/Analyse der Finanzkrise in Permanenz – von einer Frau!
    https://netzfrauen.org/2018/10/02/finanzkrise/

    LG

    • Upps, da war ich wohl etwas übereifrig – natürlich mit einem größeren Teil von den Männern Matthias Weik und Marc Friedrich. Macht aber gar nichts..;).

      Euch allen einen schönen Abend.

    • @Ulrike

      Mit Verlaub dies alles ist nicht wirklich etwas Neues. Die Kuh wurde auch nicht vom Eis geholt oder die Krise von 2008 ist vorbei, sondern die Konsequenzen aus dieser Krise wurden mit Nierdrigzinspolitik der Notenbanken in die Zukunft verschoben.

      Auch das Zitat von Brecht, kenne ich etwas anders.

      Was ist der Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank ?
      Was ist ein Dietrich gegen eine Aktie ?
      Was ist der Mord an einem Mann, gegen die Anstellung eines Mannes

      Alle 3 Zitate aus der Dreigroschenopher von Bertolt Brecht

      https://www.youtube.com/watch?v=i_atF3kenBY

  4. Die Amazonaktie hat in den letzten 10 Tagen auch etwas korrigiert. Von 1.745 $ auf aktuell 1.570 $. Schlappe 12 % in 8 Handelstagen sind kein Pappenstiel.

    Risikofreudig kann man ja mal drei Kisten Bier auf einen Put setzen (TD9LLD) und bei einem Basiswert von 1.000 $ und einem 899igen Hebel mit etwas Glück Mitte Dezember die Restschuld vom Häuschen ablösen.

    • @christoff777
      Kann auch in der Spielothek klappen.
      An der Börse wettet man gegen die Profis. Die leben nämlich davon.
      Besonders Kleinanleger und kleinere Mitspieler abzuzocken.
      100.000 x 3 Kisten Bier verloren macht auch was.

      • @taipan

        Klar, das wäre schon ein Reihenhäuschen im Speckgürtel. Ich sach ma so:
        Ich trinke 1 Woche kein Bier, wette dafür und wenn ich nicht gewinne, habe ich auch nix verloren außer, dass ich mal eine Woche nüchtern war.

  5. Thorsten Polleit: Ist Gold jetzt ein Investment? Chancen und Risiken bei Edelmetallen

    https://aktien-boersen.blogspot.com/2018/10/thorsten-polleit-ist-gold-jetzt-ein.html

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